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Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

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Andre090904
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Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Andre090904 » 10.11.2019, 06:28

Am 8. November wurde gegen 21:00 Uhr auf einer Bundesstraße zwischen Caborca und Sonoyta (Bundesstaat Sonora) ein Geldtransporter überfallen, der insgesamt 18.800 Unzen Gold aus einer Mine transportierte. Das Gold stammte aus der Mine "Noche Buena" und gehört dem Unternehmen "Fresnillo PLC".

Die 3 Wachmänner sollten mit Pistolen bedroht und schließlich zusammengeschlagen worden sein, befinden sich aber in einem stabilen Zustand. Von den 18.800 Unzen Gold (in Form von 47 Goldbarren) fehlt jede Spur.

Der Wert des Goldes beläuft sich auf 524.008.344,88 mexikanische Pesos (etwa 25 Millionen Euro). Im vergangenen Quartal hat das Unternehmen insgesamt 37.570 Unzen Gold (in Form von 94 Goldbarren) gegossen. Das heißt, dass gut die Hälfte der gesamten Produktion gestohlen wurde.

Quelle: https://www.proceso.com.mx/606357/roban ... GuaLO3qCdw

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Captain
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Captain » 10.11.2019, 06:56

Wundert es dich?
Ich habe das Gefühl da unten gerät alles mehr und mehr außer Kontrolle... Ich habe bis 2008 öfter mal in Mexiko zu tun gehabt... Kann die Entwicklung also nur erahnen aber wenn man die einschlägigen mexikanischen und amerikanischen Videoportale verfolgt ergibt sich ein trauriges Bild...

„Nur“ Pistolen und zusammenschlagen lässt aber eher nicht auf die üblichen Verdächtigen schließen.
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Schöne Grüße
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Xiaolong
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Xiaolong » 10.11.2019, 09:45

Wird vielleicht ein abgesprochener Insiderjob gewesen sein. Normalerweise werden schon für weniger Pesos keine Zeugen hinterlassen.
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Master_Skull
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Master_Skull » 10.11.2019, 13:34

Die Gesamte Produktion von 1,5 Monaten auf ein Mal transportieren kommt mir sehr fahrlässig vor. Vielleicht sind sogar Führungskräfte daran beteiligt und machen ihren Schnitt.

D.h. eine geringere Libertad gold Auflage? :cry:

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Andre090904
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Andre090904 » 10.11.2019, 16:05

Ich glaube nicht, dass das Gold für die Libertads bestimmt war. Der Geldtransporter war in Richtung USA unterwegs. Insiderjob? Gut möglich, und würde mich nicht wundern. Ich würde da aber eher die Leute vom Sicherheitsdienst/der Transportfirma verdächtigen. Aber das ist auch nur meine Vermutung...

@Captain: Das klingt vielleicht komisch, aber man gewöhnt sich dran. In der Stadt, wo ich wohne, sind um die 10-30 Morde pro Woche völlig normal. Da wundert es einen kaum mehr, wenn irgendwo mal wieder Dutzende Müllbeutel mit menschlichen Überresten gefunden werden. Was die "generelle Lage" angeht, hat sich nicht viel getan. Aber was soll sich auch schon ändern (und vor allem wie)? Das Land wurde quasi systematisch über Jahrzehnte gegen die Wand gefahren.

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Captain
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Captain » 10.11.2019, 18:50

@Andre...

Ja diese Mordraten sind ja für Südamerika normal... Mexiko stand da Ländern wie Brasilien noch nie hinterher.
Früher baumelten die Leichen von den Brücken, tagelang, lagen mit Kopfschüssen aufgereiht am Straßenrand oder die Köpfe wurden alleenartig aufgespießt für alle sichtbar.
Selbst die Polizei traute sich nicht da einzugreifen. Irgendwann kam dann die Armee und hat die Banden vertrieben. War die Armee wieder weg waren die Banden wieder da.
Für die Leute die da leben (müssen) - normal...
Ich persönlich denke dass Mexiko sich nie mehr erholen wird.

Zum Ursprungsthema: Solche Transporte sind einfach nur dumm. 25 Mio. und drei Wachleute - ich denke man wollte das Gold los werden...
_________________________
Schöne Grüße
Captain

Silbermann 1984
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Silbermann 1984 » 10.11.2019, 19:08

Andre090904 hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass das Gold für die Libertads bestimmt war. Der Geldtransporter war in Richtung USA unterwegs. Insiderjob? Gut möglich, und würde mich nicht wundern. Ich würde da aber eher die Leute vom Sicherheitsdienst/der Transportfirma verdächtigen. Aber das ist auch nur meine Vermutung...

@Captain: Das klingt vielleicht komisch, aber man gewöhnt sich dran. In der Stadt, wo ich wohne, sind um die 10-30 Morde pro Woche völlig normal. Da wundert es einen kaum mehr, wenn irgendwo mal wieder Dutzende Müllbeutel mit menschlichen Überresten gefunden werden. Was die "generelle Lage" angeht, hat sich nicht viel getan. Aber was soll sich auch schon ändern (und vor allem wie)? Das Land wurde quasi systematisch über Jahrzehnte gegen die Wand gefahren.


Warum fliegt man den Kram nicht mit dem Hubi von A nach B wie in Südafrika ?

10-30 Morde ,was habt ihr da eigentlich für Waffengesetze ,ist es dem normalen Bürger dort möglich legal eine Schusswaffe zu führen ?
Dort ist das ja mehr als angebracht damit man nur den Hauch einer Chance hat .

salito
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon salito » 10.11.2019, 19:17

Es ist ja nicht der normale Bürger der da schießt, sondern die Mitglieder der Kartelle...

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Siebenundvierzig900
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Siebenundvierzig900 » 10.11.2019, 19:37

Silbermann 1984 hat geschrieben:
Andre090904 hat geschrieben:
10-30 Morde ,was habt ihr da eigentlich für Waffengesetze ,ist es dem normalen Bürger dort möglich legal eine Schusswaffe zu führen ?


Eine staatliche Struktur welche es zulässt (oder begünstigt?) daß 50-130 monatliche Morde in einer Stadt die übliche Normalität werden hat jeglichen Anspruch verloren zu definieren was " legal" ist und was nicht.

Es sind im Übrigen nicht nur die Kartelle, es gibt auch ohne den Zusammenhang der Kartelle Gangs,Banden und Kriminelle sowie auch den bewaffneten Selbstschutz der Bürgerwehren bzw. der professionellen Sicherheitsdieste welcher nach europäischen Wertevorstellungen seinerseits sehr robust agiert und zumindest in der Vergangenheit auch auf eigene Rechnung "arbeitende" Strukturen in Militär + Polizei.

Möglicherweise kann Andre hier aber aktuellere Einblicke liefern.
Meine diesbezüglichen Erfahrungen haben mittlerweile zwischen 5 und 15 Jahren auf den Buckel.

Silbermann 1984
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Silbermann 1984 » 10.11.2019, 20:03

Gut wenn das alles schon so korrupt und Kriminell ist wie in manchen Afrikanischen Staaten dann sind Gesetze wirklich fast egal ,wobei ich wöllte nicht in Mexico im Knast sitzen deshalb die Frage .

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Andre090904
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Andre090904 » 10.11.2019, 21:58

Silbermann 1984 hat geschrieben:
Warum fliegt man den Kram nicht mit dem Hubi von A nach B wie in Südafrika ?


Die Kartelle haben auch Boden-Luft-Raketen und haben diese auch schon gegen die mexikanische Luftwaffe eingesetzt. Hubschrauber helfen nicht viel, würden die Sache aber schon ein wenig komplizierter machen. ;)

10-30 Morde ,was habt ihr da eigentlich für Waffengesetze ,ist es dem normalen Bürger dort möglich legal eine Schusswaffe zu führen ?
Dort ist das ja mehr als angebracht damit man nur den Hauch einer Chance hat .


Man kann Waffen hier in normalen Einkaufszentren kaufen, muss diese jedoch (theoretisch...) registrieren lassen. In Mexiko gibt es kein Einwohnermeldeamt und man muss seinen Wohnort nicht zwangsläufig angeben, wenn man nicht will. Ich habe meinen beispielsweise seit 2014 nicht mehr aktualisiert und mein Wohnort ist laut Register 1000km von meinem tatsächlichen Wohnort entfernt. Und selbst wenn: Wenn man beispielsweise ein Auto auf Kredit kaufen will oder bei irgendeiner Behörde etwas will, braucht man einen "Wohnsitznachweis". Das kann eine Stromrechnung, Wasserrechnung usw. sein. Diese Rechnungen laufen aber immer über den Namen des Vermieters. Sprich man kann sich irgendeine beliebige Rechnung heraussuchen (Nachbarn, Verwandte, aus dem Müll, ...) und schon
hat man seinen Wohnsitznachweis...den man auch zum Registrieren einer Waffe nutzen kann. ;)

Staatliche Strukturen...es ist alles miteinander verknüpft. Man kann niemanden vertrauen. Die Toten werden hier wenigstens noch verbuddelt oder in irgendwelchen geklauten Autos in der Wüste geparkt. Von der Brücke hängen sie mittlerweile vergleichsweise selten.

Gesetze gibt's und die werden auch umgesetzt. Problem ist, dass man sich mit Geld einfach freikauft. Sprich selbst wenn...den Reichen (und den Kartellmitgliedern) passiert nichts.

Silbermann 1984
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Silbermann 1984 » 10.11.2019, 22:20

Andre090904 hat geschrieben:
Silbermann 1984 hat geschrieben:
Warum fliegt man den Kram nicht mit dem Hubi von A nach B wie in Südafrika ?


Die Kartelle haben auch Boden-Luft-Raketen und haben diese auch schon gegen die mexikanische Luftwaffe eingesetzt. Hubschrauber helfen nicht viel, würden die Sache aber schon ein wenig komplizierter machen. ;)

10-30 Morde ,was habt ihr da eigentlich für Waffengesetze ,ist es dem normalen Bürger dort möglich legal eine Schusswaffe zu führen ?
Dort ist das ja mehr als angebracht damit man nur den Hauch einer Chance hat .


Man kann Waffen hier in normalen Einkaufszentren kaufen, muss diese jedoch (theoretisch...) registrieren lassen. In Mexiko gibt es kein Einwohnermeldeamt und man muss seinen Wohnort nicht zwangsläufig angeben, wenn man nicht will. Ich habe meinen beispielsweise seit 2014 nicht mehr aktualisiert und mein Wohnort ist laut Register 1000km von meinem tatsächlichen Wohnort entfernt. Und selbst wenn: Wenn man beispielsweise ein Auto auf Kredit kaufen will oder bei irgendeiner Behörde etwas will, braucht man einen "Wohnsitznachweis". Das kann eine Stromrechnung, Wasserrechnung usw. sein. Diese Rechnungen laufen aber immer über den Namen des Vermieters. Sprich man kann sich irgendeine beliebige Rechnung heraussuchen (Nachbarn, Verwandte, aus dem Müll, ...) und schon
hat man seinen Wohnsitznachweis...den man auch zum Registrieren einer Waffe nutzen kann. ;)

Staatliche Strukturen...es ist alles miteinander verknüpft. Man kann niemanden vertrauen. Die Toten werden hier wenigstens noch verbuddelt oder in irgendwelchen geklauten Autos in der Wüste geparkt. Von der Brücke hängen sie mittlerweile vergleichsweise selten.

Gesetze gibt's und die werden auch umgesetzt. Problem ist, dass man sich mit Geld einfach freikauft. Sprich selbst wenn...den Reichen (und den Kartellmitgliedern) passiert nichts.


Das ist echt schon heftig wenn man das hört ,ganz ehrlich da will man doch gar nicht vor die Tür und wenn nur mit Weste unter dem Pullover und ner Glock 17 oder H&K USP im Holster .

Was macht man freiwillig in so einem Land ?

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Andre090904
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Re: Mexiko: 18.800 Unzen Gold gestohlen

Beitragvon Andre090904 » 10.11.2019, 22:39

Silbermann 1984 hat geschrieben:Das ist echt schon heftig wenn man das hört ,ganz ehrlich da will man doch gar nicht vor die Tür und wenn nur mit Weste unter dem Pullover und ner Glock 17 oder H&K USP im Holster .

Was macht man freiwillig in so einem Land ?


Ganz ehrlich? Ich fühle mich hier wesentlich sicherer als in Deutschland. Ich habe vorher in Berlin, Leipzig und Chemnitz gewohnt und man fühlte sich immer unwohl bei der Anwesenheit gewisser Leute. Und irgendwie kann ich die deutsche Gesellschaft nicht ab. Für alles braucht man Papiere. Alle sind kalt, zurückhaltend, mies gelaunt. Das Leben ist grau, trüb, einfach langweilig. Dazu noch hohe Lebenskosten, hohe Steuern und schlechtes Wetter? Muss ich nicht haben.

Ich selbst arbeite von zuhause aus und verlasse das Haus eigentlich nur zum Einkaufen, für Ausflüge usw. Das tägliche Verkehrschaos würde ich mir nur ungerne geben. So gesehen ist es ein wirklich bequemes Leben mit 2-3 Arbeitsstunden am Tag am PC und einem mehr als ausreichendem Einkommen. Das Leben hier ist wesentlich angenehmer. Die Leute sind netter und offener, die Gesellschaft ist nicht so kalt und zurückgezogen, das Wetter ist besser (ganzjährlich über 20°C, Regen nur zu festen Uhrzeiten im Sommer), das Essen ist fantastisch, Gesundheitsversorgung top (jedenfalls für Ausländer mit Geld)...also ich kann mich nicht beklagen. Wenn mich etwas stört (abgesehen von der Kriminalität), dann ist es das grottenschlechte öffentliche Bildungssystem und die sauteuren Privatschulen. Die deutsche Schule hier kostet 500€ pro Monat pro Kind mit einer zusätzlichen Jahresgebühr von 2000€ (+ Transport- und Essenskosten). Bei einem Mindestlohn von 150€ ist das schon ordentlich. Gute Bildung hängt hier sehr vom Gehalt ab. Und natürlich bleibt man so unter sich...die Reichen unter den Reichen und die Armen unter den Armen. Ich habe hier gute mexikanische und deutsche Freunde. Der Pazifik, die Karibik und die USA sind um die Ecke. Könnte schlimmer sein. Wenn man sich richtig zu verhalten weiß, ist Mexiko das Paradies schlechthin.


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