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Fachausdrücke erläutert!

Hier können Sie von privat zu privat Anlagemünzen, Barren, Gedenkmünzen, Sammlerstücke etc. zum Kauf, Verkauf oder Tausch anbieten.

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numerobis

Beitragvon numerobis » 19.09.2011, 19:17

Nun wird es aber sehr durchmischt...

Der Begriff Anlagemünze ist wesentlich älter als EU/EG/EWG/Montanunion.

Daß
Brüssel diesen Begriff für sich normiert haben mag bestreite ich nicht.
Für die Begriffsverdeutlichung ist dies auch unerheblich.

Eine klassische Anlagemünze der 70er jahre sind die damaligen MTT NPs.
Feingehalt :833,3 also unter 900!
(Wohlgemerkt NICHT die älteren NPs vor WKII-diese waren Handelsmünzen)

Anlagefunktion hatten im 17.Jh bereits die Mehrfachtaler(Löser)
Diese waren nicht für den Umlauf bestimmt.


Für Ag:
Unter 500er:Billon
über 500er wird deutschen Sprachraum einfach als Silbermünze bezeichnet.

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haehnchen03
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Beitragvon haehnchen03 » 19.09.2011, 19:23

Selbst wenn wir hier zu dem Schluß kommen, das Bullion eigentlich Barren wären, sind Bullion: MÜNZEN.
Und die Begrifflichkeit wird sich bestimmt nicht ändern.
Für mich sind Barren -Barren.
Und unter Bullion verstehe ich und die meisten anderen, Münzen(wie Phillis, AE, Maples, usw)

numerobis

Beitragvon numerobis » 19.09.2011, 19:26

Selbst wenn wir zu dem Schluß kommen daß ein Klavier ein Klavier ist kannst Du es gerne auch weiter Erdbeereis nennen.

In der Literatur werden solche Prägungen Barrenmünzen genannt!
Und glücklicherweise sind einige Druckwerke noch recht wenig vom Internetnetalltagssprachgebrauch infiziert.

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ESP
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Beitragvon ESP » 19.09.2011, 19:37

999.9 hat geschrieben:Im "technischen" Sinne ist seine Feinheit deshalb relevant, da allen Barren gemeinsam ist, dass sie nur einen äußerst geringen Unterschied zwischen Rau- und Feingewicht besitzen. Deshalb kann der Krugerrand einfach keine Barrenmünze im Wortsinn sein. :idea:


Das trifft es auf den Kopf. Zumindest für die Barren nach LBMA-Standard.

:!:
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Finerus
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Beitragvon Finerus » 19.09.2011, 20:17

War mir gar nicht bewusst, daß ein alltäglicher Begriff so unterschiedlich aufgefasst werden kann! Die rechtliche Behandlung von Anlagemünzen dürfte als aktuelle Definition des Begriffs Anlagemünze weitgehend unbestritten gelten. Was aber sind Bullionmünzen?

In der numispedia (http://www.numispedia.de/Anlagem%FCnzen) wird der Begriff synonym zu Anlagemünzen verwendet. Andererseits erscheint mir das Argument von 999.9 stichhaltig. Der traditionell mit unterschiedlichen Feingehalten verwandte Begriff bullion wäre demnach durch die normative Autorität des weltweit führenden Handelsplatzes für Gold und Silber, der LBMA (London Bullion Market Association), auf einen bestimmten Mindestfeingehalt eingeschränkt. Das sollte zumindest für die moderne Betrachtung gelten.

Die LBMA schreibt in ihrem Glossar zwar:

BULLION
The generic word for gold and silver in bar or ingot form. Originally meant
‘mint’ or ‘melting place’ from the old French word bouillon, which means boiling.

BULLION and PRECIOUS METAL COINS
Contemporary precious metal coins minted in unlimited numbers for investment purposes.


In den Spezifikationen zu Good Delivery Bars gibt sie aber de facto vor, welche Art von Barren zum Handel zugelassen sind, mit welcher Art von BULLION der Handel also stattfindet: http://www.lbma.org.uk/pages/index.cfm?page_id=27&title=specifications

Da heißt es zu Good Delivery Gold: "Fineness: the minimum acceptable fineness is 995.0 parts per thousand fine gold." Der geforderte Mindestfeingehalt beträgt bei Gold also 995,0/1000.

Für Silber lautet die Vorgabe: "Minimum fineness 999.0 parts per thousand silver". Silber-Bullion wird in Barrenform mit einem Feingehalt von mindestens 999,0/1000 gehandelt.

Dank an 999.9 für Deinen Hinweis!

Wären wir damit zum Schluss der Diskussion über die Bedeutung des Begriffs Bullionmünzen gelangt? Eben Münzen, die den Erfordernissen des LBMA-Standards entsprechen, allerdings nicht zwingend in Barrenform, sondern ausgeprägt als Münzen.

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999.9
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Beitragvon 999.9 » 19.09.2011, 20:24

Das ist exakt die Definition, der ich absolut zustimmen kann. Denn die LBMA-Richtlinien werden ja in heutiger Zeit allgemein im Edelmetallhandel als Standard genommen.

Sehr gut formuliert und trotzdem allgemein verständlich. Schön, dass wir Finerus bei silber.de an "Bord" haben.

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smilie_24
Nichts hasst der im Denken geschulte mehr als die Negation der Logik.
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numerobis

Beitragvon numerobis » 19.09.2011, 20:27

Fast am Schluß der Diskussion... :wink:
Denn zum ersten spielt es keine Rolle welche Form ein Barren hat(ältere chinesische Sycees zum Beispiel halten sich nicht an die Sargform)und können von dahe auch rund sein.

Zum zweiten mag London ein bedeutender Börsenplatz sein welcher sicherlich seine Standarts festlegen kann.
Ob ich diesen Rahmenbedingungen im Rest der Welt hinterherlaufe bleibt mir überlassen.
(siehe Krügerrand)

Und zum dritten bleibt die Tatsache daß entsprechende Prägungen in der führenden deutschen Literatur eben als Barrenmünzen bezeichnet werden.

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Beitragvon 999.9 » 19.09.2011, 20:38

Einigen wir uns einfach darauf, dass der Begriff "Barrenmünze" zumindest ungenau ist.

Anlagemünze ist in jedem Falle eine genauere Bezeichnung für die Münzen, die die meisten Leute hier horten und lieben. :wink:

Obwohl das natürlich nur ein Mini-Gebiet der großen, weiten Numismatik insgesamt ist. Ein weites Feld.

Und das ist auch gut so.

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Beitragvon Maple Leaf » 20.09.2011, 11:45

OK, ich geb's auf. Ich dachte die ganze Zeit, ich hätte Bullionmünzen (Philis, Maples und Libertads) und jetzt muss ich hier lernen, dass das gar keine Münzen sind, sondern Barren in runder Form. Man lernt nie aus und mal ganz ehrlich, mir ist es eigentlich wurscht, wie Dinger bezeichnet werden, die Hauptsache die Menge stimmt. smilie_20
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Beitragvon Lunarjäger » 20.09.2011, 11:56

Also für mich bleibt es einfaches ,, Bullionszeuchs" smilie_07
Ich komme noch früh genug zu spät!

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Beitragvon 999.9 » 20.09.2011, 11:57

Lunarjäger hat geschrieben:Also für mich bleibt es einfaches ,, Bullionszeuchs" smilie_07

Ist es ja auch, nur der Krugerrand halt nicht. smilie_02
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Beitragvon plata999 » 20.09.2011, 14:34

ist doch ganz einfach!!

hauptsache SILBER!!! nur der reingehalt ist wichtig :D

egal in welcher form(sorry an die hardcoresammler)

500er ,650er,800er,925er, 999er hauptsache: spot oder nahe dran zahlen, noch besser drunter!

sammelaufschlag ist fiktiv möglich, spot ist real! smilie_24

wie die taube und der spatz smilie_02
besser der fehler im system sein, als ein geschmiertes rädchen darin!
nationalismus hat keinen platz in unserer gesellschaft!!
mehr kosmopoliten! dann sieht die welt vielleicht besser aus!
was ich hier poste ist nicht für jeden anleger geeignet!wer meinen tips folgt, nur auf eigene verantwortung!KLAR!!

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Käptn Silver
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Beitragvon Käptn Silver » 29.10.2012, 15:58

Hi @all,
mir ist aufgefallen das in der Liste "Fachausdrücke erläutert" unter anderem auch so "einfache" Begriffe wie POS fehlen. Der Neuling (zu denen ich auch zähle) würde sich auch freuen solche Begriffe erläutert zu bekommen.

Könnte man die Liste nicht ein wenig erweitern?
Rüm Hart Klaar Kiming
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Goldhamster
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Beitragvon Goldhamster » 30.12.2012, 18:46

Ich kopiere mal hier rüber von http://www.gold.de/forum/silber-schillinge-kaufen-t6511-s20.html#105326:


Als Angsthasensilber werden silberhaltige Umlaufmünzen bezeichnet deren Nennwert in aktueller Währung oder noch umtauschbarer Währung als natürliche Absicherung gegen fallende Preise dient.

Hierunter fallen bspw die 10 Euro Münzen, 5 Euro Österreich, 5 und 10 DM Gedenkmünzen, 5 DM Silberadler um die typischen Vertreter der Gattung zu nennen.

Der Begriff bietet durchaus Überschneidungen mit Junk Silver, zu dem teils auch B-Ware von Bullion, B-Ware von älteren Barren und nicht mehr umtauschbare Münzen gerechnet werden. Wobei ich zum Junk Silver die aktuell gültigen Zahlungsmittel eher nicht rechnen würde.




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BIOSHOCK
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Beitragvon BIOSHOCK » 19.01.2015, 23:36

999.9 hat geschrieben:Wobei die ganze Kiste steuerrechtlich wirklich nicht ganz einfach ist.

Ab einem gewissen Wert (ich meine +200 %), der deutlich über dem Materialpreis liegt sind Sammlermünzen wieder mit 19 % zu besteuern.

Aber wir wollen nicht päpstlicher sein als der Papst. Besser ist es, nicht zu laut zu rufen, nachher kommen noch die Finanzreferenten auf die glorreiche Idee, die Steuersätze zu "vereinfachen", sprich zu erhöhen...

:roll:





Hallo Mod. !

Mit 200% liegst du fast richtig. Es sind 250%.

Zusammenfassung mit Rechtsgrundlagen:

Münzen aus Edelmetallen (keine Goldmünzen und keine gesetzlichen Zahlungsmittel) werden mit 19% MwSt. (bzw. Einfuhrumsatzsteuer bei der Einfur) besteuert, wenn es sich um Sammlungsstücke von münzkundlichem Wert handelt und die Bemessungsgrundlage für die Einfuhr (§ 11 UStG) mehr als 250 v.H. des unter Zugrundelegung des Feingewichts berechneten Metallwertes ohne Einfuhrumsatzsteuer beträgt (vgl. VSF Z 8101 Anl. 1a) Abs. 2 Nr.3 c).

Der Vollständigkeit halber:

Anlagemünzen aus Silber (gesetzliche Zahlungsmittel -sprich also unsere geliebten bullions wie AE, ML, Kooka, Philli etc.-) werden mit 7% MwSt. besteuert , vgl. §12 Abs. 2 Nr. 1 UStG i.V.m. Nr. 54 -cc) der Anl. zu §12 UStG und und Z 8101 Anl. 1 a Abs. 3 Nr. 2 S.1 (darf nicht in Anl. 1 b aufgeführt sein). Das Thema 19% Einfuhrumsatzsteuer bei der Einfuhr, § 25a UStG s. eigener thread.

HINWEIS: Die Wertgrenze 250 v. h. des Metallwertes muss hier nicht beachtet werden !!!


LG

BIOSHOCK


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