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Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

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foxl60
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon foxl60 » 23.07.2021, 21:25

Hannoveraner » 23.07.2021, 20:59 hat geschrieben:...
Der Teil derer die die politischen und Gesellschaftliche Entwicklung eher negativ sieht und froh ist weg zu sein ist da doch eher größer.
...


Das hat man jetzt schon mehrfach von Dir in diesem Thread gelesen, @Hannoveraner.

Es täte gut, wenn man mal wieder was Neues zum Thema "Auswandern" bringen und sich nicht ständig wiederholen würde.

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Hannoveraner
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon Hannoveraner » 23.07.2021, 22:08

foxl60 » 23.07.2021, 21:25 hat geschrieben:
Hannoveraner » 23.07.2021, 20:59 hat geschrieben:...
Der Teil derer die die politischen und Gesellschaftliche Entwicklung eher negativ sieht und froh ist weg zu sein ist da doch eher größer.
...


Das hat man jetzt schon mehrfach von Dir in diesem Thread gelesen, @Hannoveraner.

Es täte gut, wenn man mal wieder was Neues zum Thema "Auswandern" bringen und sich nicht ständig wiederholen würde.

Ich werde das auch immer wieder bringen, wenn es zum aktuellen Austausch mit einem Forenkollegen passt.
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon 08-15 » 23.07.2021, 22:41

Hannoveraner » 23.07.2021, 20:59 hat geschrieben:Genauso zerstritten wie hier ist die Auswanderer Community wenn es um diese Fragen geht. Ich bin da in einigen Foren aktiv. Der Teil derer die die politischen und Gesellschaftliche Entwicklung eher negativ sieht und froh ist weg zu sein ist da doch eher größer.

Um es mal vorsichtig zu formulieren: Wenn bei denjenigen die in einer Firma kündigen der Prozentsatz der mit dem Führungsstil nicht zufrieden ist größer ist als bei den Mitarbeitern der Firma die nicht kündigen, dann überrascht mich das nicht. Das heißt aber nicht, dass in der Firma alles "scheiße" ist und noch nicht mal, dass der Führungsstil nicht ok ist.
Gleiches gilt für die Gesamtheit aller Auswanderer im Vergleich zu den Menschen die in Deutschland bleiben wollen. Es wäre doch komisch, wenn das bzgl. der Sicht auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland bei Auswanderern nicht ebenso wäre. Aber das heißt eben nicht, dass in Deutschland wirklich was falsch läuft und schon gleich gar nicht, dass es in anderen Ländern besser ist. Da "zitiere" ich mal "SPD" mit https://www.youtube.com/watch?v=faI6cGl2MmU ;-)
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foxele
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon foxele » 23.07.2021, 23:11

Ahh,
jetzt weiss ich auch warum der Anteil der EM Affine hier im Forum so hoch ist im gegensatz zu anderen Foren.
smilie_10

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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon Hannoveraner » 23.07.2021, 23:36

08-15 » 23.07.2021, 22:41 hat geschrieben:
Hannoveraner » 23.07.2021, 20:59 hat geschrieben:Genauso zerstritten wie hier ist die Auswanderer Community wenn es um diese Fragen geht. Ich bin da in einigen Foren aktiv. Der Teil derer die die politischen und Gesellschaftliche Entwicklung eher negativ sieht und froh ist weg zu sein ist da doch eher größer.

Um es mal vorsichtig zu formulieren: Wenn bei denjenigen die in einer Firma kündigen der Prozentsatz der mit dem Führungsstil nicht zufrieden ist größer ist als bei den Mitarbeitern der Firma die nicht kündigen, dann überrascht mich das nicht. Das heißt aber nicht, dass in der Firma alles "scheiße" ist und noch nicht mal, dass der Führungsstil nicht ok ist.
Gleiches gilt für die Gesamtheit aller Auswanderer im Vergleich zu den Menschen die in Deutschland bleiben wollen. Es wäre doch komisch, wenn das bzgl. der Sicht auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland bei Auswanderern nicht ebenso wäre. Aber das heißt eben nicht, dass in Deutschland wirklich was falsch läuft und schon gleich gar nicht, dass es in anderen Ländern besser ist. Da "zitiere" ich mal "SPD" mit https://www.youtube.com/watch?v=faI6cGl2MmU ;-)


Das ist halt nur ein Teil der Betrachtungsweise.
Ich habe das Gefühl das Du , wie einige andere auch, nur schwarz und weiß sehen.
Es muss nicht alles Sch… sein um zu gehen.
Er reicht für viele das das Gute nicht mehr reicht. Das es sich so schlecht entwickelt hat das der Drang zu gehen größer wird.
Das ist in D so, wie in einer Firma.
Ebenso betrachtet man auch die Zukunft. Wo geht die Reise hin. Wie entwickelt es sich. Ist es das Unternehmen noch das Unternehmen in dem ich noch 20 Jahre arbeiten möchte? Ist es in 10 Jahren noch das Unternehmen das mir das bieten kann was mir Wichtig ist.
Bin ich in dem Unternehmen so wie es sich entwickelt noch in 20 Jahren Glücklich.
Es gibt etliche die sagen ja, ich bin es . Andere sagen nein ich bin es nicht und gehen. Andere sagen ich bin es nicht, haben aber andere Gründe zu bleiben, sei es nur der Wille oder die Möglichkeit zu wechseln.

Das ist alles höchst persönlich und individuell.
Mich nervt die Hypermoral in Deutschland. War gestern Abend mit dem Rad nach Hannover und ein Stück durch den Stadtwald. Überall waren die Wege Beschriftet das der Mensch die Welt vernichtet weil Zuviel Fleisch gegessen wird. 15.000 Liter pro Kg Fleisch und Ähnliches in der Art.
Mich kotzt sowas nur noch an. Auf Schritt und Tritt wird einem eingeredet wie man sich zu verhalten hat, was man tun und lassen darf.
Mich nervt das nur noch.
Andere bemerken das gar nicht, nehmen das nicht wahr. Andere finden das Toll weil wir ja wieder einmal damit Welt retten können.
Für mich ist das aber einer der vielen Punkte die es mir leichter machen zu gehen.
So geht das vielen. In den Foren wo ich aktiv bin ist das immer wieder ein Thema. In den Südafrika Foren schütteln weite Teile der Ausgewanderten nur den Kopf über sowas. Kaum einer wird aber sagen das wird der Hauptgrund gewesen sein.
Die allermeisten werden sagen das die sich in Südafrika verliebt haben, dem Land , den Leuten , der Lebensweise.
So wie es auch bei mir der Fall war.
Der Schritt seine Heimat zu verlassen und sich eine neue Existenz aufzubauen ist ein sehr schwerer Schritt.
Das man immer mehr Punkte an der alten Heimat negativ sieht. Die Entwicklung für die Zukunft ebenfalls negativ betrachtet. Das es eher schlimmer wird als besser, hilft den Schritt zu wagen.
Ebenso ist es in einer Firma. Ich arbeite für ein Unternehmen mit über 4000 Mitarbeitern. Das Unternehmen hat eine unglaubliche Entwicklung hingelegt und will hoch hinaus.Bin seit 26 Jahren da. Die Entwicklung in vielen Bereichen ist für die Mitarbeiter aber negativ. Ebenso das was ich für die Zukunft erwarte. Für mich ein Grund das ich gerne in einigen Jahren gehen werde, weil die Bindung abbricht. Eine aktuelle MA Befragung hat in vielen Punkten der Bewertung für das Unternehmen exzellente Bewertungen ergeben. In anderen Punkten erschreckende Ergebnisse.
Wie auch ich werden etliche Kollegen das Unternehmen früher oder später verlassen. Auf alle Fälle vor dem normalen Rentenbeginn. Andere sind schon gegangen. Das nach 20 und mehr Jahren.

Wiederum andere werden nicht gehen. Warum nicht? Weil für die die exzellenten Ergebnisse mehr zählen als die negativen.
Das Unternehmen wird sich weiter gut entwickeln. Ob wir dann noch dabei sind oder nicht.
Ob Deutschland sich gut entwickelt? In vielen Punkten die für mich wichtig sind nicht.

Das Unternehmen hat aber und wird weiterhin langjährige Top Mitarbeiter verlieren die in heutigen Zeiten nur schwer zu ersetzen.
Aus Deutschland wandern jährlich 50.000 Menschen Netto aus. Tendenz steigend.
Der größte Teil sind Akademiker. 50.000 x 20 Jahre = 1.000.000 Fachkräfte die gehen. War ein Stückweit schon immer so. In den Geburtenstarken Jahrgängen kein Problem. Im Gegenteil. In Zeiten des Fachkräftemangels tödlich. Jeder von denen hat persönliche Gründe zu gehen und nicht wiederzukommen. Die allermeisten werden sagen das es in Deutschland immer schwieriger wird. Andere denken auch so, haben innerlich gekündigt und bleiben.
Es sind aber genug da die das anders sehen, anders denken und weiter machen. Die ein tolles Leben in D führen oder es sich gerade aufbauen. Es sind Millionen die Deutschland toll finden und herkommen wollen.

Von daher ist doch alles in Ordnung
Um bei deinem komischen SPD Song zu bleiben. Für die 50.000 Jährlich war es gut über den Zaun gegangen zu sein.
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon Mahoni » 24.07.2021, 06:53

@ Hannoveraner:

Wenn dich Dinge die dir wichtig sind in DE.... um es mit deinen Worten zu sagen..."ankotzen" und du die Mittel hast an einem anderen Ort ein neues Kapitel aufzuschlagen....ist das nichts verwerfliches und du solltest dieses Ziel verfolgen. Wenn einen aber bereits Plakate am Wegesrand "ankotzen" und mit ein Grund sind für Auswanderung ist das etwas irritierend. Ich wünsche dir das dich in deiner möglichen neuen Heimat nicht so viele Dinge "ankotzen". Und ich frage mich ob du auch einer von denen sein wirst die trotz Auswanderung Deutschland als Erstwohnsitz erhalten um bei gesundheitlichen Problemen einen Abstecher zurück hierher zu machen.

Ich lese hier immer wieder wie toll es anderswo ist. Wohl alles nur Momentaufnahmen. Sobald der Alltag beginnt ist vieles von der Schwärmerei verflogen.

Ich war mal für eine Weile in Kapstadt. Wenn du in ein Restaurant gehen möchtest und die Türe aus Sicherheitsgründen verriegelt ist und nur auf Prüfung durch Security für dich geöffnet wird...wenn du bei Einbruch der Dunkelheit nachts an roten Ampeln ohne Verkehr nicht halten sollst...wenn du nachts keine Überlandfahrten machen sollst aufgrund der vielen Überfälle...wenn du den Tafelberg trotz der fantastischen Aussicht bein Einbruch der Dunkelheit aus Sicherheitsgründen verlassen solltest...wenn kleine verschmutzte Kinder an den Ampeln tagsüber deine Fensterscheibe putzen möchten damit die Familie ein bißchen Geld hat...Wenn eine Polizeistation in 100 Metern Entfernung die dir Sicherheit suggeriert überfallen und entwaffnet wird....wenn der Staat dich nicht schützen kann und deine private häusliche Sicherheit in den Händen von privater bezahlter Security liegt...ja dann weißt du das du in Südafrika bist. Um präzise zu sein in Kapstadt. Mit einer Portion Naivität kann man das ausblenden...mit einem klaren wachen Blick eher weniger. Die Menschen dort sind es nicht anders gewohnt und leben damit. Ich konnte mich nicht damit anfreunden. Alles Dinge die ich selbst erlebt habe. Und auch sonst sehr sehr viel von der Welt gesehen. Von der wahren Welt...und nicht vom inszenierten Urlaubserlebnis.

Unser Land kommt in Diskussionen oftmals viel schlechter weg als es ist.
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon buntebank » 24.07.2021, 07:22

ooch die Innenpolitk des Auswanderungslandes
tut doch nun wirklich nichts zur Sache:

https://www.tagesspiegel.de/politik/aufstaende-in-suedafrika-auch-staaten-verdienen-eine-zweite-chance/27438640.html

mal die zwei Schlusssätze zitiert:
"Doch auch Staaten verdienen eine zweite Chance. In Südafrika steht ein einzigartiges Menschheitsprojekt auf dem Spiel: Einen zutiefst ungerechten Staat (von dem einst auch deutsche Unternehmen profitierten) in ein Musterland der Vielfalt zu verwandeln."

Na bis er dann alle Koffer gepackt hat -
hat's sich bestimmt schon wieder beruhigt...
zufrieden verschiedenste Sorten getauscht mit einem guten Dutzend Forums-Mitgliedern.

Unendlicher Geld-Nachschub auf: https://www.buntebank.com/

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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon Hannoveraner » 24.07.2021, 07:44

buntebank » 24.07.2021, 07:22 hat geschrieben:ooch die Innenpolitk des Auswanderungslandes
tut doch nun wirklich nichts zur Sache:

https://www.tagesspiegel.de/politik/aufstaende-in-suedafrika-auch-staaten-verdienen-eine-zweite-chance/27438640.html

mal die zwei Schlusssätze zitiert:
"Doch auch Staaten verdienen eine zweite Chance. In Südafrika steht ein einzigartiges Menschheitsprojekt auf dem Spiel: Einen zutiefst ungerechten Staat (von dem einst auch deutsche Unternehmen profitierten) in ein Musterland der Vielfalt zu verwandeln."

Na bis er dann alle Koffer gepackt hat -
hat's sich bestimmt schon wieder beruhigt...


Ich würde sofort morgen gehen. Wenn es ginge. Genauso wie Andi nach México gegangen ist und zufrieden mit seiner Entscheidung ist. Er bekommt von dem Drogenkriegen und den Kriminialitäten nichts mit, da er sein Leben entsprechend einrichtet. So ist es auch in SA. Die Unruhen waren in der Region KZN. Im Natal Richtung Durban. Das ist ein Komplett anderes Land als um Kapstadt. Würde da auch dort nicht leben wollen wenn es dirt politisch entspannter wäre. Die Gegend um Kapstadt ist komplett anders. Auch politisch. Würd Rauch nicht nach Kreuzberg ziehen, Nicht nach Neukölln oder in eines der vielen Problemgebiete in Deutschland. Aber selbst da wohnen Menschen und sagen die Glücklich und es wäre gar nicht so schlimm wie geschildert. Haben dort ein friedliches Plätzchen gefunden.
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon Hannoveraner » 24.07.2021, 07:54

@ Mahoni
Super beschrieben

Es kotz mich nicht ein Plakat an. Es die die Dauerbeschallung über alle Kanäle. Selbst Gehwege werden mittlerweile besprüht.

Mit dem anderen hast du recht.
Mit der Lebenssituation muss man klar kommen. War aber oft genug da um das zu können. Warum sollte ich nachts auf den Tafelberg? Es wäre toll es zu können, muss ich aber nicht. In die Gegenden in denen ich mich in Kapstadt gerne aufhalte habe ich es noch nicht erlebt das ich vor einem verschlossen Restaurant stehe das nur für mich geöffnet wird. Auch wenn es die gibt. Warum soll ich mich dort aufhalten? Ich fahre auch nicht in die Elendsviertel in D. Auch wenn es dort nicht so gefährlich ist.

Man muss mit diesen Dingen in SA leben können. Die gehören zu dem Land wie hier die Tägliche Beschallung wie man zu leben hat, das man dies nicht mehr machen darf oder das nicht.
Ich bin auch durch die Welt gereist und habe überall Menschen kennen gelernt die glücklich. Ob Israel in der ständigen Bedrohung oder SA mit dem Elend. Interessanterweise sehe ich in diesen Ländern mehr Menschen die Lachen, die fröhlich sind, die eine Leichtigkeit verbreiten als in Deutschland wo alles toll ist. Wo wir keine Sorgen haben müssen uns jeden Tag aber eingeredet wird wir müssen die Welt retten. Wo keine Probleme sind, konstruiert man welche.
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon Mahoni » 24.07.2021, 09:04

Hannoveraner » 24.07.2021, 07:54 hat geschrieben:@ Mahoni
Super beschrieben

Es kotz mich nicht ein Plakat an. Es die die Dauerbeschallung über alle Kanäle. Selbst Gehwege werden mittlerweile besprüht.

Mit dem anderen hast du recht.
Mit der Lebenssituation muss man klar kommen. War aber oft genug da um das zu können. Warum sollte ich nachts auf den Tafelberg? Es wäre toll es zu können, muss ich aber nicht. 1) In die Gegenden in denen ich mich in Kapstadt gerne aufhalte habe ich es noch nicht erlebt das ich vor einem verschlossen Restaurant stehe das nur für mich geöffnet wird. Auch wenn es die gibt. Warum soll ich mich dort aufhalten? Ich fahre auch nicht in die Elendsviertel in D. Auch wenn es dort nicht so gefährlich ist.

Man muss mit diesen Dingen in SA leben können. Die gehören zu dem Land wie hier die Tägliche Beschallung wie man zu leben hat, das man dies nicht mehr machen darf oder das nicht.
Ich bin auch durch die Welt gereist und habe überall Menschen kennen gelernt die glücklich. 2)Ob Israel in der ständigen Bedrohung oder SA mit dem Elend. Interessanterweise sehe ich in diesen Ländern mehr Menschen die Lachen, die fröhlich sind, die eine Leichtigkeit verbreiten als in Deutschland wo alles toll ist. Wo wir keine Sorgen haben müssen uns jeden Tag aber eingeredet wird wir müssen die Welt retten. Wo keine Probleme sind, konstruiert man welche.


1) Ich möchte da nochmals nachgreifen weil ich hätte dazuschreiben sollen das dies ausschließlich nach Einbruch der Dunkelheit der Fall war. Tagsüber war dies nie der Fall. Aber ich kann dir versichern das ich nicht in Elendsvierteln gewohnt habe und die Gäste der Restaurants auch durchaus der gehobenen Mittelschicht zuzuordnen waren. Auch habe ich damals bewusst den Wohnort nahe einer Polizeistation gewählt. Um dann festzustellen das es ohne private Security nicht geht. An roten Ampeln ohne Verkehr sollte man zu später Stunde auch nicht rund um die Watefront anhalten. Nicht umsonst ist Südafrika auf Platz 9 der weltweiten Tötungsrate. Die Chance ist ungleich höher das dir dort etwas passiert. Man kann nun sagen das man sich ja nicht in Elendsvierteln aufhält. Für mich der in einem so sicheren Land über 5 Jahrezehnte lebt leider keine Option.

2) Das ist der Preis denn du zahlst wenn du in einem der größten Industrieländer der Welt lebst. Dieser Lebensstandard hat seinen Preis. Das Berufsleben stresst die Menschen so sehr das es sich in ihr Privatleben überträgt. Mein Vater und mein Opa hatten ein stressfreieres Arbeitsleben. Die ständige Arbeitsverdichtung schadet uns. Es macht etwas mit uns und verändert den Zeitgeist nachhaltig. Die Menschen mit der mit Abstand größten Lebensfreude habe ich in Brasilien angetroffen. Leben möchte ich dennoch nicht in Sao Paulo. Vermutlich aber auch nur weil ich schon viel zu lange in unserem System integriert bin und funktioniere.

Unter dem Strich muss jeder selbst wissen was er mit seinem Leben anfangen möchte. Und wenn er unzufrieden ist sollte er etwas ändern. Und ich denke so wie du das alles beschreibst gehst du die Sache nicht Kopflos an sondern weißt was du willst und was dich erwartet. smilie_01
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon 08-15 » 24.07.2021, 09:43

Mahoni » 24.07.2021, 09:04 hat geschrieben:... Die Menschen mit der mit Abstand größten Lebensfreude habe ich in Brasilien angetroffen. Leben möchte ich dennoch nicht in Sao Paulo. Vermutlich aber auch nur weil ich schon viel zu lange in unserem System integriert bin und funktioniere.

Vielleicht hat man sich in Deutschland auch schon an zu viel "gutes" gewöhnt bzw. sieht viele Dinge als "normal" und darüber muss man sich ja nicht freuen. Ich habe auch schon mehrmals erlebt, dass sich Menschen die in einfacheren Lebensverhältnissen leben viel mehr freuen bzw. eben "nicht materielle" Dinge viel besser zu schätzen wissen als die Menschen die mehrere Luxusautos in den Garagen stehen haben. Der Spruch "Geld macht nicht glücklich." ist so falsch nicht, bzw. wenn dann macht die Vermehrung von Geld nur kurzzeitig glücklich. Viel wichtiger für das persönliche "Glücksgefühl" sind soziale Beziehungen, also Menschen, und da auch nicht die Masse an Beziehungen sondern die Intensität, also wie bei so vielem auch hier "weniger ist mehr" ;-). Und wenn man aufgrund der Auswanderung zwar mehr Geld verdient (hoffentlich auch mit einem guten Gewissen, denn auch das ist wichtig für die "Glücksmomente" beim Thema Geld) aber dafür seine Freunde aus den Augen verliert, dann ist man schnell unglücklich auch mit mehr Geld.

Ein interessanter Überblick zum Thema Auswanderung bzw. den Gründen für "weg" und "wieder zurück" findet sich unter https://www.dw.com/de/einmal-auswandern ... a-51564332
https://forum.silber.de/viewtopic.php?f=28&t=20818

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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon Schubidu » 24.07.2021, 10:32

Ich kann so manche Gründe durchaus nachvollziehen. Egal ob Plakate, Mainstream-Medien oder sonstwas, man hat zunehmend das Gefühl massiv manipuliert zu werden. Das in wichtigen Dingen, jedem der mit offenen Augen durch die Welt geht, ist auch so klar, dass wir unsere Natur nicht weitere 50 Jahre so belasten können, sondern auch bei Dingen, die nicht mehr nachvollziehbar sind.
Beispiel Gender-Speek, da kann man teilweise nur noch mit dem Kopf schütteln, aber auch die Rassismus-Debatte. Ich bin da durchaus der Meinung dass man respektvoll miteinander umgehen soll. Aber wenn heute ein Indianer kein Indianer mehr sein darf und man ernsthaft darüber diskutiert, ob die Pippi-Langstrumpf-Bücher umgeschrieben werden sollen, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Dagegen formiert sich naturgemäß auch Widerstand, der aber dann auch überreagiert und zu heftig in die andere Richtung unterwegs ist. Das sind dann die, die jeden der nicht ihrer Meinung ist als "links-grün" bezeichnen ;)

Meines Erachtens sind das Degenationserscheinungen einer Gesellschaft, der es zu gut geht. Sowas gab es in der Geschichte immer wieder. Die sind naturgemäß in Ländern wo dies nicht der Fall ist, nicht vorhanden. Wäre aber für mich jetzt kein Grund auszuwandern.

Letztendlich würde ich für mich mehr verlieren (Familie, Freunde usw.) als ich gewinnen würde.

Österreich ginge noch (die sind auch deutlich weniger strange unterwegs als D), da wäre ich in einer guten Stunde bei meinen Lieben. Aber ein Auswanderungsland, wo man etliche Stunden im Flugzeug sitzt, wäre für mich persönlich keine Option. Gerade in den letzten 18 Monaten hat man ja gesehen, wie schnell man da festsitzen kann.

WhiteWarrior
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon WhiteWarrior » 24.07.2021, 12:54

Ich und meine Frau würden Deutschland nicht verlassen. Ich bin Privatwaldbesitzer und hier verwurzelt. In absoluten Notlagen (Offene Diktatur, Krieg) könnten wir uns noch Österreich und die Deutsch-Schweiz vorstellen.

Deutschland ist so vielseitig sowohl was das Deutsche Volk (Rheinländer, Schwaben, Sachsen usw.) angeht als auch von der Landschaft (Nordsee, Ostsee, Alpen, Lüneburger Heide usw.), dass da für mich immer was dabei ist.

Mein Wald befindet sich in Württemberg, da ist mein Lebensmittelpunkt. Hat sich in Deutschland in den letzten 10 Jahren viel zum negativen verändert?
Ja, absolut.

Beispiel: Wie ist man 2006 mit Gästen, ausländischen Nationalmannschaften umgegangen bei der Fussball-WM in Deutschland ?

Respektvoll, keiner wurde missioniert.

Wie ging man jetzt mit den Ungarn um? Zum schämen.

Ich kenne 2 erfolgreiche Auswanderer / Unternehmer die nach Ungarn gegangen sind, beide inzwischen jeweils ungarische Ehepartner. Irgendwo in Afrika oder Südamerika in einer deutschen Rentnerkolonie zu enden, wo man ja schon äusserlich immer ein Fremdkörper sein wird, wäre mir zu heiss.

Das geht gut bis zu dem Tag, an dem die Rente nicht mehr in der gewohnten Höhe überwiesen wird. Und der Tag ist in meinen Augen viel näher als viele wahrhaben wollen.

Ich habe in meiner entfernten Verwandtschaft einen Missionar, der eine schwarze Afrikanerin geheiratet hat und sich in Afrika wohl fühlt. Er sagt aber, mit einer deutschen Weissen könnte er das da unten nicht durchziehen.

Die Frau hat bei der dortigen Polizei eine Ausbildung gemacht, kann mit Schusswaffen umgehen, das Wohnhaus ist entsprechend gesichert. Er sagt, egal wie gut es in Afrika läuft, man muss sich immer klar sein, man ist in Afrika.
Bei Behördengängen, beim Umgang mit der Polizei und Militär ist immer seine Frau dabei. Seine Frau sucht die Angestellten aus, Sie führt das Bankkonto usw.
Auch sind nicht alle Schwarzafrikaner Fans von Ehen Weiss / Schwarz.

Für Ihn und seine Frau passt es aber. Da muss jeder seinen Weg finden, Leben und leben lassen.
Ein Volk das keine Waffen tragen möchte, wird Ketten tragen.

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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon Hannoveraner » 24.07.2021, 20:32

@ Mahoni
Danke für deine Worte.
Passt alles recht gut.
Zu 2. Möchte ich aber schon sagen das wir Deutschen da sehr speziell sind. In anderen Industrienationen sind die Menschen nicht so verkopft wie wir in Deutschland.
Zu1. Auch da hast du natürlich recht.
Wenn ich ein Land bereise versuche ich immer das Land so zu betrachten wie es die Einheimischen tun.
Die Armut gehört in SA dazu. So sehr einen das erst einmal schockt. Es ist einfach so und das respektiere ich. Ich schau wie gehen die Südafrikaner damit um. Das machen alle sehr pragmatisch und in den meisten Fällen Respektvoll. Wenn ich die Armut als solche Akzeptiere, dann sehe ich auf einmal nicht mehr die Kinder die Scheiben waschen. Sondern die Kinder die nach dem Waschen tanzen und lachen. Ähnlich mit der Kriminalität. Wie gehen die Südafrikaner damit um? Wie verhalten die sich? Ich hab mich in SA nie unsicher gefühlt, weil ich mich anpasse. Als ich Hamburg beim Abstiegsspiel gegen Gladbach war. Mein Bruder und ich Abends nach dem Spiel bei einem Kneipenbummel vor einer Hamburger Fankneipe landeten , da ging uns der Arsch auf Grundeis. Passiert ist nichts, weil wir uns entsprechend verhalten haben.
Die Morde und Vergewaltigungen passieren meist in den Elendsvierteln.

Als potentiellen Wohnort haben wir mit Kalk Bay/ Clovelly einen Ort ausgesucht der Safe ist und wo man sich überall sicher bewegen kann. Weitestgehend auch Nachts. Wie es sich für einen Silberfan gehört ist Clovelly auf dem Gebiet einer alten Silbermine entstanden und gehört zum Sivermine Nationalpark

Aber auch da hast du recht. In Deutschland sozialisiert, muss man das erst einmal verpacken und klar kommen.
Bin gespannt wie es weitergeht. Das wichtigste hast du auch erkannt. Ich gehe das nicht blauäugig an. Am Ende wird man sehen ob es klappt und wie wir uns fühlen. Zurückkehren können wir immer. Dann mit einer Lebenserfahrung die uns keiner mehr nimmt. Vielleicht dann auch mit einer entspanntheit und anderen Sicht auf die Dinge die sich meiner Meinung nach in D negativ entwickeln. Für meine Frau und mich ist die Zeit jetzt schon durch die Gedanken positiv.
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Re: Umfrage: Würdet ihr Euer Land verlassen?

Beitragvon amabhuku » 24.07.2021, 21:57

Hannoveraner, du weisst ich wünsche dir das Allerbeste, aber die rosarote Brille wird dir wenig nutzen.
Ich kannte einige die so eine ähnliche Einstellung hatten und inzwischen sechs Fuss tiefer liegen.
Und die waren gebürtige Südafrikaner.

Real ist: KwaZulu Natal ist nicht mal unter den ersten drei Plätzen in Südafrika, was die Mordopfer betrifft. Tote gibt es trotzdem genug.
Kapstadt hat schon vor Jahren Johannesburg als "Mordhauptstadt" abgelöst, dort am Kap gibt es die meisten Toten. Die Mordrate ist innerhalb von 1 Jahr um fast 30% gestiegen.
Selbst der Bürgermeister von Capetown hat zugegeben das der Kampf gegen die Kriminalität aufgegeben wurde. Nachlesbar in der "Cape Argus".
Allein im Squattercamp (Township) Khayelitsha; Stadtteil von Capetown, sterben pro Wochenende um 50 Menschen und nicht an Alterschwäche, ich meine die Gewalttoten.

Alles wird in ganz Südafrika jeden Tag schlimmer, man macht nur noch Witze über die "Rainbow Nation", Galgenhumor.
Im Moment bringen sich hauptsächlich die Schwarzen gegenseitig um; illegal Eingewanderte aus dem Norden und einheimische Schwarze. Irgendwann kippt das wie in Simbabwe.
Siehe die Rede die Ramaphosa (Präsident Südafrika) in Simbabwe zum ehrenden Andenken an Diktator Mugabe gehalten hat...
Jeder weisse Südafrikaner, der irgend kann, versucht mit Familie wegzukommen. In den letzten 15 Jahren gab es einen wahren Exodus, da kann der in D nicht mithalten.
Man braucht aber genug Geld; Grossbritannien, Canada, Australien nehmen keine Südafrikaner auf, die nicht für sich selbst sorgen können. Australien z.B. verlangte schon vor Jahren mind. 500 000 US$ pro Kopf. Jetzt bestimmt mehr.
Die dort bleiben (müssen), die meisten weil keine Knete, können nicht mehr weg und haben das Meer im Rücken.
Klar das die sich verteidigen bis zum Tod sollte das nötig werden.

Sorry, musste ich leider schreiben, sonst heisst es später; der hats gewusst und nix gesagt...oder so.
Dich habe ich schon gewarnt, aber andere die auch auf der Schiene sind....
Andererseits bewundere ich dich schon ein bißchen; so einen Optimismus hatte ich nicht mal in meinen besten Tagen.


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