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1/2 oz ja oder nein?

Physisches Silber, Silberaktien, ETF-Fonds oder Derivate? Austausch von Strategien und Erfahrungen zum Thema.

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Ric III
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Re: 1/2 oz ja oder nein?

Beitragvon Ric III » 26.02.2016, 22:28

Sapnovela hat geschrieben:1/8 Format wird imho gewählt, um sich nicht dem Preiswettbewerb stellen zu müssen.


Bei einer Abweichung vom üblichen 1-1/2-1/4 hätte ich sogar noch ein "wegen mir" gegrummelt.Aber dann mit 1/8 in den Kleinstbereich zu marschieren?

1/3 wäre mit 10,36 g immer noch fast 5,2 Gramm weniger gewesen als die "Halbe" und hätte so einen deutlichen Unterschied dargestellt.
Das hätte man sogar nochmals halbieren können da selbst 1/6 noch über der kritischen 5g-Grenze liegt.

Variante B: Auf den Troystandart geschixxen und ne ganze Familie draus gemacht:

50Gramm
25Gramm
12,5Gramm
6,25Gramm

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Sapnovela
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Re: 1/2 oz ja oder nein?

Beitragvon Sapnovela » 27.02.2016, 15:59

Ric III hat geschrieben:
Sapnovela hat geschrieben:1/8 Format wird imho gewählt, um sich nicht dem Preiswettbewerb stellen zu müssen.


Bei einer Abweichung vom üblichen 1-1/2-1/4 hätte ich sogar noch ein "wegen mir" gegrummelt.Aber dann mit 1/8 in den Kleinstbereich zu marschieren?

1/3 wäre mit 10,36 g immer noch fast 5,2 Gramm weniger gewesen als die "Halbe" und hätte so einen deutlichen Unterschied dargestellt.
Das hätte man sogar nochmals halbieren können da selbst 1/6 noch über der kritischen 5g-Grenze liegt.

Variante B: Auf den Troystandart geschixxen und ne ganze Familie draus gemacht:

50Gramm
25Gramm
12,5Gramm
6,25Gramm


Also 50g Münzen sind mir ein bisschen zu heftig... man stelle sich vor mit Murksel drauf... das endet nur in der Schmelze

Ric III
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Re: 1/2 oz ja oder nein?

Beitragvon Ric III » 28.02.2016, 14:47

Sapnovela hat geschrieben:
Also 50g Münzen sind mir ein bisschen zu heftig... man stelle sich vor mit Murksel drauf... das endet nur in der Schmelze


Liegt dann aber am Motiv und nicht an der Stückelung.

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Finerus
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Re: 1/2 oz ja oder nein?

Beitragvon Finerus » 28.02.2016, 18:07

Ric III hat geschrieben:Variante B: Auf den Troystandart geschixxen und ne ganze Familie draus gemacht:

50Gramm
25Gramm
12,5Gramm
6,25Gramm


Ric, Deinem Votum muss man sich einfach anschließen. smilie_01

Die Gewichtseinheiten Unze und Feinunze (als Zwölftel, lat. uncia, eines Pfund) weisen zwar eine lange Tradition vor, unterlagen aber immer auch Änderungen und lokalen Anpassungen. Das macht sie ungeeignet für präzise Angaben ohne expliziten Bezug auf den jeweiligen Standard. Den gibt es außerhalb der USA nicht, denn überall sonst (mit Ausnahme von Liberia und Birma) wurde das Internationale Einheitensystem (SI) mit dem Kilogramm als gesetzlicher Masseneinheit eingeführt. Wozu also soll man ausgerechnet im Bereich der Anlagemünzen auf einen fremden Standard weiterhin so großen Wert legen und sich sklavisch an der Feinunze orientieren?

Was wirklich zählt, sind vier Dinge:

1. Handlichkeit
Sowohl 25 g als auch 12,5 g wären handlicher als die sperrige Feinunze. Eine Münze von 50g Feingewicht wäre preisgünstiger herstellbar als eine Feinzunze, verdiente außerdem zurecht die Bezeichnung Rundbarren.

2. Bekanntheit
Hier im Forum rechnet man gerne grob mit 31,1 g je Feinunze und den Wert kennt auch jeder auswendig, der sich eine Weile mit den gewöhnlichen Anlagemünzen auseinandergesetzt hat. In der gewöhnlichen Bevölkerung sieht es anders allerdings ganz anders aus. 99% der Weltbevölkerung dürfte selbst der grobe Umrechnungswert völlig unbekannt sein. Was aber ein Gramm oder ein Kilogramm ist, weiß so gut wie jeder Mensch auf dem Planeten Erde - außer vielleicht Herr Bush Junior.

3. Skalierbarkeit
Womit wir wahrscheinlich bei Ric's Lieblingsthema angelangt sind. Es ist eben einfacher die Hälften, Viertel von 50 g oder 100 g zu addieren, da sich glatte Zahlen ergeben. Natürlich könnte man konsistent in Unzen rechen, doch irgendwann wird auch im amerikanischen Maßsystem in Pfund umgerechnet. Allerdings nicht metrisch, denn es ergeben nicht 10, 100 oder 1000 Unzen ein Pfund, sondern ein Dutzend. Zum Rechnen im Zehnersystem unpraktisch, d.h. nicht skalierbar. Außerdem will man zumindest als Nicht-Amerikaner eben doch irgendwann wissen, wieviel das Gewicht in Feinunzen "eigentlich" ist, d.h. in Kilogramm oder Gramm ausgedrückt.

4. Zuverlässigkeit
Wer grob mit 31,1 g je Feinunze rechnet, begeht einen Rechenfehler von immerhin 0,01%. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Und so wird bei großen Umsätzen gewöhnlich auch genau gerechnet, wogegen sonst wieder stark gerundet wird. So schleichen sich von Rechnung zu Rechnung Ungenauigkeiten ein, die eine exakte Bilanzierung untergraben und den Gebrauch der Feinunze eigentlich per se verbieten.

Apropos grobe Umrechnung. Wie erhält man nun den genauen Wert der Feinunze?

Streng genommen beträgt sie 1/12 eines Troy-Pfund bzw. 480/7000 eines Pfund im Avoirdupois-System (ein ursprünglich französisches Gewichtssystem). Dieses Pfund(av) wurde neuzeitlich wiederum exakt als 0,45359237 Kilogramm festgelegt. D.h. am Ende der langwierigen Verrenkerei schielen die Yankees doch nur auf die SI-Einheit Kilogramm, denn es gibt keine unabhängige (amerikanische) Festlegung. Rechnet man nach, entspricht eine Feinunze 0.0311034768 Kilogramm (exakt). Müsste man jedes Mal so umständlich rechnen, würde man diese nichtmetrische Masseneinheit ganz schnell dorthin befördern, wo sie hingehört: In die Tonne. ;)
EU(R) ist tot, es leben CH(F), DE(M), GB(P)...

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Re: 1/2 oz ja oder nein?

Beitragvon nordmann_de » 28.02.2016, 20:15

@Finerus

Danke für die kompakte Ausführung Deiner Ansicht zu dem Thema Unze
und die Historie der Einheiten im heutigen Münzwesen.
Auch wenn ich mich aufgrund der Argumente dir und RIC anschließe, denke ich, dass die Troy Unze so schnell nicht aussterben wird und parallel zum metrischen Sytem weiter existieren wird. Nicht nur wegen deren langer Tradition sondern auch weil wohl das Commonwelth (immerhin ein Verband von 53 Staaten) noch länger bestehen wird, wo die Unzen immer noch tief verwurzelt sind.

Und zur Eingangsfrage des Erstellers des Fadens zurück, ob 1/2oz ja oder nein:
Ist Sache der Ansicht: Aus Investorensicht sage ich nein, da die Aufschläge zum PoS zu hoch sind,
aus Sammlersicht sage ich ein klares ja, wenn mich die Münze interessiert.
Und bei einem Worst Case ist ein derart kleiner Unterschied der Stückelung wahrscheinlich nicht so relevant.
Zweck des Disputs oder der Diskussion soll nicht der Sieg, sondern der Gewinn sein.
Joseph Joubert (1754-1824)

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Re: 1/2 oz ja oder nein?

Beitragvon Aurifer » 28.02.2016, 21:42

Finerus hat geschrieben:
Ric III hat geschrieben:Variante B: Auf den Troystandart geschixxen und ne ganze Familie draus gemacht:

50Gramm
25Gramm
12,5Gramm
6,25Gramm


Ric, Deinem Votum muss man sich einfach anschließen. smilie_01

Die Gewichtseinheiten Unze und Feinunze (als Zwölftel, lat. uncia, eines Pfund) weisen zwar eine lange Tradition vor, unterlagen aber immer auch Änderungen und lokalen Anpassungen. Das macht sie ungeeignet für präzise Angaben ohne expliziten Bezug auf den jeweiligen Standard. Den gibt es außerhalb der USA nicht, denn überall sonst (mit Ausnahme von Liberia und Birma) wurde das Internationale Einheitensystem (SI) mit dem Kilogramm als gesetzlicher Masseneinheit eingeführt. Wozu also soll man ausgerechnet im Bereich der Anlagemünzen auf einen fremden Standard weiterhin so großen Wert legen und sich sklavisch an der Feinunze orientieren?

Was wirklich zählt, sind vier Dinge:

1. Handlichkeit
Sowohl 25 g als auch 12,5 g wären handlicher als die sperrige Feinunze. Eine Münze von 50g Feingewicht wäre preisgünstiger herstellbar als eine Feinzunze, verdiente außerdem zurecht die Bezeichnung Rundbarren.

2. Bekanntheit
Hier im Forum rechnet man gerne grob mit 31,1 g je Feinunze und den Wert kennt auch jeder auswendig, der sich eine Weile mit den gewöhnlichen Anlagemünzen auseinandergesetzt hat. In der gewöhnlichen Bevölkerung sieht es anders allerdings ganz anders aus. 99% der Weltbevölkerung dürfte selbst der grobe Umrechnungswert völlig unbekannt sein. Was aber ein Gramm oder ein Kilogramm ist, weiß so gut wie jeder Mensch auf dem Planeten Erde - außer vielleicht Herr Bush Junior.

3. Skalierbarkeit
Womit wir wahrscheinlich bei Ric's Lieblingsthema angelangt sind. Es ist eben einfacher die Hälften, Viertel von 50 g oder 100 g zu addieren, da sich glatte Zahlen ergeben. Natürlich könnte man konsistent in Unzen rechen, doch irgendwann wird auch im amerikanischen Maßsystem in Pfund umgerechnet. Allerdings nicht metrisch, denn es ergeben nicht 10, 100 oder 1000 Unzen ein Pfund, sondern ein Dutzend. Zum Rechnen im Zehnersystem unpraktisch, d.h. nicht skalierbar. Außerdem will man zumindest als Nicht-Amerikaner eben doch irgendwann wissen, wieviel das Gewicht in Feinunzen "eigentlich" ist, d.h. in Kilogramm oder Gramm ausgedrückt.

4. Zuverlässigkeit
Wer grob mit 31,1 g je Feinunze rechnet, begeht einen Rechenfehler von immerhin 0,01%. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Und so wird bei großen Umsätzen gewöhnlich auch genau gerechnet, wogegen sonst wieder stark gerundet wird. So schleichen sich von Rechnung zu Rechnung Ungenauigkeiten ein, die eine exakte Bilanzierung untergraben und den Gebrauch der Feinunze eigentlich per se verbieten.

Apropos grobe Umrechnung. Wie erhält man nun den genauen Wert der Feinunze?

Streng genommen beträgt sie 1/12 eines Troy-Pfund bzw. 480/7000 eines Pfund im Avoirdupois-System (ein ursprünglich französisches Gewichtssystem). Dieses Pfund(av) wurde neuzeitlich wiederum exakt als 0,45359237 Kilogramm festgelegt. D.h. am Ende der langwierigen Verrenkerei schielen die Yankees doch nur auf die SI-Einheit Kilogramm, denn es gibt keine unabhängige (amerikanische) Festlegung. Rechnet man nach, entspricht eine Feinunze 0.0311034768 Kilogramm (exakt). Müsste man jedes Mal so umständlich rechnen, würde man diese nichtmetrische Masseneinheit ganz schnell dorthin befördern, wo sie hingehört: In die Tonne. ;)



Feine - mathematische - Argumentation! Meiner Meinung nach leider für die Tonne! smilie_13
Ich kann nicht sehen, was an 6,25 oder 12,5 g besser sein sollte als an 7,78 oder 15,55 g. In meiner Jugend hat man noch in Pfund gerechnet, was mittelmäßige Schulabsolventen heute vor größere Probleme stellt. Ein Sack Kartoffeln wog 100 Pfund bzw. 1 Zentner, den konnte ein erwachsener Mann gut tragen, um die Kartoffeln in den Keller zu bugsieren. Beim Metzger kaufte man ein Viertel oder ein halbes Pfund Wurst oder 3/8 Pfund. Ich sehe die 16-jährigen schon rechnen und scheitern. Und plötzlich soll die Smartphone-Generation mit 6,25 oder 12,5 g rechnen? Super!

Ist Gold oder Edelmetall nicht generell etwas für Insider / Leute, die sich dafür aus finanztechnischen oder Sammler-Gründen interessieren? Es ist auch hier massenhaft altes Gold in Umlauf und nimmt man den Schmuck mit Karat hinzu (wieder die magische 12 bzw. 24), dann macht die Neueinteilung wenig Sinn, denn 900 - 916 - 958 -999.9 etc. ist weiter gefragt. Und beim Schmuck bleiben 585 und 750 noch lange erhalten.

Wer Gold in glatten Grammeinheiten braucht, kann das doch massenhaft ohne Probleme erwerben. 1 - 2 - 5 - 10 - 20 - 50 - 100 - 250g wird doch geboten. Und kg ist - Kleingeld vorausgesetzt - doch auch drin.

Die Feinunze ist sperrig gegenüber 25 g, aber bei 50 g zählen die günstigeren Herstellungskosten. Und warum muss man dann von Rundbarren reden, wenn es doch Münzen sein sollen? Diese Begründungen überzeugen mich nicht, kommen mir eher konstruiert vor. Wir haben eine Reihe von Maßeinheiten in verschiedenen Bereichen und auch geographisch sehr unterschiedlich verteilt. Da sollten wir vielleicht bei Kochbüchern anfangen: 2 cl stellen viele vor Probleme, Geschwindigkeiten in Meilen oder Knoten brauche ich persönlich nicht, bei Meilen kommt noch erschwerend hinzu, dass man römische / moderne / Seemeilen mit verschiedenen Längen differenzieren muss. Die Briten sind immer noch sauer, dass die EU deren krummes Pfund kassiert hat (und bieten auf Märkten trotzdem gerne weiter nach ihrem Maß an).

Zum Schluss der wahnsinnig große Unterschied bei großen Mengen - wenn wir mit Millionen oder Milliarden rechnen, macht es viel aus. Wenn ich 100 oz Gold mit 31,1 g pro oz rechne und nicht mit dem Wert bis 7 Stellen hinter dem Komma, dann liegt der geldwerte Unterschied bei 0,34768 g, also 12-13 Euro bezogen auf einen Betrag von ca. 120.000 Euro. Bei dem Staatsgold mit einigen Tausend Tonnen macht es natürlich mehr her, aber mal ehrlich: wer hier im Forum regt sich bei einem sechsstelligen Wert des EM-Beistzes über 12-13 Euro auf?

Und wenn die Chinesen mit 1-3-8-15-30 g die Gewichte der Münzen neu festlegen wollen, gönne ich es ihnen, aber die 8 g nerven schon in der Addition, weil vier von den Dingern keine Unze auch keine 30 Gramm ergeben. Auch nicht das Gelbe vom Ei.

Auch das Dutzend ist für manche rechnerisch eine Belastung, weil man weder die 50 noch die 100 erreicht, aber bei Verpackungen ist 3x4 eben günstiger als 2x5. Glücklicherweise gibt es ja 10-er Sheets bei den Pandas!

Ein bisschen mit verschiedenen Maßeinheiten jonglieren und umrechnen hält übrigens geistig fit.

puffi
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Re: 1/2 oz ja oder nein?

Beitragvon puffi » 28.02.2016, 21:52

Und viele hier wissen noch nicht mals was ne Mark ist und sind teilweise damit aufgewachsen...

Tempora mutantur........ smilie_24
DICIQUE BEATUS ANTE OBITUM NEMO SUPREMAQUE FUNERA DEBET

Ric III
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Re: 1/2 oz ja oder nein?

Beitragvon Ric III » 28.02.2016, 23:40

Mark?

Das ist ein halbes Pfund.

Oder auch acht Unzen.

Oder 234 g metrisch. ;)

https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_%28Gewicht%29


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