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Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

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00.43peter
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Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon 00.43peter » 10.11.2015, 00:59

,,Höllensturz und Hoffnung'' so der Titel eines Buches von 10.namhaften Professoren.

,,Die Hauptursache des Niedergangs unserer Zivilisation sehen sie in einer Abwärts-Spirale des Selbsthasses bzw.der Lust am Untergang,die auf das schwache Selbstwertgefühl vom Wohlfahrtsstaat verwöhnter Menschen zurrück geht.Es gebe in unserer Gesellschaft keinen Konsens mehr über Richtig und Falsch.''

http://www.der-klare-blick.com/?p=36439
,,Freiheit für Julian Assange''

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montaigne
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon montaigne » 10.11.2015, 01:29

smilie_12

"10 namhafte Professoren" (welche deswegen namhaft sind, weil sie sich dauernd gegenseitig loben!) möchten gerne weniger Diskussion und einen "Konsens über Richtig und Falsch"! Wozu unterschiedliche Ansichten? Die schrulligen Opas sagen was falsch und was richtig ist...

Kommt Jungs. Die Typen kriegen im Normalfall nicht mal einen Hörsaal geregelt... Man muss sich echt nicht jeden Mist verklickern lassen!
Corgan says: Life is a bummer when you´re a hummer...

geheimesMuseum
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon geheimesMuseum » 10.11.2015, 09:53

"Grund des Untergangs ist eine Abwärts-Spirale des Selbsthasses bzw.der Lust am Untergang,die auf das schwache Selbstwertgefühl vom Wohlfahrtsstaat verwöhnter Menschen zurück geht."

Das ist doch eine sehr schöne Selbstbeschreibung einiger seniler Professoren.

"Das Alter ist wie ein sinkendes Schiff, dessen Mannschaft tapfer behauptet die Welt geht unter"
(aus unerwünschte Weisheiten eines alten Chinesen"

Da ich selbst auch schon alt bin, glaube ich auch, daß unsere Zivilisation untergeht. Ich glaube aber nicht, daß man das einer degenerierten Jugend zur Last legen kann, denn die hatte ja in der näheren Vergangenheit noch gar nichts zu sagen - da sind wir Alten schon selber schuld.
Tatsächlich halte ich diesen Untergang für längst überfällig, weil er die Chance einer grundlegenden Erneuerung beinhaltet. Allerdings nur, wenn wir diese Chance auch ergreifen und die Alternativlosen dieser Zivilisation mit in den Orkus des Vergessens stürzen. Doch denke dabei Niemand an eine Revolution oder einen Bürgerkrieg, denn das ist genau das, was die Alternativlosen anstreben um ihre Herrschaft auszubauen.
Es geht nicht um eine bessere Politik, sondern um weniger Politik und mehr Selbstbestimmung. Freiheit kann man nicht erkämpfen, denn Gewalt erzeugt Gewalt und Gewalt ist die Grundlage der Herrschaft. Freiheit muß man sich nehmen und das ist nicht heroisch sondern vor Allem unbequem.

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gullaldr
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon gullaldr » 10.11.2015, 11:19

Die Kritik ist etwas ungerecht, denn die leider nicht detailliert beschriebenen Professoren sagen an sich nichts falsches. Sofern ich das aus der interessanten Buchbeschreibung entnehmen kann.

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John Silver
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon John Silver » 10.11.2015, 11:22

Meiner Meinung nach wird unsere Zivilisation untergehen, weil die Menschen dank ständiger Berieselung mit TV, Internet und Smartphone immer mehr verblöden und immer weniger auf die Reihe bekommen. Man braucht sich ja nur umzusehen, was tagtäglich so alles schief läuft, egal, in welchem Bereich.
Wenn ich schon sehe, wie sie alle aufs Smartphone starrend wie Zombies durch die Gegend laufen.
Die Menschen ertragen die Ruhe, das Nichtstun, das Alleinsein mit sich selbst nicht mehr und suchen darum ständig Ablenkung. Aber genau Ruhe, vielleicht auch Langeweile, sind die Voraussetzung dafür, dass der Denkapparat auch mal was Vernünftiges denkt, vielleicht auch mal kreativ wird. Die ganzen Genies wie Einstein, Galileo, Kant, Gauß oder wer auch immer hatten ihre tollen Ideen, weil sie allein im stillen Kämmerlein ohne Ablenkung vor sich hinbrüten konnten.
Die Dinge des täglichen Lebens funktionieren also immer schlechter, und das ist es, was das Schicksal unserer Zivilisation besiegeln wird.
Vorgestern noch habe ich von einem Elektriker gehört, der den Lichtschalter vergessen hat. Ein Arztbrief aus dem Krankenhaus hat fünf Wochen gebraucht, um mich zu erreichen. Auf E-Mails wird nicht reagiert, oder es wird auf die Hälfte des Inhalts nicht eingegangen. Im VW Passat (wahrscheinlich auch in anderen Modellen) ist eine Lichtautomatik eingebaut, aber es fehlt die Kontrollleuchte für das Abblendlicht. Im Winter wird viel zu viel Salz gestreut. Der Motor des Autos wird eine Viertelstunde lang im Leerlauf laufen gelassen, anstatt ihn abzustellen. Pfanddosen und Pfandflaschen landen massenweise im Müll. Für die Rechnung "8,01 - 0,16" wird ein Taschenrechner benötigt.
Unsere Zivilisation wird aus dem Grund untergehen, warum alle Zivilisation untergegangen sind: Wir sind übersättigt, träge und fett geworden.
Bedauerlicherweise nutzt der Mensch seine Intelligenz lediglich dazu, seine niederen Instinkte besser befriedigen zu können.

Robbert
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon Robbert » 10.11.2015, 11:27

geheimesMuseum hat geschrieben:Es geht nicht um eine bessere Politik, sondern um weniger Politik und mehr Selbstbestimmung.

Das könnte die Formel sein um den Zusammenbruch zu vermeiden. In der Praxis und auf breiter Ebene wird es leider nicht umsetzbar sein.

geheimesMuseum hat geschrieben:Freiheit kann man nicht erkämpfen, denn Gewalt erzeugt Gewalt und Gewalt ist die Grundlage der Herrschaft. Freiheit muß man sich nehmen und das ist nicht heroisch sondern vor Allem unbequem.

Sehr schön gesagt smilie_09

robbert
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geheimesMuseum
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon geheimesMuseum » 10.11.2015, 17:22

Ein Systemwechsel kann nicht im System und schon gar nicht durch ein bestehendes System erfolgen.
Jedes System hat einen starken Selbsterhaltungstrieb und dies ist auch notwendig .
Unser Gesellschaftssystem ist ein Spiegelbild unseres Geldsystems. Dieses Geldsystem ist durch kontinuierliche Inflation mittelfristig eine Put-Option. Grundsätzlich ist übrigens jedes komplexe System eine Put-Option, denn es "verfilzt" durch Selbstoptimierung.
Das ist solange kein Problem, solange allfällige Krisen zu einer Reinigung und kreativen Neujustierung genutzt wird, So kann auch langfristig ein total-crash vermieden werden, der in der Regel alle 50 Jahre fällig ist. (Bei uns liegt der Krisen-Zyklus bei ca. 10 Jahren, der Erfinder des Modells, Moses, war klüger und hat ihn bei 7 Jahren angesetzt). Diese Chance haben wir 2008 - 12 vertan und ich glaube nicht, daß dies noch reparabel ist.
Ein Crash beinhaltet viele Chancen, nicht nur für die Mächtigen. Wenn wir einen Systemwechsel andenken wollen, müssen wir uns ausserhalb unseres gewohnten Denksystems begeben. Das bedeutet, wir müssen erstens unser lexikalisches Wissen in Frage stellen und unsere Begriffe neu definieren und zweitens andere Kategorien benützen (= Denkmethoden ausserhalb der Logik, wobei Logik eigentlich "nur" ein Übersetzer ist, aber kein kreatives Werkzeug des Denkens. Man kann andere Denkmethoden, wie die Dialektik, Heuristik oder Emphase mit mathematischen Operationen wie Addition, Multiplikation oder Wurzel ziehen vergleichen). Wir werden sogar lernen müssen, verschiedene Kategorien zu verknüpfen.
Ich weiß, daß dies sehr abgehoben klingt. Allerdings ist es so, daß man auch einem schlichten Menschen ohne Kenntnis von Mathematik und Harmonielehre eine Fuge von Bach vorspielen kann und er wird dennoch jeden falschen Ton erkennen. Auf die selbe Weise kann man auch das Denken der Menschen verändern, indem man ihre Denkmuster untergräbt und ihnen neue Werkzeuge in die Hand, oder besser gesagt ins Hirn gibt. Dieser Vorgang dauert allerdings wie alle komplexen Fertigkeiten (z.B. Fußballspielen) cirka 10 Jahre.
Es geht also nicht darum den Menschen ein neues System anzubieten, sondern neue Werkzeuge, nur dann kann etwas wirklich Neues entstehen.

Finerus
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon Finerus » 10.11.2015, 18:54

Was die Denkfähigkeit der Massen angeht, hege ich ernste Zweifel, ob die ausreicht, um der Gesellschaft aus sich heraus auf einen neuen Kurs zu verhelfen. Selbst gebildete Menschen verlieren heutzutage den Überblick, sehen vor lauter Bäumen nicht mehr den Wald. Das gilt für gesellschaftliche Fragen, für die Politik, ebenso aber für Anforderungen in Arbeit, Studium oder Schule.

Aktuelles Beispiel, sogar eines mit einem kleinen numismatischen Bezug:
http://www.telegraph.co.uk/education/11971692/Can-you-solve-the-50-cent-maths-exam-question-that-is-dividing-the-internet.html

Australischen Oberschülern ist also eine Prüfungsaufgabe auf dem Niveau der Klasse 5 zu hoch. Vielleicht wissen die Smartphone-Teenies bloß nicht, wie sie sowas in ihren hochgezüchteten Taschenrechner mit Computer-Algebra-System eingeben sollen. Oder sie wissen nicht mehr was Münzgeld ist. Fairerweise sollte man anmerken, daß der Aufgabensteller es unterlassen hat, darauf hinzuweisen, daß die Münzen in derselben Ebene liegen, anstatt diese Anordnung stillschweigend vorauszusetzen. Also ein planimetrisches und kein stereometrisches Problem. Und irgendwie auch ein Lehrstück von und für Fachidioten.

geheimesMuseum
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon geheimesMuseum » 10.11.2015, 20:35

Was die Massen denken ist doch in jedem System relativ unerheblich, denn sie denken in der Regel gar nicht, sondern plappern irgend etwas nach. Genau deshalb sind sie ja so leicht manipulierbar. Daß dies auch für viele Akademiker gilt, kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. In einem Radio-Sender in dem ich arbeitete, waren fertige Juristen oder Betriebswirtschaftler nicht in der Lage eine AP- oder Reuters- Meldung innerhalb einiger Minuten in einen eigenen Satz zu fassen, weil sie schlichtwegs nicht verstanden, was da stand.
Dennoch läßt sich das Denken einzelner Menschen ganz entscheidend verbessern, indem man ihnen die Möglichkeiten und Regeln des Denkens beibringt. Und es waren schon immer neue Gedanken, welche die Welt verändert haben. Der Mensch ist ein Spieler und Denken ist gewiß das spannendste Spiel das es gibt. Man muß ihm nur Werkzeuge geben, statt Weisheiten. Wissen ist Macht, aber Fragen sind bedeutend mächtiger, weil man sie nicht mehr los wird.
Dies hat schon Sokrates gelehrt. Die bornierten Athener haben die Gefahr erkannt und ihn zum Tode verurteilt. Aber als man den geistigen Enkel Aristoteles ebenfalls den Giftbecher anbot, sagte dieser "Ich werde dem Staat Athen nicht noch einmal erlauben, sich an der Philosophie zu vergreifen", ging ins Exil und erzog Alexander. Dieser fegte die Athener unter den Tisch der Geschichte und da hocken sie heute noch. Soviel zur Macht des Denkens :wink:

wondahbwoy
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Re: Warum unsere Zivilisation zusammenbricht

Beitragvon wondahbwoy » 10.11.2015, 21:53



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