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Aus die Maus für Italien?

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Marek
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Marek » 09.06.2019, 20:54

Hallo,

die Italiener haben quasi schon immer
(ziemlich gut übrigens in Relation zu ihrer Produktivität!)
davon gelebt, ihre Währung abzuwerten.
Produktivität zu gering?
Macht nix, Lire abwerten, schon ist ein Fiat oder Alfasud konkurrenzfähig zum Golf I....

Das ganze Problem liegt darin, dass die jetzt mit D und anderen "starken" Ländern in einer Währung gefangen sind...

...und das wissen die
bzw. wollen lieber wieder so leben wie früher!

Im übrigen: vergleicht man die Anzahl der Hausbesitzer in Deutschland und Italien,
dann weiß man wer hier arm (und fleißig) ist und wer jeweils nicht....

Liebe Grüße
Marek

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Ric III
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Ric III » 09.06.2019, 21:07

.
Zuletzt geändert von Ric III am 19.07.2019, 09:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Sapnovela
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Sapnovela » 10.06.2019, 10:46

lifesgood hat geschrieben:[

Stellt sich die Frage weshalb das Minus von Italien so groß ist. Meines Erachtens deshalb, weil viele Produkte Italiens international nicht wettbewerbsfähig sind, deutsche Produkte allerdings schon.

Ob das klug ist, die Überschüße aus dem Verkauf wettbewerbsfähiger Produkte durch den Ankauf nicht wettbewerbsfähiger Produkte in den Südländern zu kompensieren? smilie_08

Ergo müßte Italien an seiner Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich arbeiten. Wenn man sich aber die Wahlversprechen der italienischen Regierung ansieht, so würde ein Erfüllen dieser Versprechen diese eher verschlechtern.

Das ist das Problem, das die italienische Regierung hat. Das Programm mit dem sie angetreten ist, steht in krassem Gegensatz zu dem was die Währungsunion fordern wird.

lifesgood


Genau hier zeigt sich der Fehler. Italien erzielt einen Handelsbilanzüberschuss, d.h. die Produkte Italiens sind offensichtlich ausreichend wettbewerbsfähig.
https://de.statista.com/statistik/daten ... n-italien/

Der Überschuss ist naturgemäß nicht so hoch wie im Handelsbilanzüberschuss-Fetisch-Land Deutschland, aber er ist seit mehreren Jahren stabil um ca. 50 Mrd. Euro. Wäre also der Target-Saldo abhängig von der Wettbewerbsfähigkeit oder den Exporten einer Volkswirtschaft, müsste er für Italien sinken. Macht er aber nicht.

Es handelt sich nicht um Problem auf der Warenebene, es handelt sich um ein Problem auf der Ebene von Vermögenswerten. In den Südländern des Euros wird mehr Geld durch Kredit erzeugt, als in der lokalen Volkswirtschaft benötigt wird. Der Target Saldo gegenüber Deutschland steigt, weil das Geld dann in D angelegt / ausgegeben wird und damit reale Vermögenswerte von Autos bis Immobilien erworben werden. Umgekehrt erfolgt dies nicht (in vergleichbarem Maße). Die Bundesbank bekommt dafür eine unverzinste Forderung gegenüber einer anderen Notenbank (ironischer Weise wird diese bei der Bundesbank als "Auslandsvermögen" geführt)

Das Problem setzt sich zusammen aus
- der Target-Kredit ist kostenlos
- in D wird zu wenig ausgegeben

Ersteres wird in der EZB mit der Mehrheit der Südländer (Zypern hat eine Stimme wie Deutschland...) niemals zu ändern sein. Der zweite Punkt schon. Wir sind also schon selbst in der Pflicht mit dem Geld was sinnvolles anzufangen. Entweder Realwerte oder weg. Ist ja nicht so, dass das hier im Forum eine Neuigkeit wäre... ich verstehe nicht, warum es so schwierig ist, das auf volkswirtschaftlicher Ebene einzusehen.

Wer das mit den Target-Salden mal lesen mag
http://www.hanswernersinn.de/de/Target1000Mrd_17072018

Hier die Auflistung der BuBa, die Target-Zahlen finden sich ehr hinten unter "Übrige Kapitalanlagen"
https://www.bundesbank.de/de/presse/pre ... 017-762458

lifesgood

Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon lifesgood » 10.06.2019, 11:26

Du hast Recht - die Handelsbilanzen hatte ich mir nicht angesehen :oops:

Wobei für Target2 ja nur die Handelsbilanz innerhalb der Eurozone relevant ist, hier hatte Italien in 2018 immerhin noch einen Überschuß von 39,8 Milliarden https://de.statista.com/statistik/daten ... u-laender/

Dennoch sind die Targetschulden Italiens in den letzten 4 Jahren um 300 Milliarden gestiegen, obwohl sie durch die Handelsbilanzüberschüße wohl eher um rund 100 Milliarden hätten sinken müssen.

Das heißt doch nichts Anderes als, dass die vermögenden Italiener massiv Vermögen ins Euro-Ausland transferieren.

Würden wir nun hier in D, wie Du vorschlägst in Sachwerte investieren, hätte das im Inland keine Auswirkungen auf die Target2 Salden. Eine Verringerung der Salden (der positiven Deutschlands und der negativen Italiens) wäre doch nur dann gegeben, wenn wir z.B. in Italien in Sachwerte investieren würden.

Die Italiener selbst haben kein Vertrauen in ihr Land, aber wir sollten es haben smilie_08

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Sapnovela
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Sapnovela » 10.06.2019, 17:47

lifesgood hat geschrieben:Das heißt doch nichts Anderes als, dass die vermögenden Italiener massiv Vermögen ins Euro-Ausland transferieren.

Würden wir nun hier in D, wie Du vorschlägst in Sachwerte investieren, hätte das im Inland keine Auswirkungen auf die Target2 Salden. Eine Verringerung der Salden (der positiven Deutschlands und der negativen Italiens) wäre doch nur dann gegeben, wenn wir z.B. in Italien in Sachwerte investieren würden.

Die Italiener selbst haben kein Vertrauen in ihr Land, aber wir sollten es haben smilie_08


Wir könnten auch Dinge in Italien kaufen, statt das Geld auf der Bank zu lassen ;) Es ist ja nicht so, dass es aus Italien nur Pasta und Klamotten gibt. In Norditalien gibt es eine interessante Industriestruktur. Maschinenbau, Glasfaser etc.

Würde Deutschland stärker in die eigene Infrastruktur investieren, könnte dies bei der Auslastung der deutschen Industrie der letzten Jahre oft nur durch Anbieter aus dem Ausland geschehen. Italien hat ein besseres Mobilfunknetz als Deutschland... warum sollten also nicht auch italienische Anbieter hier Antennen aufbauen? Sicher geht das dann nicht 1:1 von der Investition gegen den Target-Saldo, letztendlich wäre es aber sehr viel schlauer Geld im Inland anzulegen, als unverzinst einem Schuldner zur Verfügung zus stellen, der es weder zu können noch zu wollen scheint, an die Rückzahlung zu denken.

Falls einem in D wirklich überhaupt nichts mehr einfällt, könnte man auch verkaufte Infrastruktur verstaatlichen z.B. die Strom- und Gasnetze. Da gibt es aktuell 6,91 % für Neuanlagen udn 5,12% für Altanlagen... und dass bei Niedrigstzinsen. Das alte Übertragungsnetz der E.ON ist für kleines Geld an Tennet gegangen, das Netz in den neuen Ländern an Elia aus Belgien, das ehemalige Netz der Ruhrgas an Macquarie, Abu Dhabi Investment Authority und Co. Die Liste ließe sich mit kleineren Netzbetreibern "endlos" fortsetzen.

Es wird alles verkloppt und das Geld dann für 0% verliehen... bekloppt. Das kann nur die schwarze Null im Kanzleramt zusammen mit den roten und schwarzen Nullen im Finanzministerium...

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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon buntebank » 10.06.2019, 18:56

traurig aber wahr...

nun so ist das - private Firmen duerfen verkaufen was und an wen sie wollen,
na gut, hin und wieder mal nich' von wegen Kartellamt ok

aber wo ist denn die positive Zukunftsaussicht?
du glaubst doch wohl hoffentlich nicht das die DAFfen das besser machen?
weil glaube mir getrost da ist ausser Selbstbereicherung nix zu erwarten.

seuftz
der an menschlichem Unvermoegen gescheiterte Sozialismus wird ja gern verteufelt -
aber alle anderen verkaufen fuer Brotkrumen die Grossmutter und das Volk... X (
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Ric III » 10.06.2019, 19:06

[q
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon buntebank » 10.06.2019, 19:59

wahrend wir uns streiten ob Gulag- oder KZ-Faschismus schlimmer war... (beides scheisse...)
lassen sich alle schoen weiterhin vom wunderbaren Kapital unterdruecken oder nicht?
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Ric III » 10.06.2019, 21:37

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Reblis
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Reblis » 10.06.2019, 23:03

Einstieg in den Euro-Abschied?:
Italien diskutiert über „Mini-Bots“ als Parallelwährung
Italiens Vizepremier Salvini fordert, dass die Regierung „Mini-Bots“ ausgeben soll, um offene staatliche Rechnungen zu bezahlen. Kritiker sehen darin eine Ersatzwährung, die einen Euro-Austritt vorbereiten könnte.


Trotz deutlicher Zurechtweisung durch EZB-Präsident Mario Draghi lässt sich Italiens Regierungskoalition nicht von weiterem Streit um das Thema „Mini-Bots“ abhalten. Deshalb ist der Begriff „Mini-Bot“ nun auf den Titelseiten der Zeitungen und in den Diskussionen der Bürger angekommen, obwohl dahinter komplizierte Sachverhalte stecken. „Bot“ (Abkürzung von „Buono ordinario del Tesoro“) steht für Staatstitel mit einer Laufzeit von höchstens einem Jahr. „Mini-Bot“ wären solche Staatstitel mit kleiner Stückelung wie 50 oder 100 Euro.

Die rechtsorientierte Regierungspartei Lega fordert nun seit Tagen, dass solche Titel ausgegeben werden sollten, um offene staatliche Lieferantenrechnungen zu bezahlen, deren Volumen auf rund 50 Milliarden Euro oder 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschätzt wird. Ausgelöst wurde die nationale Diskussion darüber Ende Mai durch den einstimmigen Beschluss einer Resolution zugunsten der „Mini-Bots“ im Abgeordnetenhaus.

Dass Italiens öffentliche Institutionen, die sich mit ihren Zahlungen oft Monate und Jahre Zeit lassen, schneller ihre Rechnungen begleichen sollten, findet sofort viele Anhänger: „Das gefällt den Leuten“, heißt es bei der Lega. Doch die Mini-Bots beinhalten einen weiteren Hintergedanken: Der Wirtschaftssprecher der Lega, der Abgeordnete und Ausschussvorsitzende Claudio Borghi, präsentierte die Mini-Bots vor zwei Jahren als einen Schritt zu einer italienischen Ersatzwährung für den Tag nach dem Ausstieg Italiens aus dem Euro. Diesen Mini-Bots will Borghi einen Status als Zahlungsmittel verschaffen, indem sie gegenüber dem Staat zur Bezahlung von Steuern genutzt werden können.

Weil Lega-Politiker wie Borghi oder der Vorsitzende des Finanzausschusses im Senat, Alberto Bagnai, früher einen Ausstieg Italiens aus dem Euro ohne Vorankündigung, an einem Wochenende, verlangt haben, wäre eine sofort verfügbare Ersatzwährung eine wichtige Voraussetzung. Inzwischen setzten sich Borghi und Bagnai nicht mehr offen für einen Euroausstieg ein, aber ein Stück Unsicherheit und daher auch Risikozuschläge für Italiens Staatstitel sind geblieben.


Damit stellt sich Salvini auch gegen die Mahnungen von Mario Draghi. Der Präsident der Europäischen Zentralbank hatte vergangene Woche eine klare Antwort zu den Mini-Bots gegeben: „Entweder sind das Zahlungsmittel, dann sind sie illegal, oder es sind Schulden“, sagte Draghi. Gesetzliches Zahlungsmittel ist allein der Euro im Euroraum. Wenn die Mini-Bots klein gestückelte Schuldtitel sind, müsste ihre Ausgabe bei der Berechnung des Staatsdefizits mitberücksichtigt werden. Bei italienischen Politikern schwingt bei der Frage der Mini-Bots immer auch die Idee mit, dass damit ein neuer Kreislauf von Staatsschulden eröffnet wird, der Lieferantenschulden tilgt und dann mit der Steuerzahlung ausgelöscht wird. Lieferantenschulden des italienischen Staates werden in der normalen Verschuldungsstatistik des Staates bislang nicht erfasst.

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/it ... 30200.html
Ganz genau so ist es und nicht anders!

Reblis
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Reblis » 11.06.2019, 10:08

Italien will trotz drohenden EU-Verfahrens keine Sparmaßnahmen
Regierungschef Conte, Vizepremier Di Maio und Innenminister Matteo Salvini besprachen den weiteren Weg der italienischen Regierung angesichts des drohenden EU-Verfahrens. Weiter beharrt man darauf: Man will zwar das Verfahren abwenden, aber keine Sparmaßnahmen einführen.
https://www.tt.com/politik/europapoliti ... massnahmen
Ganz genau so ist es und nicht anders!

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John Doe Silver
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon John Doe Silver » 14.06.2019, 15:55

Salvini denkt über Steuer auf Schließfach-Vermögen nach

Die italienische Regierung könnte ihre Haushaltslöcher mit einer Steuer auf in Schließfächern verwahrtes Bargeld und Wertgegenstände stopfen.

Dies deutete der stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini laut italienischen Zeitungen (Mittwochausgaben) an. In den Tresorräumen würden Vermögenswerte über Hunderte Milliarden Euro liegen. “Geld, das im Wesentlichen versteckt ist”, wird der Chef der rechten Lega zitiert. Er deutete damit an, dass auf diese Weise Einkommen und Vermögen vor den Steuerbehörden verborgen werden. Wer freiwillig seine Depotbestände deklariere, könne mit einem niedrigen Steuersatz von 15 Prozent davonkommen, sagte Salvini.

https://de.reuters.com/article/italien- ... EKCN1TD0R5
Ein Idiot ist ein Idiot. Zwei Idioten sind zwei Idioten. Zehntausend Idioten sind eine politische Partei. - Kafka

Frank the tank
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Re: Aus die Maus für Italien?

Beitragvon Frank the tank » 16.12.2019, 09:12

Italien rettet die Volksbank Popolare di Bari

https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft ... y/26724930


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