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Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

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lifesgood
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon lifesgood » 07.09.2017, 21:27

Meines Erachtens ist die Talsohle durchschritten, auch in €.

Am 31.12.2015 lag der Spotpreis noch bei 12,72, am 31.12.2016 bei 15,09 € das war ein Plus von über 18%.

Und auch am 31.12.2017 wird der Silberkurs in € höher stehen als das Jahr vorher.

Viele meinen immer, gleich nachdem sie etwas gekauft haben, muss es steigen. Dem ist nicht so.

Als ich 2003 den ersten größeren Posten Gold für 335,80 €/Oz gekauft hatte, ging es auch erstmal runter. Heute kostet es mehr als dreimal so viel.

Mit Silber habe ich 2006 angefangen, dann kam der Rücksetzer 2008. Ich habe aber nicht rumgejammert, sondern gekauft, was das Konto hergab. Sogar ein Auto verkauft um die Chance zu nutzen.

Die kg-Barren, die ich im April 2009 für 380 € das Stück gekauft hatte, habe ich im April 2011 für 969 € das Stück wieder abgestoßen, für die Cook Islands Münzbarren gab´s sogar 1.020 €.

Im Grund ist es ganz einfach. Wenn die Preise niedrig sind, soll man kaufen. Wenn die Preise hoch sind soll man zumindest Teile verkaufen.

Wenn einem die Nerven dazu fehlen sollte man die Finger davon lassen.

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Grandmaster
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Grandmaster » 07.09.2017, 22:35

Wenn du deine Silberunzen (oder Kilos, Tonnen, was weiß ich^^) für 5, 6, 7 oder 8€ gekauft hast, kann's dir relativ egal sein, ob Silber am 31.12...egal welchen Jahres...bei 15€/14€ oder 12,34567€ steht. Da wird's erst kritisch, wenn die Unze wirklich mit unter 10€ in die Knie gehen sollte und dann weiter fallend. Aber das glaube noch nicht mal ich. Wenn jemand aber 2017 für 16€, 17€ oder gar fatalerweise für 18€ gekauft haben sollte, dann sind 15,50€ am 31.12.17 als Endkurs einfach nur für die Tonne. Und selbst bei 16€ wäre das Sparbuch mit...Moment...0,05% oder waren's 0,025%?...theoretisch schon fast sinniger gewesen. smilie_07 Und wenn's dann am 31.12.18 bei 16€ oder, sagen wir großzügig 16,16€ steht (ja so ein paar Cent können schon was ausmachen, wenn man so 2-3 Tonnen im Keller oder im Garten vergraben hat), ist es auch nicht gerade ein Jubeltag...denn...je nach Menge der Unzen reicht's nämlich wohl noch nicht mal für eine Flasche Sekt, um das zu feiern. Eine Flasche Mineralwasser aus'm Aldi sollte aber immer noch drin sein. Insgesamt gleicht das noch nicht mal die Inflation aus...Stichwort Werterhalt smilie_11. Aber, es hat auch sein Gutes: Wenn der Dollar so richtig schön abkackt (sorry für die Wortwahl) können hier ganz viele sehr, sehr günstig in € "nachunzen"...yeaha! smilie_59

Montgomery
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Montgomery » 08.09.2017, 00:28

lifesgood hat geschrieben: Wenn einem die Nerven dazu fehlen, sollte man die Finger davon lassen.


smilie_01

Manchmal fehlen die Nerven auch nur, weil man nicht bereit ist, sich von Gewohnheiten zu lösen, die bisher tragfähig waren, es aber immer weniger sind und sein werden. Sie können den Blick verstellen. Manfred Gburek, den ich sehr zu schätzen gelernt habe, nennt dies den Glauben an nominale Werte. Es ist ein Aberglaube an die Konstanz von Zahlen (Guthaben, Zinsen), der sich mit Scheinsicherheiten zufriedengibt.

Als erschwerend - besonders für deutsche Sparer mit ihrer üblichen, auf vermeintliche Sicherheit fixierten Denkweise in nominalen Werten - erweist sich die Vorliebe für Zinsanlagen aller Art einschließlich Lebensversicherungen. Dabei gibt es Auswege. Nur gehört dazu, dass Sparer sich erstens so schnell wie möglich von der hier beschriebenen Denkweise verabschieden und dass sie zweitens bereit sind, zwischenzeitliche nominale Wertschwankungen zu akzeptieren. Diese finden bekanntlich überall dort statt, wo etwas gehandelt wird, seien es Anleihen oder Aktien, seien es Gold, Silber oder Rohstoffe. Allerdings fällt der Abschied besonders vielen deutschen Sparern allein schon mental sehr schwer.

http://www.goldseiten.de/artikel/345166 ... rheit.html

Die Wahrheit des letzten Satzes kann man zuweilen auch hier im Forum beobachten :roll:
Zuletzt geändert von Montgomery am 08.09.2017, 04:23, insgesamt 1-mal geändert.

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lifesgood
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon lifesgood » 08.09.2017, 01:08

@Grandmaster: Für eine Edelmetallanlage braucht man Nerven und man sollte nur Geld anlegen, das man notfalls auch über einen längeren Zeitraum nicht braucht. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben ist in der Tat das Sparbuch die sinnvollere Anlage.

Ich habe auch im März dieses Jahres im Mittel für 19,03 € einen größeren Posten Silber gekauft. Das juckt mich nur insofern, als ich jetzt mehr Silber fürs Geld bekäme, aber grundsätzlich sehe ich jeden Preis unter 20 € pro Unze als Preis an, der es einem ermöglicht in den nächsten 5 bis maximal 10 Jahren mit schönem Gewinn zu verkaufen. Ich bin jetzt seit 2006, also gut 11 Jahre in Silber investiert und habe in dieser Zeit Spotpreise von 7 € bis über 30 € gesehen. Wieso sollte das in den nächsten 10 Jahren anders sein. Wir leben im Zocker-Zeitalter und jedes Asset wird von den Zockern mal nach unten geprügelt und mal nach oben gepusht, um an der Bewegung zu verdienen. Und der momentane Kurse ist eben deutlich näher an der unteren Grenze, als an der oberen ;)

Jeder Mensch ist für sein Handeln selbst verantwortlich und wenn es anders kommt als erhofft, sind weder andere Schuld noch die Anlageform, in die man investiert hat. Man hat selbst einen Fehler gemacht. Aber es bringt auch nichts, sich über vergossenen Wein aufzuregen.

Grundsätzlich wird es in der Regel nie gelingen zum billigsten Kurs zu kaufen und zum teuersten Kurs zu verkaufen. Entscheidend ist, was unten rauskommt.

Anderes Beispiel: Im Januar 2008 hatte ich Palladium für 310 € die Unze gekauft. Danach fiel es massiv - Spotpreis unter 200 €. Ich habs ausgesessen. Anfang 2015 lag der Spotpreis dann über 700 €. Ich hab mich gefreut, aber nichts gemacht. In der Folge fiel der Spotpreis wieder bis auf unter 450 € zurück.

Damals habe ich mir vorgenommen, wenn ich das nächste mal über 700 € pro Unze verkaufen kann, hau ich das Zeug weg. So habe ich im November 2016 mit knapp 130% steuerfreiem Gewinn verkauft. Heute würde ich 60 - 70 € mehr pro Unze bekommen. Soll ich mich drüber aufregen? Für mich hat es sich unterm Strich gelohnt und das zählt. Aber es hat Nerven gekostet und hätte ich das Geld in diesen über 8 Jahren anderweitig benötigt, hätte ich ein Problem gehabt.

Wenn man sich über etwas aufregen oder ärgern will, findet sich immer ein Grund, aber das mindert Deine Lebensqualität nachhaltig.

Zudem sollte man immer diversifizieren und nicht alles auf ein Pferd setzen.

Mein (goldlastiges) physisches Edelmetalldepot hat letztes Jahr gut 13% Buchgewinn generiert und liegt aktuell für 2017 mit rund 1% im Plus. Bevor es im Frühjahr runterging waren es auch schon 11%. Aber ich bin zuversichtlich, auch 2017 mit einem Plus von mindestens 5% abzuschließen.

Und den Sekt zu Silvester (den ich nicht mag) kaufe ich mir vollkommen unabhängig vom Edelmetallkurs smilie_57 und selbst wenn mein physisches Depot statt den erhofften 5% Plus dann 5 % Minus gemacht haben sollte, wird das meine Laune an Silvester nicht beeinflussen ;) .

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peter98
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon peter98 » 08.09.2017, 04:59

lifesgood hat geschrieben:@Grandmaster: Für eine Edelmetallanlage braucht man Nerven und man sollte nur Geld anlegen, das man notfalls auch über einen längeren Zeitraum nicht braucht. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben ist in der Tat das Sparbuch die sinnvollere Anlage.



Wenn man sich über etwas aufregen oder ärgern will, findet sich immer ein Grund, aber das mindert Deine Lebensqualität nachhaltig.


Schade, dass es hier keinen Like-Button gibt. Die Beiträge von Lifesgood würden es auf alle Fälle verdienen.

Ich habe in den vergangenen 20 Jahren viele Investitionen in Aktien vorgenommen. Dabei natürlich auch einige Fehlgriffe und manchmal auch Glück beim Ein- und Ausstieg gehabt.
Ich hatte aber immer ruhig schlafen können, da ich immer nur Geld eingesetzt habe, was ich nicht unbedingt brauchte.
Im Gegenteil, ich habe das an der Börse investierte Geld erst einmal abgeschrieben und für nichts weiteres eingeplant. Man sollte sich deshalb immer ein gewisses Polster für unvorhergesehene Dinge zurücklegen, um nicht gezwungen zu sein, zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen.

In Edelmetalle bin ich noch nicht so lange investiert (seit 2015), da es für mich bisher ohne Zins- und Dividendenerträge unattraktiv erschien.
Seit die Zinsen im Keller sind, dafür die Schulden in den USA und EU umso höher liegen und auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien immer höhere Bewertungen generieren, habe ich in diesem Sommer alle meine US-Werte verkauft. Auch sonst habe ich in meinem Depot den Aktienanteil heruntergefahren (allerdings ein paar kanadische Minenwerte hinzugefügt) und in physisches Edelmetall investiert.

Für mich ist es eine Art Versicherung und ich schaue nicht ständig nach dem Kurs.
Ich bin auch gar nicht scharf drauf, dass Ereignisse auf der Welt den Kurs der Edelmetalle in die Höhe treiben, denn dies würde wohl auch unangenehme Begleiterscheinungen implizieren, die die Lebensqualität wohl nicht gerade positiv beeinflussen würde.

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Calakmul
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Calakmul » 08.09.2017, 14:57

Hallo zusammen

Meiner Meinung nach befinden sich einige Silberbesitzer in einem Echoraum (lesen Artikel oder unterhalten sich mit Leuten die die selbe Meinungen besitzen und daher vergessen etwas nach links und rechts über den Tellerrand zu schauen --> somit den "Makroblick" verlieren) und hypen sich gegenseitig hoch. Experten gibt es ja wie Sand am Meer. Wenn man dann halt zwanzig Artikel liest, dass der Silberpreis "kurz" vor dem Ausbruch steht und dann trifft das Gegenteil ein, ist man halt enttäuscht.

Da ich ein Neuling im EM-Bereich bin (erst seit Januar 2017), habe ich mich mit vielen Artikeln etc. befasst und hatte das Gefühl, dass man hier nur eine Stossrichtung mit dem Silber sieht --> steil aufwärts. Was mich aber dennoch stutzig machte war die Tatsache, dass die Reichweite von den Silberressourcen immerhin noch 20-30Jahre (wenn natürlich der Preis steigt erhöhen sich die Ressourcen, da dann auch andere Silberabbaugebiete wieder rentabel werden) sein soll und die Verfügbarkeit/Lieferungen (wie schon in einem anderen Faden diskutiert) von physischem Silber ohne Aufpreise jederzeit gewährleistet ist. Darum habe ich mich früh entschieden, dass ich -trotz AG-AU Ratio- mein Geld in mehrere Gebiete/Metalle aufteile/investiere. Einige meinen Aufgrund dieses Ag-Au-Verhältnisses solle man nur noch in Silber investieren... wer das mag soll es auch. Ich habe mich dagegen entschieden und lebe mit dieser Entscheidung ganz gut.

Ich denke mal, dass unsere Silberbarren/Münzen erst in einigen Jahren -wenn dann die Verfügbarkeit/Lieferungen klemmen- richtig an Wert gewinnen. Bis dahin kaufe ich ab und zu etwas nach und schaue nicht ständig auf den Preis. Wenn es dann richtig abgeht, dann wird man das schon in den Medien mitbekommen (wie bei Bitcoin).

Kurz und bündig: Da ich kein Gambler bin, steht für mich das Edelmetall als Versicherung.

Grüsse
Calakmul
:wink: wer Schreibfehler findet, darf sie behalten :wink:

Em-Bug
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Em-Bug » 08.09.2017, 17:28

Ja Calakmul, dem kann man größtenteils zustimmen. Und es gibt gerade bei Silber eine tolle Lösung: Angsthasensilber!

Zu Bitcoins möchte ich noch so sagen: wenn etwas dann in der Zeitung steht, weil es gut läuft, ist es bereits zu spät. denn zum Einstieg wird nicht geklingelt und der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf. 8)

Ob Silber noch unterberwertet ist? Wer kann das schon wissen? Gegen Kursverfall hilft zumindest das Angsthasensilber ganz super.
Don't worry keep stackin'

trophy
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon trophy » 08.09.2017, 18:18

Habe mich lange nicht mehr so richtig um mein Lieblingsmetall gekümmert. Bin schon ca. 15 Jahre bei dem Thema aktiv und das Jahr 2011 war natürlich bezaubernd bis zum bekannten Absturz. Neben einer Sondertilgung für das Haus kürzlich noch ein wenig bares über gehabt und eine Position Eagles gekauft... Silber wird weiterhin übergewichtet. Mal sehen was uns in nächster Zeit erwartet. Auf die Kurse werde ich weiterhin eher spärlich schauen, alles Schall und Rauch. Das Gewicht zählt smilie_01 und die einzelnen Unzen für den absoluten Ernstfall zu haben, beruhigt schlicht und einfach mehr als eine Position in Novartis & Co. Für die Zukunft sehe ich das Thema Wasseraufbereitung sehr positiv für Ag. Das Gold/Silber Ratio aktuell sieht ja im Grunde auch recht positiv aus. Jetzt noch morgen Kostolanys Schlaftabletten in der Apotheke kaufen und alles ist gut smilie_24

JSBroker
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon JSBroker » 08.09.2017, 19:26

Ja, das Gold-Silber Ratio wird immer wieder gern zitiert.
Dass das Ration derzeit sehr hoch ist, ist bekannt und das wird von allem immer wieder interpretiert als "Silber muss unterbewertet sein".
Klar, das ist eine Erklärung fürs Ratio. Aber ganz nüchtern könnte das mathematisch auch bedeuten das Gold deutlich überbewertet ist. Sagt nur irgendwie keiner... smilie_08

Drüber nachzudenken lohnt in jedem Fall

libelle
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon libelle » 08.09.2017, 20:43

Eine andere mathematische Betrachtungsweise ist folgende:

Wenn man davon ausgeht, dass beides unterbewertet ist, macht eine Investition so oder so Sinn. :wink:
Derzeit ziehe ich für mich Silber vor.

Ric III
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Ric III » 08.09.2017, 23:26

trophy hat geschrieben: Auf die Kurse werde ich weiterhin eher spärlich schauen, alles Schall und Rauch. Das Gewicht zählt smilie_01
smilie_01

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Montgomery » 09.09.2017, 01:14

libelle hat geschrieben:Wenn man davon ausgeht, dass beides unterbewertet ist, macht eine Investition so oder so Sinn. :wink:


smilie_01 Darum gibt es ja nicht nur das Gold-Silber-ratio, sd. auch Gold-DAX etc.-ratios. Unterbewertung zu erkennen braucht einen Maßstab - und das Währungsnominal heranzuziehen ist verständlich, weil üblich, aber kurzsichtig, weil manipuliert.

Es gibt den schönen Vergleich von Bill Bonner, dass Geld (in seiner Funktion als Rechenmaßstab) wie ein Metermaß bzw. eine Uhr benutzt wird (um etwas zu messen), ohne zu registrieren, dass die Uhr kaputt, das Metermaß verkürzt oder verlängert ist.

Wir berechnen unsere alltäglichen Ausgaben in der staatlich gültigen Währung (FIAT). Womit aber berechnen wir den Wert von realen Dingen (wie Gold und Silber)? FIAT kann es nicht sein, weil der Maßstab kaputt ist.

Darum gilt für Gold- und Silberbugs:
trophy hat geschrieben:Das Gewicht zählt

Geld wird gewogen, nicht gezählt smilie_09 Dann klappt's auch mit den Nerven bei Kursschwankungen smilie_06

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lifesgood
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon lifesgood » 09.09.2017, 07:27

Danke für den Hinweis Montgomery. smilie_01

Blickt man 5 Jahre zurück, dann stand der DAX bei rund 7.400 Punkten und Gold bei 1.350 €, also eine Gold/Dax-Ratio von rund 5,5, aktuell liegt sie ziemlich genau bei 11.

Ähnliches, aber nicht so heftig, wenn man Gold mit Immobilien vergleicht.

Da sich ja die Gold-Silberratio meist bei steigenden Kursen verkleinert (Silber steigt stärker als Gold) spricht einiges dafür, dass die Metalle eher unter- als überbewertet sind.

Für mich ist das Bild stimmig, einzig das Zeitfenster ist offen.

lifesgood

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Silbermann 1984 » 11.09.2017, 18:02

lifesgood hat geschrieben:
Mit Silber habe ich 2006 angefangen, dann kam der Rücksetzer 2008. Ich habe aber nicht rumgejammert, sondern gekauft, was das Konto hergab. Sogar ein Auto verkauft um die Chance zu nutzen.


lifesgood


lifesgood hat geschrieben:@Grandmaster: Für eine Edelmetallanlage braucht man Nerven und man sollte nur Geld anlegen, das man notfalls auch über einen längeren Zeitraum nicht braucht. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben ist in der Tat das Sparbuch die sinnvollere Anlage.

Ich habe auch im März dieses Jahres im Mittel für 19,03 € einen größeren Posten Silber gekauft. Das juckt mich nur insofern, als ich jetzt mehr Silber fürs Geld bekäme, aber grundsätzlich sehe ich jeden Preis unter 20 € pro Unze als Preis an, der es einem ermöglicht in den nächsten 5 bis maximal 10 Jahren mit schönem Gewinn zu verkaufen. Ich bin jetzt seit 2006, also gut 11 Jahre in Silber investiert und habe in dieser Zeit Spotpreise von 7 € bis über 30 € gesehen. Wieso sollte das in den nächsten 10 Jahren anders sein. Wir leben im Zocker-Zeitalter und jedes Asset wird von den Zockern mal nach unten geprügelt und mal nach oben gepusht, um an der Bewegung zu verdienen. Und der momentane Kurse ist eben deutlich näher an der unteren Grenze, als an der oberen ;)

Jeder Mensch ist für sein Handeln selbst verantwortlich und wenn es anders kommt als erhofft, sind weder andere Schuld noch die Anlageform, in die man investiert hat. Man hat selbst einen Fehler gemacht. Aber es bringt auch nichts, sich über vergossenen Wein aufzuregen.

Grundsätzlich wird es in der Regel nie gelingen zum billigsten Kurs zu kaufen und zum teuersten Kurs zu verkaufen. Entscheidend ist, was unten rauskommt.

Anderes Beispiel: Im Januar 2008 hatte ich Palladium für 310 € die Unze gekauft. Danach fiel es massiv - Spotpreis unter 200 €. Ich habs ausgesessen. Anfang 2015 lag der Spotpreis dann über 700 €. Ich hab mich gefreut, aber nichts gemacht. In der Folge fiel der Spotpreis wieder bis auf unter 450 € zurück.

Damals habe ich mir vorgenommen, wenn ich das nächste mal über 700 € pro Unze verkaufen kann, hau ich das Zeug weg. So habe ich im November 2016 mit knapp 130% steuerfreiem Gewinn verkauft. Heute würde ich 60 - 70 € mehr pro Unze bekommen. Soll ich mich drüber aufregen? Für mich hat es sich unterm Strich gelohnt und das zählt. Aber es hat Nerven gekostet und hätte ich das Geld in diesen über 8 Jahren anderweitig benötigt, hätte ich ein Problem gehabt.

Wenn man sich über etwas aufregen oder ärgern will, findet sich immer ein Grund, aber das mindert Deine Lebensqualität nachhaltig.

Zudem sollte man immer diversifizieren und nicht alles auf ein Pferd setzen.

Mein (goldlastiges) physisches Edelmetalldepot hat letztes Jahr gut 13% Buchgewinn generiert und liegt aktuell für 2017 mit rund 1% im Plus. Bevor es im Frühjahr runterging waren es auch schon 11%. Aber ich bin zuversichtlich, auch 2017 mit einem Plus von mindestens 5% abzuschließen.

Und den Sekt zu Silvester (den ich nicht mag) kaufe ich mir vollkommen unabhängig vom Edelmetallkurs smilie_57 und selbst wenn mein physisches Depot statt den erhofften 5% Plus dann 5 % Minus gemacht haben sollte, wird das meine Laune an Silvester nicht beeinflussen ;) .

lifesgood


Da fällt mir immer ein Spruch ein ,wie er genau heißt weis ich nicht mehr,nur irgendwie wo Geld ist kommt noch mehr hinzu smilie_11 .

Komischerweise ist es oft der Fall das wenn schon Geld da ist wird es oftmals immer mehr,diese Menschen müssen wohl etwas anders machen als andere wobei ich damit jetzt nicht meine das diese Menschen das Geld für Mist aus dem Fenster werfen und andere es nicht tun .

lifesgood Erfolgsgeschichte kann man ja nicht auf jeden Übertragen ,denn wer ein Auto hat und dies für Em-Käufe verkauft der ist auf das eine Auto nicht angewießen und hat noch andere zur auswahl,bei anderen Menschen ist dies eher nicht der Fall smilie_11 .

Eigentlich braucht man keine Nerven lifesgood,sondern nur Asche wie Heu wo es nicht drauf an kommt ob man sie evtl. in den Wind schiesst :wink: .

Ich denke du wirst nicht nur 1 kg kaufen sondern eher mehrere auf einmal smilie_11 ,und ob man nun ein Auto mehr oder weniger hat darauf kommt es auch nicht an ,es gibt ja noch genug zur auswahl .

Ich glaube das ist der Unterschied zwischen der einen Sorte Mensch und der anderen .

Wenn Imobilien ,Länderreien......zusätzlich noch im Hintergrund sind lässt es einen ziemlich Kalt ob von dem Haufen evtl. ein Bruchteil weg fällt.

Hier gibt es auch einige die schon mal alles verkaufen mussten weil eben irgendwas passiert ist und sie eben mehr Geld brauchten als da war und das dann für den Preis der grade bezahlt wurde,irgendwann fängt man dann wieder bei 0 an in der Hoffnung das man dieses mal vielleicht mehr Glück hat nicht wieder alles weg ist.

Auch Sätze wie man sollte streuen,streuen kann nur derjenige der genug hat.Bei ein paar 1000€ was will man da Streuen?

1000€ Aktien,1000€ Gold,1000€ Silber,1000€ Platin...und wenn die Kurse in den Keller gehen hat man von den paar Kröten doch ettliche verloren.

Auch mit dem Verkaufen trifft wieder nur auf Menschen zu die genug haben,derjenige der da kleine Summen angelegt hat ,was will der bei einem Hoch dann verkaufen?

30 oz. Silber, ne 1/4 oz. Gold smilie_20 in der Hoffnung das er in einem Jahr vielleicht wieder billig dran kommt smilie_08

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Finerus
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Finerus » 11.09.2017, 19:15

Für viele Menschen stellen Edelmetalle als Anlage die absolute Randerscheinung dar. Lieber wird eine zweite oder dritte Lebensversicherung abgeschlossen oder dem netten Bankberater mit dem Abschluss eines Fondssparplans das Provisionskonto gefüllt. Insofern trifft der Rat, mit EM ein wenig zu diversifizieren und das Risiko zu streuen, aus meiner Sicht selten ins Leere. Vor allem bei der Generation Erben...

Unbestritten ist: Wer nicht viel Geld anlegen kann, muss sich in der Vielfalt der Anlage einschränken. Da nützt der Rat zu diversifizieren wenig. Aber das gilt doch für alle quantifizierbaren Güter. Null läßt sich nicht teilen, ebenso wenig ein unteilbares Einzelstück. Bewegung kommt hier erst mit einer größeren Menge ins Spiel.
Ohne Moos eben nix los.
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