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Beitragvon Bumerang » 12.05.2015, 17:02

lifesgood

Zu den Gebühren kommen noch Miete für die POS Terminals, die Transaktionsgebühren für eine Buchung als solche durch die Netzbetreiber, Acquiring Gebühren etc.

http://de.wikipedia.org/wiki/Acquiring

https://www.okpay.com/de/services/credi ... /fees.html).

Davon bekommt der Käufer nichts mit. Unbar zahlen ist nicht billig, sondern hip und für den Käufer bequem und intransparent.
Gruß

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lifesgood

Beitragvon lifesgood » 12.05.2015, 17:36

... die Terminals stehen doch, ausser bei ein paar Jahrmarkthändlern schon da.

Und je mehr sie genutzt werden, umso geringer ist der prozentuale Anteil am Einzelumsatz.

Wir sind nicht scharf auf Kartenzahlungen, aber 20 - 30 % der Einkäufe mit 60 - 70% des Umsatzes laufen heute bei uns über EC-Karte (Kreditkarte nehmen wir nicht an und EC-Karte auch erst ab 25,-- €). Die prozenutalen Kosten (incl. Terminal, Telefonanschluß usw. usw.) liegen deutlich unter 0,5% des Umsatzes der hierüber abgewickelt wird.

Als wir mal zwei Tage wegen Leitungsstörungen der Telekom keine Karten akzeptieren konnten, war das chaotisch und die Kunden waren teilweise sehr ungehalten.

Aber was sind schon Erfahrungen aus der Praxis ... smilie_08

lifesgood

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Beitragvon Bumerang » 12.05.2015, 18:13

Praxis Erfahrung ist super, wenn man nicht gerade am Thema vorbei argumentiert.

Es ging darum, dass hohe Kosten als Argument gegen Bargeld aufgeführt wurden. Das wollte ich relativieren und nicht den unbaren Zahlungsverkehr verteufeln, den ich zu 99% selbst nutze.
Gruß

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Beitragvon lifesgood » 12.05.2015, 21:05

... nur sollte man eben wenn man mit hohen Kosten bei Kartenzahlung argumentiert, bei der gegenwärtigen Realität bleiben und keine Horrorzahlen aus den Anfängen der Kreditkarten ins Feld führen.

Die 1,5 - 5%, von denen Du schreibst gab es mal im Kreditkartenbereich abhängig vom Kartenanbieter, aber jetzt eben nicht mehr.

Das Gesetz kommt doch nicht von ungefähr. Man will auch beim Handel die Akzeptanz von unbaren Zahlungsweisen steigern.

Aber ich hatte auch nicht erwartet, dass Du eingstehst, dass Du mit alten Zahlen argumentiert hast ;) smilie_24

Die hohen Kosten beim Bargeld sind zweifellos auch vorhanden. Zum Einen beim Filial-Einzelhandel wo die Tageseinnahmen eben vom Sicherheitsdienst abgeholt werden (diese Kosten werden bei sinkendem Bargeldeinsatz prozentual höher) und natürlich auch bei den Banken, wo das Vorhalten von Bargeld auch Kosten verursacht, wohingegen unbare Zahlungen meist Einnahmen generieren.

Also kann man zusammenfassen, dass neben der Politik (Schwarzgeld- und Kriminalitätsbekämpfung als Totschlagargument) auch die Banken ein Interesse an einem möglichst geringen Bargeldverkehr haben. Und für den Handel (Großfilialisten) dürfte der Kostenunterschied zwischen barer und unbarer Zahlung auch deutlich schrumpfen.

Ich will damit nicht sagen, dass ich das gut finde, aber wenn ich mit offenen Augen durchs Leben gehe, erkenne ich eben diese Tendenzen.

lifesgood

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Beitragvon Bumerang » 12.05.2015, 22:08

lifesgood hat geschrieben:... nur sollte man eben wenn man mit hohen Kosten bei Kartenzahlung argumentiert, bei der gegenwärtigen Realität bleiben und keine Horrorzahlen aus den Anfängen der Kreditkarten ins Feld führen.

Die 1,5 - 5%, von denen Du schreibst gab es mal im Kreditkartenbereich abhängig vom Kartenanbieter, aber jetzt eben nicht mehr.

Aber ich hatte auch nicht erwartet, dass Du eingstehst, dass Du mit alten Zahlen argumentiert hast ;) smilie_24


Die bis zu 5% waren nicht auf das Disagio bei den Kreditkarte bezogen sondern auf die Gesamtkosten. Das sollte man aus meinen Ausführungen unschwer erkennen.

http://www.ibi.de/files/ibi_research_Ge ... fahren.pdf

Folie 53 bis 59 sind interessant. Zwar für Onlineshops, also zwingend unbar, aber nicht wesentlich anders.

Dabei haben Händler häufig nur die direkten Kosten im Auge. Sie unterschätzen tendenziell die teilweise bedeutsamen Kosten von Zahlungsverfahren, die durch indirekte Kostenfaktoren ausgelöst werden. Es zeigte sich, dass die gesamten Kosten zum Teil ein
Vielfaches der direkten Kosten betragen können.





lifesgood hat geschrieben:.
Ich will damit nicht sagen, dass ich das gut finde, aber wenn ich mit offenen Augen durchs Leben gehe, erkenne ich eben diese Tendenzen.


Und ich wollte nicht den unbaren Zahlungsverkehr verteufeln. Zum zweiten Male schreibe ich das jetzt. Einzig und allein, die Aussage, die Kosten des Bargeldes wären ein Problem, habe ich widerlegt. Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, sollte mit den Gesamtkosten rechnen. Die Tendenz die Zahlungsverkehrskosten zu senken ist klar erkennbar, jedoch werden die angestrebten 0,3 % nicht erreicht. Zu diesen Kosten ist für den Kunden eine bequeme und für den Händler eine sichere Zahlung nicht drin.
Gruß

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Beitragvon Jacob » 12.05.2015, 23:23

Bumerang hat geschrieben:Der Kleine Ladenbesitzer kann kostenlos sein Geld zur Bank bringen. Größere Händler auch, denn die Transaktionsgebühren fangen bei mind. 1,5% und reichen sogar bis 5%, je nach Zahlungsart.


Bumerang hat geschrieben:Zu den Gebühren kommen noch Miete für die POS Terminals, die Transaktionsgebühren für eine Buchung als solche durch die Netzbetreiber, Acquiring Gebühren etc.


Bumerang hat geschrieben:Die bis zu 5% waren nicht auf das Disagio bei den Kreditkarte bezogen sondern auf die Gesamtkosten. Das sollte man aus meinen Ausführungen unschwer erkennen.


Bild

lifesgood

Beitragvon lifesgood » 12.05.2015, 23:50

Bumerang hat geschrieben: Die Tendenz die Zahlungsverkehrskosten zu senken ist klar erkennbar, jedoch werden die angestrebten 0,3 % nicht erreicht. Zu diesen Kosten ist für den Kunden eine bequeme und für den Händler eine sichere Zahlung nicht drin.


Ich habe ja nicht behauptet dass 0,3% die Gesamtkosten sind, sondern nur, dass die von Dir angeführten 1,5 - 5% viel zu hoch gegriffen sind.

Mit Endlos-Postings kann man zwar mangelnde Sachkenntnis nicht ersetzen, aber man erreicht zumindest, dass diejenigen, die wissen wovon sie schreiben, die Lust verlieren und somit der Widerspruch schwindet smilie_24

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Beitragvon Bumerang » 13.05.2015, 06:18

Ich habe ehrlich gesagt auch keine Lust solche Spitzfindigkeiten als Argument zu akzeptieren.

Jacob, wer lesen kann ist schwer im Vorteil. Du kennst doch die Bedeutung von etc, oder??

Fakt ist, die 0,3% sind ein Wunschtraum. Wer sich die Mühe macht und die Präsentation liest, erfährt mehr. Wer nur Ausdrucksfehler in meinen Post finden will, hat kein Interesse an der Kernaussage. Die da ist:

Unbare Zhalung ist nicht billig.

Löst Euch doch mal von dem Zwang, mir unbedingt widersprechen zu müssen. Das befreit, ehrlich.

smilie_16
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Beitragvon haehnchen03 » 13.05.2015, 06:39

Bumerang hat geschrieben:
Löst Euch doch mal von dem Zwang, mir unbedingt widersprechen zu müssen. Das befreit, ehrlich.

smilie_16


hier gebe ich dir recht.
Aber ich kann die Widersprecher sehr gut verstehen.

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Beitragvon Finerus » 13.05.2015, 09:05

Bumerang hat geschrieben:Unbare Zhalung ist nicht billig.


Also ich weiß nicht. Im strengen Sinn einer Prädikatenlogik läßt sich ein Zusammenhang zwischen einer irgendwie gearteten Zhalung und einem Billigkeitskriterium vermutlich nicht so leicht herstellen. Es sei denn, es gelänge eine adäquate Definition von Zhalung.
;)

Ich könnte mir aber vorstellen, daß abseits solcher semantischen Spitzfindigkeiten es auch nicht ganz einfach ist, an belastbares Zahlenmaterial zu den Gesamtkosten des unbaren Zahlungsverkehrs heranzukommen. Gewöhnlich wird die Geldwirtschaft als Bandwurm im Darm der Realwirtschaft wahrgenommen; tiefere Einblicke unerwünscht.

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Beitragvon pandafan » 13.05.2015, 09:12

Jacob, wer lesen kann ist schwer im Vorteil. Du kennst doch die Bedeutung von etc, oder??


End of thinking capacity?

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Beitragvon Bumerang » 13.05.2015, 09:39

Finerus hat geschrieben:
Im strengen Sinn einer Prädikatenlogik läßt sich ein Zusammenhang zwischen einer irgendwie gearteten Zhalung und einem Billigkeitskriterium vermutlich nicht so leicht herstellen.

Ich könnte mir aber vorstellen, daß abseits solcher semantischen Spitzfindigkeiten es auch nicht ganz einfach ist, an belastbares Zahlenmaterial zu den Gesamtkosten des unbaren Zahlungsverkehrs heranzukommen.


Genau das wollte ich mit meiner Aussage zum Ausdruck bringen.


Ohne die Spitzfindigkeiten zu vernachlässigen, wofür manch einer sich noch qualifizieren muss pandafan, die natürlich auch betrachtet werden wollen. Niemand wird hier diskriminiert smilie_11

Man könnte nun Parallelen zur "Garantieverzinsung" bei der KLV machen, die zwar einen Zinssatz im Vertrag garantieren, aber nicht den Anteil des Kapitals auf den er angewendet wird! smilie_07

Wer Probleme mit Bankern hat, könnte hier... :

http://karrierebibel.de/arbeitsmarkt-10 ... e-zukunft/


... Trost finden. Der Bankkaufmann gehört zu den gefährdetet Berufen.

Ob der Bandwurm dann tatsächlich insgesamt kleiner wird, nicht nur kürzer aber dicker, wird sich zeigen.
Gruß

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GV Jäger
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Beitragvon GV Jäger » 13.05.2015, 10:01

Um der Sache einigermaßen auf den Grund zu gehen, wäre es notwendig erst einmal zu definieren, wer welche Kosten zu tragen hat.

Geht es um die Kosten der Deutschen Bundesbank, um die Kosten der Geschäftsbanken, um die Kosten des Einzelhandels oder um die Kosten des Verbrauchers.


Es gibt genaue Zahlen, was z.B der Deutschen Bundesbank der Bargeldverkehr kostet, dazu gibt es aber auch Zahlen, welche Erlöse sie damit erwirtschaftet.

Undeutlicher wird es bereits bei Geschäftsbanken und im Einzelhandel und bei den Verbrauchern sind es letztendlich nur Schätzungen.

Was für die eine Gruppe in der Kostenstruktur günstig ist, kann für eine andere Gruppe sehr ungünstig sein.

lifesgood

Beitragvon lifesgood » 13.05.2015, 10:17

Bumerang hat geschrieben:
Fakt ist, die 0,3% sind ein Wunschtraum.


Fakt ist auch, dass die von Dir angeführten 1,5 - 5 % nicht der gegenwärtigen Realität entsprechen, nicht mehr habe ich behauptet ... ;)

Bumerang hat geschrieben:Löst Euch doch mal von dem Zwang, mir unbedingt widersprechen zu müssen. Das befreit, ehrlich.

smilie_16


Der Zwang besteht nicht darin DIR zu widersprechen, sondern darin falsche Angaben nicht unwidersprochen stehen zu lassen. Wenn Du der Meinung bist, dass Du häufig davon betroffen bist, solltest Du evtl. mal darüber nachdenken weshalb das so ist.

Aber bevor man mit notorischen Rechthabern Endlosdiskussionen führen muss, ist es vermutlich doch besser auch falschen Nonsens widerspruchslos zu ertragen.

Ob´s dem Forum nutzen wird ... smilie_08

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Datenreisender
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Beitragvon Datenreisender » 13.05.2015, 14:25

lifesgood hat geschrieben:Die hohen Kosten beim Bargeld sind zweifellos auch vorhanden. Zum Einen beim Filial-Einzelhandel wo die Tageseinnahmen eben vom Sicherheitsdienst abgeholt werden (diese Kosten werden bei sinkendem Bargeldeinsatz prozentual höher) und natürlich auch bei den Banken, wo das Vorhalten von Bargeld auch Kosten verursacht, wohingegen unbare Zahlungen meist Einnahmen generieren.

Die Kosten von Barzahlungen sind für Banken und Kaufleute mittlerweile sogar höher als die Kosten unbarer Zahlungen, bei den Kunden hängt es davon ab, was das eigene Kontomodell für Kosten vorsieht (Geldautomatengebühren, Kosten für Barabhebungen an der Kasse, Kosten für Buchungsposten auf dem Konto).

Wenn man als Beispiel mal eine Tankstelle nimmt, einer Branche, in der heutzutage bereits der Großteil der Zahlungen unbar abgewickelt werden, kann man die Kosten und Risiken des Bargeldes einfach darstellen:

- Geld kostet die Bargeldlogistik (Wechselgeld/Rollengeld von der Bank liefern lassen, Tageseinnahmen/Rollengeld bei der Bank einzahlen, mittels Geldbombe einzahlen oder von einem Werttransportunternehmen abholen lassen),

- Diebstahlrisiko, Überfallrisiko, Betrugsrisiko, Wechselgeldtrickrisiko, Falschgeldrisiko (deshalb akzeptieren die meisten Tankstellen keine großen Banknoten),

- Kosten für einen Tresor (teilweise aufwendige Systeme für zwischenzeitliche Bargeldabschöpfungen durch das Kassenpersonal),

- Kosten für die Versicherung gegen Einbruch, Diebstahl und Raub (Höhe abhängig von der Versicherungssumme = durchschnittlicher Bargeldbestand).

Dagegen steht die unbare Zahlung (am besten mit PIN = Zahlungsgarantie) mit übersichtlichen und kalkulierbaren Kosten bei gleichzeitig kaum noch vorhandenen Risiken (Online-Prüfung in Echtzeit).
Erfolgreich gehandelt mit: detonic96 (2x), goldjunge53, -bobi- (3x), v5, John Ruskin (3x), san agustin (2x), Sumpek, Silbermax, Kaiserwetter, holly07, trophy, michasi, MapleHF, Willi, Schatzi, Telefon, silberfux, Werderaner, d.pust, mambo, HanzDieter1, silbersauger, HerrHansen, LeipzigGold, ticles, harley, mikawo, peso46, Muddi, $Unzennerd$, Silent, Silberhamsterchen, Goldsilberfan


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