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Das Öko-Märchen

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon Bumerang » 18.02.2016, 14:32

bestone hat geschrieben:Noch mal zur Photovoltaikanlage:

Bleibt dabei, nach 10 Jahren Ausgaben amortisiert, nach 20 Jahren Kapital verdoppelt und nach Ablauf der garantierten Einnahmen wird weiterhin mindestens so viel Strom produziert wie wir verbrauchen.

Fazit für mich: Top Entscheidung damals ! smilie_01


Es bleibt aber auch dabei, dass "nach 10 Jahren Ausgaben amortisiert, nach 20 Jahren Kapital verdoppelt" = Rendite von ca 3,5%.
Wir verbrauchen selten mehr als 4000kw/Jahr und zahlen ca 1000 bis 1200€ dafür. Tagsüber sicher nicht so viel, weil wir nicht zu hause sind. Wird bei Dir nicht anders sein.
Also kann die Einsparung nicht höher als ca 500 bis 600 € Sein. Damit steigt Deine Rendite nach dem Jahr 20 kaum noch. Reparaturen sollten aber nicht kommen.

Wenn die 3,5% für Dich Top sind, super, freue Dich. smilie_01 Eine subjektive Diskussion macht selten Sinn.

Im Nachhinein vor allem, lässt sich leider feststellen, dass man mit anderen Anlageklassen diese Rendite hätte deutlich toppen können.
Gruß

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bestone
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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon bestone » 18.02.2016, 15:20

Unser Jahresverbrauch liegt bei etwa 6500 KW, Jahresertag PVT-Anlage ähnlich (aktuell 300 KW geringer)

1. also ich komme auf mehr als 3,5% Rendite, kann sich jeder 4. Klässler ausrechnen.
2. wo gibt es aktuell höhere garantierte Renditen mit mind. gleicher Sicherheit, bitte Zeigen !
3. aktuelle Stromkosten ca. 1350 €, davon EEG Umlage ca. 400 €, ergäbe bei zukünftiger Selbstnutzung einmal ca. 950 € Ersparnis, bei steigenden Strompreisen ist in Zukunft auch deutlich mehr Ersparnis drin !
4. in Zukunft gibt es bestimmt auch andere Möglichkeiten seinen selbst generierten Strom zu nutzen
Beispiel E-Auto (denke in 10 Jahren gibt es die sehr konkurenzfähig )

Ansonsten soll jeder machen was er will, ich bin absolut zufrieden damit, war ne klasse Entscheidung, würde ich zu den selben Konditionen sofort wieder machen ! :D smilie_01
Viele Grüße
bestone

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon Bumerang » 18.02.2016, 17:31

bestone hat geschrieben:Unser Jahresverbrauch liegt bei etwa 6500 KW, Jahresertag PVT-Anlage ähnlich (aktuell 300 KW geringer)

1. also ich komme auf mehr als 3,5% Rendite, kann sich jeder 4. Klässler ausrechnen.


Na dann wird es für Dich einfach sein, mir das vorzurechnen.

bestone hat geschrieben:2. wo gibt es aktuell höhere garantierte Renditen mit mind. gleicher Sicherheit, bitte Zeigen !


Heute ist aber nicht vor 10 Jahren. Aber auch heute, wage ich die Behauptung, bekommst mehr Rendite wenn Du EM kaufst und 20 Jahre wartest! Oder eine Immo kaufst und sie vermietest.


bestone hat geschrieben:3. aktuelle Stromkosten ca. 1350 €, davon EEG Umlage ca. 400 €, ergäbe bei zukünftiger Selbstnutzung einmal ca. 950 € Ersparnis, bei steigenden Strompreisen ist in Zukunft auch deutlich mehr Ersparnis drin!


Trotzdem steigt die Rendite betrachtet auf dann 21, 22, 2x Jahre kaum, weil deinen Einnahmen wegfallen und nur die Eigennutzung übrig bleibt, die ca. die Hälfte ist.


bestone hat geschrieben:4. in Zukunft gibt es bestimmt auch andere Möglichkeiten seinen selbst generierten Strom zu nutzen
Beispiel E-Auto (denke in 10 Jahren gibt es die sehr konkurenzfähig)


Aber auch PV Anlagen zu einem Bruchteil des Preises das Du bezahlt hast. Irgendwann kaufe ich mir auch eine, aber heute sicher nicht. Jedenfalls nicht als Invest.

Investitionen die sich nur nach langer Zeit rechnen (ab 10 Jahren) sind selten gut, im Sinne von deutlich besser als das Geld zur Bank zu bringen. Heute bekommt man bei der Bank kaum was, aber auch keinen guten Preis mehr für Einspeisungen ins Stromnetz. Ich glaube sogar, dass die Strompreise sinken werden, weil PV Anlagen immer billiger werden und viele Menschen ökologisch denken (das Gegenteil von Rendite orientiert).

Da sind wir wieder bei meinem Eingangspost.
Ob mit Zöllen auf billige China Panels oder auch ohne, die Technik entwickelt sich rasant weiter. Kann sein, dass in 10 Jahren sich die Leistung verdoppelt während die Preise sich halbiert haben werden.

Wer wartet, wird gewinnen. Das ist wovon ich persönlich heute ausgehe. Es könnte sogar sein, dass es sich in 10 Jahren lohnen wird eine alte PV Anlage abzureißen und eine neue moderne und billige auf zu stellen.

Teuer bzw. lohnend, wird immer das sein, was knapp ist. Z.b. eine Wohnung in einem 100 Jahre alten Haus in der Londoner City, Kunst und EM. Alles andere kann man immer schneller, besser und billiger bauen.

Technologie ist nicht knapp, sie unterliegt einer natürlichen Deflation. Sonst würde heute keiner von uns 10.000 Km in den Urlaub fliegen können.

bestone hat geschrieben:Ansonsten soll jeder machen was er will, ich bin absolut zufrieden damit, war ne klasse Entscheidung, würde ich zu den selben Konditionen sofort wieder machen ! :D smilie_01


Unbedingt. Stell Dir vor, alle hätten eine PV Anlage kaufen wollen, so wie Du. Dann hättest Du sie Dir kaum noch leisten können. Oder wenn kaum einer Interesse gezeigt hätte , so wie ich. Dann hättest Du mangels Nachfrage gar keine angeboten bekommen. smilie_11

So unterschiedlich sind die Menschen.
Gruß

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon haehnchen03 » 18.02.2016, 19:37

ich gehe davon aus, das sich die ersten PV Anlagen deutlich eher rentieren.
1. Der Preis füt gelieferten Strom war/ist deutlich höher.
2. Du gehst ja selbst von einem billigeren Strompreis aus.
3. Die Lieferung von Strom war bei den alten /ersten Verträgen unbeschränkt, ob das bei den jetzt in Betrieb gehenden noch ist, bin ich mir nicht ganz sicher.
"Lerne fleißig das Einmaleins, so wird dir alle Rechnung gemein" Adam Ries

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon lifesgood » 18.02.2016, 19:59

Bumerang hat geschrieben:Heute ist aber nicht vor 10 Jahren. Aber auch heute, wage ich die Behauptung, bekommst mehr Rendite wenn Du EM kaufst und 20 Jahre wartest! Oder eine Immo kaufst und sie vermietest.


So prickelnd war das Zinsniveau vor 10 Jahren auch nicht. Und durch den höheren Preis der PV-Anlage vor 10 Jahren hat er sich auf 20 Jahre!!! die höhere Einspeisevergütung gesichert. Wenn das Ding nach 10 Jahren bezahlt ist und weitere 10 Jahre die höhere Einspeisevergütung kommt, ist doch alles gut.

Der Vergleich mit der Silberanlage hinkt. Das ist eine Anlageform ohne laufende Erträge und spekuliert auf eine Wertsteigerung. Eine PV-Anlage hingegen generiert laufend monatliche Einnahmen. Silber kann ich nur einmal verkaufen und niemand kann mir garantieren, dass ich dabei den optimalen Zeitpunkt erwische.

Zudem hängt diese Wertsteigerung auch sehr stark vom Kaufpreis und damit vom Kaufzeitpunkt ab. Wer 2011 gekauft hat braucht ers mal einige, oder viele Jahre (das weiss niemand) um die 150% Wertsteigerung, die ihn von seinem Einstandspreis trennen, wiederzusehen.

Man kann, wenn man das will jedes Invest gut- oder schlechtreden. Silber bzw. Edelmetallinvests an sich sind in erster Linie Kaufkraftabsicherung. Wer hier auf Gewinne spekuliert hat den Sinn nicht verstanden.

Wenn es dennoch über die Kaufkraftabsicherung hinaus zu Gewinnen kommt, ist das erfreulich, aber nichts worauf man sich verlassen sollte.

Ich bin selbst überproportional stark in Edelmetalle investiert, bin mir aber der speziellen Risiken und Eigenheiten bewußt. Aber nur Edelmetalle, ohne Dinge, die auch laufende Einnahmen generieren, möchte ich nicht haben. Und wenn wir mal wieder Verkaufspreise bei den Edelmetallen sehen, werde ich diese sicherlich reduzieren und dafür Dinge kaufen, die entweder laufende Einkünfte generieren oder meine Lebensqualität steigern.

Just my two cents ...

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon Bumerang » 19.02.2016, 05:55

lifesgood hat geschrieben:
So prickelnd war das Zinsniveau vor 10 Jahren auch nicht.


Nein, aber 3% bis 4% waren bei Langläufern drin.

lifesgood hat geschrieben:Der Vergleich mit der Silberanlage hinkt. Das ist eine Anlageform ohne laufende Erträge und spekuliert auf eine Wertsteigerung. Eine PV-Anlage hingegen generiert laufend monatliche Einnahmen. Silber kann ich nur einmal verkaufen und niemand kann mir garantieren, dass ich dabei den optimalen Zeitpunkt erwische.

Zudem hängt diese Wertsteigerung auch sehr stark vom Kaufpreis und damit vom Kaufzeitpunkt ab. Wer 2011 gekauft hat braucht ers mal einige, oder viele Jahre (das weiss niemand) um die 150% Wertsteigerung, die ihn von seinem Einstandspreis trennen, wiederzusehen.

Man kann, wenn man das will jedes Invest gut- oder schlechtreden. Silber bzw. Edelmetallinvests an sich sind in erster Linie Kaufkraftabsicherung. Wer hier auf Gewinne spekuliert hat den Sinn nicht verstanden.

Ich bin selbst überproportional stark in Edelmetalle investiert, bin mir aber der speziellen Risiken und Eigenheiten bewußt. Aber nur Edelmetalle, ohne Dinge, die auch laufende Einnahmen generieren, möchte ich nicht haben. Und wenn wir mal wieder Verkaufspreise bei den Edelmetallen sehen, werde ich diese sicherlich reduzieren und dafür Dinge kaufen, die entweder laufende Einkünfte generieren oder meine Lebensqualität steigern.

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Ich hatte nicht nur EM sondern auch Festverzinsliche und auch Immobilien als Vergleich genannt. Letztere generieren sowohl Erträge als auch Kursgewinne. Wer vor 10 Jahren für 250k ein neues kleines Reihenhaus in Frankfurt gekauft hat, konnte im Durchschnitt ca 1300 kalt jeden Monat einfahren und hat ne Wertsteigerung von ca 70%. In 10 Jahren nicht in 20.

Ich habe auch nie gesagt, dass man nur in EM investieren soll. Aber gerade nachträglich kann man die PV Anlagen von vor 10 Jahren nicht gerade als Top Investment bezeichnen. Auch ganz so risikofrei wie dargestellt sind PV Anlagen nicht. Brandgefahr, Reparaturen und Änderung der Preispolitik können die ohnehin nicht bombastische Rendite kaputt machen. Es braucht nur eine Finanzkrise und die Preise werden gekappt. Muss nicht, kann aber.

EM sind gerade in der heutigen Fiatphase nicht unbedingt nur eine "Kaufkraftsicherng". Jeder Ertrag einer Investition erfolgt in Fiat. Eine Inflation gegen Ende einer Investmentphase kann den Ertrag vernichten. Deshalb unterscheide ich bei der Rendite nicht zwischen Ertrag und Wertsteigerung. Es kommt darauf an, was nach 10 (20, oder x) Jahren das Investment inkl Wertsteigerung und nach Steuern an Kaufkraft insgesamt generiert hat.

Was ich bisher (ein mal bitter) gelernt habe ist, nur knapp bleibt teuer. In der Fiatwelt zahlt sich die Investition in ein knappes Gut zwangsläufig aus. Wenn es auch noch Einnahmen generiert excellent.
Deshalb ist auch mein Favorit die (gut gewählte) Immobilie.

Für Menschen die nicht genug Geld/Einkommen für eine Immobilie haben oder sich aus verschiedenen Gründen nicht können/trauen eine zu erwerben, bleibt neben EM und Cash als Reserve, kaum was übrig.

Bisher haben alle Finanzanalgen in der Breite enttäuscht. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Warum glaubst Du, habe ich diesen Job aufgegeben? Weil ich den Menschen nichts Gutes tun wollte?


OT
Ich hatte ein einschneidendes Erlebnis 1996, ca 1 Jahr vor der Asienkrise. Eine Rentnerin, ca 70, hatte ca 80k DM auf einem Sparbrief,der fällig wurde. Sie hat mich von sich aus gefragt, ob es etwas Besseres gäbe. Ich sagte Fonds, aber man sollte schon länger als 5 Jahre auf das Geld verzichten können. Sie sagt kein Problem, sie hätte noch Geld. Nun gut, ich hatte in der Zentrale bei den WP "Gurus" angerufen und fragte, was ich der Kundin empfehlen sollte. Ich tendierte zu DekaFonds. "Nö, Asien ist viel besser", tönte im Hörer. Nun gut, Asien ist es dann geworden. Sie kam ein Jahr später und fragte mich, wie ich mich denn so täuschen konnte. Das Gefühl, das sie in mir ausgelöst hatte, war der letzte Tropfen, das mein Glas zum Überlaufen brachte. Ein Jahr später war ich in der IT. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Zwar wusste ich genau, dass willst Du, ja kannst Du nicht lange machen. Andererseits war das eine persönliche Niederlage. Du schmeißt hin? Du gibst auf? Mit Mitte 20? Hatte ich mich immer wieder gefragt. Das ist ganz und gar nicht mein Stil. Ich geben sonst nie auf. Ich bringe Alles zu Ende und gehe dann weiter. Es hat sich Gottseidank als eine sehr gute Entscheidung entpuppt.

Ich hatte einige Jahre zwischen Finanzberatern und Vertretern verbracht. Der Kunde hatte kaum eine Rolle gespielt. Umsatzziele und Provision haben zu 99% die Rolle gespielt. Und das Mitte der 90-er. Wie ist es heute wohl? Damals haben die Berater die schlechten Produkte noch verstanden. Heute verstehen sie selbst nicht mehr, was sie verkaufen. Nicht dass es für sie eine Rolle spielen würde. Aber zu glauben, die breite Masse versteht das, ist grob fahrlässig.
Gruß

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon lifesgood » 19.02.2016, 07:53

Bumerang hat geschrieben:Ich hatte nicht nur EM sondern auch Festverzinsliche und auch Immobilien als Vergleich genannt. Letztere generieren sowohl Erträge als auch Kursgewinne. Wer vor 10 Jahren für 250k ein neues kleines Reihenhaus in Frankfurt gekauft hat, konnte im Durchschnitt ca 1300 kalt jeden Monat einfahren und hat ne Wertsteigerung von ca 70%. In 10 Jahren nicht in 20.


Das ist vollkommen richtig, allerdings ist es finanziell eine ganz andere Nummer, ob ich auf Kredit eine PV-Anlage auf das eigene (evtl. noch nicht voll abbezahlte) Haus packe oder zusätzlich ein Häuschen zum Vermieten kaufe.

Wer vor 10 Jahren bei mindestens 5% Zins bei langfristiger Bindung 250 k€ finanziert hatte, hat aber anfänglich auch 12.500 € Zinsen im Jahr = 1.041,66 € mtl. bezahlt. Da blieben als Ertrag den man zur Tilung nehmen kann bei 1300 € Kaltmiete nur noch 3.100 € übrig. AfA kann eine Privatperson nur innerhalb der Einkommensarten verrechnen, also nicht mit Arbeitseinkommen usw.

Also hat er nach 10 Jahren auch über 100.000 € Zinsen bezahlt.

Zudem konnte die Wertentwicklung der Immobilien vor 10 Jahren auch niemand vorhersehen. Unsere Familie vermietet seit Generationen und hat Phasen steigender und sinkender Immopreis gesehen.

Auch bestehen bei der Vermietung andere Risiken (Mietausfall, Messis usw. usw.). Ein einzelnes Mietobjekt bietet immer ein "Klumpenrisiko", das bei Eintreffen der Risiken die persönliche Existenz gefährden kann, gerade wenn die Fremdkapitalquote extrem hoch ist. Wenn Dir bei der o.g. Zinslast ein paar Monate Mieteinnahmen ausfallen oder ein Mietnomade Kosten im 5-stelligen Bereich verursacht, bricht das ganze Kartenhaus zusammen, wenn man nicht in der Lage ist aus anderem Einkommen zuzuschießen.

Zudem sind vermietete Häuser kritischer als Wohnungen. Wir hatten bisher zweimal den Fall, einmal bei einer DHH im Osten und kürzlich hat mein Bruder ein Reihenhaus vom Mieter abgenommen, dessen Zustand ein "Bild des Schreckens" war. Sanierungskosten wenn man alles mit Handwerkern machen läßt 40 - 50 k€. Das muss man erstmal wegstecken können. Bei Wohnungen gibt es das natürlich auch, aber in einer Hausgemeinschaft fallen manche Exzesse einfach früher auf.

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon Bumerang » 19.02.2016, 09:44

lifesgood hat geschrieben:

Wer vor 10 Jahren bei mindestens 5% Zins bei langfristiger Bindung 250 k€ finanziert hatte, hat aber anfänglich auch 12.500 € Zinsen im Jahr = 1.041,66 € mtl. bezahlt. ....
Also hat er nach 10 Jahren auch über 100.000 € Zinsen bezahlt.


Es ging um bestone's Vater der Bar bezahlt hat. Analog eine Immo bar kaufen und vermieten.

Zudem konnte die Wertentwicklung der Immobilien vor 10 Jahren auch niemand vorhersehen. Unsere Familie vermietet seit Generationen und hat Phasen steigender und sinkender Immopreis gesehen.

Auch bestehen bei der Vermietung andere Risiken (Mietausfall, Messis usw. usw.). Ein einzelnes Mietobjekt bietet immer ein "Klumpenrisiko", das bei Eintreffen der Risiken die persönliche Existenz gefährden kann, gerade wenn die Fremdkapitalquote extrem hoch ist. Wenn Dir bei der o.g. Zinslast ein paar Monate Mieteinnahmen ausfallen oder ein Mietnomade Kosten im 5-stelligen Bereich verursacht, bricht das ganze Kartenhaus zusammen, wenn man nicht in der Lage ist aus anderem Einkommen zuzuschießen. Zudem sind vermietete Häuser kritischer als Wohnungen.


Klar kann niemand alles vorhersehen. Tendenziell steigen Immobilien langfristig, weil sie nun mal knapp sind und bleiben werden. Jedenfalls in Deutschland, weil hier niemand einfach 'ne Schaufel nehmen kann und anfangen zu bauen wie in Spanien beispielsweise.

Es ging eben nicht um Finanzierung sondern Barinvest. Ein Klumpenrisiko ist die PV Anlage ja auch. Messies sind möglich, aber heute relativ leicht auszuschließen. Referenzen vom aktuellen Vermieter, Selbst- und SCHUFA-Auskunft. Wenn man nur eine Immobilie hat, muss man hart bleiben und z.B. keine Familien mit Kindern reinlassen oder Menschen die wenig verdienen etc. I.d.R. mietet dieses Klientel aber kein teures Haus. Ein Restrisiko bleibt bei jedem Investment. Wenn man Risiken scheut, bleiben einem EM übrig. :wink:
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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon stoffe67 » 19.02.2016, 13:22

Immer wieder interessant hier mitzulesen. Ich bin ein einfacher Mensch und oftmals fehlt deshalb der Durchblick bei so manchen Themen. Eine Frage an die Spezialisten hier, könnte mir einer bitte schreiben in welchem Jahr das mit der PV Förderung in BRD anfing. Ich hatte damals vor es auf das Dach bauen zu lassen. Wurde nichts daraus naja Vater sagte wer weiß wie lange die alten Hütten noch stehen.
Evtl. hat ja einer die Preise der PV sowie die Einspeisevergütung von damals parat und kann mir Stand heute sagen ob es sich im nachhinein gelohnt hätte. Barmittel waren damals verfügbar. Gruß Stoffe.
Es wird aufwärts gehen, es wird abwärts gehen, es wird nicht untergehen.

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon lifesgood » 19.02.2016, 13:29

Bumerang hat geschrieben:Es ging eben nicht um Finanzierung sondern Barinvest. Ein Klumpenrisiko ist die PV Anlage ja auch. Messies sind möglich, aber heute relativ leicht auszuschließen. Referenzen vom aktuellen Vermieter, Selbst- und SCHUFA-Auskunft. Wenn man nur eine Immobilie hat, muss man hart bleiben und z.B. keine Familien mit Kindern reinlassen oder Menschen die wenig verdienen etc. I.d.R. mietet dieses Klientel aber kein teures Haus. Ein Restrisiko bleibt bei jedem Investment. Wenn man Risiken scheut, bleiben einem EM übrig. :wink:


Hört sich in der Theorie immer leicht an, aber die Praxis sieht anders aus.

Da ändern sich bei Mietern Lebenssituation, Scheidung, Arbeitslosigkeit usw. usw. kommen womöglich noch Suchtkrankheiten oder sonstwas. Da ist es bei aller Vorsicht beim Vermieten leichter den Edelmetallpreis vorauszusagen.

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon Worker » 19.02.2016, 14:29

Vielleicht bin ich zu pessimistisch: Ich denke, man sollte sich weder auf den Staat und seine Gesetze (siehe Einspeisevergütung) noch auf andere Menschen (Mieter) verlassen, wenn man eine Alternative hat.

Immerhin hat man einem Mieter gegenüber noch eine gewisse Macht - d.h. man kann ihn notfalls rauswerfen. Dem Staat gegenüber steht man meistens machtlos gegenüber, wenn er die Gesetze ändert oder - schlimmer noch - seine eigenen Gesetze missachtet.

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon Sapnovela » 19.02.2016, 18:42

Worker hat geschrieben:Vielleicht bin ich zu pessimistisch: Ich denke, man sollte sich weder auf den Staat und seine Gesetze (siehe Einspeisevergütung) noch auf andere Menschen (Mieter) verlassen, wenn man eine Alternative hat.

Immerhin hat man einem Mieter gegenüber noch eine gewisse Macht - d.h. man kann ihn notfalls rauswerfen. Dem Staat gegenüber steht man meistens machtlos gegenüber, wenn er die Gesetze ändert oder - schlimmer noch - seine eigenen Gesetze missachtet.


De facto kannst Du einen Mieter nur rauswerfen, wenn er nicht zahlt. Ansonsten hilft nur die Auswahl eines guten Mieters. Der Mieter sitzt in D deutlich am längeren Hebel.

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon weissbart » 19.02.2016, 19:01

stoffe67 hat geschrieben:Immer wieder interessant hier mitzulesen. Ich bin ein einfacher Mensch und oftmals fehlt deshalb der Durchblick bei so manchen Themen. Eine Frage an die Spezialisten hier, könnte mir einer bitte schreiben in welchem Jahr das mit der PV Förderung in BRD anfing. Ich hatte damals vor es auf das Dach bauen zu lassen. Wurde nichts daraus naja Vater sagte wer weiß wie lange die alten Hütten noch stehen.
Evtl. hat ja einer die Preise der PV sowie die Einspeisevergütung von damals parat und kann mir Stand heute sagen ob es sich im nachhinein gelohnt hätte. Barmittel waren damals verfügbar. Gruß Stoffe.



Moin,

eine bundesweit einheitliche Förderung von PV_Anlagen wurde mit dem EEG-Gesetz von 2000 (1.1.2000) eingeführt. Vorher gab es in einzelnen Städten unterschiedliche Förderprogramme.

Wir haben uns 1998 eine kleine PV-Anlage aufs Haus gesetzt. Damals bekamen wir eine Förderung vom lokalen Enregieversorger. Bedingung war, daß wir den anfallenden Strom primär selbst verbrauchen und nur den Überschuß einspeisen. Die Einspeisung wurden 1:1 mit dem Bezug verrechnet.
Unter diesen Umständen hat sich das Ganze nicht gerechnet, aber als Überzeugungstäter haben wir es dennoch gemacht.

Mit dem EEG erhielten wir dann eine garantierte Vergütung von 99 Pfennig pro eingespeister Kilowattstunde. Diese Regelung galt auch für unsere 'Altanlage' für 20 Jahre (bis 2020).
Von vornherein war eine jährliche Senkung der garantierten Einspeisevergütung für Neuanlagen im EEG eingeplant. Diese Absenkung sind durch diverse Neufassungen des Gesetzes aber größer ausgefallen als ursprünglich geplant.

gruss
weissbart

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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon Silbersparer » 19.02.2016, 19:54

Ich kann schon verstehen, dass die Förderung gesenkt wird. Zum einen sind die Anlagen leistungsfähiger und günstiger zum anderen nützt es uns auch nichts, wenn immer mehr Solar-Strom produziert wird, den wir nicht im genügenden Umfang speichern können und dann zu einem Bruchteil der Kosten ins Ausland verkauft wird. Es müssen auch mal die Speicher Technologien entwickelt und gebaut werden.

Zu der Anlagediskussion. Wenn ich eine Annahme mache zum Beispiel , das der Staat Rahmenbedingungen ändert, dann muss ich das auch für beide Möglichkeiten berücksichtigten. Eine fremdfinanzierte Photovoltaik Anlage macht dem Besitzer mehr Probleme wenn die Förderung gekürzt wird und die Abschreibungsbedingungen sich ändern. Der Fremdfinanzierer ist auf jeden Euro angewiesen. Der Investor mit Eigenmitteln steckt das finanziell besser weg.

Eine Bar- Investition in eine Photovoltaik Anlage ist wohl nicht zu vergleichen mit einer Investiton einer kompletten Immobilie in Frankfurt (Reihenhaus für 250 tsd Euro in Frankfurt , vor 10 Jahren ??). Bei vermieten Immobilien können sich auch die Bedingungen ins negative ändern. Da fallen mir auch sehr viele Szenarien ein...

Wenn man 30 tsd Euro Bar hat, hat man nicht automatisch 250 tsd...

Ja man hätte auch eine Anleihe kaufen können. Wer kauft als Privater eine Anleihe die 20 Jahre läuft? Ich kenne da jemand der meint jeden Moment könnte der deutsche Staat Pleite gehen... wenn man als Privater dann mal eine etwas "kürzere" Laufzeit gewählt hat bekommt der Anleger der Anleihe jetzt welchen Zinssatz wenn er die Rückzahlung anlegen muss? Bei einer Bundesanleihe ist da die Rendite kaum noch messbar.

Da schlägt die Photovoltaik Anlage den Anleihen Investor.

Zur einer ausgewogenen Anlagestratgie gehören verschiedene Investments (sofern man das nötige Kleingeld hat). Man muss nicht alles madig reden um jemanden davon zu überzeugen, dass seine Investition die er getätigt hat (und mit der er auch zufrieden ist) falsch war oder eine mickrige Rendite hat.

Das erinnert stark an die Diskussion mit der Riester Rente. Da wurde auch versucht mir vorzurechnen, das meine Riester Rente schlechter rentiert als eine Fonds Police (also eine Investition in Aktien, über dem Umweg einer Versicherungslösung mit Fonds). Auf der einen Seite wird hier vom gleichen User in fast jedem Thread betont, das Aktien für die Altersvorsorge nicht geeignet sind. Das man nicht sicher sein kann was am Ende rauskommt - soweit so gut -. Aber eine Rendite von 4 % p.a nach Kosten soll dann doch rauskommen.
Angesprochen auf die im Vergleich zur Riester Rente fehlende Garantie wurde mir dann mitgeteilt, das dies ein schwaches Argument sei... der Anbieter wird doch mindestens die eingezahlten Beiträge zurückzahlen können.... Immer so schön argumentieren wie man es braucht...
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Re: Das Öko-Märchen

Beitragvon stoffe67 » 19.02.2016, 21:48

Moin weissbart, da hatte ich das Gefühl es wäre schon weit mehr Wasser die Isar runtergelaufen seit damals. Habe die Sache auch weiter nicht mehr verfolgt. Die Kürzungen der Einspeisevergütung ab und an registriert, jedoch ist mir der Anschaffungspreis sowie die Einspeisevergütung von damals komplett vom Schirm geperlt im Laufe der vielen Monde.
Vergelt's Gott für Deine Antwort sowie ein schönes Wochenende. Gruß Stoffe.
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