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Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon Bumerang » 18.09.2020, 16:48

Genau das Frank!

Spätestens seit Corona wissen wir, wie die Regierung rechnet.

Wenn jeder H4 Empfänger sich einen Riesenfernseher kauft für 20k, das letztes Jahr noch 30k gekostet hat, haben die Mehr verdient durch Deflation als sie vom Staat bekommen haben. Na wer sagt's denn....


Was das BIP angehet, muss ich nun feststellen, dass die US Regierung Recht hatte, die Prostitution dazu zu rechnen. Sie liefert ja einen Mehrwert. Anwälte und Bankster nicht. smilie_11
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Der Telefonmann
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon Der Telefonmann » 20.09.2020, 12:27

Der Telefonmann hat geschrieben:@ Reblis smilie_14

Das passt ja dann auch ganz gut

Die Europäische Zentralbank kauft während der Corona-Krise im großen Stil schwer verdauliche Anleihen. Mit dem Billionen-Euro-Programm will die EZB die Konjunktur in der EU stützen. Gnade Gott, wenn die Wirkung nachlässt.

https://www.focus.de/finanzen/boerse/ex ... 35695.html

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir die üblichen Systemlinge auf diese fiskalpolitische Entwicklung eine beruhigende und positive Argumentation bieten könnten.

Also Feuer frei ihr Tykons dieses Forums, ich freu mich.

smilie_24


Ich hoffe immer noch auf eine gute Diskussion. Ihr werdet doch wohl mehr drauf haben, als auf vermeintliche „Nazis“ zu schimpfen und anzuschwärzen.

Bitte beglückt mich mit Eurem Wissen und Eurem Visionen, ich habe es bitter nötig. smilie_16 smilie_39

smilie_24

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Turnbeutelvergesser
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon Turnbeutelvergesser » 20.09.2020, 17:39

Ich denke schon, dass es wie bisher noch Jahre so weiter laufen wird. Siehe Japan. Wenn Geld nichts kostet, und das schon seit Jahrzehnten, ist es doch egal, wie hoch die Schulden sind. Wird immer wieder umgeschuldet und neue Schulden aufgenommen. Effektiv werden die Schulden natürlich nie zurück gezahlt. Ob und wann ein Wendepunkt erreicht werden sollte, der das System zum kippen bringen könnte, wird die Zukunft zeigen.

Dass kein System ewig exponential wachsen kann, ist schon klar. Aber wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass es den Euro heute immer noch geben wird bzw keines der Euroländer den Euro verlassen hat? Die Kreativität der EZBs weltweit würde ich nicht unterschätzen. Und die Mehrheit der Bevölkerung versteht doch sowieso nicht, wie unser Geldsystem funktioniert.

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IrresDing
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon IrresDing » 20.09.2020, 19:25

@Turnbeutelvergesser, aber auch alle anderen:

Ist es denn überhaupt wichtig?

Wo liegt der Unterschied ob mich die EZB schleichend oder ein Währungscrash abrupt enteignet? Ich werde doch so oder so enteignet? Um Alan Greenspan zu zitieren:

„Dies ist das schäbige Geheimnis, daß hinter der Verteufelung des Goldes durch die Verfechter des Wohlfahrtsstaates steht. Staatsverschuldung ist schlicht und ergreifend ein Mechanismus für die „versteckte” Enteignung von Vermögen. Gold verhindert diesen heimtückischen Prozess. Es schützt Eigentumsrechte.“

Also, wo liegt das Problem? Enteignet werdet ihr Tag für Tag. Völlig egal ob unter der Währungsbezeichnung Euro, NeoMark oder JudäischenVolksfrontSchekel. Dieser Staat wird euch immer plündern. Und es ist auch egal ob eine AfD oder die Linken Sozialisten an der Macht sind. Der Prozess liegt im Innersten des Systems begraben.

Ich wähle keinen dieser Affen mehr und spare mir die Zeit einer Wahlurne meine Hoffnungen mitzuteilen die dann sowieso nur enttäuscht werden. Nutzt diese Zeit um euch von dieser Enteignung abzukoppeln. Aber das macht ihr ja bereits alle. Und dann ist doch auch gut. Freut euch einfach. Denn alles andere macht keinen Sinn.
smilie_01

graurock
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon graurock » 20.09.2020, 20:15

Sicher machen wir vieles anders.

Besser?! Wer weiß. Ich hoffe.

Aber eines muss ich zu deinem Post sagen. Es ist provokant und wird vielen nicht passen.

Aber das kennt man ja hier smilie_02


Wer nicht wählt, hat in meinen Augen kein Anrecht auf die Politik zu schimpfen.

Ändern kann ich mit meiner Stimme sicher nicht viel, aber ich versuche es.

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Siebenundvierzig900
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon Siebenundvierzig900 » 20.09.2020, 20:25

graurock hat geschrieben:


Wer nicht wählt, hat in meinen Augen kein Anrecht auf die Politik zu schimpfen.

.


Wobei Parteipolitik aber nur ein Segment der Politik ist.

Wer Veränderung anstrebt sollte nicht nur den parlamentarischen Weg beschreiten,sondern sollte parallel dazu auch metapolitisch wirken.

Fängt bei JEDEM Einzelnen an...und endet in den Parlamenten ,bzw. auf Regierungsbänken noch lange nicht.

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IrresDing
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon IrresDing » 21.09.2020, 17:09

graurock hat geschrieben:Aber eines muss ich zu deinem Post sagen. Es ist provokant und wird vielen nicht passen.

Aber das kennt man ja hier smilie_02


„... der Stachel im Arsch der Nation.“
Dieses Zitat, das Teil meiner Jugend wurde, beschreibt es ganz gut. Ich schwimme unglaublich gerne gegen den Strom und ziehe Thesen heran die man nicht immer überall gerne hört. Jeder braucht Hobbys ;-)

Wer nicht wählt, hat in meinen Augen kein Anrecht auf die Politik zu schimpfen.

Ändern kann ich mit meiner Stimme sicher nicht viel, aber ich versuche es.


Ja und nein. Die Sichtweise kann ich sehr verstehen. Trotzdem habe ich eine andere. Der Politzirkus dreht sich zum Großteil um sich selbst. Pöstchen, Geschachere, Mischpoke und Betrug auf Kosten des Volksviehs. Um überhaupt dort mitzumischen muss man zwangsläufig dieses Spiel spielen und korrumpiert sich selbst. Da ich aber kein besseres System nennen kann, halte ich mich konsequent raus. Zugegeben, der Minimalstaat hat mir ganz gut gefallen. Daher hat mir Luckes AfD zu Anfang wirklich gefallen. Leider wurde mal wieder gezeigt, wie eine Partei sich von innen aushöhlen kann.

Ich will selbst nicht zu diesem korrupten Staat gehören. Daher bin ich seit Jahren konsequente Nichtwählerin. Keine der Parteien vertritt in relevantem Umfang meine Meinung. Und wenn doch, misstraue ich ihr zu sehr. Früher wählte ich die FDP gerne, der Dank folgte mit dem Mövenpick-Desaster auf dem Fuße.

Ich mache mein Ding, die anderen ihr Ding. Ich zahle meine Steuern so weit ich dieses Raubrittertum nicht umgehen kann. Aber mehr braucht der Staat nicht von mir erwarten.

Ich bin nicht Politikverdrossen. Ich bin Systemverdrossen.
smilie_01

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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon graurock » 21.09.2020, 17:20

Mir geht es ähnlich wie dir.

Dennoch versuche ich das mir naheliegendste Übel zu wählen.

Problem ist, dass man durch Nichtwahl nix ändert und diejenigen, die das Land mit einem massiven Linksruck kaputt machen, weiter an der Macht bleiben und nach der Wahl zu einer linken CDU, eine wirtschaftsfeindliche, völlig realitätsfremde grüne Politik hinzu kommt.
Im schlimmsten Fall wird es RRG.

Ist das das Ziel? :?

Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum keine FDP oder CDU wieder aus dem Sog nach Links raus kommt.

Es gibt keine politische Mitte mehr.

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IrresDing
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon IrresDing » 21.09.2020, 17:39

Ein Gewitter reinigt die Luft.

Die Menschheit hat noch nie aus der Vergangenheit gelernt. Alle paar Generationen muss sie selbst auf die heiße Herdplatte fassen.

Jede Mutter versuchts zu vermeiden. Und doch weiß sie, dass sie ihrem Kind eine wichtige Lektion vorenthält. Glaube mir, so manche Träne der Erfahrung meiner Kinder lief auch schon an meiner Brust herab.

Es gibt wichtigere Dinge als Politik. Um damit wieder den Schwenk zum Lemma zu machen: Es gibt auch wichtigere Dinge als Geldpolitik. Auf sie zu reagieren und die richtigen Schlüsse für die eigenen Finanzen zu ziehen, ist wichtiger als zu versuchen diese Mischpoke zu lichten. Gegen Windmühlen zu kämpfen war schon bei Don Quichote wenig Erfolg versprechend.

Die Abschaffung des Bargelds werden deine Mitmenschen fröhlich und gerne einleiten. Und damit wird es keine Chance mehr geben sich der Kontrolle des Staates zu entziehen. Jede Transaktion wird nachverfolgbar sein. Mit der moralischen Keule der sozialen Ungerechtigkeit großer Vermögen wird der Negativzins weiter ausgebaut. Die Großen verabschieden sich. Und das Volk wird jubeln.

Worüber also ärgern? Freuen wir uns. Wir haben nur dieses eine verdammte Leben.
smilie_01

Reblis
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon Reblis » 26.09.2020, 19:04

Messung von Inflation:
Die EZB und das teure Gemüse
Die EZB befasst sich diese Woche damit, ob die Inflation wohl richtig gemessen wird. Es könnten durchaus manche Änderungen in dieser wichtigen Frage anstehen.
An diesem Mittwoch soll es losgehen, so hat es Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) auf ihrer vorigen Pressekonferenz angekündigt. Die Notenbank will sich in ihrer „Strategic Review“, dem Prozess der strategischen Neuausrichtung, nicht nur mit der Frage beschäftigen, ob sie es der amerikanischen Notenbank Federal Reserve gleichtun und ihr Inflationsziel von „unter aber, nahe 2 Prozent“ gegen ein neues austauschen soll. Sie will sich auch mit der spannenden Frage beschäftigen, ob die Inflation in der Eurozone eigentlich richtig gemessen wird.

Kritik an der Inflationsmessung gibt es zuhauf. In der Corona-Krise hat sie noch einmal neue Nahrung bekommen. Wenn die gemessene Inflationsrate während des Shutdowns sehr niedrig war, dann auch deshalb, weil beispielsweise Benzin günstig war, als kaum jemand mit dem Auto fuhr – während Dinge wie Lebensmittel, die man weiterhin dringend brauchte, kräftig teurer wurden.

Auch dass das selbstgenutzte Wohneigentum im Euroraum nicht mit in die Inflationsmessung einfließt, ist immer wieder kritisiert worden, weil die Menschen gerade bei den Immobilienpreisen deutliche Preissteigerungen beobachten. Manche gehen noch weiter und meinen, der Anstieg der Vermögenspreise insgesamt sei auch ein Zeichen von Inflation und müsse berücksichtigt werden.

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/ez ... 64325.html
Ganz genau so ist es und nicht anders!

Hannoveraner
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon Hannoveraner » 26.09.2020, 19:48

Reblis hat geschrieben:Messung von Inflation:
Die EZB und das teure Gemüse
Die EZB befasst sich diese Woche damit, ob die Inflation wohl richtig gemessen wird. Es könnten durchaus manche Änderungen in dieser wichtigen Frage anstehen.
An diesem Mittwoch soll es losgehen, so hat es Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) auf ihrer vorigen Pressekonferenz angekündigt. Die Notenbank will sich in ihrer „Strategic Review“, dem Prozess der strategischen Neuausrichtung, nicht nur mit der Frage beschäftigen, ob sie es der amerikanischen Notenbank Federal Reserve gleichtun und ihr Inflationsziel von „unter aber, nahe 2 Prozent“ gegen ein neues austauschen soll. Sie will sich auch mit der spannenden Frage beschäftigen, ob die Inflation in der Eurozone eigentlich richtig gemessen wird.

Kritik an der Inflationsmessung gibt es zuhauf. In der Corona-Krise hat sie noch einmal neue Nahrung bekommen. Wenn die gemessene Inflationsrate während des Shutdowns sehr niedrig war, dann auch deshalb, weil beispielsweise Benzin günstig war, als kaum jemand mit dem Auto fuhr – während Dinge wie Lebensmittel, die man weiterhin dringend brauchte, kräftig teurer wurden.

Auch dass das selbstgenutzte Wohneigentum im Euroraum nicht mit in die Inflationsmessung einfließt, ist immer wieder kritisiert worden, weil die Menschen gerade bei den Immobilienpreisen deutliche Preissteigerungen beobachten. Manche gehen noch weiter und meinen, der Anstieg der Vermögenspreise insgesamt sei auch ein Zeichen von Inflation und müsse berücksichtigt werden.

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/ez ... 64325.html


In den vergangene Wochen gab es vermehrt Berichte die von einem Ansteigen der Inflation über den Inflationszielen der EZB bis hin zu galoppierenden Inflationen. Wer kann sagen seit wann seitens der EZB es ernsthafte Überlegungen Überlegungen zur Neuordnung der Inflationskriterien gibt? Warum sollen ausgerechnet Teile der stark steigenden Immos mit einbezogen werden?

Für mich liest sich das ein Stück weit so als wenn ein Anstieg der Inflation über den Kriterien auf diese Art und Weise vertuscht werden soll. Besonders der Punkt Prognosen aus Umfragen der Bevölkerung ist für mich sehr heikel zu betrachten. Wer aktuelle Umfrageergebnisse bei Wahlen sieht, der kennt die Bandbreite der Abweichungen zwischen einzelnen Instituten. Besonders zu erkennen das gewisse Institute bestimmte Parteien bewusst höher oder niedriger Bewerten. Kleinste Änderungen in den Schätzern bei den Berechnungen können große Abweichungen in den Ergebnissen ergeben.
Für mich leist sich das ganze als ob hier eine bewusste Manipulation stattfinden soll.
In einer Krise solche wichtigen Indikatoren anzupassen stinkt gewaltig
Rangar Y,"Lasst uns gemeinsam die Chance ergreifen und Zuhören statt Verurteilen, Fragen statt Antworten, Verstehen statt Verdammen, Argumentieren statt Diffamieren und Einladen statt Ausgrenzen. Dieter Nuhr: Wir haben ein Problem mit Denunziation, Diffamierung und Etikettierung Andersdenkender

Reblis
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Re: Die Fed will ihre geldpolitische Strategie ändern

Beitragvon Reblis » 22.10.2020, 08:51

Ringen um Inflationsziel
"Um 2 Prozent": Ein kleines Wort macht der EZB den Weg frei für weniger Stabilität
Auch wenn das neue Inflationsziel der EZB kaum anders klingen wird als das vorige, kann es für den Bürger doch enorme Unterschiede bedeuten. EZB-Chefin Christine Lagarde verspricht, eine einfache Formulierung zu finden – und dabei nicht die USA kopieren.
Die aktuell negativen Leitzinsen und das ausgedehnte Anleihenkaufprogramm existieren etwa nur, weil die Inflation etwa sehr weit unter dem Zielwert liegt. Umgekehrt bedeutet der aktuelle Zielwert von „knapp unter zwei Prozent“ aber auch, dass die EZB umgekehrt intervenieren würde, stiege die Inflation auf oder über zwei Prozent.

Das ist bei einem Ziel von „um die zwei Prozent“ nicht mehr gegeben. Hier würde die EZB nicht eingreifen, wenn die Inflation etwa leicht über oder unter zwei Prozent läge. Das bedeutet, dass es eben nicht bei 1,5 Prozent schon Leitzinssenkungen gibt oder dieser bei 2,5 Prozent deutlich erhöht wird. Das bringt mehr Ruhe in den Markt, weil von der Notenbank ausgehend auch andere Akteure entspannter handeln könnten. Erst, wenn die Inflation mittelfristig unter oder über zwei Prozent liegt, würde die EZB intervenieren. Zwar hat die Bank den Ausdruck „mittelfristig“ hierbei nicht genau definiert, wahrscheinlich ist aber ein Zeitraum von fünf bis zehn Jahren gemeint.

Warum die EZB nicht die Geldpolitik der USA kopiert
Es gibt noch eine dritte Formulierung im Rennen um das neue Inflationsziel: Die US-amerikanische Zentralbank Fed hatte dieses Jahr ihr Ziel in „durchschnittlich zwei Prozent“ geändert. Das klingt jetzt wiederum sehr ähnlich wie „um die zwei Prozent“, hat aber praktisch wieder ganz andere Auswirkungen.

So schaut die Fed ab sofort immer auf einen längeren Zeitraum von etwa zehn Jahren. Sollte die Inflation in den ersten fünf Jahren bei nur einem Prozent liegen, würde sie darauf hinarbeiten, dass sie in den zweiten fünf Jahren auf drei Prozent steigt, um so im Durchschnitt bei zwei Prozent zu liegen. Solche Auswüchse gäbe es beim EZB-Ziel nicht. Die europäische Zentralbank würde die Inflation maximal auf ein Niveau von etwa zwei Prozent anheben wollen.

Egal, welches Ziel die EZB am Ende genau formuliert, es zu erreichen, dürfte schwierig werden. Seit 2013 stieg die jährliche Teuerungsrate in der Eurozone nie über 1,5 Prozent und bis sich die Wirtschaft von der Corona-Krise genug erholt hat, um Preissteigerungen darüber hinaus zu vertragen, könnte noch Jahre dauern. Aktuell sind die Formulierungsfragen deswegen nur Spielereien – praktisch muss sich die EZB erst einmal mit der Abwehr der Deflation beschäftigen.

https://www.focus.de/finanzen/boerse/ri ... 62026.html
Ganz genau so ist es und nicht anders!


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