Beginnende Bargeldverbote

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Kolibri
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Kolibri »

Ich lebe auf dem Land,die beiden Bankfilialen wurden durch 2 Geldautomaten ersetzt.
Beim Abheben wähle ich über die Notenauswahl nur 50€-Scheine.
Ohne Notenauswahl bekomme ich in der Regel mindestens 4x 5€ Scheine,so geht es jedem Kunden.
Als ehrenamtlicher Laufkassierer im Ort ist das für mich ein Problem.
Kassiere ich am Monatsanfang werde ich mit 5ern zugeschüttet,kein Mensch will die Dinger haben,20 Stück an einem Tag sind keine Seltenheit.
Am Anfang habe ich die Scheine aussortiert und damit im Supermarkt bezahlt,z.B 50€ mit fünfern zu bezahlen da freut sich jede Kassiererin,die wollen die Dinger auch nicht.
Einige Kunden erschaffen mit ihrem Bargeld tolle Kunstwerke gefaltet 3x4 cm,diese Scheine kann der Handel oder die Bank nicht austauschen,das geht nur mit zerrissenen Scheinen.
Bei der Buba neue schön glatte Scheine abzuholen ist Zeitverschwendung,eher ein Spaßfaktor.
Mit 100€ Scheinen wird im Jahr 3-4x bezahlt,das sind dann oft Scheine der ersten Serie,jahrelang gebunkertes Geld das jetzt weg muß.
Ist nur meine eigene Erfahrung nach 20 Jahren kassieren.
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Brakteat
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Brakteat »

So macht jeder andere Erfahrungen. Ich hab am Geldautomaten noch nie Fünfer erhalten. Da gibt's immer nur Hunderter und Fünfziger. Und im Handel gibt's als Wechselgeld immer nur abgegrabbelte Kleinscheine. Genau deshalb hol ich gern frische von der Buba. Die Supermarkt-Kassierer waren bisher in der Tendenz eher erfreut über die frischen Scheine. Und dass die Leute aus den Zehnern gern mal Geburtstagsgeschenke falten, find ich auch nervig. Solche Scheine bekomme ich auch nicht gern an der Kasse.
Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.
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gullaldr
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von gullaldr »

Weihnachtsmärkte: Bargeld nicht erwünscht
Am Weihnachtsmarkt im Hauptbahnhof Zürich ist Bargeld verboten. Händler, die es noch annehmen, müssen mit 500 Franken Busse rechnen. Auch andere Märkte drängen Besucher zur bargeldlosen Bezahlung.
https://www.ktipp.ch/artikel/artikeldet ... erwuenscht
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kkdooo
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von kkdooo »

Brakteat hat geschrieben: 29.10.2025, 10:05 So macht jeder andere Erfahrungen. Ich hab am Geldautomaten noch nie Fünfer erhalten. Da gibt's immer nur Hunderter und Fünfziger. Und im Handel gibt's als Wechselgeld immer nur abgegrabbelte Kleinscheine. Genau deshalb hol ich gern frische von der Buba. Die Supermarkt-Kassierer waren bisher in der Tendenz eher erfreut über die frischen Scheine. Und dass die Leute aus den Zehnern gern mal Geburtstagsgeschenke falten, find ich auch nervig. Solche Scheine bekomme ich auch nicht gern an der Kasse.
Also ich konnte das letzte mal noch 50 oder 100 bankfrische 5er über meine Sparkasse beziehen.
Dachte eigtl auch, dass die das immer noch machen würden. Ich werd mal nachfragen.
Ist bei mir aber auch knapp 30 Jahre her; fällt mir grad auf smilie_05
Hatte sie, in meinen dekadenten 20ern, in der Druckerei als Block zusammen kleben lassen und dann an der Kasse einzeln abgerissen.
Immer schön auf dicke Hose gemacht :mrgreen:
Ich erinnere mich noch als ich mit einem Kumpel (schön mit Schlips und Kragen) bei McD war.
Die Kassiererin meinte nur so zu ihrer Kollegin: "Ja, so wünsche ich mir meinen Sohn auch mal..."
Wenn die Heute wüsste smilie_03
Btw, unsere Sparkassenautomaten (Hamburger Raum) haben zur Wahl 10,- bis 100,- Scheine..
200er waren aber noch so vor 4-5 Jahren wählbar meine ich.
Noch ein schönes Wochenende @all
smilie_14
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gullaldr
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von gullaldr »

Diesmal waren die Proteste (noch) zu stark...

Wütende Kunden: Weihnachtsmarkt rudert zurück
https://www.t-online.de/nachrichten/pan ... laubt.html

(Besten Dank an Puschel aus dem Gold.de-Forum für diesen Hinweis)
Rhenanus
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Rhenanus »

Man kann auch andere Beweggründe für Kartenzahlung sehen. Glühwein, Tee, Wurst, Reibekuchen etc. gehen bei den meisten Weihnachtsbuden bar in eine Kassette. Kassenbon Fehlanzeige. Selbst bei Benutzung digitaler Kassen gab es zuletzt einen Softwarespezialisten, der Imbissbetreibern seine Dienste per Software (Löschung von Buchungen in der Kasse) angeboten hat: Schaden ca. 850.000 - er war geständig.
Die Tage hörte ich in einer Sendung, dass ein Imbissbetreiber, bevorzugter Warenverkauf bei Kirmes und anderen Schaustellerereignissen, über Jahre kräftig Steuern verkürzt hat. 2 Jahre Haft auf Bewährung, weil die hinterzogene Steuersumme wohl siebenstellig war.
Wer kann bei solchen Verkaufs- und Bezahlpraktiken auf Weihnachtsmärkten schon feststellen, ob der neben der Ware mit Buchführung im Supermarkt bar bezahlte Glühwein dann auch gegen Cash verkauft wird und in keiner Steuererklärung auftaucht? Die Summen deuten dabei auch nicht auf Peanuts hin. Bei einem Einkaufspreis von 4-5 Euro pro Liter besserer Ware und einem Verkaufspreis auf dem Weihnachtsmarkt von ca. 4- 5 Euro / Tasse (0,2 l ?) bleibt gut was hängen. Und das gilt ja nicht nur für Glühwein, sondern auch für die ganzen anderen "Leckereien" - süß, heiß und fettig!
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gullaldr
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von gullaldr »

^ Das trifft sich mit der offiziellen Begründung.

Nach dieser dienen Bargeldverbote nicht der Kontrolle der Bürger, sondern dem Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche.

Ebenso dient die Kontrolle der Internet-Kommunikation nicht darum, den Bürger auszuforschen, sondern die Kinderpornographie zu bekämpfen.

Das lässt sich bei vielen weiteren Themen, bei denen ökonomische Interessen einen bedeutenden Anteil haben dürften (z.B. Corona, Kriegswirtschaft usw.), weiterführen. Es finden sich Begründungen. Ob diese aber der wahre Grund sind, darf zumindest angezweifelt werden.
Rhenanus
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Rhenanus »

Ich vermute, dass die US-Tech-Riesen viel mehr über uns wissen und gespeichert haben als der deutsche Staat. Dem dürften schon die entsprechenden Rechenzentren für die Datenfülle fehlen.
Ich war nie bei einem Anbieter der Sozialen Medien wie Facebook, WhatsApp, Instagram, TikTok, Xing, Linkedin, Twitter / X angemeldet oder aktiv. Apple, Google, Microsoft und andere werden dennoch massig Daten von mir haben.
Wenn ich bei EM-Händlern bestelle oder verkaufe, dann geht das ohnehin übers Konto, ob ich da anonym für 2000 oder 5000 Euro anonym einkaufen kann, macht mir auch nichts. Falls der deutsche Staat nichts anderes zu tun hat, als über Jahrzehnte meine EM-Käufe und -Verkäufe übers Internet mit Kontobewegungen zu speichern, dann verstehe ich, warum Reformen so lange dauern oder gar nicht erst stattfinden. Außer mir gibt es ja dann auch einige Millionen anderer Käufer, nicht nur von EM. Und wenn der Staat auch noch die ganzen Kartenzahlungen auf den Weihnachtsmärkten kontrollieren muss, vielleicht um Alkoholiker ausfindig zu machen, dann Prost.
Das Problem mit der Kartenzahlung auf Weihnachtsmärkten sehe ich eher in den Störungen des Ablaufs, wenn bei einer Gruppe von 5 Leuten jeder das Kartenlesegerät bedienen muss. Da wird der Verkauf stocken.
In NRW (und wohl auch sonst) gibt es seit einiger Zeit bei Aldi zwei Lesegeräte an der Kasse, damit die Kassiererin den nächsten Kunden bedienen kann, während der vorige noch einpackt und dann bezahlt - kann er natürlich auch in bar.
Brakteat
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Brakteat »

Geldwäsche und Steuerhinterziehung kommen vielleicht als "gute Gründe" daher, sind aber doch nur ein Vorwand. Solange Skandale wie die Cum-Ex-Geschäfte gedeckt und die Ermittlungen dort sabotiert werden und man die Chefermittlerin nach allen Regeln der Kunst kaltstellt, muss mir bei der ganzen Bargeld-Nummer keiner mehr was von einem legitimen Anspruch des Staates erzählen.

Der Staat hat einen Anspruch auf eine angemessene finanzielle Ausstattung, um das Staatswesen und den Schutz seiner Bürger zu ermöglichen. Aber der Souverän muss dabei immer noch das Volk bleiben. Nicht das Volk muss jeden Pfennig in seinem Besitz vor dem Staat rechtfertigen, sondern der Staat muss rechtfertigen, wenn er was vom Volk will.

Wenn wir in einem im großen und ganzen ordentlich funktionierenden Staat leben und staatliche Akteure haben, die wissen, was sich gehört und was recht ist, dann wird auch das Volk sich ordentlich verhalten, und jeder wird dem Staat gern geben, was des Staates ist. Aber selbst dann muss das Volk so frei sein, dass einer auch schon mal jemand anderem einen Hunni für eine schnelle Hilfe in die Hand drücken darf, ohne dass der Staat danach kräht. So war es jahrzehntelang, wenn sich auf beiden Seiten alles im Rahmen der Kulanz bewegt. Auch auf dem Weihnachtsmarkt war das immer so.

Wenn die Budenbetreiber auf dem Weihnachtsmarkt das Gefühl haben, dass der Staat sie nicht behummst, dann werden sie ihre Einnahmen auch ordentlich versteuern - so, dass der Staat sich nicht beschweren muss. Wenn ich dann einen Teil in der Tasche behalte, ohne es zu übertreiben, dann ist das mein gutes Recht als freier Bürger und Souverän. Wenn beide Seiten dabei Maß und Mitte wahren, dann funktioniert auch das Miteinander zwischen Staat und Volk.

Wenn es einer von beiden übertreibt, dann bröckelt's.

Ein anderes Beispiel: Würde der Staat etwa anfangen, mit technischen Mitteln nachzuvollziehen, ob ich als Fußgänger auch immer schön bei Grün über die Straße gehe, und würde er jede Rot-Sünde*(s.u.) registrieren und im schlimmsten Fall ahnden, dann wäre das in etwa so wie die volle Kontrolle über meine Geldausgaben und mein Kaufverhalten, wo jedes Geschenk und jede Geldweitergabe selbst im familiären Bereich geahndet oder steuerlich herangezogen werden kann. So weit darf es nicht gehen. Man stelle sich vor, es gibt kein Bargeld mehr und wir laufen mit ID-Chip rum, und auf einmal heißt es: Dreimal bei Rot über die Straße? Dann darfst du nur noch 50 Euro für den Rest des Monats für nicht lebensnotwendige Dinge ausgeben. Zack. Oder du hast "klimagesündigt" und dein Punktekonto überschritten. Tja, auch das muss dann natürlich Konsequenzen haben...

Es muss auch für den Staat Grenzen geben. Aber es hängt in letzter Konsequenz vom Volk ab, ob ein Überschreiten dieser Grenzen Folgen hat.

(* Erläuterung: Ich meine hier nur mein Verhalten als Fußgänger, nicht etwa als Autofahrer. Als Fußgänger bin ich in meiner ursprünglichen unmittelbaren Eigenschaft als Mensch unterwegs und kann selbst bestimmen, wie und wo ich über die Straße gehe. Als verantwortungsbewusster Bürger akzeptiere ich dabei die Verkehrsregeln grundsätzlich, weil es um ein schadloses, geordnetes und faires Miteinander geht. Dabei kommt der Ampel die Aufgabe zu, dieses Miteinander zu regeln und im Notfall Verantwortlichkeiten zu klären. Aber eine Ampel hat nicht die Aufgabe, mir vorzuschreiben, wie ich mich zu verhalten habe. Wenn ich bei Rot über eine Ampel gehe, weil kein Auto weit und breit zu sehen ist und ich auch der einzige bin, dann gibt es da nix zu ahnden, selbst wenn es technisch möglich sein sollte. -- Als Autofahrer ist das natürlich anders, da bin ich nicht unmittelbar als Mensch unterwegs, sondern mittelbar, weil ich ein Vehikel steuere, das ich im schlimmsten Fall nicht unter Kontrolle habe und dessen Wucht jede natürliche Kraft eines Menschen übersteigt. Hier halte ich natürlich an JEDER roten Ampel.)

Sorry, ist länger geworden als geplant.
Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.
Rhenanus
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Rhenanus »

Brakteat hat geschrieben: 18.11.2025, 21:48 Aber selbst dann muss das Volk so frei sein, dass einer auch schon mal jemand anderem einen Hunni für eine schnelle Hilfe in die Hand drücken darf, ohne dass der Staat danach kräht...

Wenn die Budenbetreiber auf dem Weihnachtsmarkt das Gefühl haben, dass der Staat sie nicht behummst, dann werden sie ihre Einnahmen auch ordentlich versteuern - so, dass der Staat sich nicht beschweren muss. Wenn ich dann einen Teil in der Tasche behalte, ohne es zu übertreiben, dann ist das mein gutes Recht als freier Bürger und Souverän. Wenn beide Seiten dabei Maß und Mitte wahren, dann funktioniert auch das Miteinander zwischen Staat und Volk.
Gegen schnelle Hilfe für einen Hunni hat der Staat wohl wenig einzuwenden. Außerdem wird bei einer schnellen Gefälligkeit im Gegensatz zur Schwarzarbeit in der Regel keine Entlohnung versprochen. Der Hunni ist dann ein Zeichen von Dankbarkeit, innerhalb der Familie oder Nachbarschaft ohnehin wenig problematisch.

Der freie Bürger und Souverän darf also jenseits aller steuerlicher Gesetzesvorgaben sein Recht durchsetzen, indem er selbst entscheidet, einen wie großen Teil der Einnahmen er unversteuert in der Tasche behält, wenn er nicht übertreibt.
Sorry, das funktioniert nicht. Maß und Mitte wahren auf der einen Seite und genaue Vorschriften auf der anderen Seite. Der eine findet, dass er dem Staat von 10% seiner Einnahmen keine Steuern schuldig ist, der nächste denkt sich, 15-20% sind auch ok. Der dritte hat gerade eine schwierige wirtschaftliche Phase und behält noch mehr ein, weil auch er es für sein Recht als Souverän hält.
Ob Staat oder Mitmensch - ich lasse mir 100% der Ware bezahlen, liefere aber nur 90%. Ist das nicht auch Maß und Mitte? Dann sollten wir doch gleich sagen, dass der Staat zwar Vorschriften über Abgaben machen kann, aber der freie Bürger macht dann - natürlich mit Augenmaß - was er will. So läuft das doch nicht.

Der Bürger als Souverän bestimmt in der Demokratie in Wahlen Vertreter, die in seinem Namen Gesetze erlassen. Diese hat er dann zu akzeptieren und zu befolgen oder er geht auf die Straße und demonstriert dagegen. Beim nächsten Mal kann er anders wählen. Eine weitgehend beliebige Auslegung der Gesetze durch den Bürger ist dabei nicht intendiert, denn dann brauche ich gar keine Vorschriften. So kommt man zu den Gummiparagraphen und jeder macht, was er will, er ist ja der Souverän!

Zum Schuljahresbeginn hieß es früher auf der ersten Konferenz immer: Achtet bitte darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ordentlich gekleidet sind. Was heißt das? Schülerinnen sagten dann: Top mit Spaghettiträgern ist nicht erlaubt, kurze Hosen ohne blickdichte Leggins sind verboten, der Bauchnabel muss bedeckt sein usw.
Im Laufe der Zeit wurde es etwas freier, Spaghettiträger überall, Oberteile ohne Träger sollten mit einer Bluse bedeckt werden. Schickte man eine Schülerin wegen eines zu freizügigen Outfits nach Hause zum Umziehen, regten die Eltern sich auf und meinten, das sei doch ganz normal. Versuche, die Schulleitung zu genauen Formulierungen zur Kleiderordnung zu bringen, endeten stets mit dem Hinweis: Augenmaß ist gefragt. Seltsamerweise verstand jede Lehrperson darunter etwas anderes und schließlich hörte man den alljährlichen Appell zwar, aber kümmerte sich nicht mehr darum.
Brakteat
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Brakteat »

@Rhenanus
Da bin ich doch d'accord. Ich plädiere nicht für eine gesetzlose antiautoritäre Gesellschaft oder sowas. Ich plädiere für die Ordnung, die wir in den vergangenen Jahrzehnten mal hatten, wo der Staat natürlich zusieht, dass Gesetze eingehalten und Verstöße geahndet werden - aber eben nicht bis in den allerletzten Zipfel.

Hat der Staat denn in der Nachkriegszeit bis zum Jahrtausendwechsel darunter gelitten, dass er auf dem Weihnachtsmarkt nicht jeden Glühweinverkauf unter Kontrolle hatte? Nein. Es hat auch ohne Kontrollwahn und mit gelegentlichen Stichproben gereicht. Wenn der Staat pleitegeht, dann nicht deshalb. Wenn sich aber die Kontrollschlinge immer weiter zuzieht, dann erstickt eine Gesellschaft, die sich für freiheitlich-demokratisch hält. Ich habe nichts gegen Kontrollen und Strafen. Aber es muss alles Maß und Mitte haben.

Wenn der Staat seinen Bürgern nur noch misstraut, dann ist Alarmstufe Rot.
Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.
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gullaldr
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von gullaldr »

Alles richtig,

aber es ist doch ziemlich egal, ob der Staat den Bürgern vertraut oder misstraut. Letztlich sind die Bürger der Souverän und können diejenigen, die sich als "der Staat" bezeichnen - zumindest theoretisch - auch zum Teufel jagen.

Viel entscheidender ist doch, ob die Bürger dem Staat vertrauen können. Und damit sind wir beim Thema Bargeldverbot, bei dem das Schwarzgeld doch nur ein Vorwand ist. Letztlich, und das hat man in der Probephase der Corona-Zeit spätestens gesehen, geht es um immer mehr Kontrolle.

Und wer glaubt, er könne nach einer Abschaffung des Bargeldes einfach so weiter leben wie bisher, hat die Rechnung ohne diejenigen gemacht, die schon heute am liebsten den Bürgern ein Leben vorschreiben, wie sie es moralisch oder politisch gerechtfertigt sehen.

Das sieht dann so aus:

"Herr Schmidt, sie haben diesen Monat bereits das Limit zum Einkauf zuckerhaltiger Süßigkeiten erreicht. Sie können sich die Bankkarte sicherheitshalber für derartige Einkäufe sperren lassen oder müssen mit höheren Zuzahlungen bei zahnärztlichen Leistungen rechnen."

"Fräulein Liese, am Samstag sind nach neuer Verordnung mit ihrer Karte nur noch Einkäufe fleischloser Produkte möglich, da der Veggie-Day eingeführt wurde."

"Frau Schulz, sie haben bereits zwei Flugreisen in diesem Jahr gebucht. Eine dritte ist aus Klimaschutzgründen nicht mehr über ihre Bankkarte buchbar."

"Herr Schwurbel, sie wurden in einem Strafverfahren wegen Hass und Hetze im Netz für schuldig befunden, weshalb ihre Bankkarte bis Ende des Monats gesperrt wird. Bei Ernährungsproblemen wenden Sie sich an die örtliche Suppenküche."

usw. usf. Natürlich alles nur Verschwörungstheorie, denn der Staat meint es gut mit uns. Er will nur nicht so wenig Vertrauen in uns haben müssen.
WhiteWarrior
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von WhiteWarrior »

Die Abschaffung des Bargeldes findet täglich und schleichend statt. Ich habe in der Corona Zeit am eigenen Leib erlebt wie autoritär und diktatorisch dieser Staat sein kann.

Es wird genau so kommen wie der Post vor meinem es beschreibt.

Bargeld ist gelebte Freiheit.
Ein Volk das keine Waffen tragen möchte, wird Ketten tragen.
Frank the tank
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Frank the tank »

Spätestens seit Corona hat der Staat den Konsens mit den Bürgern aufgekündigt. Er bezahlt seine Beamten, Pensionäre und Angestellten aus dem Steueraufkommen gut damit diese sich loyal verhalten. Das scheint auch gut zu funktionieren!? Anders kann ich mir sonst manche Posts nicht erklären.
Leider wird der Bürger als Souverän nicht mehr so vom Staat und seinen Institutionen gesehen. Man wird bevormundet und ausgeplündert CO2 Zertifikate usw. Deshalb ist es wichtig das Bargeld nach und nach madig zu machen.
Die Banken wurden von niemanden gezwungen Geldautomaten einzuführen, Geld während der Schalterschunden holen war früher üblich. Jetzt auf hohe Kosten verweisen ist Ablenkung.
In USA wird der Penny abgeschafft, ist in der Herstellung teurer als der Nennwert. Das ist beim Eurocent glaube ich ähnlich. Auch daran ist der Verfall der Währungen zu erkennen.
Das Geldsystem ist das Übel, wir befinden uns im Endspiel. Ja wird seit Jahrzehneten gesagt, ist aber diesmal wirklich so. Isch schwöre
Rhenanus
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitrag von Rhenanus »

Frank the tank hat geschrieben: 20.11.2025, 07:58 Spätestens seit Corona hat der Staat den Konsens mit den Bürgern aufgekündigt. Er bezahlt seine Beamten, Pensionäre und Angestellten aus dem Steueraufkommen gut damit diese sich loyal verhalten. Das scheint auch gut zu funktionieren!? Anders kann ich mir sonst manche Posts nicht erklären.
Leider wird der Bürger als Souverän nicht mehr so vom Staat und seinen Institutionen gesehen. Man wird bevormundet und ausgeplündert CO2 Zertifikate usw. Deshalb ist es wichtig das Bargeld nach und nach madig zu machen.
Die Banken wurden von niemanden gezwungen Geldautomaten einzuführen, Geld während der Schalterschunden holen war früher üblich. Jetzt auf hohe Kosten verweisen ist Ablenkung.
In USA wird der Penny abgeschafft, ist in der Herstellung teurer als der Nennwert. Das ist beim Eurocent glaube ich ähnlich. Auch daran ist der Verfall der Währungen zu erkennen.
Das Geldsystem ist das Übel, wir befinden uns im Endspiel. Ja wird seit Jahrzehneten gesagt, ist aber diesmal wirklich so. Isch schwöre
Bei Corona gab es Einschränkungen und Verordnungen bezüglich des Bewgungsraumes (Verlassen der Wohnung), der Besuche von vulnerablen Gruppen usw. Impfpflicht war ein weiteres Thema - was hat das mit Bargeld zu tun. Hat während der Corona-Zeit der Staat in meine Einkäufe eingegriffen? Nicht dass ich wüsste. Da hat der Ukraine-Krieg mit der Knappheit mancher Lebensmittel größere Einschränkungen hervorgerufen.

Es ist doch nicht speziell das Geldabheben in der Filiale, das die Kosten getrieben hat. Viele Filialen sind geschlossen worden, um die Gewinnzone der Banken durch Personalabbau zu erhöhen. Ich würde auch gerne den Aufschrei hören, wenn Geld nur während der Schalterzeiten abgeholt werden könnte. Bei zunehmenden Internetbanking kosten die Girokonten mit persönlicher Bedienung und Überweisungszetteln deutlich mehr oder sind kostenfrei überhaupt nicht zu haben. Man muss ja nicht einmal zur Bank rennen, denn die Discounter und Supermärkte haben mit der Abhebung von 200 Euro doch gut nutzbare zusätzliche Bargeldquellen geschaffen. Mit den Lidl-/ Aldi-/ Rewe-Apps etc. werden beim Einkauf doch viel mehr Daten offen gelegt als mit einer Kartenzahlung. Da weiß der Staat doch nur, wo ich wann für welchen Betrag eingekauft habe.
Das Problem mit Minigeldstücken ist doch eher dem Handel geschuldet: Artikel müssen immer unterhalb bestimmter Eurogrenzen bleiben. 0,99 €, 2,49 €, 9,98 €, 39,98 € usw. Und an der Tanke splitten wir noch in Zehntel-Cent: 1,65-9 €. Unsere NL-Nachbarn runden schon lange in vielen Geschäften auf 5 Cent auf oder ab. Schon kann ich auf 2 und 1 Cent verzichten.

Ich bin auch Bargeldverfechter. Falls ich weniger als 200-300 Euro flüssig habe, fühle ich mich nicht wohl. Ich brauche sie zwar nie, weil ich höhere Beträge mit Karte zahle, aber ich schätze dieses Nostalgiegefühl einer gewissen finanziellen Sicherheit. Außerdem wird doch mehr und mehr über digitales Bezahlen im Internet abgewickelt. Bestellung per Nachnahme wird kaum noch angeboten (Gebühren) und Rechnungskäufe dürften gegenüber Paypal und ähnliche Angebote, Kreditkarte, Amazon, Klarna in der Minderheit sein. Vorkasse ist das Zauberwort - und beim Internethandel ist Barzahlung nun mal nicht vorgesehen.

Zur "guten" Besoldung der Beamten gab es gerade ein Urteil für die Berliner Beamten. Wenn man die Tarifabschlüsse anderer 'Branchen mit denen der Beamten oder Angestellten im Öffentlichen Dienst vergleicht, wird man eher geringere Prozentzahlen für den ÖD finden. In guten Jahren gab es bei Porsche VW, BMW u.a. nicht nur 13 Monatsgehälter, sondern sogar Boni bis 5000-10000 Euro (Porsche 2023: 9690 € und 2024 halbiert: 5250 € - bei halbierter Prämie sind das noch immer 14 gute Monatsgehälter). Jahreszahlen um 100 Jahre korrigiert.

Warum haben die Schulen seit vielen Jahren einen großen Mangel an ausgebildeten Informatikern? Vielleicht liegt es ja an der Besoldung. In der Wirtschaft lässt sich deutlich besser verdienen, vielleicht sogar mit weniger Stress. Bei der Besoldung der unteren Polizistenränge frage ich mich, warum die Leute sich das antun und sich dabei noch täglich den Gefahren aussetzen.

Seit Anfang 2013 läuft der Faden: kann ich an der Tanke, im Supermarkt oder beim Discounter, im Blumengeschäft, beim Bäcker / Metzger / Imbiss / viele Restaurants, auf Märkten, beim Paketdienst usw. nicht mehr mit Bargeld bezahlen. Meine Erfahrung hat sich in dieser Zeit nicht verschlechtert.
Zuletzt geändert von Rhenanus am 20.11.2025, 14:10, insgesamt 1-mal geändert.
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