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Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

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Finerus
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Finerus » 22.08.2016, 21:26

An die 20% p.a. könnte ich mich aber auch glatt gewöhnen. :mrgreen:

Nach 10 Jahren der 6,2-fache Preis (1,2^10) und für eine Verdoppelung nur 3,8 Jahre (log1,2 2).
Dazu im Vergleich ein aktueller Guthabenzins auf dem Festgeldkonto von 0,1%: nach 10 Jahren kommt man auf das atemberaubende 1,1-fache (10% Plus) und muss sich lediglich ein knappes Menschenleben lang, nämlich 69,7 Jahre gedulden, bis das Guthaben aufs Doppelte angestiegen ist. Ob mit oder ohne Taschenrechner, das sind einfach nur noch perverse Zeiten.

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon nordmann_de » 22.08.2016, 22:14

Finerus hat geschrieben:...
Dazu im Vergleich ein aktueller Guthabenzins auf dem Festgeldkonto von 0,1%: nach 10 Jahren kommt man auf das atemberaubende 1,1-fache (10% Plus) und muss sich lediglich ein knappes Menschenleben lang, nämlich 69,7 Jahre gedulden, bis das Guthaben aufs Doppelte angestiegen ist. Ob mit oder ohne Taschenrechner, das sind einfach nur noch perverse Zeiten.


Und wenn du nicht aufpasst und der Freibetrag überschritten wurde oder gar kein Freistellungsantrag eingereicht wurde, wird das erst mal versteuert und man kann sich dann wegen der Kröten noch mit FA bemühen. smilie_04

P.S. Gibt aber noch derzeit etwas mehr als nur 0,1% auf 10 Jahre, auch wenn ich den Sarkasmus deiner Aussage schon verstanden habe. :wink:
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Finerus » 22.08.2016, 22:30

Hast recht, geringfügig mehr gibt's noch. smilie_01

Beim Tagesgeld ist der Magerzinssatz aber schon Realität, wenn überhaupt noch ein positiver Zins verrechnet wird. Wer weiß, eines Tages, in einem bargeldfreien Umfeld, da wird 10- und mehrjähriges Festgeld vielleicht als einzige Geldanlage mit Zinssatz ganz knapp über Null glänzen. Als nostalgische Reminiszenz.

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon nordmann_de » 22.08.2016, 22:38

Finerus hat geschrieben:Hast recht, geringfügig mehr gibt's noch. smilie_01

Beim Tagesgeld ist der Magerzinssatz aber schon Realität, wenn überhaupt noch ein positiver Zins verrechnet wird. Wer weiß, eines Tages, in einem bargeldfreien Umfeld, da wird 10- und mehrjähriges Festgeld vielleicht als einzige Geldanlage mit Zinssatz ganz knapp über Null glänzen. Als nostalgische Reminiszenz.


Wenn du dich nicht ewig bindest und mit dem Tagesgeld/Flexgeld Kontohopping betreibst, gehen da derzeit auch noch für einige Monate 1-1,15% je nach Risikoneigung. Eventuell auch noch eine Kontoeröffnungsprämie einstreichen. :wink:
Aber langfristig, da muss ich gestehen, sieht es vermutlich eher düster beim Zinssatz aus.
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Pauzzz
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Pauzzz » 23.08.2016, 11:17

ich würde mich sogar mit 0% zinsen zufrieden geben, wenn es für alle einlagen, darlehen und kredite gilt und das inflationsziel bei 0 liegt.

nicht niedriege zinsen sind pervers, zinsen überhaupt sind pervers!!!
Beste Grüße

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon bernstedter » 23.08.2016, 11:40

1,1% bei VW Bank bis Dezember. Dazu 40€ cashback bei qipu (jetzt shoop)

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Bumerang » 23.08.2016, 13:01

Pauzzz hat geschrieben:ich würde mich sogar mit 0% zinsen zufrieden geben, wenn es für alle einlagen, darlehen und kredite gilt und das inflationsziel bei 0 liegt.


Das ist ein Widerspruch. Bei 0% Zinsen wird nicht mehr gespart sondern Kredite aufgenommen und konsumiert. Deshalb steigen die Preise und wir haben Inflation.

Insbesondere der Staat kann sich verschulden ohne unmittelbare Auswirkungen auf den Haushalt zu haben (Zinslast). Wenn er zurückzahlen soll, nimmt er noch mehr auf, bzw hat durch die gestiegen Preise höhere Steuereinnahmen. So muss zwar der Michel keine Zinsen zahlen aber höhere Preise. Sieht man gerade bei den Mieten, Häusern, Gesundheitskosten. Also überall dort wo Monopole bzw Oligopole herrschen bzw. die Güter und Dienstleistungen knapp sind.


Zinsen überhaupt sind pervers!!!


Das ist ein großer Irrtum.

Die 0-Zins Politik schadet dem Sparer und dem Arbeitnehmer. Sie ist überhaupt nur in einem korrupten Geldsystem möglich.

Denn NIEMAND verleiht sein Geld für lau.

Also wird das zinslose Geld frisch gedruckt (die Nachfrage bei 0% Kosten ist quasi unbegrenzt) aber nicht nach dem Gießkannenprinzip sondern präferentiell verteilt.

Wer zuerst oder überhaupt das Geld bekommt, kann kaufen. Die anderen nicht.

Alle können von den 0% Zinsen nicht profitieren! Oder so wie die Amis sagen:

"There ain’t no such thing as a free lunch"


Die Logik in "Deinem" Satz ist auch falsch.

Denn der Zins ist der Preis des Geldes. Man muss kein Kredit aufnehmen. Man muss auch kein Cola trinken. Ich finde Preise pervers. Würde viel lieber alles umsonst bekommen.
Gruß

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Und ich lächelte, war froh und es kam schlimmer!

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon zwergensilber » 23.08.2016, 15:45

Zinsen sind wirtschaftlich plausibel und vertretbar. "Geld heute" ist wertvoller als "Geld morgen". Der Preis dafür ist der Zins. Kein Zins würde dazu führen, dass niemand Geld verleiht, wozu auch?

Ich bin ohnehin dafür, dass die Zentralbanken den Zinssatz wieder anheben sollen. Die Menge an Kreditnachfrage ist gar nicht so zinsabhängig. Kredite werden aufgenommen, wenn die Erfolgsaussichten eines Investments passen und nicht, weil der Zinssatz gerade einen Punkt niedriger liegt. Bestimmt kann man mit drastischen(!) Erhöhungen die Nachfrage drosseln. Aber man kann nicht mit dauerhaften Senkungen einen ewigen Investitionsimpuls erzeugen. Alte Weisheit der monetären Politik: An einem Strick kann man ziehen, aber nicht drücken.

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon lifesgood » 23.08.2016, 17:00

zwergensilber hat geschrieben:Ich bin ohnehin dafür, dass die Zentralbanken den Zinssatz wieder anheben sollen.


Das hätte wohl einen drastischen Nachfragerückgang und womöglich eine Deflation zur Folge.

Nach der klassischen Lehre, senkt man die Zinsen wenn man die Wirtschaft ankurbeln möchte und die Inflation. Das klappt nur diesmal nicht, weil zu wenig Geld bei den Verbrauchern ankommt.

Will man die Inflation senken, erhöht man nach der klassischen Lehre die Zinsen.

Würde man nun in der momentanen Situation die Zinsen erhöhen, würden diejenigen, die Geld haben mehr sparen und diejenigen, die ihren Konsum auf Kredit finanzieren (Autokredite usw.) ebenso weniger ausgeben. Dies könnte durchaus deflationäre Tendenzen und negative Auswirkungen für den Arbeitsmarkt zur Folge haben. Und das will die Politik absolut nicht haben.

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Gairsoppa » 23.08.2016, 17:07

Pauzzz hat geschrieben:....
nicht niedriege zinsen sind pervers, zinsen überhaupt sind pervers!!!


smilie_01 Da stimme ich Dir voll und ganz zu ! Aber noch perverser ist der Zinseszins.
Das Geld ist der Punkt, den Archimedes suchte, um die Welt zu bewegen (Johann Nestroy)
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Kookaburra Fan » 23.08.2016, 17:56

Gairsoppa hat geschrieben:
Pauzzz hat geschrieben:....
nicht niedriege zinsen sind pervers, zinsen überhaupt sind pervers!!!


smilie_01 Da stimme ich Dir voll und ganz zu ! Aber noch perverser ist der Zinseszins.


Mist, dann bin ich pervers. Ich steh drauf

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon Gairsoppa » 23.08.2016, 21:19

Kookaburra Fan hat geschrieben:
Gairsoppa hat geschrieben:
Pauzzz hat geschrieben:....
nicht niedriege zinsen sind pervers, zinsen überhaupt sind pervers!!!


smilie_01 Da stimme ich Dir voll und ganz zu ! Aber noch perverser ist der Zinseszins.


Mist, dann bin ich pervers. Ich steh drauf


Pervers ist das hier smilie_02
https://www.youtube.com/watch?v=Ls3KCV_8AJw

aber im ernst: Die Erde ist endlich
https://www.amazon.de/Grenzen-Wachstums ... +wachstums

https://www.amazon.de/2052-neue-Bericht ... F9GCJYEPMM
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon nordmann_de » 23.08.2016, 21:48

Bumerang hat geschrieben:...
Das ist ein Widerspruch. Bei 0% Zinsen wird nicht mehr gespart sondern Kredite aufgenommen und konsumiert. Deshalb steigen die Preise und wir haben Inflation.
...

Zu den Krediten:
Warum sollte ich einen Kredit aufnehmen, wenn ich ihn nicht brauche und nichts kaufen will?
Ich privat würde ja noch einen Kredit zu 0 Prozent aufnehmen, wenn ich statt dessen das Geld investieren könnnte. Da werden die sicheren Anlagenmöglichkeiten aber immer dünner und schmaler.
Das ist ja auch das Dilemma der Notenbanken, dass keiner die billigen Kredite will (speziell auf den Investitions- Sektor bezugen). Die Inflationsrate (offizielle) steigt ja nicht, wie gewünscht.
Somit wirkt das Mittel des billigen Geldes nicht wie gewünscht und weicht statt dessen in unvorhergesehene Bahnen aus.
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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon gullaldr » 24.08.2016, 03:34

lifesgood hat geschrieben:
Nach der klassischen Lehre, senkt man die Zinsen wenn man die Wirtschaft ankurbeln möchte und die Inflation. Das klappt nur diesmal nicht, weil zu wenig Geld bei den Verbrauchern ankommt.

Will man die Inflation senken, erhöht man nach der klassischen Lehre die Zinsen.

Würde man nun in der momentanen Situation die Zinsen erhöhen, würden diejenigen, die Geld haben mehr sparen und diejenigen, die ihren Konsum auf Kredit finanzieren (Autokredite usw.) ebenso weniger ausgeben. Dies könnte durchaus deflationäre Tendenzen und negative Auswirkungen für den Arbeitsmarkt zur Folge haben. Und das will die Politik absolut nicht haben.

lifesgood


Also, nach die klassische Lehre ist mir schon geläufig. Ich muss aber gestehen, dass ich sie psychologisch immer noch nicht vollständig verstanden habe. Deshalb bitte ich zu entschuldigen, wenn ich jetzt eine blöde Ökonomie-Greenhorn-Frage stelle.

Also, bei den Leuten, die kein Geld haben, bleibt durch Inflation doch auch nicht unbedingt mehr Geld für den Konsum. Schließlich wird das Geld doch immer weniger wert bzw. die Preise steigen. Also können Geringverdiener weniger konsumieren.
Die Leute, die Geld haben, legen es aus Angst vor der Inflation an. Das heißt, sie parken es in Sachwerten, z.B. Immobilien. Auch hier wird also, sieht man vom Erwerb der Sachwerte ab, nicht unbedingt mehr konsumiert (an Gebrauchsgütern, Lebensmitteln usw.).

Nun im Falle der Deflation. Es wird da gesagt, das nun die Leute, die kein Geld haben, eher in Bedrängnis kommen, weil ihre Kreditzinsen steigen. Und, nach der klassischen Lehre, konsumieren die Leute, die Geld haben, auch nicht, weil sie stets noch abwarten, ob die Schnäppchen noch günstiger werden.

Nun frage ich mich aber, wann wird eigentlich mal konsumiert? Nur bei Panikkäufen im Falle einer Hyperinflation? Also, wenn die Leute, wie in den 1920ern Wäschekörbe von Geld nach hause bringen und damit sofort zum Bäcker oder Warenhaus rennen, weil sie gar keine Zeit mehr für die Flucht in Sachwerte haben?

Also sorry, wenn das dumme Fragen sind. Aber ich habe es eben immer noch nicht vollständig begriffen.

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Re: Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 7

Beitragvon lifesgood » 24.08.2016, 04:26

... stell Dir einfach vor, wir haben Deflation und höhere Zinsen.

Dann lohnt sich sparen wieder. Z.B. für ein Auto. Wenn Du davon ausgehen kannst, dass Dein Wunschauto in zwei, drei Jahren günstiger ist und beim Ansparen Deine Sparsumme durch Zinsen wächst, bist Du eher geneigt, den Kauf zu verschieben und ein paar Jahre zu sparen.

Ist es umgekehrt, dass Du durch Inflation davon ausgehen kannst, dass Dein Auto in zwei, drei Jahren deutlich teurer ist und der Zinseffekt beim Sparen fällt weg, bist Du eher geneigt, einen niedrig verzinsten Kredit in Anspruch zu nehmen und das Auto gleich zu kaufen.

Deflation hat das Problem, dass jeder auf noch niedrigere Preise wartet und Käufe hinausschiebt. Das hat zur Folge, dass die Wirtschaft Probleme bekommt und Leute arbeitslos werden. Diese können dann noch weniger kaufen und so setzt sich eine Spirale in Gang.

lifesgood
Paßt auf Euch auf und bleibt gesund!!!


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