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Altersvorsorge

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buntebank
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Re: Altersvorsorge

Beitragvon buntebank » 30.11.2019, 11:00

@neuernickgibmirheute...
jaja der uebliche Unsinn wegen dem de beim letzten mal rausgeflogen bist . . .

@straati
du willst Nachweise fuer meine Ausfuehrungen?
keine Ahnung fuer was man Nachweise bei einer Meinungs-Diskussion erbringen sollte?
gibt irgend so ein Insolvenz-Verzeichniss falls du die GmbH-Nummer meinst...
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Siebenundvierzig900
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Re: Altersvorsorge

Beitragvon Siebenundvierzig900 » 30.11.2019, 11:54

buntebank hat geschrieben:keine Ahnung fuer was man Nachweise bei einer Meinungs-Diskussion erbringen sollte?


Um der "Meinung" irgendeine Substanz zu verleihen welche über pure Beliebigkeit oder das Herunterbeten von ideologischer Dogmen hinausreicht ?!

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lifesgood
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Re: Altersvorsorge

Beitragvon lifesgood » 30.11.2019, 12:33

buntebank hat geschrieben:naja egal isses ja nich...
und das Arbeit hoeher & offensichtlich wesentlich rigoroser besteuert wird
als Kapital und die damit verbundenen Geld-Verschiebereien is 'ne Sauerei.


Die Sauerei liegt darin, dass man es Konzernen ermöglicht, sich durch Gewinnverschiebung legal der Besteuerung zu entziehen.

Die Steuersätze an sich fände ich durchaus gerecht, wenn alles korrekt versteurt würde.

Ich will das mal an einem Beispiel darstellen:

Bei einem monatlichen Einkommen von 5.000 € (damit liegt man schon deutlich über dem Durchschnitt) hat man eine Steuerlast für Lohnsteuer und Soli von 1.070 €, das sind 21,4 % Steuerlast. Bei einem Gehalt von 7.500 € (was wohl die wenigsten Gehaltsempfänger überhaupt erreichen) zahlt man 2.117,64 €, das ist eine Steuerlast von 28,24 %.

Kapitaleinkünfte, die den Freibetrag von 801 € übersteigen, werden mit 25% + Soli = 26,375 % besteuert. Dies gilt in erster Linie für Spekulationsgewinne. Hier könnte man darüber diskutieren, diese dem persönlichen Steuersatz zu unterwerfen.

Wenn es sich um Dividenden handelt, sieht das anders aus. Denn Dividenden werden ja aus dem schon versteuerten Gewinn vorgenommen. Nun nehmen wir mal an eine Fa. hat 100 € Gewinn bereits mit 30% (Körperschafts- und Gewerbesteuer) versteuert. Die verbleibenden 70 € werden an Dividende ausgeschüttet und werden vom Dividendenbezieher nochmals mit den obigen 26.375% versteuert. Dann bleiben von 100 € Firmengewinn für den Anteilseigner netto noch 51,54 € übrig und die Steuerlast liegt bei 48,46 %.

Nun kommen wir zu dem Punkt, der mich an Bumerangs Argumentation stört:

Wir wissen aus dem Forum, dass Bumerang (eine?) Immobilie(n) und Edelmetalle besitzt.

Mieteinnahmen sind durch AfA und ggf. Schuldzinsenabzug relativ gering besteuert. Veräußerungsgewinne bei Immobilien sind im Vermietungsbereich nach 10 Jahren und im eigengenutzten Bereich generell steuerfrei. Edelmetallgewinne sind nach 1 Jahr Haltefrist steuerfrei.

Und hier stellt nun Bumerang, der ja offensichtlich nicht zu den Bedürftigen im Lande gehört, die Forderung auf, dass Arbeitseinkommen generell steuerfrei sein sollte. Einen höheren Freibetrag, der den Kleinen helfen würde und den Leistungsfähigeren etwas abverlangen würde, lehnt er kategorisch ab. Das heißt im Klartext er möchte seine persönliche Durchschnitts-Steuerlast in den niedrigen einstelligen Prozentbereicht drücken - nichts Anderes.

Diese Art der Argumentation könnte man wohlwollend ausgedrückt, als "mit zweierlei Maß gemessen", etwas drastischer ausgedrückt als "verlogen" bezeichnen. Vor allem auch deshalb weil er zur Argumentation soziale Gründe heranzieht.

Mit etwas Selbstkritik muss man anerkennen, dass der private Immo- und Edelmetallbesitzer legale Möglichkeiten zur Steuerfreiheit nutzt. Das ist auch in Ordnung. Aber dann noch zu fordern den Bereich, wo man selbst als besser situierter noch nennenswertes Steueraufkommen generiert, steuerfrei zu stellen, ist schon dreist.

Just my two cents ...

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buntebank
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Re: Altersvorsorge

Beitragvon buntebank » 30.11.2019, 13:19

@neuernickgibmirheute...
selbstverstaendlich wirfst du anderen das vor was du selbst betreibst... altbekannt.

@lifesgood
dient die Dividende nicht dazu, dass de deine Aktien behaeltst -
an der "Kapitalsteigerung" bzw. dem wundervollen "Wirtschaftswachstum" teilnimmst -
damit die armen Aktiengesellschaften nich die Haelfte
(egal wie viel genau... wir hatten's hier irgendwo im Forum)
ihrer Kapital-Aktivitaeten
in Rueckkaufprogramme ihrer eigenen Anteilsscheine verschwenden muessen?

es ist doch leidlich sich in Zahlen oder Prozente-Diskussionen zu ergehen
wenn aus den mehrfach genannten Gruenden scheinbar kein Interesse
an irgendwie positiver Veraenderung zu bestehen scheint.

wenn der Glaube war schon immer so muss so bleiben zum Schluss sowieso gewinnt.

und dabei die Frage, was die dollen AGs denn so alles veranstalten
auf dem Ruecken und zu Lasten der einen...
und die Gewinne fuer die anderen doch immer zu klein
und Dividenden wie vorgerrechnet viel zu hoch besteuert sind...

willste selbst nix aendern - wirste halt von den Aenderungen ueberholt.
und da sind die Wellen der Wirtschaft aus China, politischen Irrsins anderer Laender
und die Auswirkungen von Profit-und-Wachstum-ueber-alles
in der Diskussion ja noch garnicht mit drin... seuftz ; )

demzufolge reichts mir dann auch schon wieder mit der Diskussion -
gebe ich gerne "das Recht gehabt" ab -
und hab' dann in ein paar Jahren auch nix davon wenn sich's endlich rumgesprochen hat.
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Re: Altersvorsorge

Beitragvon Siebenundvierzig900 » 30.11.2019, 13:27

buntebank hat geschrieben:
willste selbst nix aendern - wirste halt von den Aenderungen ueberholt.


Dem kann man vollumfänglich zustimmen.

Ob jedoch die überholenden Veränderungen sich möglicherweise in einer gänzlich anderen Art zeigen als man es selbst in diese weisen Worte legen möchte wird die Zeit zeigen. :D

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon lifesgood » 30.11.2019, 13:52

buntebank hat geschrieben:
und dabei die Frage, was die dollen AGs denn so alles veranstalten
auf dem Ruecken und zu Lasten der einen...
und die Gewinne fuer die anderen doch immer zu klein
und Dividenden wie vorgerrechnet viel zu hoch besteuert sind...

willste selbst nix aendern - wirste halt von den Aenderungen ueberholt.


... meine Aussage war nicht, dass die Besteuerung zu hoch ist, sondern dass sie fair wäre, wenn alles was in D verdient wird, auch in D versteuert würde.

Klar man kann generell über AGs herziehen, aber mal objektiv betrachtet, zahlen doch AGs ihren Mitarbeitern (nicht zuletzt wegen einer starken Arbeitnehmervertretung) beim selben Berufsbild deutlich mehr, als der kleine Handwerker oder Händler.

Und nie vergessen: Der kluge Bauer weiß, dass er eine Kuh nur einmal schlachten kann, aber ein Leben lang melken.

Das System hat durchaus Optimierungspotenzial, aber das besteht nicht in den Verstaatlichungsfantasien von Herrn Kühnert. Denn wenn ich mir vorstelle, dass dieselben Leute, die für BER und Stuttgart 21 zuständig sind, zukünftig für unsere Wirtschaft verantwortlich sind, bekomme ich Panik.

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon Bumerang » 01.12.2019, 16:02

lifesgood, ich glaube du denkst an der Stelle zu kurz bzw bist auf der völlig falschen Spur. Deshalb betrachte ich die Unterstellung, es ginge um meine Bereicherung/Besserstellung nicht als solche, sondern als groben Missverständnis, im wahrsten Sinne des Wortes.

Zuerst die Kleinigkeiten, die teilweise von buntebank beantwortet wurden. Die GmbH schützt den Inhaber vor Forderungen von Kunden und Geschäftspartner. Das kann ein AN nicht. Beteiligungen gehen auch ohne GmbH. In Personengesellschaften müssen die Beteiligten nicht gleiche Anteile halten.

Es gibt einen großen Unterschied ob man aus Arbeit oder aus Kapital Einkommen erzielt. Arbeiten kann jeder, Kapital in nennenswerter Höhe erbt man i.d.R. Das ist leistungsloses Einkommen, das sogar behalten werden kann. Aber die Leistungen daraus mindestens sollte versteuert werden. Genau so sind Maschinen nicht eigenen Leistung. Über Maschinensteuer wird deshalb nicht von ungefähr bereits diskutiert. Das Kapital ist heute privilegiert, sagst du selbst. Das Problem dabei ist, die Vermögenskonzentration die schlussendlich zum Zusammenbruch des Systems führen muss.

Nun zu mir und den Vorteilen des genannten Systems vs die Vorschläge die von Dir kamen.

In meine Fall würde ein Freibetrag von 2.500/Monat wie du ihn vorschlägst dazu führen, dass die Steuern auf das Gesamteinkommen (Meine Frau nur ca 18% des Gesamteinkommens) nach der Splitting Tabelle die Einkommenssteuer um fast genau 70% sinken würde! Wir würden grob nur noch 6k anstatt 20K wie heute, Steuern zahlen. Keine weiteren Einkommen vorhanden, nur Arbeit. Macht ein Plus von 14K! So viel zu den Nachteilen deines Modells für mich. Kanns'te morgen einführen :wink:


Nun ja, wenn die Steuer auf Arbeitseinkommen komplett wegfiele, wären das weitere 6k für uns, keine Frage, das ist mehr. Allerdings würde die höhere MwSt einen guten Teil fressen.

Der große Vorteil für die Geringverdiener und Normalverdiener, die nicht soviel sparen würden wie wir, das ist in jedem Modell so, wäre neben dem Wegfall der Steuern, etwas ganz Anderes:

Es gäbe keine Schwarzarbeit!!

Man stelle sich vor, wer noch morgens für 10€/Std. aufstehen würde! Er könnte doch einfach seine Dienste sonstwem anbieten. Nehmen wir eine Putzfrau. Die Schwarzpreise belaufen sich bei inzwischen ca 15€, wenn man wirklich gute Arbeit will, zumindest in den Städten. Wäre die Frau legal, müsste sie nur noch KV und RV zahlen. RV dann entsprechend weiger prozentual, da alle zahlen müssten, oder garnihcts, weil sie selbständig wäre! Viele mehr Menschen würden sich selbständig machen, weil nicht sofort eine Steuer fällig wäre. Handwerker, Pfleger, Mediziner, und die liste kann Fortgesetzt werden. Das wäre eine echte ich-AG Offensive. Ohne Ausbeutung, wie heute, wo die ich-AG'sinfach nur Arme Säue sind meist auf dem Bau, ohne Mindestlohn, ohne Schutz etc.
Hinzu kämen Ehefrauen wie meine z.B, die sicher gar nicht mehr arbeiten würde. All das würde die Löhne derer die weiterhin abhängig beschäftigt bleiben insb. im unteren Einkommensbereich, weiter erhöhen.

Tante Emma Läden, kleine Handwerks"betriebe", Friseure, etc würden die Straßen wieder bevölkern.

Wer wäre im Nachteil? Nun, genau die Großunternehmen. Aber auch die Mittleren müssten mehr Löhne zahlen, weil die Nachfrage nach Arbeit sinken würde.

Die größten Verlierer wären aber Kapitalunternehmen und Konzerne.

Das was die AN im Hochlohnbereich, wie ich, an Steuern einsparen würden, würde zu einem großen Teil in den Konsum fließen, möglicherweise in mehr Dienstleistungen wie Gastro, Friseur, etc.

Ich kann mir aber auch eine Est auf "Arbeit" für Manager ab 1 Mio oder so, vorstellen. Die muss nicht hoch sein.

Ich vermiete zwar nicht meine Immobilien, da lasse ich lieber die Familie drin wohnen, aber wenn ich das täte, würde ich Steuern zahlen. Eigenheim wäre generell deutlich attraktiver als Vermietung! Das käme der Mehrheit zu Gute. Mehrfamilienhäuser die von der ganzen Familie (drei Generationen) abgezahlt werden, wäre attraktiv.
Gruß

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon wintertanne » 01.12.2019, 19:41

Es gäbe keine Schwarzarbeit


Sehr schnell würde die Reinigungskraft merken, das 15€ Stundenlohn nicht reichen.
Neben deinen genannten Abzügen kommen noch reichlich Unkosten hinzu.
Arbeitsmaterial, Fahrtkosten, Rücklagen für Urlaubstage, Beiträge IHK/HWK, Berufsgenossenschaft, Versicherung (Haftpflicht), ggfs Buchhaltungsosten, anfallende Gewerbesteuern.... das Frist alles von den 15€. Da wird schnell klar, das 15€ nicht reichen werden. Den Aspekt der Lohnsteuer , wie auch immer sie aussehen soll, nicht berücksichtigt.
Ich meine, wer derzeit legal auf eigene Faust VOLLzeitarbeiten will, kommt unter 30€ plus MwST nicht solide durch das Jahr. Und da bewegt man sich vom „ausgezahlten“ Stundenlohn kaum über 11€.
Also doch lieber direkt auf die Kralle.

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon lifesgood » 01.12.2019, 19:48

Bumerang hat geschrieben:lifesgood, ich glaube du denkst an der Stelle zu kurz bzw bist auf der völlig falschen Spur. Deshalb betrachte ich die Unterstellung, es ginge um meine Bereicherung/Besserstellung nicht als solche, sondern als groben Missverständnis, im wahrsten Sinne des Wortes.


Sollte ich Dich falsch interpretiert haben, entschuldige ich mich natürlich!

Bumerang hat geschrieben:Zuerst die Kleinigkeiten, die teilweise von buntebank beantwortet wurden. Die GmbH schützt den Inhaber vor Forderungen von Kunden und Geschäftspartner. Das kann ein AN nicht.


Große Kunden oder Geschäftspartner erkundigen sich in der Regel mit wem sie es zu tun haben. Das ist über den Bundesanzeiger oder Wirtschaftsauskunfteien problemlos möglich. Wer dies nicht macht, handelt grob fahrlässig. Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich dir versichern, dass das Risiko von uneinbringlichen Forderungen bei Privatkunden deutlich höher war als bei Geschäftskunden.

Bumerang hat geschrieben:Beteiligungen gehen auch ohne GmbH. In Personengesellschaften müssen die Beteiligten nicht gleiche Anteile halten.


Das ist schon richtig, aber die Trennung des Vermögens wird schwierig. Mir geht es dabei nicht mal um den Fall, dass die Fa. Hopps geht, sondern genau andersrum. Kann ja sein, dass ein Mitbesitzer einer Fa. durch Scheidung oder sonstwas in finanzielle Bedrängnis kommt, dann könnte unter Umständen ins Betriebsvermögen gepfändet werden. Besitzt er Anteile, können nur diese gepfändet werden und die anderen Gesellschaft haben ggf. die Möglichkeit diese zu kaufen. Aber die Gesellschaft an sich bleibt handlungsfähig.

Bumerang hat geschrieben:Es gibt einen großen Unterschied ob man aus Arbeit oder aus Kapital Einkommen erzielt. Arbeiten kann jeder, Kapital in nennenswerter Höhe erbt man i.d.R. Das ist leistungsloses Einkommen, das sogar behalten werden kann. Aber die Leistungen daraus mindestens sollte versteuert werden. Genau so sind Maschinen nicht eigenen Leistung. Über Maschinensteuer wird deshalb nicht von ungefähr bereits diskutiert. Das Kapital ist heute privilegiert, sagst du selbst. Das Problem dabei ist, die Vermögenskonzentration die schlussendlich zum Zusammenbruch des Systems führen muss.


Hier muss ich gleich zweimal widersprechen. Wenn jeder arbeiten könnte, bräuchten wir ja keine Altersvorsorge. Und häufig ist es eben bei Selbständigen so, dass das erwirtschaftete Kapital die Altersvorsorge darstellt. Auch ist es falsch, dass Kapital in der Regel vererbt wird. Sieh Dir mal die Forbes-Reichenlisten an. Ich denke da halten sich diejenigen, die ihr Vermögen geerbt, oder selbst erwirtschaftet haben, die Waage.
Dass die Erträge aus Kapital versteuert werden sollen, habe ich nie in Abrede gestellt. Jedes Einkommen sollte mit einem für alle gleichen Freibetrag versteuert werden.
Aber auch hier gibt es eine Ungerechtigkeit. Wenn Du irgendwann mal Deine Edelmetalle verkaufen solltest und Gewinne generierst, wirst Du auf dieses leistungslose Einkommen keine Steuern zahlen.
Aber ich denke, diese Regelung, die ja de fakto eine Ungleichbehandlung von Vermögensarten darstellt, wird in absehbarer Zeit fallen (deshalb auch die Senkung der anonymen Bargrenze). Ich für meinen Teil bin froh, dass meine Käufe im Wesentlichen schon jetzt (und damit vor einem eventuellen Stichtag) abgeschlossen sind.
Maschinensteuer, bin ich bei Dir, hatte ich auch schon diverse male angesprochen. Allerdings nicht besteuert (wenn durch Maschinen ein höherer Gewinn entsteht wird der sowieso versteuet), sondern da geht es um Sozialabgaben. Dort wo menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt wird, sollte entsprechend in die Sozialkassen einbezahlt werden. Denn das ist ja das Problem, das wir haben. Es wird immer mehr menschliche Arbeit durch Maschinen ersetzt, aber die Sozialsystem werden nur durch die menschliche Arbeitskraft bedient. Dadurch sind die Sozialabgaben mittlerweile so hoch, dass in personalintensiven Bereichen wie Handwerk und Handel relativ niedrige Löhne bezahlt werden. Darin liegt doch die Perversion, dass man selbst 3 - 4 Stunden oder mehr arbeiten muss, um eine Handwerkerstunde bezahlen zu können.

Bumerang hat geschrieben:Nun zu mir und den Vorteilen des genannten Systems vs die Vorschläge die von Dir kamen.

In meine Fall würde ein Freibetrag von 2.500/Monat wie du ihn vorschlägst dazu führen, dass die Steuern auf das Gesamteinkommen (Meine Frau nur ca 18% des Gesamteinkommens) nach der Splitting Tabelle die Einkommenssteuer um fast genau 70% sinken würde! Wir würden grob nur noch 6k anstatt 20K wie heute, Steuern zahlen. Keine weiteren Einkommen vorhanden, nur Arbeit. Macht ein Plus von 14K! So viel zu den Nachteilen deines Modells für mich. Kanns'te morgen einführen :wink:

Nun ja, wenn die Steuer auf Arbeitseinkommen komplett wegfiele, wären das weitere 6k für uns, keine Frage, das ist mehr. Allerdings würde die höhere MwSt einen guten Teil fressen.


Das und nichts Anderes hatte ich geschrieben, nach meiner Idee würdest Du weniger zahlen, aber nach Deiner Forderung gar nichts mehr. Und die höhere MWSt. würde das ja auch schon bei einem höheren Freibetrag fressen ;)

Bumerang hat geschrieben:Der große Vorteil für die Geringverdiener und Normalverdiener, die nicht soviel sparen würden wie wir, das ist in jedem Modell so, wäre neben dem Wegfall der Steuern, etwas ganz Anderes:

Es gäbe keine Schwarzarbeit!!


Schwarzarbeit gäbe es trotzdem. Denn gerade im Bereich der geringfügigen Beschäftigung, wird ja das Geld ohnehin brutto für netto verdient.

Der Grund für die Illegalität liegt hier vielmehr darin, dass man offiziell nicht über die Grenzen, ab denen man sozialversicherungspflichtig wäre, kommen möchte. Denn es sind nicht nur die Großen, die sich den Sozialsystemen entziehen. Es kommt häufig vor, dass junge Frauen nach der Hochzeit nur noch geringfügig beschäftigt werden wollen, weil eben die Versicherungen dann durch den Mann abgedeckt sind. Wenn sie dann mit 50 ihre Reneninformation bekommen ist das Gejammere groß und es wird nach einer Einheitsrente gerufen.

Der Rest geht schon mehr in Richtung bedingungsloses Grundeinkommen, das ist wieder eine ganz andere Baustelle.

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon Bumerang » 02.12.2019, 12:23

Ein konkretes Beispiel für die Haftung habe ich aus persönlicher Erfahrung.

 

Eine Brennnwert Pelletheizung eingebaut mit Anschluss an die Abwasserleitungen. Nach 1,5 Jahren! Leitungen verschlammt. Der Heizungsbauer pleite, GmbH aufgelöst, der Hersteller sagt nicht mein Problem. Spülwasser kommt ohne Filter aus der Anlage raus. Merkste? Kein Mensch hat vorher etwas was gesagt, Risiko abgewälzt. Ohne GmbH müsste der GF nun dran glauben. So Spülung auf meine Kosten.

 

Die anderen Partner können auch so abkaufen bzw. aushelfen. Ist in einer WEG auch nicht anders.

 

Arbeit/Altersvorsorge – Hier mischt du Arbeit mit Altersvorsorge. Zwei Paar Schuhe. Ob ich mit Arbeit oder Kapital meine AV aufbaue, ist erst mal egal.

Wenn der Freiberufler oder kleine Handwerker sich zu Ruhe setzt, ist das Geschäft eigentlich vorbei. Er hat hoffentlich vorgesorgt. Seine private AV hat dann einen Ertragsanteil, der zu versteuern wäre.

Wer eine Firma mit 5 -10 Angestellten hat, und sich zu Ruhe setzt, muss einen GF einstellen. Sein Gewinn sinkt entsprechend, er arbeitet aber auch nicht mehr. Wo soll das Problem sein?

 

Ich hatte betont, dass Kursgewinne, auch aus EM Geschäfte zu versteuern wären. Kapital ist Kapital.

Eine reine Maschinensteuer wird nicht kommen. Wie soll das funktionieren. Das sind nur Phantasien.

Kosten können abgesetzt werden, dazu zählen auch Maschinen. Der Weg ist umgekehrt. Wenn der Staat den AN aus der Steuerpflicht entlässt, muss er die Unternehmen und das Kapital besteuern, respektive indirekt über Konsum.

 

Die Sozialversicherungsbeiträge sind hoch, weil hier wieder nur AN einzahlen. Per Definition ist eine SOZIALVERSICHERUNG etwas worin ALLE einzahlen. Momentan geht das Kapital komplett an dieser Pflicht vorbei, obwohl die Produktivitätssteigerungen durch Technik enorm sind. Wie rum man das auch immer angeht, das Kapital hat sich aus der Solidargemeinschaft verabschiedet und muss wieder rein.

 

Aber es gibt in der KV auch andere Probleme, die im System enthalten sind. Die Abkoppelung zwischen Kostenverursachung und Zahlung, mittels Krankenkassen.

 

Mein Gehalt ist an der Stelle nicht repräsentativ. Ich könnte sicher die 6k die durch dein Modell noch zu zahlen wären, stark optimieren. Wie gesagt, wenn Frau zuhause bleibt sind schon mal Fahrtkosten weg und auch weniger Steuern. Ihre Altersvorsorge wäre privat ohnehin in besseren Händen! Die MwSt bliebe gleich. In meinem Modell wäre es 30 bis 35%. Auf die Paar Tausend Unterschied käme es nicht an.

 

Schwarzarbeit

 

Die Kombination zwischen Alle zahlen, also niedriger SV Beiträge und Steuerfreiheit, würde die Schwarzarbeit ziemlich eliminieren.

 

Bleiben wir bei der Putzfrau die heute ein Mindestlohn bezieht und unter Druck arbeitet. Sie verdient bei 170Std/Woche (vielleicht mehr und unbezahlt) a 10,56 1795 Monat Brutto. Netto sind es 1.281.

 

Die Stunde Reinigung kosten ab 29,00 Netto, wenn man sie kauft und geht bis 45/Stunde.

 

Sagen wir, die bescheiden Frau stellt netto nur 20€ in Rechnung!

Das wären 3.400 Brutto, abzüglich SV nicht mehr 40% sondern sagen wir nur 30% (AG/AN zusammen) da auch steuerfinanziert von Kapital, also 510 wären das Netto 2380, da die Steuer von 591 weg fiele. Sagen wir, sie verbraucht 300 Für Putzmittel im Monat. Das sind immer noch rund 800€ mehr, kein Stress und Überstunden. Also ca 62% mehr, alles legal und sauber. Konservativ gerechnet. Bei nur 5€ mehr, was immer noch unterm Markt wäre, stiege der Gewinn um weitere 850€! Genau um diese Beträge, fielen die Margen der Reinigungsfirmen!!!

 

Der Freibetrag, den du vorschlägst, würde ihr nur 154€ Monat bringen, aber der Stress und die Überstunden blieben.

 

 
Gruß

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon lifesgood » 02.12.2019, 14:07

... da weder das Eine (sehr hoher Freibetrag) noch das Andere (gänzliche Steuerfreiheit von Arbeit) kommen wird, sollten wir die hypothetische Diskussion hier beenden und uns wieder auf das Threadthema Altersvorsorge beschränken.

lifesgood

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon Aurargint » 02.12.2019, 18:54

Bumerang hat geschrieben:Ein konkretes Beispiel für die Haftung habe ich aus persönlicher Erfahrung.

 

Eine Brennnwert Pelletheizung eingebaut mit Anschluss an die Abwasserleitungen. Nach 1,5 Jahren! Leitungen verschlammt. Der Heizungsbauer pleite, GmbH aufgelöst, der Hersteller sagt nicht mein Problem. Spülwasser kommt ohne Filter aus der Anlage raus. Merkste? Kein Mensch hat vorher etwas was gesagt, Risiko abgewälzt. Ohne GmbH müsste der GF nun dran glauben. So Spülung auf meine Kosten.

 

Die anderen Partner können auch so abkaufen bzw. aushelfen. Ist in einer WEG auch nicht anders.

 

Arbeit/Altersvorsorge – Hier mischt du Arbeit mit Altersvorsorge. Zwei Paar Schuhe. Ob ich mit Arbeit oder Kapital meine AV aufbaue, ist erst mal egal.

Wenn der Freiberufler oder kleine Handwerker sich zu Ruhe setzt, ist das Geschäft eigentlich vorbei. Er hat hoffentlich vorgesorgt. Seine private AV hat dann einen Ertragsanteil, der zu versteuern wäre.

Wer eine Firma mit 5 -10 Angestellten hat, und sich zu Ruhe setzt, muss einen GF einstellen. Sein Gewinn sinkt entsprechend, er arbeitet aber auch nicht mehr. Wo soll das Problem sein?

 

Ich hatte betont, dass Kursgewinne, auch aus EM Geschäfte zu versteuern wären. Kapital ist Kapital.

Eine reine Maschinensteuer wird nicht kommen. Wie soll das funktionieren. Das sind nur Phantasien.

Kosten können abgesetzt werden, dazu zählen auch Maschinen. Der Weg ist umgekehrt. Wenn der Staat den AN aus der Steuerpflicht entlässt, muss er die Unternehmen und das Kapital besteuern, respektive indirekt über Konsum.

 

Die Sozialversicherungsbeiträge sind hoch, weil hier wieder nur AN einzahlen. Per Definition ist eine SOZIALVERSICHERUNG etwas worin ALLE einzahlen. Momentan geht das Kapital komplett an dieser Pflicht vorbei, obwohl die Produktivitätssteigerungen durch Technik enorm sind. Wie rum man das auch immer angeht, das Kapital hat sich aus der Solidargemeinschaft verabschiedet und muss wieder rein.

 

Aber es gibt in der KV auch andere Probleme, die im System enthalten sind. Die Abkoppelung zwischen Kostenverursachung und Zahlung, mittels Krankenkassen.

 

Mein Gehalt ist an der Stelle nicht repräsentativ. Ich könnte sicher die 6k die durch dein Modell noch zu zahlen wären, stark optimieren. Wie gesagt, wenn Frau zuhause bleibt sind schon mal Fahrtkosten weg und auch weniger Steuern. Ihre Altersvorsorge wäre privat ohnehin in besseren Händen! Die MwSt bliebe gleich. In meinem Modell wäre es 30 bis 35%. Auf die Paar Tausend Unterschied käme es nicht an.

 

Schwarzarbeit

 

Die Kombination zwischen Alle zahlen, also niedriger SV Beiträge und Steuerfreiheit, würde die Schwarzarbeit ziemlich eliminieren.

 

Bleiben wir bei der Putzfrau die heute ein Mindestlohn bezieht und unter Druck arbeitet. Sie verdient bei 170Std/Woche (vielleicht mehr und unbezahlt) a 10,56 1795 Monat Brutto. Netto sind es 1.281.

 

Die Stunde Reinigung kosten ab 29,00 Netto, wenn man sie kauft und geht bis 45/Stunde.

 

Sagen wir, die bescheiden Frau stellt netto nur 20€ in Rechnung!

Das wären 3.400 Brutto, abzüglich SV nicht mehr 40% sondern sagen wir nur 30% (AG/AN zusammen) da auch steuerfinanziert von Kapital, also 510 wären das Netto 2380, da die Steuer von 591 weg fiele. Sagen wir, sie verbraucht 300 Für Putzmittel im Monat. Das sind immer noch rund 800€ mehr, kein Stress und Überstunden. Also ca 62% mehr, alles legal und sauber. Konservativ gerechnet. Bei nur 5€ mehr, was immer noch unterm Markt wäre, stiege der Gewinn um weitere 850€! Genau um diese Beträge, fielen die Margen der Reinigungsfirmen!!!

 

Der Freibetrag, den du vorschlägst, würde ihr nur 154€ Monat bringen, aber der Stress und die Überstunden blieben.

 

 


170 Stunden in der Woche? Bestimmt meinst Du im Monat, da eine Woche maximal 168 Stunden hat.

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon san agustin » 02.12.2019, 20:20

@ Bumerang

ich lese gerne Deine Beiträge, finde diese auch informativ

nur: das Dein Zahlenwerk nun des öfteren schon ,,Fehler,, aufzeigen ist dann bedauerlich
Ich will meiner Linie und meiner Ansicht eines menschlichen und respektvollen miteinander in diesem Land treu bleiben und jeglicher Art von Diskriminierung entgegenwirken, daher: der EM Handel mit folgenden Personen ist nicht erwünscht: die User, welche es betrifft, wissen es und damit ist es ausreichend....

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon Bumerang » 03.12.2019, 06:50

San, 170/Monat. Das ist doch offensichtlich...
Gruß

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Re: Altersvorsorge

Beitragvon PB350 » 30.12.2019, 21:05

Diesjährige Jahresrenditen meiner börsengehandelten Werte:
– Weltweiter Unternehmensindex (Vanguard FTSE All-World): +30 %
– Weltweiter Immobilienindex (iShares Developed Markets Property Yield): +24 %
– Gold: +21 %
– Silber: +19 %
– Bitcoin: +100 %

Im Grunde musste man 2019 kein Warren Buffett sein, um eine ansehnliche Rendite in die Scheune einzufahren. Die Flut hob so gut wie alle Boote an. Ich denke, dass hier alle sehr zufrieden sein müssten. In 2020 darf es gern so weitergehen. :D


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