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Beginnende Bargeldverbote

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Cardy
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Cardy » 20.08.2019, 10:46

Goldfisch hat geschrieben:Ist die Beschränkung von max. 2000€ pro Person und Tag vorgesehen?
Dann würde das jährliche max. bei ca. 700000€ für den anonymen Goldkauf gelten. Dieses würde dementsprechend wirklich nur eine äußerst kleinen Teil der Bevölkerung betreffen.

Oder übersehe ich da etwas?

Wenn ein Geschäft anonym abläuft gibt es hinterher keinerlei Spuren darüber. Niemand kann nachvollziehen, dass du an einem bestimmten Tag etwas gekauft hast. Wie soll dann eine Grenze pro Tag o.ä. kontrolliert werden? Du kannst also gleich zum nächsten Händler gehen und wieder für 2000 Euro kaufen. Oder auch beim gleichen Händler etwas später wieder vorbeikommen.

Und wenn du jetzt denkst, dann macht diese Regelung keinen Sinn - stimmt. Aber von schwachsinnigen Politikern kann man nun mal keine sinnvollen Gesetze erwarten.

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lifesgood
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon lifesgood » 20.08.2019, 10:56

Goldfisch hat geschrieben:Ist die Beschränkung von max. 2000€ pro Person und Tag vorgesehen?
Dann würde das jährliche max. bei ca. 700000€ für den anonymen Goldkauf gelten. Dieses würde dementsprechend wirklich nur eine äußerst kleinen Teil der Bevölkerung betreffen.

Oder übersehe ich da etwas?


Ja, Du übersiehst etwas, nämlich dass nicht jeder einen Edelmetallhändler um die Ecke hat, bei dem er täglich mal kurz vorbeigehen kann, um dort für 2.000 € zu kaufen.

Desweiteren übersiehst Du, dass viele Edelmetallhändler nur von Montag bis Freitag offen haben, macht dann 52 Wochen zu 5 Tagen, da gehen noch ein paar Feiertage ab und schon sind es nur noch 250 Tage, an denen man im Optimalfall (wenn der Händler um die Ecke ist) kaufen könnte.

Ich müßte z.B. mindestens 2 Stunden täglich für Hin- und Rückfahrt in Kauf nehmen, mit Abwicklung usw. muss man wohl 2 1/2 bis 3 Stunden rechnen, je nachdem wie viel gerade auf der Straße und beim Händler los ist. Und die Kosten für täglich 140 km Strecke muss man auch noch berücksichtigen. Wenn ich an 250 Tagen im Jahr 140 km zum EM-Händler fahren würde, wären das alleine dafür 35 tkm pro Jahr. Selbst wenn man nur 50 Cent Vollkosten pro km rechnet, wären das 17.500 €. Von der vergeudeten Lebenszeit, wenn man 650 Std. pro Jahr dafür im Auto säße, ganz zu schweigen.

Und Eines darf man auch nicht vergessen: Gerade bei Gold ist es nicht so leicht, ziemlich nah an die 2.000 € Grenze ranzukommen. Momentan wäre man mit einem 1-Unzer und einem Halbunzer schon drüber. Man müßte also zusätzlich zur Unze auf Kleinstückelungen mit deutlich mehr Aufgeld gehen.

@Cardy: es wohnt nicht jeder in einer Großstadt, in der es mehrere EM-Händler gibt. Würde ich an einem Tag 4 - 5 Händler machen wollen, wäre ich wohl den ganzen Tag unterwegs, müßte gut 400 km fahren und hätte dennoch maximal 10 k€ in EM gewechselt.

Und dass unsere Bewegungsprofile über Handy, Auto usw. nachollziehbar sind, sollte auch jedem klar sein ;)

Das Ziel den anonymen Edelmetallkauf deutlich zu erschweren und unattraktiver zu gestalten, würde für einen Großteil der Bevölkerung auf jeden Fall erreicht. Wobei vermutlich auch ein Großteil der EM-Käufer von dieser Regelung gar nicht tangiert würde, weil deren Käufe sich in der Regel ohnehin darunter bewegen.

lifesgood

Cardy
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Cardy » 20.08.2019, 11:27

lifesgood hat geschrieben:
@Cardy: es wohnt nicht jeder in einer Großstadt, in der es mehrere EM-Händler gibt. Würde ich an einem Tag 4 - 5 Händler machen wollen, wäre ich wohl den ganzen Tag unterwegs, müßte gut 400 km fahren und hätte dennoch maximal 10 k€ in EM gewechselt.

Und dass unsere Bewegungsprofile über Handy, Auto usw. nachollziehbar sind, sollte auch jedem klar sein ;)

Das Ziel den anonymen Edelmetallkauf deutlich zu erschweren und unattraktiver zu gestalten, würde für einen Großteil der Bevölkerung auf jeden Fall erreicht. Wobei vermutlich auch ein Großteil der EM-Käufer von dieser Regelung gar nicht tangiert würde, weil deren Käufe sich in der Regel ohnehin darunter bewegen.

lifesgood

Nun, ob es bequem ist oder nicht war nicht die Frage. Ich denke auch nicht, dass jemand regelmässig hunderte km durch die Gegend fährt, um EM zu kaufen. Es ging darum, ob es irgendwelche Tagesgrenzen o.ä. gibt. Und die sind IMO bei anonymen Geschäften nicht möglich.

Du hast Recht, die meisten sind gar nicht betroffen. Sei es, weil sie nur kleine Mengen kaufen können, sei es weil sie mehrmals kaufen oder sich schlicht nicht dafür interessieren. Blöd ist es aber für die, die eine grössere Stückelung Gold kaufen wollen - eine 2oz Goldmünze kann man dann nicht mehr anonym erwerben.

Silbermann 1984
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Silbermann 1984 » 20.08.2019, 12:05

Mich betrifft das auch nicht EM kaufen für 2000€ ,das bekomme ich über das Jahr nicht zusammen .

Trotzdem finde ich es Schei.e ,warum?

Ganz einfach es ist der Anfang vom Ende ,soweit denken manche bloß nicht ,nach 2000 kommen 1000 ,danach 500 und dann kann man es ganz abschaffen .

saho111
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon saho111 » 20.08.2019, 12:06

Cardy hat geschrieben:
Oder auch beim gleichen Händler etwas später wieder vorbeikommen.



Güterhändler müssen das nach dem Geldwäschegesetz aufzeichnen (Identifizierung) wenn die Einzelgeschäfte zusammengeballt die Grenze (wahrscheinlich bald 2.000 €) erreichen. Da muss man schon ein paar Wochen warten um wieder anonym bei einem seriösen Händler kaufen zu können.

Frank the tank
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Frank the tank » 23.08.2019, 11:06

Welt ohne Geld - Wie die Abschaffung von Banknoten vorangetrieben wird

https://www.youtube.com/watch?v=JJCsxZSWtWE

SWR Beitrag läuft ca 45 min. Im Grundtenor für beide Bezahlarten.
Deutlich wird auf die Risiken einer bargeldlosen Gesellschaft hingewiesen.
Findet ein Umdenken statt?
Gerade der junge Student macht mir Hoffnung .....

Marek
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Marek » 23.08.2019, 11:31

Hallo,

ein bischen wird man mit der 2.000€ Grenze wohl schon noch "kreativ" umgehen können;
Stichwort: Oma, Opa und Ehefrau fahren auch mit...

Liebe Grüße
Marek

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon lifesgood » 23.08.2019, 12:04

Hab mir das Video gerade angesehen.

Es wird auf viele Dinge eingegangen, jedoch wird mit keiner Silbe erwähnt, dass Bargeld der natürliche Feind von Negativzinsen ist.

Selbst bei Rogoff, bei dem dies ja eine Kernthese darstellt und der Negativzinsen im Bereich von 4 - 6% propagiert, wird auf das Thema nicht eingegangen.

Ich hatte mich vor 2/3 Jahren etwas intensiver mit der ganzen Thematik beschäftigt, als eine meiner Töchter ihre Masterarbeit mit dem Titel "Bargeldabschaffung - Fluch oder Segen?" geschrieben hatte.

lifesgood

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Frank the tank » 23.08.2019, 13:03

Da hast Du Recht.
Diese große Nachteil wird im Film nicht angesprochen, komisch eigentlich.
Gerade auch von den ziemlich aufgeweckten Studenten hätte man das erwarten können.

saho111
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon saho111 » 23.08.2019, 13:06

Dazu hat der IWF auch schon einen Plan ausgearbeitet :

https://www.sueddeutsche.de/geld/strafz ... -1.4365733

Frank the tank
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Frank the tank » 23.08.2019, 13:12

Was ich aber interessant fand:
Die Schwedische Zentralbank hält Bargeld für nötig bei Szenarien die einen Ausfall der digitalen Strukturen bedingen.
Die Datensammelei der Bezahldienste und der Handel mit Daten.
Ein Datensatz allein macht noch keinen gläsernen Bürger. Aber die Fülle der Vernetzung der gesammelten Daten führen zu einem gläsernen Bürger!
Am Anfang war das Girokonto kostenlos, mittlerweile kostet es wieder was.
MMn verhält es sich mit den ganzen privaten Bezahldiensten ähnlich. Die Kunden werden mit kostenlosen Transaktionen angelockt, später wenn keiner mehr auf die ach so bequemen Bezahldienste verzichten will, kommen die Gebühren!
Der Verweis auf China ist auch interessant. Wir leben ja in einer Demokratie, da kann sowas nicht passieren.

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon lifesgood » 23.08.2019, 13:21

Die Gebühren werden weiter steigen (müssen). Wenn die Regierung Negativzinsen für Kleinsparer verbieten will, dann müssen die Banken nicht nur ihre Kosten und ihren Gewinn über Gebühren generieren, sondern auch das, was Ihnen durch das Verbot von Negativzinsen entgeht.

Wenn natürlich dann jede unbare Transaktion Gebühren (höher als jetzt) verursacht, dann wird die bargeldlose Zahlerei für den Michel auch deutlich teurer.

lifesgood

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Unzen999 » 23.08.2019, 17:34

saho111 hat geschrieben:Dazu hat der IWF auch schon einen Plan ausgearbeitet :

https://www.sueddeutsche.de/geld/strafz ... -1.4365733


Nicht's klappt bzw. geht's mit Vollgas gegen die Wand aber wenn es darum geht das Zahlschaf immer weiter in die Mangel zu nehmen kommen die auf die tollsten Ideen..... smilie_18
Ein rollender Stein kann kein Moos ansetzen!

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Xiaolong
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Xiaolong » 23.08.2019, 17:59

Tjo, also Schweizer Franken bis zum Versicherungswert des Schliessfachs mit ins selbige legen?
Bargeld im heimischen Treor ist ja so eine Sache -.-

Die CHF sind die einzige Währung, der ich in Europa noch halbwegs vertrauen würde....
War heute eh auf der Bank, die bräuchten bis Dienstag, um mehr als 500CHF herausrücken zu können. Das war die Obergrenze sofort..
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manchmal klemmt die Leertaste

popeinnot
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon popeinnot » 23.08.2019, 22:22

Xiaolong hat geschrieben:Tjo, also Schweizer Franken bis zum Versicherungswert des Schliessfachs mit ins selbige legen?


In Zeiten ohne Bankgeheimnis und mit gesetzlichen Bail-in-Regeln ein Schließfach mieten, ist wie Wasser die Donau hinunter zu tragen.
Wer obendrein gedenkt darin auch noch Wertgegenstände zu deponieren, sollte schleunigst einen Arzt aufsuchen und sich therapieren lassen.
Dermaßen schmerzbefreit sind nicht einmal die härtesten Hardcore-Sklaven im wildesten Domina-Studio unterwegs.


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