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Beginnende Bargeldverbote

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Ric III
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Ric III » 04.03.2019, 15:55

Bumerang hat geschrieben:
Ric III hat geschrieben:
Bumerang hat geschrieben:Die 68-er... .


Der einzelne, kiffende Love+Peace Freak hat 68 wohl ebensowenig verstanden welchen Karren er im Grunde zieht wie es die auch die gegenwärtige Ei- Phone Generation nicht versteht.

Darum ging es mir aber auch nicht.
"68er" habe ich als Synonym des Bogens von der Re- und Dekonstruktion der Frankfurter Schule über eben die konkreten 68er ,die K-Gruppen der 70er , die Grünen der 80er ff. bis tief in den heutigen Mainstream verwendet.


Die 68-er mit dem Mainstream von heute zu vergleichen ist ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Während die Generatio Y sich tatsächlich treiben lässt (Öko-Wahn, Geander Mainstream, etc) sind es die 68-er die gegen Stuttgart21 z.B. demonstriert haben, noch lange bevor klar war, dass das Projekt eine Katastrophe ist. Darüber kann auch nicht die Fahnenflucht mancher von Ihnen, wie z.B. Joschka Fischer.


Ähm...der heutige Mainstram wird von 68ern und ihrer Nachfolgegeneration fast durchgängig dominiert.

Trägt eventuell zum Verständnis bei wenn wir das "68er" als Ausgangspukt streichen und sowohl diese als auch die aktuellen Kapriolen als die jeweiligen Zeitgeisterscheinungen der Re- und Dekonstruktion der Frankfurter Schule benennen.

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Bumerang » 04.03.2019, 18:14

Ric III hat geschrieben:Ähm...der heutige Mainstram wird von 68ern und ihrer Nachfolgegeneration fast durchgängig dominiert.

Trägt eventuell zum Verständnis bei wenn wir das "68er" als Ausgangspukt streichen und sowohl diese als auch die aktuellen Kapriolen als die jeweiligen Zeitgeisterscheinungen der Re- und Dekonstruktion der Frankfurter Schule benennen.


Da ich die FS nicht so gut kenne, müsste ich lange recherchieren. Oder du fasst es zusammen, was du mit der Re- und Dekonstruktion der selbigen meinst.
Gruß

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Ric III » 04.03.2019, 18:22

Halte nicht viel von Wikiblödia, aber für den Überblick mag es langen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dekonstruktion

Zur FS (sogar anhand eines einleitenden Bsp. aus diesem Jahrzehnt).

https://philosophia-perennis.com/2016/1 ... utschland/

Jim Quakenbusch
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Jim Quakenbusch » 04.03.2019, 19:01


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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Bumerang » 05.03.2019, 20:35

Ric III

Da musste ich aber viel mehr lesen, bis ich das verstehen konnte. Ja, mir scheint gut gewesen zu sein, was die FS versucht hatte. Eben hinter bestimmte Theorien zu steigen und die Auswirkungen auf die oder Wechselwirkungen mit der Realität zu verstehen. Ob nun die 68-er das geändert haben, kann ich nicht beurteilen.
Nicht alle 68 sind in die Politik und nur ein Bruchteil davon hat Einfluss. Wesentlicher Unterschied zum heutigen Zustand ist, dass heute die Regierung "die Rebellen" kontrolliert und nutzt. Das war 68 anders. Zwar hat die FS auch die Schwäche des Sozialismus erkannt, deshalb sind die heute offensichtlichen Schwächen des Kapitalismus, die Auslöser der FS waren, nicht verschwunden.
Gruß

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Krügi
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Krügi » 05.03.2019, 21:08

Die Schweiz hat sich übrigens dagegen entschieden, den 1000 Franken Schein abzuschaffen. Dass große Scheine hauptsächlich Kriminellen dienen sieht man bei unseren Nachbarn offenbar anders:
„Die Bedenken, dass der große Franken-Schein für Steuerhinterziehung oder Geldwäsche genutzt werden könnte, teilt die Schweizerische Nationalbank nicht. „Wir verfolgen diese Diskussion genau. Wir haben keine Indikation, dass Banknoten mit hohem Wert mehr benutzt werden für kriminelle Zwecke“, sagte Notenbanker Zurbrügg.“
https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/waehrung-schweiz-haelt-an-1000-franken-schein-fest/24066782.html

Hier noch mal ein (Meinungs-) Artikel zur Zinspolitik der Notenbanken und die Verknüpfung u.a. zu den Themen Bargeldverbot und Gold:
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/notenbanken-das-endspiel-der-bestehenden-geldordnung-steht-bevor-a-1256273.html

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Ric III » 05.03.2019, 21:24

O ha Bumi,
i versuchs mal stark eingedampft.

Frankfurter Schule (FS) ist nichts anderes als eine Form des Marxismus.Reicht über Deutungsmuster des orthodoxen Marxismus jedoch hinaus.Der in der Debatte oftmal verwendete Begriff "Kulturmarxismus" wurzelt hier.

Die 68er sind ihrerseits nix anders als das erste greifbare Massenphänomen der FS.

Von dort führt ein direkter Weg (über die K-Gruppen der 70er) zu den Grünen, zu den Jusos (hier freilich AUCH klassischer Murx....äh Marx) bis tief in die Mehrzahl der Gewerkschaften, Medien und in Gestalt z.B. einer M.Käßmann auch in die Kirchen.
In die Union und ihre Umfeldorganisationen ist man u.a. auf folgendem Weg gelangt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pizza-Connection_(Politik)
Dies zumindest einer der realtiv direkten Wege,über die Vielzahl der metapolitischen Verbände und Organisationen sind die FS Grundhaltungen freilich auch über andere Kanäle in die vormalige politische Mitte geflossen.

Die "Regierung" (besser wäre die absolut überwiegende Mehrzahl der politischen Taktgeber und Entscheider) von heute besteht somit aus den "Rebellen" von gestern oder doch zumindest aus ihren Schülern.

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Bumerang » 06.03.2019, 07:03

Ja, schon klar Ric.

Habe auch nicht behauptet ein großer Fan von Marxismus zu sein. Allerdings sehe ich die Schwächen des Kapitalismus, die von den Marxisten sehr gut beschrieben worden sind, auch. Wir sind uns einig dass der Weg aus dem Scheiß nur über mehr Freiheit stattfinden kann. Die Frage ist, warum passiert das nicht? Wie kommt es dazu, dass die ehemaligen 68er heute eine kapitalistische Agenda auf dem Plan haben. Nicht eine Freiheitliche, das ist schon klar, aber kapitalistische. das bedeutet nämlich, dass eben die Ziele des Großkapitals bedient werden. Keine Ahnung woher die heutigen Regierenden kommen, aber mit den 68er haben sie nicht so richtig was gemeint, bis auf Floskeln und Krötenwanderung aber ökonomisch betrachtet ist nicht viel Marxismus zu erkennen.

PS Große Vertreter der FS wie Adorno haben selbst erkannt, das der Mensch das Problem ist.
Gruß

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gullaldr
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon gullaldr » 06.03.2019, 16:50

Die 68er haben mit ihren hedonistischen Zielen und der Betonung der Interessen von so genannten Minderheiten mitgeholfen, dass der Kapitalismus sich weiter entfalten konnte. Das Aufbrechen aller Traditionen war hierzu die Notwendigkeit.

Zum Beispiel durch das Aufbrechen von Bekleidungsnormen konnten ja enorme Konsumerweiterungen ermöglicht werden. Was heute Subkultur war, ist morgen in den Regalen der Bekleidungsketten. Jedes Jahr können neue Trends in Mode, Freizeitaktivitäten, Möbelierung usw. durch den Blätterwald gejagt werden, um das Konsumangebot zu befeuern. Diese Freiheit kann man gut finden oder nicht. Durch die Abkehr vom nationalen Gedanken, der in der Vorgängergeneration noch dominant war, und die Propagierung der "Buntheit", wurde Einwanderung in die Billiglöhne erleichtert, was wiederum Profite abwirft. Auch bestimmte Minderheiten sind Kapitalismus-kompatibler. Frauen konsumieren tendenziell mehr, Schwule sind neuen Trends gegenüber aufgeschlossener, Einwanderer sind konsum-hungriger, da noch nicht so saturiert...

Doch das alles ist eigentlich off-topic. Somit etwas zum Thema. Ich weiß allerdings nicht, ob es schon mal von jemand anderem gebracht wurde. In Korea fördert der Staat das bargeldlose Zahlen durch Steuerrabatte. So könnte es hier auch kommen.

Can tax incentives for electronic payments reduce the shadow economy? : Korea's attempt to reduce underreporting in retail businesses (English)
http://documents.worldbank.org/curated/ ... businesses

Übersetzt durch google translate:
Die Erhöhung der Steuereinnahmen durch die Reduzierung der Schattenwirtschaft ist ein zentrales Ziel der Steuerpolitik und -verwaltung in der Republik Korea, seit der National Tax Service 1966 als unabhängige Stelle gegründet wurde. In diesem Beitrag wird der steuerliche Anreiz für elektronisch nachverfolgbare Zahlungen untersucht 1999 von der koreanischen Steuerbehörde eingeführt, um Zahlungen mit Kreditkarten, Debitkarten und elektronischen Geldscheinen bei Transaktionen zwischen Unternehmen und Verbrauchern zu fördern. Der Steueranreiz ermöglicht es den Lohn- und Gehaltsempfängern, bei der Einreichung ihrer Jahresend-Einkommensteuerabrechnungen Steuerermäßigungen für berechtigte Einkäufe zu verlangen, die mit elektronisch nachverfolgbaren Zahlungen getätigt werden. Das Steueranreizsystem hat in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, die koreanische Wirtschaft in eine bargeldlose Wirtschaft zu verwandeln. Der Anteil der Kartenzahlungen an Koreas Bruttoinlandsprodukt ist seit 2005 der höchste Wert der Welt seit 2005 und lag 2014 bei 49 Prozent. Durch das Steueranreize für elektronisch nachverfolgbare Zahlungen wurde die Steuerzahlerquote gegenüber den Einkommensempfängern von Unternehmen um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorquartal geändert in den späten 1990er Jahren auf derzeit rund 80 Prozent. Der effektive Einkommensteuersatz für das Unternehmenseinkommen folgte einem kontinuierlichen Aufwärtstrend von 3,4 Prozent im Jahr 1998 auf 6,3 Prozent im Jahr 2013. Die durch das Steueranreizsystem getriebene Gesamterlöse wurde auf 3,4 Billionen W geschätzt, wobei die Kosten des Systems auf 1,9 W stiegen Billion. Der Nettogewinn betrug geschätzte 1,4 Billionen W (ungefähr 1,3 Milliarden US-Dollar), was die Einkommensteuererlöse um 4,2 Prozent erhöhte. Das Steueranreizsystem wirkte sich auch positiv auf die Einkommensumverteilung aus und senkte den Gini-Koeffizienten um 0,11 Prozentpunkte.

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Bumerang » 06.03.2019, 21:18

Gullaldr,

Dir ist schon klar, dass der Kapitalismus nicht 68 entstanden ist, oder? Ich sage ja auch nicht, dass die alles richtig gemacht haben, aber so weit zu gehen wie du ist doch schon etwas seltsam.
Gruß

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon gullaldr » 06.03.2019, 22:37

Bumerang hat geschrieben:Dir ist schon klar, dass der Kapitalismus nicht 68 entstanden ist, oder?


Ja. Das habe ich auch gar nicht behauptet.
Dennoch gibt es eben beschleunigende Elemente. Diese liegen zum Einen in technischen Innovationen (ohne Flugverkehr z.B. kein Massentourismus als Wirtschaftsfaktor), zum Anderen in mentalen Veränderungen, die ihn begünstigen.
Der Kapitalismus von heute ist eben nicht mehr der selbe wie von 1850.

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Tamme » 06.03.2019, 23:56

gullaldr hat geschrieben:........ Auch bestimmte Minderheiten sind Kapitalismus-kompatibler. Frauen konsumieren tendenziell mehr, Schwule sind neuen Trends gegenüber aufgeschlossener, Einwanderer sind konsum-hungriger, da noch nicht so saturiert...
...............

Geil :D
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Krügi » 07.03.2019, 08:35

Erinnert mich sehr an Stromberg smilie_02

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dtx
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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon dtx » 23.03.2019, 00:46

Eigentlich müsste doch die Regierung stark dagegen sein, schon alleine aus Gründen der Landessicherheit. Es würden evtl. ein paar gezielte Hackerangriffe ausreichen um die ganze Wirtschaft lahm zu legen.

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Re: Beginnende Bargeldverbote

Beitragvon Bumerang » 23.03.2019, 18:02

Dars wäre das perfekte Alibi für eine Währungsreform!
Gruß

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