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Immobilienkauf Jetzt ?

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Bumerang
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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Bumerang » 07.06.2017, 22:16

Sapnovela hat geschrieben:
Bumerang hat geschrieben:Die Zinsen stehe immer in Relation zur Inflation, es sei denn, die ZB greift massiv ein, so wie jetzt. Das ist doch kein Markt mehr.


... und genau das stimmt eben nicht. Die Inflation kommt von den Löhnen, genauer den Lohnstückkosten. Der Zusammenhang ist empirisch eindeutig belegbar,


Es ging gerade um den Zusammenhang zwischen Zinsen und Inflation. Normalerweise greift die ZB ein um die Inflation zu steuern. Steigen die Preise zu stark aufgrund der größeren Geldmenge und der Umlaufgeschwindigkeit, entzieht die ZB Geld und steigert damit den Zinssatz. Umgekehrt erhöht die ZB die Geldmenge wenn die Preise sinken. Theoretisch. Das Problem sind heute die Schulden, die nicht mehr bedient werden können, während das Geld woanders nicht ausgegeben wird.
Trotz niedriger Löhne kann es eine Inflation geben. Wenn z.B der Staat viel Geld ausgibt, das er als Kredit aufnimmt. Oder wenn die Waren stark exportiert werden, weil die eigene (gemeinsame) Währung zu schwach ist.
Oder bei fehlenden Substitutionsgüter, z.B. Wohnraum, oder bei Monopolen/Oligopolen wie Gesundheit.

Genau das passiert.


Hoppla, im Monetarismus geht es eben genau nicht um die Nachfrageseite, sondern um die Angebotsseite


Bin durcheinander gekommen...meinte die Geldmengensteuerung. Da sind sich Keynesianer und Monetaristen einig, dass das erfolgen muss.


. Draghi hin oder her. Außer bei Assetpreisen, denn irgendwo muss das Geld ja hin. Womit wir wieder bei den Bewertungen von Immobilien sind. Ein Zinsatz von 1,x % bei der Bank für eine Immobilie heißt übersetzt ja nichts anderes, als dass die Bank das Risiko für nahezu null hält. Sonst müsste sie ja höhere Zinsen verlangen, für das Risiko des Ausfalls. Wenn aber das Risiko nahezu null ist, wie hoch ist dann wohl die über längere Zeit zu erwartende Rendite? Und was bedeuet das für Käufer, die kurz vor oder zum Peak-Preisniveau einsteigen?


Risiko null bei fallenden Löhnen? smilie_08
Nein, Draghi hat das Risiko für die Banken auf null gefahren. So reichen die 1,x % völlig, zumal das Geld geschöpft wird.

Wir bräuchten eine Deflation um die vielen Produkte absetzen zu können. Das sollte das Ziel sein, nicht "Preisstabilität" mit vollen Regalen und vielen "Zuschauern".

Die Löhne können ohne Nachfrage nicht steigen. Also benötigen wir entweder Deflation oder Staatliche Verschuldung und Steuerentlastung der Arbeitnehmer.
Gruß

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Sapnovela
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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Sapnovela » 08.06.2017, 16:57

Bumerang hat geschrieben:
Sapnovela hat geschrieben:
Bumerang hat geschrieben:Die Zinsen stehe immer in Relation zur Inflation, es sei denn, die ZB greift massiv ein, so wie jetzt. Das ist doch kein Markt mehr.


... und genau das stimmt eben nicht. Die Inflation kommt von den Löhnen, genauer den Lohnstückkosten. Der Zusammenhang ist empirisch eindeutig belegbar,


Es ging gerade um den Zusammenhang zwischen Zinsen und Inflation. Normalerweise greift die ZB ein um die Inflation zu steuern. Steigen die Preise zu stark aufgrund der größeren Geldmenge und der Umlaufgeschwindigkeit, entzieht die ZB Geld und steigert damit den Zinssatz.


Naja, die EZB kann die Zinsen direkt anheben, ebenso die Geldmenge beeinflussen. Nur eben gehorcht die Inflation der EZB nicht, weil die zu Grunde liegenden Theorien nicht richitg sind.

Bumerang hat geschrieben: Umgekehrt erhöht die ZB die Geldmenge wenn die Preise sinken. Theoretisch. Das Problem sind heute die Schulden, die nicht mehr bedient werden können, während das Geld woanders nicht ausgegeben wird.


Sehe ich anders. Welche Schulden werden denn aktuell nicht bedient - selbst in Griechenland hat man einen Dummen dafür gefunden (u.a. uns... als Steuermichel). Außerdem wird das Geld ausgegeben. Wenn ich eine Aktie oder eine Wohnung kaufe, hat das Geld jemand anders. Wenn ich ein Auto kaufe oder einen Sack Kartoffeln auch. Das Geld wird sehr wohl ausgegeben, nur halt nicht konsumptiv, weil es nicht die Masse der Bevölkerung erreicht.

Bumerang hat geschrieben:Trotz niedriger Löhne kann es eine Inflation geben. Wenn z.B der Staat viel Geld ausgibt, das er als Kredit aufnimmt. Oder wenn die Waren stark exportiert werden, weil die eigene (gemeinsame) Währung zu schwach ist.
Oder bei fehlenden Substitutionsgüter, z.B. Wohnraum, oder bei Monopolen/Oligopolen wie Gesundheit.
Genau das passiert.


Es kommt nicht auf die Höhe der Löhne an, sondern auf die Entwicklung der Löhne & Lohnstückkosten, die absolute Höhe ist für die Inflation nicht relevant.

Bumerang hat geschrieben:
Sapnovela hat geschrieben:. Draghi hin oder her. Außer bei Assetpreisen, denn irgendwo muss das Geld ja hin. Womit wir wieder bei den Bewertungen von Immobilien sind. Ein Zinsatz von 1,x % bei der Bank für eine Immobilie heißt übersetzt ja nichts anderes, als dass die Bank das Risiko für nahezu null hält. Sonst müsste sie ja höhere Zinsen verlangen, für das Risiko des Ausfalls. Wenn aber das Risiko nahezu null ist, wie hoch ist dann wohl die über längere Zeit zu erwartende Rendite? Und was bedeuet das für Käufer, die kurz vor oder zum Peak-Preisniveau einsteigen?


Risiko null bei fallenden Löhnen? smilie_08
Nein, Draghi hat das Risiko für die Banken auf null gefahren. So reichen die 1,x % völlig, zumal das Geld geschöpft wird.


Ich schrieb von der Risikoeinschätzung der Banken :)
Selbstverständlich haben die Banken ein Risiko, wäre ja nicht die erste Immo-Blase die platzt.

Bumerang hat geschrieben:Wir bräuchten eine Deflation um die vielen Produkte absetzen zu können. Das sollte das Ziel sein, nicht "Preisstabilität" mit vollen Regalen und vielen "Zuschauern".


Sorry, aber die Geschichte lehrt, dass das nicht funktioniert. Wenn der Konsument weiß, dass das Auto / der Fernseher oder der sonstige Konsumgegenstand seiner Begirde ständig billiger wird ( = Deflation) übt der Konsumzurückhaltung, denn warum heute kaufen, wenn es morgen billiger ist? Eine Deflation sorgt für Kaufzurückhaltung, da wird weniger verkauft nicht mehr.

Bumerang hat geschrieben:Die Löhne können ohne Nachfrage nicht steigen. Also benötigen wir entweder Deflation oder Staatliche Verschuldung und Steuerentlastung der Arbeitnehmer.


Anders herum, ohne steigende Löhne kann die Nachfrage nicht steigen. Die meisten Unternehmen haben aufgrund der Steuerentlastung /der Konjunktur eine überaus gute Ertragslage und könnten höhere Löhne durchaus vertragen. Aber niedrige Löhne im deregulierten Arbeitsmarkt sind ja gut für die Unternehmen... daher rate ich ja auch seit Jahren zu Aktien... und nein was wir sicher nicht brauchen ist eine Deflation. Sorry, aber da liegst Du voll daneben.

Was die Steuerentlastung der Arbeitnehmer angeht... besser als nichts, aber was haben die Leute mit niedrigen Einkommen davon, die zahlen nur Sozialabgaben aber keine Steuern. Besser wäre es, die Löhne auf breiter Front sukzessive anzuheben. Gute (nicht maximale oder minimale) Löhne sind die beste Sozialpolitik. Da sind die chinesischen Politiker in ihrer Erkenntnis schon einen Schritt weiter als die Bundesregierung...

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Herebordus » 08.06.2017, 19:07

Löhne anheben geht ja auch. Der Binnenmarkt wurde damals zerstört. Darum ist das Land extrem vom Export abhängig. Wenn es da nicht mehr so läuft, bricht alles ein. Also müssen wir die Kaufkraft im Inland verbessern.

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Turnbeutelvergesser » 08.06.2017, 19:43

Nicht wirklich neu. Aber für einige wird das Abenteuer Immobilie bitter enden.

http://www.focus.de/immobilien/kaufen/p ... 99016.html

Obwohl, Murksel ist ja sehr bemüht dem negativen Bevölkerungstrend entgegen zu wirken. smilie_13 den konnte ich mir nicht verkneifen.

Ric III
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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Ric III » 08.06.2017, 20:44

Turnbeutelvergesser hat geschrieben:Nicht wirklich neu. Aber für einige wird das Abenteuer Immobilie bitter enden.

http://www.focus.de/immobilien/kaufen/p ... 99016.html

Obwohl, Murksel ist ja sehr bemüht dem negativen Bevölkerungstrend entgegen zu wirken. smilie_13 den konnte ich mir nicht verkneifen.



Mal ganz abgesehen von der Tatsache daß es in etlichen Regionen deutlich gegenläufige Preisentwicklungen innerhalb eines Kreises gibt welche von der Postbankkarte nicht abgebildet werden halte ich einen gute Teil der Einschätzungen für fraglich.

Auf welchen Füßen soll die Analyse der PoBa denn stehen?

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Bumerang » 09.06.2017, 21:30

Sapnovela hat geschrieben:Naja, die EZB kann die Zinsen direkt anheben, ebenso die Geldmenge beeinflussen. Nur eben gehorcht die Inflation der EZB nicht, weil die zu Grunde liegenden Theorien nicht richitg sind.


Die Theorie ist goldrichtig nur eben wirkt sie nicht gleichmäßig (das tat sie nie, auch wenn das immer unterschwellig unterstellt wird) und man übersieht die Umverteilung die stattfindet.

Erster Denkfehler der Kritiker der Theorie.

Die Löhne steigen!

Sieht man an der Lohnsteuer. Da mag auch die kalte Progression dazu beitragen aber, sie steigen trotzdem, sogar stark.


https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... onFile&v=2

https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... onFile&v=2


Lohnsteuer

2014 - 168 Mrd
2015 - 179 Mrd
2016 - 185 Mrd.

Bei einem durchschnittlich Steuersatz von 30% ist das eine Steigerung der Löhne 2014 - 2016 um ca 50 Mrd.

Das Problem ist, dass diese Einkommen ungleich stiegen. Viele stagnieren, manche fallen, wenige steigen wiederum sehr stark. Oben drauf kommen Einnahmen aus Kapitalerträgen und Wertsteigerungen, die erheblich sind.

Nun nimmt man den Warenkorb der Mehrheit deren Einkommen stagniert bzw fällt, und stellt fest, wir haben keine Inflation. Ne, ist klar.




Die EZB kann keine Inflation Verursachen, ist der zweite Denkfehler.

Bei Zinsen an oder über der Inflation, fließt weiger Geld in Güter und Assets und bleib auf dem Konto. So stiegen die Preise weniger stark. Bei starker Inflation steigen die Zinsen über die Inflationsrate. Draghi und die neue Eliten glauben, dass durch Drücken der Zinsen, Kredite aufgenommen werden um Konsumgüter zu kaufen. Doch werden Kredite genutzt um Assets zu kaufen und alte,hoch verzinste Schulden zu tilgen. Die Verliere der Gesellschaft können keine Kredite aufnehmen, auch für 0% nicht mehr.

(Finanz)Assets steigen dadurch stark, während manche Konsumgüter stagnieren. Das Geld wird eben nicht mehr auf dem Konto gebunden, sondern in Assets. Das Problem dabei, es wird nicht mehr so stark n die Realwirtschaft investiert. Mit dem Kauf der eigene Aktien verdient eine AG mehr als mit Investitionen in Produktion. Von Spekulationen ganz abgesehen. Das wird sich mittelfristig auf die Preise auswirken, weil weniger Konsumgüter produziert werden. Noch ist es nicht soweit. Wo es sichtbar ist, sind die Immobilienpreise. Es wurde 2 Jahrzehnte wenig gebaut. Die Renditen waren schwach, also hat man lieber Aktien gekauft. Inzwischen sind die preise stark gestiegen. Das gleiche wird mit Autos etc passieren.
Es werden auch Billigware importiert, damit das Volk ruhig bleibt. Manches wird billiger weil die Produktionskosten sinken. Doch hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun. Knappe Güter steigen aufgrund der Inflation, die Anderen stagnieren oder fallen aufgrund der Produktivitätssteigerung. Zwei verschiedene Paar Schuhe. Ohne Inflation würden sie noch mehr fallen.

Die Inflation (Consumer Price Index) soll zeigen, wie der Wohlstand in der Gesellschaft ist. Gemischt sind wir alle wohlhabend. Doch die Schere geht immer weiter auseinander.


Sapnovela hat geschrieben:Sehe ich anders. Welche Schulden werden denn aktuell nicht bedient - selbst in Griechenland hat man einen Dummen dafür gefunden (u.a. uns... als Steuermichel). Außerdem wird das Geld ausgegeben. Wenn ich eine Aktie oder eine Wohnung kaufe, hat das Geld jemand anders. Wenn ich ein Auto kaufe oder einen Sack Kartoffeln auch. Das Geld wird sehr wohl ausgegeben, nur halt nicht konsumptiv, weil es nicht die Masse der Bevölkerung erreicht.


Nach der Bundestagswahl wird es für GR einen Schuldenschnitt geben.
Das Geld wird eben doch nicht ganz ausgegeben. Es liegt auf dem Konto, teilweise Milliarden. Man versucht es in den Konsum zu treiben, aber ohne Erfolg. Wenn dann fließt es hin und her zwischen den Reichen, die Assets kaufen und verkaufen. Deshalb stöhnen die Banken. Sie müssen zinsen zahlen, verleihen aber immer weniger.

Sapnovela hat geschrieben:
Bumerang hat geschrieben:Trotz niedriger Löhne kann es eine Inflation geben. Wenn z.B der Staat viel Geld ausgibt, das er als Kredit aufnimmt. Oder wenn die Waren stark exportiert werden, weil die eigene (gemeinsame) Währung zu schwach ist.
Oder bei fehlenden Substitutionsgüter, z.B. Wohnraum, oder bei Monopolen/Oligopolen wie Gesundheit.
Genau das passiert.


Es kommt nicht auf die Höhe der Löhne an, sondern auf die Entwicklung der Löhne & Lohnstückkosten, die absolute Höhe ist für die Inflation nicht relevant.



Genau das meinte ich auch. Bei Monopolen/Oligopolen spielen die Lohnstückkosten keine Rolle. Wohnen muss ich, gesund werden auch. Da wird das Geld woanders eingespart. Auch das passiert gerade.

Sapnovela hat geschrieben:
Ich schrieb von der Risikoeinschätzung der Banken :)
Selbstverständlich haben die Banken ein Risiko, wäre ja nicht die erste Immo-Blase die platzt.


Ich auch. Die banken würde keine Kredite vergeben, wenn sie nicht wüssten, dass die Zentralbank im Zweifel den Ramsch aufkauft.

Sapnovela hat geschrieben:
Bumerang hat geschrieben:Wir bräuchten eine Deflation um die vielen Produkte absetzen zu können. Das sollte das Ziel sein, nicht "Preisstabilität" mit vollen Regalen und vielen "Zuschauern".


Sorry, aber die Geschichte lehrt, dass das nicht funktioniert. Wenn der Konsument weiß, dass das Auto / der Fernseher oder der sonstige Konsumgegenstand seiner Begirde ständig billiger wird ( = Deflation) übt der Konsumzurückhaltung, denn warum heute kaufen, wenn es morgen billiger ist? Eine Deflation sorgt für Kaufzurückhaltung, da wird weniger verkauft nicht mehr.


M.E. ist diese Schlussfolgerung aus der Geschichte falsch. Es gab in der Geschichte keine Deflation wie beschrieben, also eine Kaufzurückhaltung. Es gab eine Verknappung des Geldes aufgrund der Auslandsschulden, um die Golddeckung zu halten. Die Menschen waren da Zuschauer und nicht Akteure.
Ein Gesetz der Marktwirtschaft sagt, "der Gleichgewichtspreis räumt den Markt". Bei einem bestimmten Preis werden alle Güter abgesetzt. Nur muss genug Geld da sein. Niemand wartet bis morgen, wenn er heute konsumieren kann. Damals gab es nicht genug Geld.

http://www.gevestor.de/details/die-defl ... 67303.html

Wenn man das ließt, erkennt man Gemeinsamkeiten zur heutigen Situation. Heute schimpft man auf den Michel, der nicht konsumieren will. Damals wie heute, hat man ihm das Geld aus der Tasche gezogen.

Sapnovela hat geschrieben:
Bumerang hat geschrieben:Die Löhne können ohne Nachfrage nicht steigen. Also benötigen wir entweder Deflation oder Staatliche Verschuldung und Steuerentlastung der Arbeitnehmer.


Anders herum, ohne steigende Löhne kann die Nachfrage nicht steigen. Die meisten Unternehmen haben aufgrund der Steuerentlastung /der Konjunktur eine überaus gute Ertragslage und könnten höhere Löhne durchaus vertragen. Aber niedrige Löhne im deregulierten Arbeitsmarkt sind ja gut für die Unternehmen... daher rate ich ja auch seit Jahren zu Aktien... und nein was wir sicher nicht brauchen ist eine Deflation. Sorry, aber da liegst Du voll daneben.


Daneben sind alle Theorien, die behaupten, die moderne Wirtschaft kann ohne Steuerung/Umverteilung funktionieren. Ein Unternehmer produziert nur, wenn die Nachfrage da ist! Woher soll sie kommen??
Jemand muss das Geld haben und ausgeben. Vorher muss derjenige es aber verdient haben. Also ein typisches Henne Ei Problem. Unternehmer werden nicht mehr zahlen als sie müssen. Das ist aus ihrer Sicht legitim. Deshalb muss der Staat durch Steuern umverteilen. Das tut er nicht. Deshalb haben wir Probleme. Da kann Draghi Geld drucken oder es auch lassen. Die Geldmenge hat keine Auswirkung auf die Umverteilung. Wenn dann eher kontraproduktiv. Hast du sogar selbst oben geschrieben, mit den
löhnen die steigen müssen. Nur wie sollen sie steigen? Die Nachfrage nach Arbeit wird weiter sinken. Wie sollen denn so die Preise steigen?

Deflation war aber falsch, ich meinte fallende Preise. Haben wir in manchen Bereichen. Flüge, Elektronik, Telekommunikation etc. Da wird doch mehr abgesetzt und produziert.

Sapnovela hat geschrieben:Was die Steuerentlastung der Arbeitnehmer angeht... besser als nichts, aber was haben die Leute mit niedrigen Einkommen davon, die zahlen nur Sozialabgaben aber keine Steuern. Besser wäre es, die Löhne auf breiter Front sukzessive anzuheben. Gute (nicht maximale oder minimale) Löhne sind die beste Sozialpolitik. Da sind die chinesischen Politiker in ihrer Erkenntnis schon einen Schritt weiter als die Bundesregierung...


Hier stimme ich zu. Löhne steigen aber nur, wenn Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt knapper wird. Angebot und Nachfrage.
Also, ALV wieder auf 6%, ALG erhöhen und ALH wiedereinführen. Rente mit 60, Beiträge erhöhen, etc.

Alles Andere ist Kokolores, oder Propaganda.
Gruß

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Bumerang » 10.06.2017, 08:49

Turnbeutelvergesser hat geschrieben:Nicht wirklich neu. Aber für einige wird das Abenteuer Immobilie bitter enden.

http://www.focus.de/immobilien/kaufen/p ... 99016.html



Ja, der Focus mal wieder.

2009 hat er doch geschrieben, bald werden Immobilien verschenkt in manchen Regionen. smilie_11

Von Ausnahmen abgesehen, sind die Immobilien auch in den damals als Abwanderungsregionen gekennzeichneten Gebiet gestiegen.


http://m.focus.de/finanzen/altersvorsor ... 55327.html

Alle die darauf gewartet haben, beißen sich in den Hintern.

Was man (bewusst) nicht hinein gerechnet hat, ist die Inflation. So stark kann die Bevölkerungszahl gar nicht fallen, wie neues Geld gedruckt wird.
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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Sapnovela » 10.06.2017, 09:02

Bumerang hat geschrieben:Also, ALV wieder auf 6%, ALG erhöhen und ALH wiedereinführen. Rente mit 60, Beiträge erhöhen, etc.
Alles Andere ist Kokolores, oder Propaganda.


Du hast das bedingungslose Grundeinkommen für alle vergessen, sowie Freibier für alle und Sozialwohnungen zum Spotpreis, kostenfreie Öffies etc. So ein langer Post und dann so ein Abgang.
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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Bumerang » 10.06.2017, 12:23

Der "Abgang" hat schon mal in Deutschland sehr gut funktioniert und tut es in Österreich noch immer, beispielsweise.

Nach fast drei Jahrzehnten neoliberaler Gehirnwäsche, die immer mit Polemik a là Freibier für alle etc einherging, überrascht mich das nicht.
Falsch ist es trotzdem. Man muss das nicht mehr prognostizieren, wie damals, sondern feststellen.

Gut, manche erkennen es auch heute nicht. Dafür kann ich aber nix.

Erstaunlich für mich aber ist, dass jemand der den Zusammenhang zwischen Lohnstückkosten und Preisniveau erkennt und stetige Preissteigerungen für notwendig hält, den Grund für sinkenden Löhnen übersieht.

Dem auf die unsichtbare Hand von Adam Smith hoff, sei gesagt, sie ist deshalb unsichtbar, weil sie nicht existiert.
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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Sapnovela » 10.06.2017, 20:55

... ja und mich überrascht nicht, dass jemand der angebots- und nachfrageorientierte Politik nicht auseinanderhalten kann die Rente mit 60 und das soziale Füllhorn propagiert. Rente mit 60 bei der aktuellen Demographie und Arbeitsmarktsituation... absurd, wer soll das bezahlen und wer soll die Arbeit der Leute machen, die Unternehmen bekommen ihre Stellen gar nicht besetzt.
--> steigende Kosten und sinkende Einnahmen

Mehr soziale Leistungen heißt im Übrigen auch immer mehr Abgaben von denen die arbeiten und nicht morgens schon RTL II gucken. Sind die Transferleistungen hoch und die Abgaben auch lohnt sich das Arbeiten für viele schlicht nicht mehr.
--> noch weiter steigende Kosten und noch weiter sinkende Einnahmen

...

--> sinkende Transferleistungen oder Staatsbankrott.

Btw.: Der wesentliche Grund für die (zu) niedrigen Löhne sind die Leiharbeitsgesetze.

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Frank the tank » 10.06.2017, 21:36

Bei mir meckerst Du immer, der stellt nur Links ein.
Was hat das alles mit Immos zu tun?

Nicht das die Diskussion uninteressant wäre!

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Sapnovela » 11.06.2017, 07:59

Frank the tank hat geschrieben:Was hat das alles mit Immos zu tun?


Es ist für die Bewertung von Immobilien nicht unentscheidend, ob es eine nennenswerte Inflation geben wird oder nicht. Nur bei einer hohen Inflation ist das aktuelle Bewertungsniveau imho gerechtfertigt, daher macht die Überlegung "Wo kommt die Inflation her und wird sie steigen" schon Sinn.

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon lifesgood » 11.06.2017, 12:06

... das gilt aber nicht nur für Immobilien sondern auch für jeden anderen Sachwert, von daher ist es kein spezifisches Immo-Thema.

Aber ich kann schon nachvollziehen, dass man natürlich antworten und argumentieren möchte.

Dennoch sollte man grundsätzlich über eine Auslagerung dieser Diskussion nachdenken.

lifesgood
Paßt auf Euch auf und bleibt gesund!!!

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Sapnovela » 11.06.2017, 16:02

lifesgood hat geschrieben:... das gilt aber nicht nur für Immobilien sondern auch für jeden anderen Sachwert, von daher ist es kein spezifisches Immo-Thema.

Aber ich kann schon nachvollziehen, dass man natürlich antworten und argumentieren möchte.

Dennoch sollte man grundsätzlich über eine Auslagerung dieser Diskussion nachdenken.

lifesgood


Ok, wenns nervt machen wir Schluss, Standpunkte sind ohnehin ausgetauscht.

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Re: Immobilienkauf Jetzt ?

Beitragvon Bumerang » 12.06.2017, 10:36

Sapnovela hat geschrieben:Ok, wenns nervt machen wir Schluss, Standpunkte sind ohnehin ausgetauscht.


Genervt hat es keinen. Lediglich der Ort der Diskussion wurde in Frage gestellt.

Deshalb habe ich hier geantwortet.
Gruß

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