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wintertanne
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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon wintertanne » 19.03.2017, 19:49

Frank the tank hat geschrieben:Hast aber gelesen: Zitat: (die ohne Beamte, Anwälte, Architekten ...

Zum Thema Beamte: Müssen Feuerwehrleute Beamte sein?
In kleinen Städten leisten die Freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich die selbe Arbeit wie die verbeamteten Kollegen. Streiken werden die Ehrenamtlichen auch nicht, denn wer sich mit dem Job identifiziert wird nicht streiken.
Der Rettungsdienst wird von Hilfsorganisationen durch geführt, da hat auch noch keiner gestreikt. Es wurden alle Notfälle in der gebotenen Eile abgearbeitet.
Damit in den großen Uni-Kliniken niemend mehr streikt, könnte man ja alle Mitarbeiter zu Landesbeamten machen .....
So, und nun haut drauf .....


Diese Organisationen gibt es aber nur, weil sich sonst in der Fläche kein "Schutz" realisieren lässt.
Berufsfeuerwehren werden weniger, das muss aufgefangen werden. Das eine Freiwillige Feuerwehr niemals die gleiche Leistung bringen kann, muss nicht erwähnt werden. Ebenso Rettungsdienste, Polizei und ähnliche staatliche Aufgaben.

Ich seh es wie mit der Tafel und anderen Gruppen, die sich um die Notleidenden kümmern. Ich finde es prinzipiell nicht gut, das es diese Form der "Sozialunterstützung" gibt, denn für mich ist dies ein Grund, warum sich der Staat in seiner eigentlichen Aufgabe zurückzieht und andere Aufgaben für ihre Pflicht auffasst.
Einfach gesagt, würde es keine Tafel geben, müsste sich der Staat wirklich mal gedanken machen wie er die Leute erreichen kann, die es eben wirklich brauchen. So verlässt er sich auf das Ehrenamt und die Soziale Bereitschaft der Bevölkerung. Ein Unding. Nichtnur das ich massig Geld an den Staat zahle, das dieser in meinen Augen genau das verhindern soll, nein, er nutzt das Geld für andere Dinge und ich kann z.T. nochmals von meinem übrigen Geld und meiner verbleibenden Freizeit was abgeben um den Grundschutz erhalten zu können. (Seenotrettung ist ein Beispiel, 2016 gut 700 gerettete Personen, komplett mit privaten Geldern finanziert, schützt deutsches Seehoheitsgebiet)

Denn auch genau das ist Freiwillige Feuerwehr. Mit dem privaten Auto in der privaten Zeit schnell mal jemanden Retten, weil Vater Staat nicht haushalten kann. Und weil man selbst kein Geld für Freiwillige Feuerwehren hat, wird z.T. eine Kasse eingerichtet, wo jeder (freiwillig) was reintun/spenden kann, damit der 30 Jahre alte Feuerlöschwagen wieder repariert werden kann, der mich ja im Zweifelsfall aus der brennenden Bude retten soll, weil die Berufsfeuerwehr die eigentlich vorgeschriebene Ankunftszeit nicht halten kann.
Durfte es mal auf dem Land erleben, Notruf abgesetzt, 20 Minuten dauerte es bis der RTW da war.

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gullaldr
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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon gullaldr » 20.03.2017, 00:26

Aurifer hat geschrieben:Man sollte vorsichtig sein, die Dinge zu schwarz zu sehen. Wer kann heute schon wissen, was in den nächsten Jahrzehnten passieren wird, welche Entwicklungen Medizin, Technik, Wirtschaft und Gesellschaft durchlaufen werden. Vor 30 Jahren habe ich nicht daran gedacht, dass Jugendliche durch die Straßen gehen könnten und dabei ihren Blick nur auf ihr Smartphone richten. (...) Der Mensch ist anpassungsfähig. (...) Auch für die Chinesen werden Rückschläge bei den Zuwachsraten kommen - ebenso wie in Afrika weiterhin Millionen Menschen verhungern werden. Populisten und Kriegstreiber haben wir auch schon hinreichend: schauen wir zu, dass es uns weiterhin gut geht und man nicht auf die Idee kommt, Kriegsspiele als Lösung zu betrachten.


Es ist richtig, dass man nicht wissen kann, welche Entwicklungen eintreten. Vielleicht trifft ja morgen ein Komet die Erde, dann sieht alles etwas anders aus. Aber wir diskutieren ja darüber, wie es weitergehen könnte. Und bestimmte Entwicklungen legen nach eingehender Überlegung eben auch den Schluss nahe, dass nicht alles nur rosig weiterlaufen könnte.
Was zum Beispiel nicht negativ daran zu werten ist, wenn Jugendliche auf der Straße nur noch ihren Blick auf das Smartphone richten, wäre auch eine Diskussion wert. Vielleicht rauchen sie dann weniger? Aber möglichenfalls hat man es vor 50 Jahren als normalen Gang des Fortschritts gesehen, dass Jugendliche rauchen. Eventuell sogar, wenn sie sich an Heroin versucht hatten. Fanden sicher damals auch viele Leute nicht so schlimm.
Wie es auch wird, einer Sache müssen wir uns bewusst bleiben. Wir können so viel zuschauen wie wir wollen, dass "man nicht auf die Idee kommt, Kriegsspiele als Lösung zu betrachten". Die Kriegsspiele betreiben aber nicht wir (als Gruppe der Diskutanten oder normale Bürger), sondern im Ernstfall Leute, denen es egal, über welche Sorgen wir in diesem Forum diskutieren. Und, vor allem, ich glaube nicht an Krieg in absehbarer Zukunft. Vorher werden die Daumenschrauben festgezurrt.

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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon libelle » 20.03.2017, 14:20

Chinese hat geschrieben:Am Bau ruiniert heute keiner mehr seine Gesundheit. Selbst bei der kleinsten Baustelle wird heutzutage ein Kran aufgestellt (ist auch gut so).


Sorry Chinese, aber ich teile deine Einschätzung nicht und hoffe nur, dass Du nicht die Entscheidungen triffst, ob ein Handwerker wegen Berufskrankheit umschulen oder gar in Rente gehen darf. :wink:

Nur weil man heute keinen Speis mehr mit dem Vogel schleppen muss, heißt das noch lange nicht, dass Rücken und Gelenke heute auf dem Bau nicht überfordert werden.
Ich wollte kein Fliesenleger oder Gerüstbauer sein und auch sonst ist die Arbeit auf dem Bau immer noch Knochenarbeit.
Man darf nicht vergessen, dass auf Grund der ganzen Hilfsmittel ja auch gleichzeitig die Schlagzahl erhöht wurde.
In welchen Tempo heute Häuser hochgezogen werden ist schon der Wahnsinn.
Das mit der Schlagzahl gilt übrigens auch für viele andere Berufe wie z.B den der Pflegeberufe.

In vielen Bereichen ist nichts mehr mit lustig, das Bierchen zwischendurch, wie es früher auf dem Bau und auch anderswo smilie_07 ja gang und gäbe war, gehört schon lange der Vergangenheit an.
Heute wird durchgezogen, schlechtes Wetter hin oder her.

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Gairsoppa
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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Gairsoppa » 20.03.2017, 15:03

Gairsoppa hat geschrieben:
Bumerang hat geschrieben:... mit den Hunderten von Milliarden die gestohlen wurden!!...


Die EZB schmeißt pro Monat 60 Mrd. Euro auf den Markt. Das sind 2 Mrd. pro TAG :shock:
Irgendwer stopft sich da gerade gewaltig die Taschen voll.... Nur wer ?


Ahhh, da hatte ich das mit den täglichen 2 Mrd. € her...

https://www.youtube.com/watch?v=RgIj6XLANtE

Prof. Harald Lesch hat die Schnauze voll

das Buch von Lesch "Die Menschheit schafft sich ab" ist übrigens sehr lesenswert
https://www.amazon.de/Die-Menschheit-sc ... ft+sich+ab

Aber Kassandra ich hör Dir unken.....
https://de.wikipedia.org/wiki/Kassandra_(Mythologie)
Das Geld ist der Punkt, den Archimedes suchte, um die Welt zu bewegen (Johann Nestroy)
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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Bumerang » 20.03.2017, 15:53

libelle hat geschrieben:
Sorry Chinese, aber ich teile deine Einschätzung nicht ..

Ich wollte kein Fliesenleger oder Gerüstbauer sein


Ein Freund von mir der Gipser ist und auch die Gerüst aufbauen musste, war vor dem 50-ten Geburtstag berufsunfähig! Als er nicht mehr 100% funktionierte, hat man ihn nur noch Gerüste bauen lassen (mit das Schwerste auf dem Bau), bis er das Handtuch warf. Knie und Rücken kaputt.

Früher hat man ab 50 noch einen andern Job gefunden. Heute sieht es übel aus. Zum Glück ist er ein Kämpfer und hat doch was anderes gefunden. Deutlich schlechter bezahlt, aber egal.
Gruß

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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Silvergood » 20.03.2017, 16:40

Ich hab bis jetzt 45 Jahre Bau hinter mir . Das wirklich Schöne waren die Arbeiten mit Holz , die Richtfeste und der Zusammenhalt . Heute werden Richtfeste nur noch ganz selten zelebriert , entweder kann der Bauherr es sich nicht mehr leisten oder aber ....die Hälfte der am Bau tätigen Malocher verstehen den Richtspruch gar nicht mehr .
Heute bin ich mehrere Wochen im Jahr krankgeschrieben , Bandscheibe........trotz Kran !
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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon CasaGrande » 20.03.2017, 17:56

..Der Kapitalismus schafft sich so selber ab. Er hat nicht verstanden, dass man seinen Angestellten Geld bezahlen muss, damit diese Waren und Dienstleistungen nachfragen können...

Um sich selbst abschaffen zu können sollte der Kapitalismus zunächst erst mal wirkkräftig entstanden sein. Was einige hier wiederkehrend und zurecht kritisieren, ist das derzeitige System von Parteibuchwirtschaft, Interventionismus, Korporatismus, Merkantilismus oder irgendeinem anderen „ismus“.
Der Kapitalismus im ursprünglichen Sinne existiert doch gar nicht ... es wurde und wird permanent interveniert, gegängelt, bestreikt, gerettet.
Das Fehlen von freiem Geld und freien Märkten, eigenverantwortlichem Unternehmertum und selbständigen Konsumenten wird bemängelt. Aber die Wirtschaftsordnung, welche die Voraussetzungen dafür bieten könnte, wird verteufelt ... muss ich nicht verstehen, oder?

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Chinese
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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Chinese » 20.03.2017, 20:50

libelle hat geschrieben:
Chinese hat geschrieben:Am Bau ruiniert heute keiner mehr seine Gesundheit. Selbst bei der kleinsten Baustelle wird heutzutage ein Kran aufgestellt (ist auch gut so).


Sorry Chinese, aber ich teile deine Einschätzung nicht und hoffe nur, dass Du nicht die Entscheidungen triffst, ob ein Handwerker wegen Berufskrankheit umschulen oder gar in Rente gehen darf. :wink:

Nur weil man heute keinen Speis mehr mit dem Vogel schleppen muss, heißt das noch lange nicht, dass Rücken und Gelenke heute auf dem Bau nicht überfordert werden.
Ich wollte kein Fliesenleger oder Gerüstbauer sein und auch sonst ist die Arbeit auf dem Bau immer noch Knochenarbeit.
Man darf nicht vergessen, dass auf Grund der ganzen Hilfsmittel ja auch gleichzeitig die Schlagzahl erhöht wurde.
In welchen Tempo heute Häuser hochgezogen werden ist schon der Wahnsinn.
Das mit der Schlagzahl gilt übrigens auch für viele andere Berufe wie z.B den der Pflegeberufe.

In vielen Bereichen ist nichts mehr mit lustig, das Bierchen zwischendurch, wie es früher auf dem Bau und auch anderswo smilie_07 ja gang und gäbe war, gehört schon lange der Vergangenheit an.
Heute wird durchgezogen, schlechtes Wetter hin oder her.


Na ja die gleichen die hier meckern drücken dann den Kaufpreis. Dies kann man in der Gastronomie gut beobachten. Darf nichts kosten, der Unternehmer hat wirtschaftlichen Druck, und jeder darf schuften damit der Gast kommt und nicht um die Ecke günstiger hängenbleibt. Da wird der Tierschutz angeprangert, Gammelfleisch für ekelhaft empfunden, die Arbeitsbedingungen und das Ausbeuten der Angestellten angeprangert, aber der Döner darf nur 2,50 € kosten.

Für die schwere Arbeit am Bau (trotz Kran und Hilfsmittel) ist für die ganzen Bulgaren und Rumänen die momentan schuften (tendenziell nicht der Deutsche) schon der 3 D Drucker im Anmarsch dann hat die ganze menschenunwürdige Schufterei auch ein Ende.

Ich wundere mich ernsthaft über den ganzen Frust der hier über die eigene Arbeit herscht und das ganze Ausbeutertum dem man unterworfen ist. Quasi die ganze Arbeit samt Chef versaut den Tag.

Es soll aber noch Leute geben (ich gehöre dazu) die noch gerne in die Arbeit gehen und Abends Ihren Lebensunterhalt selbst verdient haben.

Ich glaube fest daran das jeder seines Glückes Schmied ist und letztendlich für sein Leben selbstverantwortlich ist. Der heilige Martin wird es nicht richten. Der sorgt dafür das derjenige der seinen Hintern morgen früh in die Arbeit schleppt im Zuge der sozialistischen Umverteilung noch weniger Netto von seinem Brutto bekommt. Und dieses dem arbeitendenden fehlende Netto wird dann schön brav an die Bedürftigen umverteilt. mich wundert das diese alte Leier nun schon seit Jahrzehnten wirkt.
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein

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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon san agustin » 20.03.2017, 21:24

Chinese hat geschrieben:.......


Ich glaube fest daran das jeder seines Glückes Schmied ist und letztendlich für sein Leben selbstverantwortlich ist. Der heilige Martin wird es nicht richten. Der sorgt dafür das derjenige der seinen Hintern morgen früh in die Arbeit schleppt im Zuge der sozialistischen Umverteilung noch weniger Netto von seinem Brutto bekommt. Und dieses dem arbeitendenden fehlende Netto wird dann schön brav an die Bedürftigen umverteilt. mich wundert das diese alte Leier nun schon seit Jahrzehnten wirkt.


da gebe ich dir ausnahmsweise einmal recht: jeder ist seines glückes schmied

trotz allem habe ich kein problem damit, einen kleinen teil meines eigen verdientes geld durch
- mit deinen worten ausgedrückt - umverteilung an bedürftige abzugeben

ein wenig demut und barmherzigkeit kann in unserer gesellschaft nicht schaden, an denen
abzugeben, die in ihrem leben nicht die möglichkeiten und glück hatten, die ich erfahren durfte
im richtigen moment am richtigen platz zu sein, hat nämlich nicht nur was mit leistung und instinkt zu
tun, sondern auch mit glück !
Ich will meiner Linie und meiner Ansicht eines menschlichen und respektvollen miteinander in diesem Land treu bleiben und jeglicher Art von Diskriminierung entgegenwirken, daher: der EM Handel mit folgenden Personen ist nicht erwünscht: die User, welche es betrifft, wissen es und damit ist es ausreichend....

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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Chinese » 20.03.2017, 21:41

Darf ja jeder halten wie er will. Wobei ich um die 50% an Steuer und Sozialabgaben (bei manchen wesentlich mehr) nicht als eine Kleinigkeit bezeichnen würde. Aber wäre da nicht die katholische Kirche Anlaufstelle erster Wahl für sinnlose Umverteilung?

Da gibt es viele sinnvollere Möglichkeiten sein Geld direkt an Bedürftige zu verteilen. Und man wird nicht entschieden, sondern entscheidet selbst. Wobei ich, das muss man realistisch sehen, eine andere Vorstellung von Bedürftigkeit der Leistungsempfänger habe, als unser geliebter Sozialstaat samt Apparat und Verwaltung.

Es wäre ja schon mal ein Anfang einen 1 € mehr für einen Döner auszugeben.
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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Sapnovela » 20.03.2017, 22:36

Chinese hat geschrieben:... als unser geliebter Sozialstaat samt Apparat und Verwaltung.


Genau da liegt das Problem im Sozialstaat, die ganzen Sozialverbände haben Einfluss und Lobby ohne Ende... unsere Sozialindustrie.
AWO, Caritas, Paritätische Wohlfahrtsverband, DRK, Diakonie und auch der noch immer über 2 Millionen Mitglieder starke Sozialverband VdK Deutschland e. V. (VdK = Verband der Kriegsbeschädigten)...

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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Bumerang » 21.03.2017, 09:47

Das Armen Bashing fängt wieder an. Ich frage mich, ob der Mensch sich seit den Hexenverbrennungen verändert hat. Von dem Lohn gehen gerade mal 3% (es waren mal 6%) in die ALV rein. Der Rest ist GKV/PV und RV. Nun ja, die Alten und Kranken sind ja auch nicht unbedingt schützenswert.

Der Sozialstaat ist inzwischen nur ein Gerücht, aber das scheint manchen hier kalt zu lassen.

Keiner fragt sich, was passieren würde, wenn die 3 Mio Arbeitslose keine Leistungen mehr erhielten. Ich lasse mal die echte Kriminalität weg. Sie würden als Tagelöhner mit Schilder "Suche Arbeit für Brot" am Straßenrand stehen. Ratet mal, wessen Arbeitsplätze dann gefährdet wären!

Wir folgen unserem Kapitalistischen Vorbild unbeirrt:
zelt.jpg


Was ist denn der Kapitalismus sonst, wenn nicht die Ansammlung des Kapitals in wenigen Händen? Man versucht nun krampfhaft den Begriff zu retten, bzw umzudeuten. Es sind nicht die Kapitalisten schuld, dass sie unanständig reich geworden sind, sondern die Armen die es nicht verhindert haben. smilie_40
Gruß

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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Frank the tank » 21.03.2017, 11:34

Realitätsferner kann man es nicht ausdrücken:

Chinese hat geschrieben:
Am Bau ruiniert heute keiner mehr seine Gesundheit. Selbst bei der kleinsten Baustelle wird heutzutage ein Kran aufgestellt (ist auch gut so).

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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon CasaGrande » 21.03.2017, 12:48

Bumerang hat geschrieben:...Was ist denn der Kapitalismus sonst, wenn nicht die Ansammlung des Kapitals in wenigen Händen? Man versucht nun krampfhaft den Begriff zu retten, bzw umzudeuten. Es sind nicht die Kapitalisten schuld, dass sie unanständig reich geworden sind, sondern die Armen die es nicht verhindert haben. smilie_40

Es waren doch die Gegner des Kapitalismus, die den Begriff als Kampfbegriff "erfunden" und negativ besetzt haben. Die Umdeutung hat also an anderer Stelle stattgefunden.
Anhänger von Freihandel und freier Marktwirtschaft verwenden den Begriff lediglich zu Zwecken der Veranschaulichung, da er mittlerweile (leider) weit verbreitet ist. Das dahinterstehende Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell bezeichnen die Befürworter selbst eher ungern als "Kapitalismus".

Wir alle kennen die Umfragen bzgl. der "Beliebtheit" von Wirtschaftsmodellen.
Tendenziell genießt der Sozialismus z.B. bei der Generation Y einen besseren Ruf als der Kapitalismus.
Ändert sich die Wortwahl in „staatlich gelenkte Wirtschaft“ und "freie Marktwirtschaft", ändern sich die Umfrageergebnisse deutlich. Es scheint, als ob bei der o.g. Generation Y der Vorhang fällt, sobald sie das Wort "Kapitalismus" hört.

Die Auswirkungen freier Märkte, freier Preisfindung und freiem Unternehmertum können wir nur erahnen. Was wir sehen und erfahren hat meist andere Ursachen und es wäre verfälschend und irreführend, wenn diese Verzerrungen dem "Kapitalismus" angelastet werden.

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Re: "Sinkflug Deutschland"

Beitragvon Bumerang » 21.03.2017, 13:59

CasaGrande hat geschrieben:Wir alle kennen die Umfragen bzgl. der "Beliebtheit" von Wirtschaftsmodellen.
Tendenziell genießt der Sozialismus z.B. bei der Generation Y einen besseren Ruf als der Kapitalismus.
Ändert sich die Wortwahl in „staatlich gelenkte Wirtschaft“ und "freie Marktwirtschaft", ändern sich die Umfrageergebnisse deutlich. Es scheint, als ob bei der o.g. Generation Y der Vorhang fällt, sobald sie das Wort "Kapitalismus" hört.

Die Auswirkungen freier Märkte, freier Preisfindung und freiem Unternehmertum können wir nur erahnen. Was wir sehen und erfahren hat meist andere Ursachen und es wäre verfälschend und irreführend, wenn diese Verzerrungen dem "Kapitalismus" angelastet werden.




Kapitalismus bezeichnet zum einen eine spezifische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, zum anderen eine Epoche der Wirtschaftsgeschichte. Die zentralen Merkmale sind in Anbetracht des historischen Wandels und der zahlreichen Kapitalismusdefinitionen sowie ideologischer Unterschiede umstritten. Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht.[1] Als weitere konstitutive Merkmale werden genannt: die Akkumulation, für manche das „Herzstück“, Hauptmerkmal und Leitprinzip des Kapitalismus,[2] und das „Streben nach Gewinn im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb“.[3]


https://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus

Dass eine Akkumulation stattgefunden hat, ist wohl unumstritten. Das Kapital befindet sich in Privater Hand, nicht beim Staat. Begonnen hat das sehr wohl, zumindest in den USA, mit einer (ziemlich) freien Marktwirtschaft, doch gelandet sind wir bei einer absolut ungleichen Vermögensverteilung.

Ist da nicht ein Fehler in der freien Marktwirtschaftlich eingebaut, genauso wie im Kommunismus? Beide haben das Ziel, den maximalen Wohlstand einer Gesellschaft zu erreichen. Beide haben es verfehlt.


Akkumulation bedeutet die Bildung von Oligopolen und Monopolen. Die freie Marktwirtschaft hat es nicht geschafft sie zu stoppen. Das musste der Staat machen, aber mit wenig Erfolg. Tatsächlich hat das Kapital die Politik gekauft. Man kann nun schlecht irgendeine Generation dafür verantwortlich machen. Sie sehen einfach die eklatanten Unterschiede. Die sollte man, ungeachtet jeder Begriffsdefinition wieder ausgleichen. Mir ist es absolut egal, wie man das nennt.

Normalerweise bin ich ein Schwarz-Weiß Typ. In der Wirtschaft muss man wohl die Mitte wählen.
Gruß

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