Kolibri hat geschrieben: 17.09.2026, 13:27
Altersvorsorgeprogramme sind bisher in Deutschland alle mehr oder weniger gescheitert.
Förderprogramme lassen sich jederzeit ändern,ein Ausstieg wärend der Laufzeit ist möglich,die Förderung ist dann weg.Gewinne sind nicht planbar,am Ende schlägt noch die Steuer zu.
Man könnte sagen Deutschland ist pleite,über ganz Europa schwebt der Pleitegeier.
Einem Pleitegeier werde ich kein Geld anvertrauen( Staatsanleihen).
Inflation und Gewinne in der Zukunft kann ich nicht planen.
"Irres Ding" plant 10 Jahre und setzt auf Sicherheit,das kostet Rendite.
Wenn ich das richtig verstanden habe läuft ein Hauskredit 2036 aus,Restschuld dann 250000€.
Wer zwingt dich dazu die Restschuld sofort in bar zu begleichen,ein neuer Kredit ist möglich.
Angst vor einem Crash kostet Rendite.
Wieviel Crashs hast du bisher erlebt?
Bsp.DAX:
2022 minus12%,2023 plus 20%,
2018 minus18%,2019 plus 25%,
2011 minus 14%,2012 plus 29%,
2008 minus 39%,2009 plus25%,2010 plus 15%
2000 bis 2002 war heftig minus 7%,minus 19%,minus 44% und dann die Folgejahre plus 21%,plus 28%,plus 7%,plus 39%
Ich mache mir über Crashs und Krisen wenig Gedanken,das ist nicht planbar.
Ich investiere breit gestreut in Aktien überwiegend Einzelwerte,da gibt es in der Entwicklung Glück oder Pech,am Ende muß das gesamte Depot jährlich im plus stehen.
Jeder muß seine Anlageentscheidungen selbst treffen,ich bin mit meinen zufrieden.
Aktien,Gold und ein paar ETCs in Platin und Silber.
Meine letzten Käufe waren Dermapharm und Jenoptik,da sind die Dividenden erst mal steuerfrei.
Hi Kolibri,
dass du das so entspannt siehst und voll auf Risiko fährst, ist ja völlig fein, aber ich glaube, du missverstehst da ein paar Grundvoraussetzungen bei meiner Strategie (und vermischt da einiges).
Zum Thema „Angst kostet Rendite“: Das hat absolut nichts mit Angst oder einer Panik vor dem Crash zu tun, sondern schlicht und einfach mit Fristen- und Risikomanagement. Wenn du exakt weißt, dass zu einem festen Stichtag (2036) eine knapp viertel Million Euro (genau sind es 220k) auf den Tisch gelegt werden sollte, weil eine Zinsbindung ausläuft, ist das kein Zocken mehr, sondern Planung.
„Warum nicht einfach einen neuen Kredit nehmen?“ Du schreibst: „Wer zwingt dich dazu die Restschuld sofort in bar zu begleichen, ein neuer Kredit ist möglich.“
Genau da liegt der Hase im Pfeffer! Niemand zwingt mich, aber wenn 2036 zufällig in eine Phase fällt, in der die Zinsen für Anschlussfinanzierungen gerade durch die Decke gehen oder wir mitten in einer harten Wirtschaftskrise stecken, zahle ich bei einem neuen Kredit womöglich massiv drauf. Wenn ich das Geld stattdessen zu garantierten ~4,5 % p.a. (nach Kosten/Steuern immer noch ein schöner Puffer über dem damaligen Billigkredit) sicher anlege, habe ich die Kohle exakt passend bar auf dem Konto. Das ist kein Renditeverzicht aus Angst, das ist Kreditsicherung mit Fristigkeit.
Liquidität & Flexibilität: Du tust so, als wäre das Geld in Staatsanleihen auf Jahre „weggesperrt“. Im Gegensatz zu einer Sondertilgung bei der Bank (die Kohle ist unwiederbringlich weg) sind handelbare Anleihen an der Börse jederzeit liquide. Wenn der Markt morgen komplett wegbricht und ich günstige Aktien einsammeln will, kann ich die Anleihen im Depot jederzeit verkaufen. Ich bin also keineswegs an der Seitenlinie gefesselt, sondern bleibe flexibel. Gleiches gilt für Sanierungen, plötzliche Reparaturen, usw.
Das Klumpenrisiko im Depot: Du schreibst, dass du ein breites Aktiendepot (überwiegend Einzelwerte) und Edelmetalle hast und keine weitere Sicherheit brauchst. Das ist deine Depotphilosophie. Aber bei meinem Kreditvolumen stehe ich eben auf dem Standpunkt: Man muss Gewinne und Sicherheit trennen. Wie ich oben schon schrieb: Das Ganze funktioniert für mich auch nur deshalb so entspannt, weil das „Ruhekissen“ aus Aktien, Gold, Silber und Immobilien ohnehin da ist.
Es ist doch super, dass verschiedene Strategien existieren. Aber meine 220k Restschuld 2036 dem reinen Zufall oder dem Wohlwollen der dann geltenden Bauzinsen zu überlassen, nur um noch ein paar Prozent mehr Aktienrendite zu jagen, wäre mir schlicht zu heikel. Und auch völlig wirr. Du schreibst selbst die Draw Downs der letzten Jahrzehnte. Mir bringt es in dem Moment nichts, wenn 2036 der Aktienmarkt auf -40% steht und die Bauzinsen bei 8%, wenn es 2040 wieder überstanden wäre. Dieses Risiko ist eben die Fristigkeit. Es bringt auch niemandem etwas, der vom Bus überfahren wurde, dass der Bus rot gehabt hat und eigentlich nicht hätte fahren dürfen. Tot ist tot.
Noch verstehe ich deine innere Logik nicht. Zum AVD schreibst du, dass die Gewinne nicht planbar wären. Richtig, da man es hoffentlich in ETFs anlegt. Aber gleichzeitig schreibst du etwas über meine Risikoaversion bei festen Fristigkeiten? Das ist mir nicht klar. Es scheint so als glaubst du man kann im AVD nur Staatsanleihen einkaufen? Oder wie muss ich dich verstehen? Das ist nicht richtig. Mein Kapital kommt komplett in den A42B1M.
Zu der Frage hinsichtlich meiner Börsenerfahrung: Seit ca. 2001, also 25 Jahre Börsenerfahrung. Und ich habe einen heiden Respekt vor der Börse. Nicht weil ich ängstlich wäre, sondern weil ich meine Gegner nicht unterschätze. Wenn wir keine dummen Entscheidungen treffe, werden wir in ~6 Jahren in die stark reduzierte Teilzeit wechseln und das Leben auf heutigem Niveau die anschließenden 40+ Jahre locker ausklingen lassen. Eigentlich könnten wir es schon heute, aber da sind ein paar andere private Gründe, die ich hier nicht offen lege. Weiter arbeite ich noch viel zu gerne. Zwischen uns und diesem Ziel liegt eigentlich nur noch, dass wir grobe Fehler vermeiden müssen und der Schöpfer uns keine unlösbaren Aufgaben auf den Weg wirft. Eine Butze die plötzlich für 6 oder 8% prolongiert werden muss, wäre ein solcher Fehler. Das wären mit Tilgung zwischen 1500€ bis 1850€ mtl. Das würde die Haushaltsrechnung auf den Kopf stellen.
„Plötzlich erkannte er, dass er die Welt entweder mit den Augen eines armen, beraubten Opfers sehen konnte, oder aber als Abenteurer auf der Suche nach einem Schatz.“
– Paulo Coelho: Der Alchimist