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Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

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Andre090904
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Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon Andre090904 » 05.01.2017, 06:06

Ich lebe seit 2014 in Mexiko und habe schon immer überlegt, hier im Forum über das aktuelle Geschehen in Mexiko (abseits von Silber und Gold) zu berichten. Schlicht, weil man davon in Deutschland so gut wie nichts mitbekommt - und wenn, dann nur in gekürzter Fassung.

Die Mexikaner sind aus eigener Erfahrung ein Volk, das viel über sich ergehen lässt und politisch desinteressiert ist. Leider. Das mag sicherlich an der brutalen Regierung liegen, die gerne Leute (mund)tot macht und an dem Fernsehen, das direkt der Regierung unterliegt. Doch ich bemerke seit den letzten Regierungsjahren des Präsidenten Pena Neto immer mehr Widerstand und möchte das hier anhand von kurzen Neuigkeiten und/oder Ereignissen unterstreichen.

Die Vorgeschichte ist viel zu groß, um das alles überhaupt zusammenfassen zu können. Zu erwähnen sind auf jeden Fall die 43 "verschwundenen" Studenten von Iguala im Jahr 2014. Die Regierung hat die Ermittlungen verboten und den zuständigen Militär zum General befördert für die Leistung zum "Schutz der Zivilbevölkerung". Auch zu erwähnen sind die Proteste der Lehrer im gesamten Land, bei welchen im Juni 2016 6 Menschen in Nochixtlan starben.

Selbtverständlich sind Korruptionsskandale an der Tagesordnung. Allein der Gouverneur von Veracruz Duarte hat geschätzt mindestens 645 Millionen Pesos (35 Millionen Dollar) aus der Staatskasse gestohlen und ist seither "verschwunden". In seiner Regierungszeit sind 17 Journalisten in seinem Bundesstaat ermordert worden.

Der Mindestlohn in Mexiko liegt bei weniger als 4€ pro Tag (nicht pro Stunde) und ein Arbeitstag kann gerne bis zu 14h haben (mein Schwager arbeitet von 04:00-18:00). Zum Vergleich: Ein Liter Benzin kostet um die 0,80€. Eine Pizza kostet um die 5€. Es ist traurig, wenn man im Supermarkt kleine Kinder ihren Vater fragen hört, wann er ihnen mal Schokolade kaufen kann...oder wann denn der nächste Lohn endlich kommt. Gleichzeitig gönnt sich die Regierung und auch das Parlament Rekordlöhne. Allein zu Weihnachten gab es einen "Bonus" in einer Höhe, die 5 Jahren Mindestlohn entspricht.

Seit Januar 2017 stieg der Preis von Benzin und Diesel um gut 30%. Denn Mexiko exportiert das Rohöl in die USA, um es anschließend teurer zu importieren. Auch Taxis und öffentliche Verkehrsmittel haben den Preis folglich um 30% erhöht. Gleiches gilt für Lebensmittel, Elektrowaren und selbst Dienstleistungen wie Führerscheine oder offizielle Urkunden. Alles wird teurer, der Peso ist immer weniger wert und die Löhne bleiben die Alten. Eine explosive Mischung.

Seit 2014 hat der mexikanische Peso 57% an Wert verloren. War 1 Dollar 2014 noch 14 Pesos wert, sind es heute 22. Die Kaufkraft sinkt. Erst heute gab es einen neuen Negativrekord als Ford bekannt gab, sein neues Werk nicht in Mexiko zu bauen, sondern in den USA.

Im Bundesstaat Mexiko (das vom Neffen des Präsidenten regiert wird) und in der Hauptstadt Mexiko-Stadt kommt es immer mehr zur Anarchie (siehe: https://www.youtube.com/watch?v=42yXlEAi5uI - Hinweis: Bei 1:04 wird ein Polizist von einem Polizisten überfahren - total kompetent wie immer halt smilie_12 ). Menschen plündern Supermärkte (siehe: https://www.youtube.com/watch?v=NnLC35q8T3I, und hier: https://www.youtube.com/watch?v=-X1RrSnfiNg), Überfälle sind quasi alltäglich. Fernfahrer, Busfahrer und Taxifahrer blockieren wichtige Straßen, Mautstationen, Autobahnen und Häfen im ganzen Land. Ganze Benzintankfahrzeuge werden gestohlen und dann "gemolken" (siehe: https://www.youtube.com/watch?v=PrUrqU9do-U). Tankstellen werden überfallen (siehe: https://www.youtube.com/watch?v=-llVgE8QSIs). Irgendjemand hat auch Einsatzfahrzeuge der Polizei und des Militärs geklaut und hat diese zum Plündern genutzt (siehe: https://www.youtube.com/watch?v=FXJ5WgA9UH0). smilie_12

Bei den Plünderungen am 03.01.2017 wurde ein Polizist getötet und 225 Personen wurden festgenommen. Insgesamt 79 Geschäfte wurden geplündert. Das Militär und die Marine überwacht nun diese Bezirke.

2018 ist Wahljahr und ich gehe von einem sehr schmutzigen Wahlkampf aus. Die aktuelle Regierungspartei PRI (hochkorrupt, brutal, inkompetent) will logischerweise an der Macht bleiben (fast ununterbrochen seit den 1920er Jahren) und geht dafür über Leichen. AMLO (einer linken Alternative) werden immer mehr Chancen zugesagt. Ich sage voraus, dass der Kandidat AMLO oder Teile seiner Familie noch vor der Wahl nicht mehr leben wird...

Man muss auch erwähnen, dass die PRI Wählern Geld, Fernseher und Lebensmittel schenkt, wenn sie für die PRI stimmen. Das ist in Mexiko ganz normal und das Geld dafür ist sowieso gestohlen.

---------------

Ich gebe zu: Dieser Überblick ist ein wenig konfus und wenig strukturiert. In Zukunft werde ich mich kurz fassen und nur einige Videos, Kurznachrichten o.Ä. posten. Fragen kann ich gerne beantworten. Da meine Quellen allesamt auf spanisch vorliegen, habe ich mir die Links geschenkt, kann diese aber gerne einfügen. Die häufigsten Quellen sind Processo und Aristegui und Videos von Privatpersonen.
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Silberfolie
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon Silberfolie » 05.01.2017, 08:40

Interessant fand ich das Video, in dem massenweise große Flachbildschirme/Fernseher rausgetragen wurden (von einem gleich 2 unter jedem Arm).
Das Risiko festgenommen oder gar erschossen zu werden, wäre mir solch eine Kiste nicht wert. Zumal diese als Tauschware auch etwas unhandlich sein dürften. Und wenn es nur wenige wohlhabende Menschen gibt, haben diese ja auch schon 20 davon, also wird man dann ja kaum einen Abnehmer finden?
Zuletzt geändert von Silberfolie am 05.01.2017, 09:19, insgesamt 5-mal geändert.

RedenistSilber
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon RedenistSilber » 05.01.2017, 08:59

@Andre
Danke für den Blick hinter die Kulissen. Hier in D bekommt man gar nichts davon mit.
Wie hat sich für Dich persönlich (und ggfls. Deine Familie) die Situation in den letzten Jahren / in der letzten Zeit entwickelt?

Gruß
RedenistSilber

Em-Bug
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon Em-Bug » 05.01.2017, 09:05

Vielen Dank @ Andre für die Eindrücke. Warum sollte es in wenigen Jahren in Deutschland nicht ähnliche Zustände geben? Das ist durchaus möglich, wenn sich nichts ändert und den aktuellen Entwicklungen weiter freien Lauf gelassen wird.

Mich würde interessieren, inwieweit die normalen Mexicaner mit dem Peso umgehen. Ob minimal was für noch schlechtere Zeiten weggelegt werden kann und ob der US$ als Zweitwährung fungiert. Spielen Gold und Silber als Wertaufbewahrungsmittel eine Rolle? Gibt es EM An- und Verkaufsmöglichkeiten?

Bei dem geringen offiziellen Lohn: Gibt es Schattenwirtschaft und Nachbarschaftshilfe?
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buntebank
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon buntebank » 05.01.2017, 09:33

mal gaaanz grob ueber den Daumen kalkuliert
bei Tageslohn ca. 4 $, und sagen wir mal 200-400 $ Wert soner Glotze -
lande ich bei - naja umbei 2-3 Monatsgehaelter
mit 4 Glotzen schlepptste dann fast ein gesamtes Jahresgehalt!

was waere bei uns los sobald man ein Jahresgehalt
oder auch nur die Haelfte davon im Vorbeigehen mitnehmen koennte?

vor einigen Jahren wurde der Welt die "Brasilianisierung" angedroht -
"wenige mit fast allem, viele mit fast nix" - hat sich leider durchgesetzt,
Mexico bildet mehr oder weniger die naechste Eskalations-Stufe ab - is' nich' schoen ; (
zufrieden verschiedenste Sorten getauscht mit einem guten Dutzend Forums-Mitgliedern.

Unendlicher Geld-Nachschub auf: https://www.buntebank.com/

Lucky Hans
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon Lucky Hans » 05.01.2017, 10:12

Ich war mit meiner Frau letztes Jahr mal wieder in Mexiko(Playa del Carmen:Die am schnellsten wachsende Stadt der Welt).Das erste mal 1993.
Ich kann die Preisentwicklung nur bestätigen.Viele Einheimische können kaum noch die Miete bezahlen und selbst wir als deutsche Durchschnittsverdiener konnten-wollten uns nicht alles leisten.
Dasselbe wird auf Kuba passieren.
Wer von den USA abhängig ist verliert.Siehe Puerto Rico,Costa Rica.

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GuterJunge
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon GuterJunge » 05.01.2017, 15:41

Hochinteressant !
Muchissimas gracias. smilie_01

Andre090904 hat geschrieben: Da meine Quellen allesamt auf spanisch vorliegen, habe ich mir die Links geschenkt, kann diese aber gerne einfügen. Die häufigsten Quellen sind Processo und Aristegui und Videos von Privatpersonen.

Ja, tu das doch bitte.
Videoclips sagen ohnehin meist mehr als Worte.

Frage: Gibt es in Mexico analog zu anderen lateinamerikan. Ländern wie Venezuela und Kolumbien auch häufig Selbstjustiz seitens der desillusionierten Bevölkerung ?

Ich habe das dort öfter gesehen.
In manchen Barrios hängen auch Spruchbänder/Schilder mit etwa folgendem Inhalt:
"Ratero ! Sí te atrapamos te linchamos. NO llamamos la policia"
"Dieb/Räuber ! Wenn wir Dich erwischen, lynchen wir Dich. Wir rufen KEINE Polizei"
Unterzeichnet mit "communidad de vecinos", das sind Privatinitiativen.

Mit "lynchen" ist allerdings meist nicht direkt töten oder aufhängen gemeint, aber soviel wie "alle Knochen brechen".

Hay que mirar esto p.ej.:
https://www.youtube.com/watch?v=sB5l5OU0nbA
In vino veritas !

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Silbersurfer999
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon Silbersurfer999 » 05.01.2017, 16:30

Auch von mir vielen Dank, für die Infos. smilie_01
Das es in Mexiko so schlimm ist bekommt man hier nicht mit.

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Andre090904
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon Andre090904 » 05.01.2017, 17:16

Das Interesse scheint ja wirklich groß zu sein! smilie_14

Das Risiko festgenommen oder gar erschossen zu werden, wäre mir solch eine Kiste nicht wert.


Es gibt die Theorie, dass die Plünderer von der Regierung bezahlt werden oder zumindest damit beauftragt wurden. Für mich gibt es auch keinen Sinn, irgendwelche Supermärkte zu plündern, wenn der Benzinpreis steigt. Ich sehe da keinen Zusammenhang außer vielleicht pure Wut. Die ersten 2-3 Tage in 2017 waren es vermehrt das friedliche Besetzen/Blockieren von Tankstellen, das absichtliche Verstopfen von Häfen/Mautstationen/Autobahnen etc. Am 3-4 Januar kamen dann plötzlich Plünderer von irgendwo her. Ich kann mir vorstellen, dass die Regierung die Bewegung mit diesen gewaltbereiten Plünderern einerseits untergraben möchte und andererseits auch die Situation ausnutzen möchte, um Polizeigewalt weiter legitimieren zu können.

Wie hat sich für Dich persönlich (und ggfls. Deine Familie) die Situation in den letzten Jahren / in der letzten Zeit entwickelt?


Da wir unser Geld nicht in Pesos verdienen, hat sich für uns persönlich zumindest aus finanzieller Sicht kaum etwas verändert. Was sich geändert hat, ist die Sicherheitslage und die Wut auf die Regierung. Wir haben uns ein Auto gekauft, weil meine Frau auf dem Weg zur Uni (letztes Jahr) überfallen wurde (Tasche wurde mit Messer aufgeschlitzt, aber nichts geklaut). Im Oktober war ein guter Freund zu Besuch und wir waren mit dem Bus auf dem Weg ins Zentrum (einfach zu kleine Gassen für Autos) als wir bemerkten, wie uns irgendein Typ gierig anstarrte. Wir sind dann doch lieber gelaufen.

Ich fühle mich in Mexiko nicht unsicher, zumindest nicht in meiner Stadt (Puebla). Nach Mexiko-Stadt und in den Bundesstaat Mexiko gehe ich nur äußerst umgern und wenn überhaupt, dann direkt zum Flughafen. Auch die Bundesstaaten Veracruz, Tamaulipas usw. meide ich.
Letztes Jahr waren wir bei der Familie meiner Frau in Zihuatanejo (Guerrero, Pazifikküste). Mittlerweile leben sie in Los Cabos (Süd-Niederkalifornien), weil in Zihuatanejo vermehrt Drogenkartelle Schutzgeld fordern und ganze Restaurants, Hotels, Diskos etc. schließen mussten.

Mich würde interessieren, inwieweit die normalen Mexicaner mit dem Peso umgehen. Ob minimal was für noch schlechtere Zeiten weggelegt werden kann und ob der US$ als Zweitwährung fungiert. Spielen Gold und Silber als Wertaufbewahrungsmittel eine Rolle? Gibt es EM An- und Verkaufsmöglichkeiten?


Mexikaner leben im Heute und kennen keine Zukunft. Es gibt keine Versicherungen, keine Altersvorsorge, keine Absicherung. Wenn überhaupt, dann haben die Leute Reserven in Bar in Pesos oder Reserven auf der Bank. Wir alle wissen, dass dies sinnlos ist (gerade bei diesem Verfall des Pesos). Reserven in Dollar gibt es vielleicht, persönlich kenne ich jedoch niemanden. Solche Reserven sind wenn überhaupt vielleicht Werte im Bereich von 1000-2000 Dollar und sind schnell aufgebraucht. Auf dem Land sind Goldmünzen noch bekannter als in der Stadt (aus Zeiten der Revolution und später bis in die 1950er als inoffizielles Zahlungsmittel). Ich kenne keinen einzigen EM Verkauf abgesehen von der Casa de Mexico und Banken. Ankäufe gibt es, die dich vermutlich sowieso nur ausrauben würden. Es gibt viel mehr Pfandhäuser mit logischerweise unterirdischen Raten. Habe dort ab und zu auch Münzen gesehen, die jedoch zum doppelten Goldwert angeboten wurden. Silber-Libertad bekommt man zum Tagespreis bei Banken (und sogar günstiger als in Deutschland). Gold gibt es auch bei Banken, jedoch nur die Centenarios und keine Libertad. Private Verkäufer gibt es nur bei Tauschbörsen in Facebook, bei Auktionen usw. Abgesehen von einigen Sammlern auf Facebook kenne ich niemanden, der ernsthaft Silber/Gold als Werterhalt nutzt. Viel häufiger werden dafür Immobilien genutzt, die die Leute über 30 Jahre oder mehr per Kredit abstottern.

Gibt es Schattenwirtschaft und Nachbarschaftshilfe?


Definitiv. Mein Schwager arbeitet beim mexikanischen Ableger des US-Chipsproduzenten "Lays" und verkauft Chips, Kekse usw. privat, die kurz vorm Verfallsdatum sind und nicht mehr für den offiziellen Verkauf geeignet sind. Weiterhin verkauft er auch Raubkopien von Filmen auf der Straße. Er tauscht Chips/Kekse usw. auch gegen Joghurt, Milch usw. bei Mitarbeitern solcher Produzenten. Viele Tauschgeschäfte also. Da werden Rucksäcke voller Chips gegen 10L Milch getauscht (als Beispiel). Nachbarschaftshilfe wenig (aber vorhanden), eher der Zusammenhalt in der eigenen Familie.

Gibt es in Mexico analog zu anderen lateinamerikan. Ländern wie Venezuela und Kolumbien auch häufig Selbstjustiz seitens der desillusionierten Bevölkerung ?


Auf jeden Fall. Die Polizei wird nur ungern eingeschaltet. Hier im Bundesstaat Puebla werden Ladrones (Kriminelle) entweder öffentlich auf dem Zocalo (sowas wie der Rathausplatz) zusammengeschlagen und in einigen Fällen auch verbrannt. Meine Frau hat vor circa 3 Wochen auf dem Wochenmarkt erlebt, wie 5 Kriminelle einen Kleidungsstand überfallen wollten. Dumm nur, wenn die Verkäufer alle Pistolen tragen. Muss wie im Wilden Westen ausgesehen haben als der halbe Markt den Typen hinterhergerannt ist und auf die geschossen hat. 12 Uhr mittags, mitten auf einer großen Straße. Ein Typ haben sie festhalten können, der Rest entkam. Doch die Polizei hat ihn dann weggeschleppt, bevor weiteres passieren konnte.
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roddi
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon roddi » 05.01.2017, 17:42

@ Andre : Muchas Gracias für den Beitrag!
Die Thematik der Problematik lässt sich beinah auf ganz Südamerika ausweiten.
Bolivien ist das Ende der Fahnenstange.
Ein historisch gewachsener Coctail aus Korruption, Feudalismus, Kriminalität & Gewalt, Ausbeutung, Armut und Bildungsnotstand, einfach traurig.
Dagegen leben wir in einer heilen Welt.
roddi smilie_24

Stormsilver
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon Stormsilver » 05.01.2017, 18:08

Wenn die Transportkosten steigen gehen irgendwo Profite verloren. Ist man an der Börse sinkt der Kurs. Deshalb wird der Preis des Transportgutes steigen. Das sind marktwirtschaftliche Entscheidungen die früher oder später über das Überleben des Unternehmens entscheiden. Macht als Endverbraucher Sinn die Lebensmittelläden zu plündern. Die Hemmschwelle und der IQ ist in Mexiko viel niedriger. Eine langfristige Lösung stellt das natürlich nicht dar und unter diesen Umständen kann man auch kein Geschäft betreiben. Bedeutet aber nicht das es die inkompetente Regierung verhindern kann. Die Zerstörung der Bauernhöfe und der wirtschaftlichen Aktivitäten gabs auch in Mexiko. Horden an Leuten haben keine Zukunft und machen sich auf den Weg gen USA. Das sind eigentlich nur Symptome von Überbevölkerung der verblödeten Bevölkerungsschichten und deren Aufstieg in politische Positionen. Außerdem ist Mexiko einen Drogentransitland für den größten Drogenkonsumenten den die Welt je gesehen hat. Da geht es um Gewinnspannen die mit normaler Arbeit nicht zu erzielen sind. Je mehr Chaos in Mexiko desto besser für den Silberpreis. Eine Hungersnot würde auch dort viele Probleme lösen. Nennt mir ein Problem das gelöst wird wenn die Bevölkerung dort noch mehr anwächst? Mit dieser Meinung werde ich sicher wieder alleine dastehen weil ich häufig für Trends argumentiere wo ich als Deutscher profitiere. Als Deutscher habe ich auch die 50 Millionen Deutschen in den USA im Auge. Werde mich auch weiterhin nicht der grünen Kirche und der Verblödungsindustrie unterwerfen.
Wer viel macht, macht viel verkehrt.

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amabhuku
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon amabhuku » 05.01.2017, 18:10

roddi hat geschrieben:Die Thematik der Problematik lässt sich beinah auf ganz Südamerika ausweiten.
Bolivien ist das Ende der Fahnenstange.
smilie_24


Wuerde ich so nicht behaupten.
Chile, Argentinien (außerhalb Buenos Aires), Uruguay sind Laender in denen sich gut leben laesst.
Auch wenn Argentinien seine immer wiederkehrenden Finanzdesaster hat, gehoert schon zur Folklore.
Alles besser als in D, besonders was die Kriminalitaet betrifft.
In D bin ich ausgeraubt worden, hier in Suedamerika noch nie. Dabei bin ich mit Motorrad durch den halben Kontinent gefahren.
Bin seit paar Monaten in UY (bisher Maldonado, jetzt Colonia), bestimmt fuer viele Jahre.

Mexico ist extrem, ich war mal paar Wochen in Tijuana an der Grenze zu US.
Was fuer ein Elend.
Man ist aber schnell zu Fuss ueber die Grenze (mit dem richtigen Pass) und kann mit der Strassenbahn bis San Diego fahren.
:o)

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roddi
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon roddi » 05.01.2017, 18:27

@amabhuku,
ich habe bewusst bewusst geschrieben, dass ähnliche Verhältnisse beinah für ganz Südamerika gelten.
Chile und Urugay sind sicher am oberen Ende der Fahnenstange, um den Rest ist es eher weniger gut bestellt.
Argentinien leidet nach wie vor unter der Verarmung der Massen, also nix Neues.
Da hier ja nun eher die Problemseite des Kontinents beleuchtet wird, darf man nicht vergessen, dass
Südamerika wunderschön ist, vorrausgesetzt man ausreichend Kohle.
Rodriguez, smilie_24
Zuletzt geändert von roddi am 05.01.2017, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Andre090904
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon Andre090904 » 05.01.2017, 18:32

Auch in Mexiko lässt es sich gut Leben - vorausgesetzt man hat als Mexikaner den richtigen Job oder man ist Ausländer. Ich war letztens im Bundesstaat Oaxaca unterwegs (auch in den abgeschiedenen Bergregionen), wo große Teile der Landbevölkerung völlig abgeschnitten von der Zivilisierung leben...kein Fernsehen, kein Telefon, kein Internet, vielleicht Radio. Die haben alle ihre eigenen Gärten und "Communities"...quasi wie ein alter Eingeborenenstamm. Dort gibt es kein Chaos, keine Gewalt. Allerdings auch keinen westlichen Luxus, Bildungsmöglichkeiten, Krankenhäuser, etc. (aber jede Menge Medizinmänner :wink: ).

Städte wie Tijuana, Mexicali, Ciudad Juarez und die ganze Metropolregion Mexiko-Stadt sind fürchterlich. Ein einziges Ghetto könnte man meinen. In den Städten Guadalajara oder Monterrey lebt es sich schon wesentlich besser. Auch die Yucatan-Halbinsel und Niederkalifornien ist recht ruhig. Es gibt solche Ecken und solche...

Und meine Theorie wurde bestätigt:

PRI-Gouverneur "Eruviel" (Neffe des Bundespräsidenten) des Bundesstaats Mexico steckt hinter Plünderungen

Quelle: http://regeneracion.mx/eruviel-detras-d ... cusan-ong/
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Re: Beginnender Volksaufstand in Mexiko (Videos)

Beitragvon GuterJunge » 05.01.2017, 18:40

Andre090904 hat geschrieben:Das Interesse scheint ja wirklich groß zu sein! smilie_14

Das ist es.
Zumindest von meiner Seite.
Versorge uns nur weiter mit Infos. smilie_01

Gibt es in Mexico analog zu anderen lateinamerikan. Ländern wie Venezuela und Kolumbien auch häufig Selbstjustiz seitens der desillusionierten Bevölkerung ?

Auf jeden Fall. Die Polizei wird nur ungern eingeschaltet.

Yepp.
Das sieht man ja auch in meinem Videoclip (auch wenn er nicht direkt aus Mexiko stammt).
Die "Ordnungshüter" stehen seelenruhig dabei, während die Delinquenten vor deren Abtransport von der (verständlich!) erbosten Menge getreten, geboxt und blutig geschlagen werden.

Mein Eindruck ist jedoch, daß Selbstjustiz in diesen Ländern (Venezuela, Kolumbien) eher in den Städten und in Mex. eher auf dem Lande stattfindet.
Ist das richtig ?
.
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