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Bye-Bye Bargeld

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Silbersparer
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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon Silbersparer » 07.04.2016, 19:01

Es kommt halt immer darauf an, welchen Hut man gerade aufhat. Morgens wettert man gegen die grosskonzerne welche Steuervorteile haben die der Mittelstand nicht hat . Abends läuft man am mittelständischen Buchladen vorbei und kauft dort nicht sondern bei Amazon und co. Da hat man dann angeblich kein Geld um dort zu kaufen gibt aber das gleiche Geld aus wie offline..

Erinnert mich an die Leute im Flughafen welche gegen Fluglärm demonstrieren und nach der Demo sich ein Flugticket kaufen...

Man sollte zumindest das geblubber einstellen das an der Entwicklung immer die anderen Schuld sind wenn man selbst so geizig ist.
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libelle
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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon libelle » 07.04.2016, 19:04

lifesgood hat geschrieben:
Egoismus ist immer schlecht für die Allgemeinheit.

Aber im Gegensatz zur Dir sage ich eben, dass Egoismus im Kleinen genauso schlecht ist, wie im Großen.


lifesgood


Ja, Egoismus ist immer schlecht für die Allgemeinheit, doch wenn die Pferde mit den Großen durchgehen, dann trifft es in der Regel immer die Kleinen, umgekehrt passiert so etwas doch eher selten.

In einem Beispiel was mich auch persönlich betrifft, haben Geschäftsführer sich großzügig bedient und Geschäfte in die eigene Tasche und zum Schaden des Mutterkonzerns getätigt. Am Ende standen über tausend Existenzen auf dem Spiel und die Kuh ist auch heute noch nicht vom Glatteis.
Da nutzt es einem auch nichts, wenn die hohen Herrn den Hut nehmen mussten. Der Schaden ist enorm den diese paar Menschen aus Geldgier angerichtet haben.
Hier wurde billigend in Kauf genommen, dass eine ganze Region den Bach runter geht nur weil man nicht den Hals vollkriegen konnte. Und dieses Beispiel ist doch nur eines von vielen in unserer Gesellschaft. Die maßlose Geldgier einiger Menschen und die endlosen Möglichkeiten diese befriedigen zu können ist und bleibt ein Problem, welches sich mit dem einfachen Diebstahl ( Kaugummi) aus meiner Sicht so schnell nicht ergeben dürfte.
Einige Menschen verfügen über eine Hebelkraft die so gewaltig ist, dass man immer nur hoffen kann, dass sie diese zum Wohle der Menschen einsetzen werden und niemals zu ihrem Schaden.

Aber natürlich rechtfertigt das in keinster Weise den Egoismus der kleinen Leute. In den letzten Jahrzehnten hat sich diesbezüglich leider viel verändert, was die Welt nicht unbedingt menschlicher gemacht hat.
Fest steht für mich auch, dass der kleine Mann ja wahrscheinlich oft genau so handeln würde wie der Große, wenn sich ihm nur die Möglichkeit bieten würde.

Wie sagte schon Abraham Lincoln: "Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht."

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Chinese
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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon Chinese » 07.04.2016, 22:43

Interessante Diskussion hier.

Was mir jetzt aber gar nicht gefällt ist dieser ewige Klassenkampf und Sozialneid. Und noch scheinheiliger finde ich die Bekenntnisse zum kleinen "guten" Mittelstand. Nach dem Post geht man dann zum "Mittelständler" Aldi und kauft günstig ein. Wie die Preise zustande kommen und was dann im Lebensmittel drin ist oder wie das T-Shirt produziert wird ist dann nicht so wichtig, hauptsächlich billig.

Die Welt ist halt mal so wie sie ist. Und es ist absolut legitim bei Aldi oder Amazon einzukaufen.

Der Hang zur Bevormundung scheint hier einigen im Blut zu stecken. Wie war dies in der DDR? Alle waren gleich nur einige waren gleicher. Ich hatte immer gedacht das jeder einkaufen und machen kann was er will.
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.« Albert Einstein

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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon Silbersparer » 07.04.2016, 23:24

@ Chinese

Es geht nicht um Sozial Neid oder jemanden vorzuschreiben wo er einkauft.

Es wäre nur zu schön wenn man die Sprüche die man hier schon seit Jahren hört auch taten folgt.

Sich über Amazon zu beschweren , dass dort steuern optimiert werden und der Mittelstand an die wand gedrückt wird aber dann aus Bequemlichkeit oder Geiz bei Amazon zu bestellen ist nunmal schizophren.

Amazon hat von mir noch keinen Euro Umsatz gesehen. Es gibt alternativen .

Wie gesagt jeder kann kaufen wo er möchte nur sollte man dann nicht den Internet Helden spielen und dann die Globalisierung kritisieren und im realen Leben auf die eigenen Sprüche pfeifen...
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Montgomery
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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon Montgomery » 07.04.2016, 23:41

@ Chinese:
Der Hang zur Bevormundung scheint hier einigen im Blut zu stecken. Wie war dies in der DDR? Alle waren gleich nur einige waren gleicher. Ich hatte immer gedacht das jeder einkaufen und machen kann was er will.


Eben - unser Tun hat Folgen, das wird hier im Faden aufgezeigt. Das Tun kann man individuell zuschreiben, aber die mittel-/langfristigen Folgen lassen sich nicht privatisieren - jeder von uns antwortet mit seinen Einkaufsverhalten auf eine veränderte Welt und verändert sie dadurch zugleich. Dies zu diskutieren und vor Augen zu führen ist (noch) nicht Bevormundung.

Bin ich frei, wenn ich tun und lassen kann, was ich will - oder werde ich frei, wenn ich will, was ich soll? Nur: was soll ich wollen? Gut, jetzt wird's philosophisch smilie_07

Was ich eigtl. beitragen wollte: mir fällt immer mehr auf (Bekanntenkreis, Familie etc.), dass das Internetversandgeschäft Masstäbe vorgibt: alles soll bequem sein. 2 Klicks mit Paypal statt Überweisung, Internet statt Schritt vor die Tür, 2 Tage warten ist schon Zumutung. Bequemlichkeit als unhinterfragte Leitidee. Über Bargeld verschwenden sie keinen Gedanken - weil Kartenzahlung ja so schön bequem ist... Das wird auch im Scobel-Beitrag als Beweggrund für die Durchsetzung der Kartenzahlung in Schweden angegeben. Ist die "Masse" wirklich so einfach zu verführen, oder könnte die Bargelddiskussion doch eine verbreitete Bequemlichkeitshaltung unterlaufen? Die größeren Zusammenhänge sind ja kaum bekannt oder werden nur in wenigen Artikeln (zB der FAZ von Holger Steltzner) thematisiert, ansonsten kommt nur das unsinnige "wann haben sie zuletzt 500-Euro-Scheine in der Hand gehabt". Ich frage mich, wie sehr die veröffentlichte Meinung die öffentliche Meinung wiedergibt - ob es da doch mehr Problembewusstsein gibt, die Kommentarspalten der FAZ lassen ja auf viel Widerstandsgeist schließen.
Zuletzt geändert von Montgomery am 08.04.2016, 00:00, insgesamt 2-mal geändert.

Robbert
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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon Robbert » 07.04.2016, 23:50

Silbersparer hat geschrieben:Es geht nicht um Sozial Neid oder jemanden vorzuschreiben wo er einkauft.


Genau.

Darüber hinaus ist es heute so gut wie unmöglich ökologisch-moralisch-gewissenhaft seine Einkäufe zu betätigen. Es gibt immer etwas was einem vorgeworfen werden könnte--es sei denn man ist der 100%ige Boykottierer und Selbstversorger.

Wichtig wird mir bleiben, überall und immer darüber zu entscheiden wie ich zahle.

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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon Ric III » 08.04.2016, 00:00

Was mir bei etlichen Beiträgen zum Thema "Niedergelassener Handel" gegen "Netzhandel" völlig fehlt ist eine gewise Entspanntheit.

Ich persönlich tendiere zwar zum klassischen Ladengeschäft,aber es gibt eben durchaus auch bestimmte Käufe welche ich durchaus überwiegend im Netz tätige.Reisebuchungen beispielsweise wickele ich deutlich häufiger im Netz ab als in Büros.
Bei Bekleidung ist das Verhältnis umgekehrt.
Bei Lebensmitteln sind mir überhaupt nur zwei Episoden erinnerlich bei welchen ich tatsächlich mal im Netz gekauft hatte.
Meine Kleinbarren und Barren stammen durch die Bank aus dem Netz(könnte sich aber demnächst ändern).

Ich sehe durchaus auch Vorteile am Netzhandel.Die angebotene Bandbreite kann beispielsweise kein niedergelassener Händler vorrätig halten.

Dennoch bitte ich mir aus im Standartfall schlicht und ergreifend lieber vor Ort kaufen zu dürfen.

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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon Bumerang » 08.04.2016, 09:50

libelle hat geschrieben:
lifesgood hat geschrieben:
Egoismus ist immer schlecht für die Allgemeinheit.

Aber im Gegensatz zur Dir sage ich eben, dass Egoismus im Kleinen genauso schlecht ist, wie im Großen.


lifesgood


Ja, Egoismus ist immer schlecht für die Allgemeinheit, doch wenn die Pferde mit den Großen durchgehen, dann trifft es in der Regel immer die Kleinen, umgekehrt passiert so etwas doch eher selten.



Ich will die Polemik nicht zusätzlich aufheizen, deshalb libelles Zusammenfassung ausgewählt, der ich voll zustimme. smilie_01

Klar trägt jeder dazu bei, wenn sich die Gesellschaft ändert, man kann aber das Kräfteverhältnis zwischen Kleine und Groß nicht kleinreden. Er ist gewaltig. Deshalb können die Kleinen noch so viel rein stecken, zurück kommt zwangsläufig weniger, wenn die Großen wenig rein stecken oder gar raus nehmen.

Man muss auch die Henne Ei Frage mal entzaubern.
Es ist ziemlich klar was zuerst da war. Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und damit die Vernichtung der Arbeitseinkommen. Man kann sich drehen und wenden wie man will. Als die fast alle Arbeitgeber sich an Tarifverträge hielten und die Gewerkschaften Lohnforderungen über 5 % hatten, ging es allen gut. Jetzt, wo es endlich so ist wie es die AG immer wollten, geht es den allermeisten schlecht. Wie lange will man diese Tatsache noch ignorieren?

Hier der passende Beitrag aus dem HB heute:

Nur eine Minderheit der Betriebe ist tarifgebunden. Gewerkschaften und Regierung wollen das ändern. Arbeitgeber halten die Eingriffe des Gesetzgebers allerdings für kontraproduktiv.

http://www.handelsblatt.com/my/politik/ ... cNIl5u-ap3


Frei nach dem Motto, drei mal geschnitten und immer noch zu kurz. Man wird die Wirtschaft nicht ankurbeln, wenn die Kleinen beim Mittelstand einkaufen! Denn sie können den Euro nur ein Mal ausgeben. Helfen wird nur die Steigerung der Arbeitseinkommen. Das ist ein Factum, dass seit mind. 15 Jahren (umgekehrt) bewiesen wird.
Gruß

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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon bernstedter » 08.04.2016, 10:50

Bumerang hat geschrieben:
libelle hat geschrieben:
lifesgood hat geschrieben:
Egoismus ist immer schlecht für die Allgemeinheit.

Aber im Gegensatz zur Dir sage ich eben, dass Egoismus im Kleinen genauso schlecht ist, wie im Großen.


lifesgood


Ja, Egoismus ist immer schlecht für die Allgemeinheit, doch wenn die Pferde mit den Großen durchgehen, dann trifft es in der Regel immer die Kleinen, umgekehrt passiert so etwas doch eher selten.



Ich will die Polemik nicht zusätzlich aufheizen, deshalb libelles Zusammenfassung ausgewählt, der ich voll zustimme. smilie_01

Klar trägt jeder dazu bei, wenn sich die Gesellschaft ändert, man kann aber das Kräfteverhältnis zwischen Kleine und Groß nicht kleinreden. Er ist gewaltig. Deshalb können die Kleinen noch so viel rein stecken, zurück kommt zwangsläufig weniger, wenn die Großen wenig rein stecken oder gar raus nehmen.

Man muss auch die Henne Ei Frage mal entzaubern.
Es ist ziemlich klar was zuerst da war. Die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und damit die Vernichtung der Arbeitseinkommen. Man kann sich drehen und wenden wie man will. Als die fast alle Arbeitgeber sich an Tarifverträge hielten und die Gewerkschaften Lohnforderungen über 5 % hatten, ging es allen gut. Jetzt, wo es endlich so ist wie es die AG immer wollten, geht es den allermeisten schlecht. Wie lange will man diese Tatsache noch ignorieren?

Hier der passende Beitrag aus dem HB heute:

Nur eine Minderheit der Betriebe ist tarifgebunden. Gewerkschaften und Regierung wollen das ändern. Arbeitgeber halten die Eingriffe des Gesetzgebers allerdings für kontraproduktiv.

http://www.handelsblatt.com/my/politik/ ... cNIl5u-ap3


Frei nach dem Motto, drei mal geschnitten und immer noch zu kurz. Man wird die Wirtschaft nicht ankurbeln, wenn die Kleinen beim Mittelstand einkaufen! Denn sie können den Euro nur ein Mal ausgeben. Helfen wird nur die Steigerung der Arbeitseinkommen. Das ist ein Factum, dass seit mind. 15 Jahren (umgekehrt) bewiesen wird.


smilie_01

Hab letztens bei FB ein Schild vor einem Laden in Berlin gesehen auf dem Stand "Kauft Lokal, das Geld geht dann nicht in die Hände eines CEOs der sich sein 3. SUV leistet, sondern in die Hände einer Mutter die Ihrem Kind den Sportunterricht bezahlt und dafür sorgt das Abends gutes Essen auf den Tisch kommt"

Natürlich sehr polemisch, denn auch der 3. SUV bedeutet das Geld in den Wirtschaftskreislauf fließt. Wie gesagt ich kaufe gerne bei Amazon und doch will ich auch gerne den Mittelstand stützen, was absolut gar nicht geht sind eben diese Steuervermeidungstricks die nur Großkonzerne anwenden können und sich so ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen.

Menschen die jeden Euro 2 mal undrehen müssen kann man absolut nicht vorwerfen wie man es Konzernen vorwerfen kann, das diese billig einkaufen. Die können nicht anders.

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Re: Bye-Bye Bargeld

Beitragvon Bumerang » 08.04.2016, 11:38

bernstedter hat geschrieben:
Bumerang hat geschrieben:
Ich will die Polemik nicht zusätzlich aufheizen, deshalb libelles Zusammenfassung ausgewählt, der ich voll zustimme. smilie_01


smilie_01
......
Menschen die jeden Euro 2 mal undrehen müssen kann man absolut nicht vorwerfen wie man es Konzernen vorwerfen kann, das diese billig einkaufen. Die können nicht anders.


Habe erst nach "Volk" gesucht in deinem Beitrag , aber nichts gefunden... smilie_10

Genau so ist es. Das Ziel ist ganz klar, die Schuld immer beim Volk (sic!) zu finden.
Das Volk ist grundsätzlich, faul, undankbar, unflexibel und unverantwortlich. Deshalb benötigt es Eliten die es führen, ich meine "Gottes Werk verrichten", wie es einst GS CEO Lloyd Blankfein "ganz bescheiden" sagte.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/u ... 86316.html
Gruß

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