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Silberkurs - Ausbruch oder Rückfall, Teil 4

Allgemeine Themen wie Kurse, Wirtschaft und Politik, Lagerung, (Steuer-)Rechtliches, Finanzen, Immobilien etc.

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lifesgood
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Beitragvon lifesgood » 29.04.2013, 08:38

Na Leute, Ihr habt Euch ja nichts geschenkt übers Wochenede smilie_10

@heikor: Vermutlich wäre es besser, sich als Neuling erst mal ein wenig einzulesen, dann versteht man auch die Sache mit den Andorras. Das Einlesen durch Rumstänkern ersetzen zu wollen, verschafft nicht unbedingt einen guten Einstand.

Da es ja hier nicht darauf ankommt, wer wieviel Edelmetall besitzt, spricht man eben von seinen Andorras, als Synonym für den eigenen Edelmetallbesitz. Nicht mehr und nicht weniger. Da ist nichts Mystisches und auch nichts Geheimnisvolles dabei und mir irgendwelchen Filmen hat es schon gar nichts zu tun ...

Aber auch diese spezielle "Andorra-Frage" wurde schon mehrmals beantwortet und diese Antworten wären mit ein wenig Suchen statt Motzen auch schnell gefunden worden smilie_01

lifesgood

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gullaldr
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Beitragvon gullaldr » 29.04.2013, 08:41

McSilver hat geschrieben:(1) Man kann Deutschland ökonomisch eben nicht "für sich" betrachten, da es Teil der stark arbeitsteiligen Weltwirtschaft ist. Global betrachtet benötigen wir noch erhebliches Wirtschaftswachstum, damit in 100 bis 200 Jahren eine Weltbevölkerung von dann mindestens 9 Milliarden Menschen einen Wohlstand genießen kann, der unserem heutigen in Ländern wie Deutschland ähnlich ist.

(Der Weg dahin geht nur über freien Handel, weltweite Arbeitsteilung und Marktwirtschaft. Das ist aber nur eine notwendige Bedingung. Hinzu kommen sollte eine internationale Ordnungspolitik, die Marktversagen entgegenwirkt und für ökologische Nachhaltigkeit sorgt.)

(2) Wer entscheidet darüber, wann genug oder zuviel Produkte hergestellt werden?
Nach meinem Verständnis nur der Konsument. Und bislang war es so, dass sich Konsumenten zwar von einzelnen Produkten abwenden, zugleich aber neuen Produkten und Dienstleistungen zuwenden.
Im Zuge des technischen Fortschritts entstehen neue Bedürfnisse, die Wirtschaft bleibt also dynamisch.


Zu 1. Die Frage stellt sich, ob ein solch "erhebliches Wirtschaftswachstum" in irgendeiner Weise realistisch ist. "Mindestens 9 Milliarden Menschen" einen Wohlstand nach heutigen Maßstäben zu sichern, würde einen solch erheblichen Bedarf an Energie, Rohstoffen, Nahrungsmitteln usw. erzeugen, dass dies angesichts geringer werdender Ressourcen nach derzeitigem Wissensstand ausgeschlossen ist. Oder meint man wirklich, dass in 100 Jahren jeder Chinese, Indio oder Schwarzafrikaner mit Porsche Cayenne in der Gegend herumfahren kann, während er zu hause Spülmaschine, Wäschetrockner und Klimaanlage laufen hat? Hinzu kommt der Flächenverbrauch. Wo heute Großfamilien in drei Zimmern hausen, müsste diese dann jeder Single für sich allein beanspruchen.
Das Wort von der ökologischen Nachhaltigkeit schließt selbiges aus. Ebenso ist die Frage, wie wir unseren westlichen Lebensstandard halten wollen, wenn unsere T-Shirts nicht mehr für 5 Cent in Bangla Desh genäht werden. Dann dürften die Preise gewaltig anziehen und somit der hiesige Lebensstandard fallen. Also nicht einmal hier ist dieser Wohlstand demnach wirklich gesichert.
Die Linke löst das einfach. Alles wird irgendwann automatisiert und wir leben dann alle im Schlaraffenland, während das Perpetuum Mobile für uns die Waren produziert. Die Liberalen wollen selbiges offenbar über freien Welthandel erreichen. Doch das funktioniert nur durch irgendwelche noch nicht erfundenen Erfindungen, die all das irgendwie ermöglichen sollen. Man könnte auch von Wunschdenken reden oder von der Wunderwaffe.

Zu 2. Nicht der Konsument entscheidet. Er bildet sich das oft nur ein. Die Werbewirtschaft ist dazu da, die Bilder in den Köpfen der Konsumenten zu erzeugen, ihnen also Konsumbedürfnisse zu suggerieren. Objektiv betrachtet brauchen die Menschen einen Großteil des Schrotts, der produziert wird und den sie kaufen, überhaupt nicht. Da sie aber Konsumenten sein sollen, da sonst das System nicht mehr funktioniert, müssen ihre realen Bedürfnisse (nach Liebe, nach Anerkennung, nach Beachtung usw...) verdrängt und durch Kauf von Konsumgütern zu befriedigen versucht werden.

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Beitragvon lifesgood » 29.04.2013, 08:51

Du hast mit vielen Dingen Recht gullaldr.

Natürlich wird die Weltbevölkerung nicht mit Porsche Cayennes rumfahren.

Wie ging es denn bei uns los nach dem Krieg? Mit Kleinstfahrzeugen wie Messerschmidt Kabinenroller, BMW Isetta und Goggomobil.

Und genau solche Kleinstfahrzeuge werden es auch in Asien sein. In Indien hat man mit dem Tata Nano ein Auto auf die Räder gestellt, das sich selbst in Europa für 1.500 € verkaufen liesse.

Natürlich leben wir auf einem Planeten mit begrenzten Resourcen, aber das wird den Bevölkerungen die nach Lebensstandard streben, ebenso egal sein wie den Amis mit ihren 20 Ltr schluckenden Pickups.

Auch damit, dass unser Lebensstandard sinkt, wenn wir nicht mehr billigst irgendwo produzierte Dinge kaufen können, hast Du natürlich Recht. Aber wäre das nicht gerecht. Alimentiert sich unser derzeitiger Lebensstandard nicht auch teilweise durch Ausbeutung Anderer?

Ich persönlich denke, dass Wachstumsschübe, wenn sie denn kommen, nicht mehr aus dem Euro-Amerikanischen Raum kommen werden. In 10 - 20 Jahren wird die Weltwirtschaft vollkommen anders aussehen als heute.

Ich denke mal vielen hier ist nicht mehr bewußt, das Deutschland auch mal Billiglohnland war und dass das Label "made in germany" nicht als Gütesiegel sondern als Schutz vor billiger Importware aus Deutschland angebracht wurde.

lifesgood

Silverneck
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Beitragvon Silverneck » 29.04.2013, 08:59

Die jetzt propagierten Wachstumsphantasien der G-Staaten funktionieren nicht. Da wird immer eine erhöhter Konsum vorausgesetzt, der für die Wirtschaft einen Absatz garantiert und so die Umsätze mitsamt Wachstum sichert. Schaut man auf die Realität, dann kann dieser Konsum nur in Ländern mit Kaufkraft erzielt werden. Das Problem liegt aber darin, dass die wohlhabenden Länder in ihren Bevölkerungen stagnieren oder schrumpfen. Das größere Potenzial für Konsumentenzuwachs/Bevölkerungszuwachs liegt in den armen und bettelarmen Regionen dieser Welt. In den anderen/bewährten Märkten wird Absatz von Konsumkram immer schwieriger, weil überhaupt kein Bedarf mehr besteht.
Der jetzige Kurs mit einer stark wachsenden Weltbevölkerung zerstört den Planeten auf dem wir leben. Nicht umsonst reden VTler von einer NWO mit einer drastisch reduzierten Weltbevölkerung. Ich mag mir zwar den Weg dorthin wirklich nicht vorstellen, aber so ganz ohne Grund gibt es derartige Überlegungen wohl nicht.


Silverneck
Zuletzt geändert von Silverneck am 29.04.2013, 09:00, insgesamt 1-mal geändert.

Silbermichel

Beitragvon Silbermichel » 29.04.2013, 08:59

gullaldr hat geschrieben:
McSilver hat geschrieben:(1) Man kann Deutschland ökonomisch eben nicht "für sich" betrachten, da es Teil der stark arbeitsteiligen Weltwirtschaft ist. Global betrachtet benötigen wir noch erhebliches Wirtschaftswachstum, damit in 100 bis 200 Jahren eine Weltbevölkerung von dann mindestens 9 Milliarden Menschen einen Wohlstand genießen kann, der unserem heutigen in Ländern wie Deutschland ähnlich ist.

(Der Weg dahin geht nur über freien Handel, weltweite Arbeitsteilung und Marktwirtschaft. Das ist aber nur eine notwendige Bedingung. Hinzu kommen sollte eine internationale Ordnungspolitik, die Marktversagen entgegenwirkt und für ökologische Nachhaltigkeit sorgt.)

(2) Wer entscheidet darüber, wann genug oder zuviel Produkte hergestellt werden?
Nach meinem Verständnis nur der Konsument. Und bislang war es so, dass sich Konsumenten zwar von einzelnen Produkten abwenden, zugleich aber neuen Produkten und Dienstleistungen zuwenden.
Im Zuge des technischen Fortschritts entstehen neue Bedürfnisse, die Wirtschaft bleibt also dynamisch.




Zu 2. Nicht der Konsument entscheidet. Er bildet sich das oft nur ein. Die Werbewirtschaft ist dazu da, die Bilder in den Köpfen der Konsumenten zu erzeugen, ihnen also Konsumbedürfnisse zu suggerieren. Objektiv betrachtet brauchen die Menschen einen Großteil des Schrotts, der produziert wird und den sie kaufen, überhaupt nicht. Da sie aber Konsumenten sein sollen, da sonst das System nicht mehr funktioniert, müssen ihre realen Bedürfnisse (nach Liebe, nach Anerkennung, nach Beachtung usw...) verdrängt und durch Kauf von Konsumgütern zu befriedigen versucht werden.


Eine der entscheidenden Aussagen, zum funktionieren des aktuellen ökonomisch/gesellschaftlich/politischen Systhems.
Eine Weile wird es wohl noch gut gehen, da aber immer währendes Wachstum nicht machbar ist, werden sich zukünftige Generationen wohl auf eine andere Gesellschaftsordnung einstellen müssen.
Die Pläne dazu hat die NWO ja schon ausgearbeitet in ihren Schubladen liegen.

Silbermichel

Beitragvon Silbermichel » 29.04.2013, 09:04

Silverneck hat geschrieben: Nicht umsonst reden VTler von einer NWO mit einer drastisch reduzierten Weltbevölkerung. Ich mag mir zwar den Weg dorthin wirklich nicht vorstellen, aber so ganz ohne Grund gibt es derartige Überlegungen wohl nicht.


Silverneck

Orwell wurde zu seiner Zeit mit seinem "1984" von vielen wohl auch als Spinner und VTler gekanzelt.
Wie weit sind wir davon heute entfernt?
Weit ist es nicht.
Mal so von Vtler zu Vtler. :wink:

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Sonnabend
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Beitragvon Sonnabend » 29.04.2013, 09:08

@gullaldir

Lieber Isländer,
ersteinmal Glückwunsch zum Ende Eurer linken Pro_EU-Regierung;

ich vermute sehr stark, daß McSilver keinesfalls von diesem Szenario ausgeht, sondern rein hypothetisch es so kommen müßte, wenn und ob, was aber nicht der Fall sein wird. Letzteres zu erkennen, hat er wohl uns überlassen. :wink:

@Lebensgüte:

genau so sollte es verstanden werden, danke.
Daß Hühner das nicht können, war mir allerdings klar; die haben eher mit deja vu zu kämpfen.

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Beitragvon Silverneck » 29.04.2013, 09:15

@Silbermichel,
VT sind für viele User hier eine reine Spinnerei. Natürlich tummeln sich da auch viele Gestörte und verbreiten dummes Zeug.
George Orwell, da liegst Du völlig richtig, war kein VTler. Er war ein Visionär. Meines Erachtens sind die Gedanken von VTlern zumindest eine Überprüfung und eine Beobachtung wert. Den Spott Andersdenkender muss man dann eben in Kauf nehmen. Ich habe kein Problem damit, wenn mich jemand für überdreht hält. Du wohl auch nicht. smilie_01

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Beitragvon SlyTheCoon » 29.04.2013, 10:55

Was war denn am WE los? Man kläre mich auf :D
Gruß Sly

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Beitragvon libelle » 29.04.2013, 11:07

McSilver hat geschrieben:Zum Silberpreis:

Soweit ich sehe, stimmen Silverneck und andere der Einschätzung zu, dass die Weltwirtschaft in Richtung Rezession steuert. (Hierbei möchte ich v.a. auf das geringere Wachstum in China verweisen, das für die Weltwirtschaft und auch die Nachfrage nach EM wichtiger ist als die europäischen Pleitestaaten.)

Wenn diese Einschätzung aber stimmt, verstehe ich nicht ganz die gleichzeitige Empfehlung, schon jetzt die zweite oder dritte Andorra zu kaufen.

Denn wenn diese Entwicklung anhält und die aktuell zu erwartende Verschärfung der expansiven Geldpolitik erst mit Zeitverzögerung wirkt, dürften die EM-Preise nochmals sinken im Verlauf der nächsten Monate, bis sie langfristig wieder steigen.


Eine klare Richtung ist doch derzeit einfach nicht auszumachen!
Und deshalb ist es unmöglich in so einer Phase, eine sichere und richtige Entscheidung treffen zu können, was ja von gewissen Entscheidungsträgern auch durchaus beabsichtigt sein kann.
Mich beschleicht zu mindestens schon lange das Gefühl, dass diese Verwirrung, System hat.


Erinnert mich ein wenig an das Spiel "die Reise nach Jerusalem".
Alles hört auf die Musik und hat immer das nächste rettende Ufer, im Blick, und keiner weiß wann und wo
die Musik aufhört zu spielen.
Auch hier heißt es, nichts ist sicher, doch wer alle Sinne beisammen hat, ist klar im Vorteil.


Libelle

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Beitragvon karmasilver » 29.04.2013, 11:23

Also nach den neuesten Daten der Zockerbörse müsste der Illusionskurs steigen. Ausserdem hat die FED angeblich kein physisches Gold, sondern nur Goldzertifikate. smilie_08

http://www.youtube.com/watch?v=yhrjcnwLBec


Just my 5 cents

karma

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Beitragvon McSilver » 29.04.2013, 12:57

Vielen Dank für die vielen Antworten.
Es freut mich, dass eine Diskussion hier - jenseits der doch eigentlich ganz liebenswerten "Andorra"-Metapher - möglich ist. :)


A) Zum Silberpreis

libelle hat geschrieben:
McSilver hat geschrieben:Zum Silberpreis:

Soweit ich sehe, stimmen Silverneck und andere der Einschätzung zu, dass die Weltwirtschaft in Richtung Rezession steuert. (Hierbei möchte ich v.a. auf das geringere Wachstum in China verweisen, das für die Weltwirtschaft und auch die Nachfrage nach EM wichtiger ist als die europäischen Pleitestaaten.)

Wenn diese Einschätzung aber stimmt, verstehe ich nicht ganz die gleichzeitige Empfehlung, schon jetzt die zweite oder dritte Andorra zu kaufen.

Denn wenn diese Entwicklung anhält und die aktuell zu erwartende Verschärfung der expansiven Geldpolitik erst mit Zeitverzögerung wirkt, dürften die EM-Preise nochmals sinken im Verlauf der nächsten Monate, bis sie langfristig wieder steigen.


Eine klare Richtung ist doch derzeit einfach nicht auszumachen!
Und deshalb ist es unmöglich in so einer Phase, eine sichere und richtige Entscheidung treffen zu können, was ja von gewissen Entscheidungsträgern auch durchaus beabsichtigt sein kann.
Mich beschleicht zu mindestens schon lange das Gefühl, dass diese Verwirrung, System hat.

Libelle


Ich kann gut nachvollziehen, dass "Libelle" dies so empfindet: Alles erscheint undurchschaubar, und da bietet es sich an, dies als Plan und Absicht von "Entscheidungsträgern" zu interpretieren. Und ich schließe auch keineswegs aus, dass immer mal wieder irgendwelche bösen Mächte versuchen, den Preis für Gold und Silber zu manipulieren. Für die mittel- und langfristigen Preise ist das aber weniger entscheidend.

Wir sollten Verschwörungstheorien weniger Aufmerksamkeit schenken.
Unvorteilhafte Entwicklungen, gerade im Bereich der Ökonomie, sind viel häufiger unbeabsichtigte Nebenwirkungen gut gemeinter Handlungen - also eben nicht direkt intendiert.

Weiterhin stimmt es natürlich, dass eine "sichere und richtige Entscheidung" nicht möglich ist. Wir haben in keinem Lebensbereich eine solche Sicherheit. Und jede Investition ist eine unsichere Entscheidung, lediglich auf der Basis angenommener Wahrscheinlichkeiten.

Meine Aussage war:
(a) Es ist wahrscheinlich, dass mittelfristig (in den nächsten Monaten) die Vermögensgüterpreise sinken, sofern sich der Trend in Richtung Rezession bestätigt.
(b) Es ist wahrscheinlich, dass der Preis für Edelmetalle langfristig (ab 2014) wieder deutlich steigt.

(Entweder wird es ein Jahrzehnt stabil hoher Inflationsraten um ca. 10 Prozent geben, wenn wir optimistisch sind, oder aber eine Hyperinflation, wenn wir pessimistisch sind.)

Ich glaube also doch, dass wir unsere Entscheidungen auf rationaler Grundlage treffen können und nicht bloß auf Grund von "Bauchgefühlen", für die es keine Argumente gibt.

Das heißt aber nicht, dass rationale Entscheidungen "sicher" sind. Nichts ist sicher!

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Beitragvon Silverneck » 29.04.2013, 13:04

Das oft genannte Bauchgefühl zur Entscheidungsfindung beruht meistens auf einer Bewertung vorliegender Informationen gleichen Gewichtes oder unbekannten weiteren Verlaufes. Natürlich spielt die persönliche Wahrnehmung von Informationen stets eine große Rolle.
Wenn ein Entscheidungspatt vorliegt, lassen viele ihr Gefühl entscheiden und oft fährt man damit gar nicht schlecht. Es hat also nichts mit Raten oder Schätzen zu tun, denn ohne eine Entscheidung ist keine Anlagestrategie möglich.

Nahezu alles ist besser als Untätigkeit in Sachen Vermögensbildung.

Silverneck

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McSilver
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Beitragvon McSilver » 29.04.2013, 14:13

B) Langfristige ökonomische Entwicklung


Vielen Dank an "gullaldr" (und die übrigen Kommentatoren) für die Gegenargumente:

gullaldr hat geschrieben:
McSilver hat geschrieben:(1) Man kann Deutschland ökonomisch eben nicht "für sich" betrachten, da es Teil der stark arbeitsteiligen Weltwirtschaft ist. Global betrachtet benötigen wir noch erhebliches Wirtschaftswachstum, damit in 100 bis 200 Jahren eine Weltbevölkerung von dann mindestens 9 Milliarden Menschen einen Wohlstand genießen kann, der unserem heutigen in Ländern wie Deutschland ähnlich ist.

(Der Weg dahin geht nur über freien Handel, weltweite Arbeitsteilung und Marktwirtschaft. Das ist aber nur eine notwendige Bedingung. Hinzu kommen sollte eine internationale Ordnungspolitik, die Marktversagen entgegenwirkt und für ökologische Nachhaltigkeit sorgt.)

(2) Wer entscheidet darüber, wann genug oder zuviel Produkte hergestellt werden?
Nach meinem Verständnis nur der Konsument. Und bislang war es so, dass sich Konsumenten zwar von einzelnen Produkten abwenden, zugleich aber neuen Produkten und Dienstleistungen zuwenden.
Im Zuge des technischen Fortschritts entstehen neue Bedürfnisse, die Wirtschaft bleibt also dynamisch.


Zu 1. Die Frage stellt sich, ob ein solch "erhebliches Wirtschaftswachstum" in irgendeiner Weise realistisch ist. "Mindestens 9 Milliarden Menschen" einen Wohlstand nach heutigen Maßstäben zu sichern, würde einen solch erheblichen Bedarf an Energie, Rohstoffen, Nahrungsmitteln usw. erzeugen, dass dies angesichts geringer werdender Ressourcen nach derzeitigem Wissensstand ausgeschlossen ist. Oder meint man wirklich, dass in 100 Jahren jeder Chinese, Indio oder Schwarzafrikaner mit Porsche Cayenne in der Gegend herumfahren kann, während er zu hause Spülmaschine, Wäschetrockner und Klimaanlage laufen hat? Hinzu kommt der Flächenverbrauch. Wo heute Großfamilien in drei Zimmern hausen, müsste diese dann jeder Single für sich allein beanspruchen.
Das Wort von der ökologischen Nachhaltigkeit schließt selbiges aus. Ebenso ist die Frage, wie wir unseren westlichen Lebensstandard halten wollen, wenn unsere T-Shirts nicht mehr für 5 Cent in Bangla Desh genäht werden. Dann dürften die Preise gewaltig anziehen und somit der hiesige Lebensstandard fallen. Also nicht einmal hier ist dieser Wohlstand demnach wirklich gesichert.
Die Linke löst das einfach. Alles wird irgendwann automatisiert und wir leben dann alle im Schlaraffenland, während das Perpetuum Mobile für uns die Waren produziert. Die Liberalen wollen selbiges offenbar über freien Welthandel erreichen. Doch das funktioniert nur durch irgendwelche noch nicht erfundenen Erfindungen, die all das irgendwie ermöglichen sollen. Man könnte auch von Wunschdenken reden oder von der Wunderwaffe.

Zu 2. Nicht der Konsument entscheidet. Er bildet sich das oft nur ein. Die Werbewirtschaft ist dazu da, die Bilder in den Köpfen der Konsumenten zu erzeugen, ihnen also Konsumbedürfnisse zu suggerieren. Objektiv betrachtet brauchen die Menschen einen Großteil des Schrotts, der produziert wird und den sie kaufen, überhaupt nicht. Da sie aber Konsumenten sein sollen, da sonst das System nicht mehr funktioniert, müssen ihre realen Bedürfnisse (nach Liebe, nach Anerkennung, nach Beachtung usw...) verdrängt und durch Kauf von Konsumgütern zu befriedigen versucht werden.




zu 1) Ist Wohlstand für eine Weltbevölkerung von mindestens 9 Mrd. Menschen möglich?

Die Gegenargumente, die hier vorgetragen werden, sind ja seit den 70er Jahren bekannt und wurden gerade in Deutschland zum herrschenden Konsens, der überhaupt nicht mehr diskutiert wird.

Selbst ein hervorragender Wissenschaftler, wie Ernst Ulrich von Weizsäcker, hat Ende der 80er Jahre in seinem Buch "Erdpolitik" ähnlich pessimistische Annahmen gemacht (wobei er immerhin auf die Möglichkeit der Effizienzsteigerung beim Ressourcenverbrauch setzt).


Man kann diese pessimistischen Ansichten in etwa so kurz zusammenfassen: "Wenn die Erdbevölkerung weiter wächst und alle Habenichtse auf dieser Welt zu Wohlstand kommen wollen, dann gibt es einen Zusammenbruch der Ökosysteme - und die meisten Menschen werden elendig zugrunde gehen."

In den 80er Jahren hieß es häufig:

"Allein wenn ein Teil der Chinesen Auto fährt und unserem Wohlstands-Modell und Ressourcenverbrauch nacheifert, kollabieren die Ökosysteme bzw. der Treibhauseffekt wird zur globalen Mega-Katastrophe."

25 Jahre später stehen wir genau da.
Wie sieht es aus mit dem Zusammenbruch der Ökosysteme und dem Treibhauseffekt?

Selbstverständlich gibt es in China regional viel Umweltverschmutzung. Das darf nicht bagatellisiert werden.
Und auch einen anthropogenen Treibhauseffekt halte ich für real, obwohl seit ca. 15 Jahren kein Anstieg der weltweiten Temperatur mehr empirisch nachweisbar ist.

Es gibt keine empirischen Hinweise darauf, dass die enorme ökonomische Entwicklung im asiatischen Raum in den letzten 25 Jahren zu einer globalen ökologischen Katastrophe führt.

Es deutet vielmehr alles darauf hin, dass die ökologischen Katastrophen-Szenarien falsch sind.


Das alles ist nicht überraschend. Es hat seit dem 19. Jahrhundert immer wieder pessimistische Mehrheitsmeinungen gegeben, deren Grundtenor darin bestand, dass die Armen eben arm bleiben müssen.

Die Variante seit 30 Jahren lautet: Die Armen werden arm bleiben, weil sonst eine ökologische Katastrophe passiert, die uns alle umbringt.
(Medien und Populärkultur haben diesen pessimistischen Glauben so in uns verankert, dass die meisten Menschen dies für eine selbstverständliche Realität halten.)

Glücklicherweise deutet alles darauf hin, dass - trotz der zu erwartenden Probleme in den nächsten ca. 10 Jahren - sich die ökonomische Entwicklung im asiatischen Raum in hohem Tempo fortsetzt.

Sofern die Menschheit einen Atomkrieg vermeidet, wird sich der asiatische Raum ökonomisch ähnlich entwickeln wie Europa im 19. und 20. Jahrhundert.

Und wenn wir lange Zeiträume von 100 bis 200 Jahren anvisieren, ist es nicht bloß möglich, sondern sogar wahrscheinlich, dass irgendwann auch Afrika sich entsprechend ökonomisch entwickelt.

Was spricht dagegen? Die Begrenztheit der Ressourcen etwa? Diese These ist längst empirisch widerlegt, obwohl sie vielen Leuten weiterhin plausibel erscheint.
Speziell zum Energieverbrauch: Selbstverständlich wird die Wirtschaft in 200 Jahren nicht mehr auf fossilen Energiequellen basieren. Zur Zeit ist es für Länder wie China aber einfach am günstigsten, v.a. fossile Energie zu "verbrennen". Dies wird sich im Verlauf dieses Jahrhunderts ändern - und fossile Energie wird allmählich durch regenerative ersetzt.

Das funktioniert nicht in wenigen Jahrzehnten, aber innerhalb eines Jahrhunderts durchaus.

Im übrigen wird eine Ökonomie der Zukunft weitaus effizienter mit Ressourcen umgehen.


Zuletzt zu dem Argument: "Wenn die armen Leute reich werden, produzieren sie keine billigen T-shirts mehr und unser eigener Wohlstand wird sinken."

Was für ein Argument! smilie_13

Dahinter steht die Idee, dass Wohlstand in einer Marktwirtschaft stets auf Sklavenarbeit und "Ausbeutung" basiert.
Das ist aber ein Irrtum. Die Produktion von technisch relativ einfachen Gütern wird zunehmend mechanisiert.
Wenn keine billige Arbeit mehr zur Verfügung steht, wird man sie für die Produktion einfacher Industriegüter auch nicht mehr benötigen.
Es wird dann dieselbe Entwicklung geben wie seit Jahrzehnten in der "westlichen" Welt: ein Wachstum des Dienstleistungssektors.



zu 2) Die "wahren" Bedürfnisse

Wird der Konsument ständig manipuliert, so dass er seine "wahren" Bedürfnisse nicht mehr erkennt?

Also, ich persönlich wundere mich auch ständig über solche Sachen wie Smartphones und dergleichen. Ich brauche das nicht. Aber wenn viele andere Menschen darin einen persönlichen Nutzen sehen, werden diese Produkte eben produziert, ob ich solche Produkte für sinnvoll halte oder nicht.

Die Lehre von den "wahren" Bedürfnissen ist die moderne Variante der früh-marxistischen Entfremdungstheorie.

Erich Fromm z.B. hat das in dieser Form vertreten und allen Ernstes gemeint, es sollte nur das produziert werden, was im Sinne dieser "wahren" Bedürfnisse ist.

Ich halte das für eine elitäre Theorie!
Auch die einfachsten Leute sind doch in der Lage zu erkennen, ob ein Produkt für sie nützlich ist oder nicht.
Wer sollte sonst in der Lage sein, für sie zu entscheiden?

Diese neomarxistische Entfremdungstheorie, die auf Frühschriften von Marx zurückgeht, ist aus meiner Sicht eine zutiefst reaktionäre Romantik, die sich aus Phantasien des privilegierten Bürgertums in den fortgeschrittensten Industrieländern des späten 20. Jahrhunderts speist. :wink:
smilie_10
Zuletzt geändert von McSilver am 29.04.2013, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.

libelle
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Beitragvon libelle » 29.04.2013, 14:23

McSilver hat geschrieben:Und ich schließe auch keineswegs aus, dass immer mal wieder irgendwelche bösen Mächte versuchen, den Preis für Gold und Silber zu manipulieren. Für die mittel- und langfristigen Preise ist das aber weniger entscheidend.


Immer mal wieder; hat so etwas verharmlosendes, finde ich :D
Aber gut, ich versteh schon was Du damit sagen möchtest.

Wir sollten Verschwörungstheorien weniger Aufmerksamkeit schenken.


Aber auch nicht ganz ausblenden, als Christ habe ich aber eh oft eine etwas andere Sichtweise auf gewissen Vorkommnisse.

Meine Aussage war:
(a) Es ist wahrscheinlich, dass mittelfristig (in den nächsten Monaten) die Vermögensgüterpreise sinken, sofern sich der Trend in Richtung Rezession bestätigt.


Sehr gut möglich, würde ich auf keinen Fall ausschließen.

(b) Es ist wahrscheinlich, dass der Preis für Edelmetalle langfristig (ab 2014) wieder deutlich steigt.


Auch sehr gut möglich, warum nicht?

(Entweder wird es ein Jahrzehnt stabil hoher Inflationsraten um ca. 10 Prozent geben, wenn wir optimistisch sind, oder aber eine Hyperinflation, wenn wir pessimistisch sind.)


Da bin ich eher der Pessimist, was sich ja auch in meinem Anlageverhalten widerspiegeln dürfte.

Ich glaube also doch, dass wir unsere Entscheidungen auf rationaler Grundlage treffen können und nicht bloß auf Grund von "Bauchgefühlen", für die es keine Argumente gibt.

Meine rationale Entscheidungsgrundlage ist: Silber wird auch in Zukunft gebraucht und ist gemessen am Vorkommen, auch derzeit immer noch günstig zu haben, was nicht heißen soll, dass es nicht noch günstiger geht. Die Zeit wird es uns zeigen, wo der Boden ist oder war.

Das heißt aber nicht, dass rationale Entscheidungen "sicher" sind. Nichts ist sicher! :D


Sicher vielleicht nicht, aber vernünftig.

Und darum geht es doch, eine vernünftige zu allen Seiten hin geprüfte Entscheidung zu treffen.
Nach bestem Wissen und Gewissen.


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