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Immobilienkredit - Edelmetalle verkaufen?

Physisches Silber, Silberaktien, ETF-Fonds oder Derivate? Austausch von Strategien und Erfahrungen zum Thema.

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Silberzehner
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Immobilienkredit - Edelmetalle verkaufen?

Beitragvon Silberzehner » 08.03.2014, 14:40

Was würdet ihr in folgender Situation empfehlen:

In den nächsten zwei Jahren soll eine Immobilie zur Eigennutzung gekauft werden. Es muss dafür ein Kredit aufgenommen werden, wobei die Randbedingungen gut sind (Ausgangsvermögen, Arbeitsplatz, Gehalt, Familiensituation, Kreditwürdigkeit, usw).
Die Person besitzt auch Edelmetalle. Diese wurden aus zwei Gründen gekauft: Rücklage für sehr schlechte Zeiten und als Anlage auf längere Sicht gesehen. Der Neukaufwert der Edelmetalle würde aktuell 20% unter dem Einkaufswert liegen (d.h. die Person ist 20% im Minus).

Nun die Frage:
Soll die Person die Edelmetalle verkaufen, um einen geringeren Kredit in Anspruch nehmen zu müssen?
Auch dann, wenn die Edelmetalle im Minus sind?


Mein Rat für diese Person wäre:
Die Edelmetalle nicht verkaufen, höchstens es sind Sammlerstücke dabei, die geringere Preisschwankungen haben. Beim Kredit darauf achten, dass man jederzeit Sondertilgungen vornehmen kann. Auf diese Weise kann man die Edelmetalle dann auch noch nachträglich verkaufen und den Kredit tilgen.


PS: Den ähnlichen Thread Silberkauf per Kreditaufnahme kenne ich, ist m.M.n. aber ein anderes Thema.

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Kajver
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Beitragvon Kajver » 08.03.2014, 14:50

Ich würde die Edelmetalle nicht mit einrechnen. Der Kredit sollte auch so zu tragen sein, gerade bei den Niedrigzinsen.

Maximale Zinsfestschreibung (15 Jahre) und Tilgung hochsetzen (3%). Bei den günstigen Zinsen (ca 3%) geht die Annuität (ca 6%) schön auf die Tilgungsrate. Sonderzahlungen auf jeden Fall mit vereinbaren. Wenn alles gut läuft, ist das Objekt mit Sonderzahlungen nach 15 Jahren schuldenfrei.

P.S.: Dieses ist natürlich pauschal ausgedrückt. Das Verhältnis von Kreditbetrag zum Verkaufswert der Edelmetalle ist unbekannt.
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SilberZug
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Beitragvon SilberZug » 08.03.2014, 15:01

Hey Silberzehner, ich bin exakt in der gleichen Situation, daher erlaube ich mir zu antworten. Ich hatte diesbezüglich auch mal vor langer Zeit einen Thread eröffnet und gefragt ob sie bei einem möglichen Immobilienerwerb ihr Silber verkaufen würden, finden tue ich ihn allerdings nicht mehr. Die Meinungen waren ganz unterschiedlich. Heute weiß ich etwas mehr, da ich genaue Berechnungen anstelle und in "Kauflaune" wäre. Den Kredit so schnell wie möglich zu tilgen lohnt sich immer am meißten.

Wir schauen uns auch grade Objekte an, sollten uns eines zusagen und wir würden kaufen, würde ich sofort mein ganzes Silber verkaufen um mehr Eigenkapital zu haben, dadurch sinken die Zinsen erheblich. Außer vereinzelte Liebhaberstücke und vielleicht ein paar Tubes Bullions würde ich alles verkaufen, Notfalls dann auch mit Minus da es ja "schnell" gehen muss. Sollte es dann nicht den gewünschten Erfolg sofort bringen und es melden sich nicht genug Interessenten, würde ich aber auch nicht mit Aller Macht mein Silber verkaufen wollen(Preise stark unter Händlerpreisen)(ich hätte dann sowieso ganz anderes zu tun als Pakete zu schnüren). Ich würde dann abwarten und früher oder später findet sich ein Käufer. Ich würde dann das Geld für Sondertilgungen nutzen um schneller Schuldenfrei zu sein. Grade die erste Zeit lohnt sich das richtig.

Abwarten auf bessere Zeiten würde ich aber nicht. Jeden Tag wo man später tilgt, kostet richtig Geld, das kann Silber gar nicht mehr aufholen.

Sondertilungen sind bei Immobilienkrediten eigentlich Standard 5 %. 10 % gibt es ab 0,2 % mehr Zins. 90 % aller Bürger nutzen die Möglichkeit nicht, fahren mit dem Geld lieber in den Urlaub oder verkonsumieren es. Dabei sollte der Kredit schnellstmöglich zurückgezahlt werden das spart tausende Euro´s wo man sich später immer noch genug mit Silber eindecken kann. Und sollte die Welt zwischenzeitlich untergehen, hat man ja vielleicht noch die eine oder andere Unze im Schrank, das ist sicher mehr als 99 % der Bundesbürger.

Viel Erfolg beim Hauskauf. smilie_01

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Sapnovela
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Beitragvon Sapnovela » 08.03.2014, 15:02

Immer bedenken: Der Kredit einer Bank für einen Hauskauf ist verbunden mit einer Enteignungsklausel. Diese bekommt die Bank dafür, dass sie freundlicherweise Geld aus dem Nichts für den Kreditnehmer schafft. Richtig lukrativ wird das Geschäft für die Bank, wenn sie noch den Makler stellt.

Wer sein Eigenheim und seine Familie vom Kredit einer Bank abhängig macht ist schlicht leichtsinnig. Besser ist es die eigenen Ansprüche an die eigene Vermögenssituation anzupassen. Wer nicht genug Geld für ein Haus hat, sollte sich keines kaufen. Wer nicht genug Geld für ein fettes Auto hat, sollte sich keines kaufen... und wer kein Geld für eine Weltreise hat...

Kredit kann im Geschäftsleben einen guten Hebel auf das eigene Kapital ermöglichen. Mietwohnungen im Mantel einer GmbH über Kredit zu kaufen kann sehr sinnvoll sein (abhängig vom Verhältnis Zinsen - Miete). Aber privat... ? Nein Danke.

Silberzehner
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Beitragvon Silberzehner » 08.03.2014, 15:15

Sapnovela hat geschrieben:Wer nicht genug Geld für ein Haus hat, sollte sich keines kaufen. Wer nicht genug Geld für ein fettes Auto hat, sollte sich keines kaufen... und wer kein Geld für eine Weltreise hat...

Dem stimme ich im Grundsatz zu.
Wenn man keinen Immobilienkredit hat, muss man aber trotzdem zahlen - nämlich die Miete.
Geld neben der Miete ansparen, um in einigen Jahren eine Immobilie ohne Kredit zu kaufen, halte ich in der aktuellen Situation für Otto-Normalverbraucher, der sich nicht täglich um seine Geldanalge kümmern möchte, auch nicht sinnvoll. Entweder man bekommt keine Zinsen auf das Geld oder es besteht die Gefahr, am Ende mit Verlust dazustehen (siehe Beispiel mit -20% bei Edelmetallen).
Es stimmt aber auch, dass sich ein Immobilienkauf nicht für jeden eignet.

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SilberZug
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Beitragvon SilberZug » 08.03.2014, 15:17

Kajver hat geschrieben:Ich würde die Edelmetalle nicht mit einrechnen. Der Kredit sollte auch so zu tragen sein, gerade bei den Niedrigzinsen.

Maximale Zinsfestschreibung (15 Jahre) und Tilgung hochsetzen (3%). Bei den günstigen Zinsen (ca 3%) geht die Annuität (ca 6%) schön auf die Tilgungsrate. Sonderzahlungen auf jeden Fall mit vereinbaren. Wenn alles gut läuft, ist das Objekt mit Sonderzahlungen nach 15 Jahren schuldenfrei.

P.S.: Dieses ist natürlich pauschal ausgedrückt. Das Verhältnis von Kreditbetrag zum Verkaufswert der Edelmetalle ist unbekannt.


15 Jahre maximal? Warum? Ich kann auch 30 Jahre festschreiben, vorrausgesetzt ich will/muss so lange zahlen. Geht natürlich auf den Zinssatz, aber ich hätte Sicherheit. Finde ich nach 10 Jahren ein besseres Angebot, kann ich kündigen(6 Monate).

15 Jahre Festschrieben zu 3 % bei 3 % Tilgung und nach 15 Jahre Schuldenfrei? Hast du dir mal ausgerechnet was da an monatliche Belastung auf einen zu kommt? Unmöglich für einen Normalverdiener. Rechne es doch mal durch, 200.000 Euro Eigenkaital, 200.000 Euro Darlehnen.

Sapnovela hat geschrieben:Immer bedenken: Der Kredit einer Bank für einen Hauskauf ist verbunden mit einer Enteignungsklausel. Diese bekommt die Bank dafür, dass sie freundlicherweise Geld aus dem Nichts für den Kreditnehmer schafft. Richtig lukrativ wird das Geschäft für die Bank, wenn sie noch den Makler stellt.

Wer sein Eigenheim und seine Familie vom Kredit einer Bank abhängig macht ist schlicht leichtsinnig. Besser ist es die eigenen Ansprüche an die eigene Vermögenssituation anzupassen. Wer nicht genug Geld für ein Haus hat, sollte sich keines kaufen. Wer nicht genug Geld für ein fettes Auto hat, sollte sich keines kaufen... und wer kein Geld für eine Weltreise hat...

Kredit kann im Geschäftsleben einen guten Hebel auf das eigene Kapital ermöglichen. Mietwohnungen im Mantel einer GmbH über Kredit zu kaufen kann sehr sinnvoll sein (abhängig vom Verhältnis Zinsen - Miete). Aber privat... ? Nein Danke.


Den Spruch kann man natürlich bringen. Aber ob ich 1000 Euro kalt für eine Wohnung zahle, oder 1000 Euro Kreditraten abtrage macht den Kohl nicht mehr Fett. Gut, ich muss noch Rücklagen bilden. Aber mal ehrlich, die sind es mir Wert für die gewonnene Lebensqualität, ein Haus mit kleinem Garten macht halt doch einen Unterschied als eine Wohnung. Davon ab sind die Zinsen für Jahr X Fest, die Mieten steigen und steigen und steigen. Wer genug Eigenkaital mit bringt und bei wem die Wohnungen unglaublig teuer sind, der sollte bauen. Grade in Bezug auf das Kind. Was gibt es schönes als es im eigenen Garten spielen zu sehen?! Ehe ich 400.000 Euro gespart habe, sind mögliche Kinder schon ausgezogen, da brauche ich das Haus auch nicht mehr.

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Hook
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Beitragvon Hook » 08.03.2014, 15:27

Bei den niedrigen Zinsen im Moment würde ich für einen Familienvater tatsächlich einen Bankkredit vorziehen.
Nach der starken Korrektur von Edelmetallen im letzten Jahr setzen viele auf einen deutlichen Anstieg der Preise. Dies würde ich persönlich versuchen mitzunehmen.
Aber trotzdem schwierig zu beantworten..vor der Enscheidung Hauskauf werde ich erst in einpaar Jahren stehen und kenne die ganzen Klauseln der Finanzierungsverträge daher nicht.
So oder so wünsche deinem Freund viel Glück im eigenen Heim smilie_09
....and a bottle of rum

Kajver
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Beitragvon Kajver » 08.03.2014, 15:31

15 Jahre maximal? Warum? Ich kann auch 30 Jahre festschreiben, vorrausgesetzt ich will/muss so lange zahlen. Geht natürlich auf den Zinssatz, aber ich hätte Sicherheit. Finde ich nach 10 Jahren ein besseres Angebot, kann ich kündigen(6 Monate).

15 Jahre Festschrieben zu 3 % bei 3 % Tilgung und nach 15 Jahre Schuldenfrei? Hast du dir mal ausgerechnet was da an monatliche Belastung auf einen zu kommt? Unmöglich für einen Normalverdiener. Rechne es doch mal durch, 200.000 Euro Eigenkaital, 200.000 Euro Darlehnen.


Wie ich sagte, das ist pauschal ausgedrückt. Wer bei den Niedrigzinsen die Tilgung nicht hochsetzen kann, sollte es besser lassen. Dann ist der Kreditbetrag zu hoch. 6% Annuität errechnet sich auch, wenn du 5% Zinsen und 1% Tilgung hast und auch damit wurden Immobilien finanziert.

Rechne mal nach, was 3% Zinsen und 1% Tilgung für eine Laufzeit ausmachen und was die Banken damit verdienen.
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Beitragvon silberschatzimsee » 08.03.2014, 15:46

Ich würde alles nur mit Eigenkapital oder mit zinsfreien Krediten aus der Familie machen. Mein Edelmetall bleibt bei mir, erst recht wenn ich 20% Verlust mache. Solange ich das Metall bei mir habe ist es nur ein Buchverlust und kein realisierter. smilie_01

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Sapnovela
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Beitragvon Sapnovela » 08.03.2014, 15:46

SilberZug hat geschrieben:
Sapnovela hat geschrieben:Immer bedenken: Der Kredit einer Bank für einen Hauskauf ist verbunden mit einer Enteignungsklausel. Diese bekommt die Bank dafür, dass sie freundlicherweise Geld aus dem Nichts für den Kreditnehmer schafft. Richtig lukrativ wird das Geschäft für die Bank, wenn sie noch den Makler stellt.

Wer sein Eigenheim und seine Familie vom Kredit einer Bank abhängig macht ist schlicht leichtsinnig. Besser ist es die eigenen Ansprüche an die eigene Vermögenssituation anzupassen. Wer nicht genug Geld für ein Haus hat, sollte sich keines kaufen. Wer nicht genug Geld für ein fettes Auto hat, sollte sich keines kaufen... und wer kein Geld für eine Weltreise hat...

Kredit kann im Geschäftsleben einen guten Hebel auf das eigene Kapital ermöglichen. Mietwohnungen im Mantel einer GmbH über Kredit zu kaufen kann sehr sinnvoll sein (abhängig vom Verhältnis Zinsen - Miete). Aber privat... ? Nein Danke.


Den Spruch kann man natürlich bringen. Aber ob ich 1000 Euro kalt für eine Wohnung zahle, oder 1000 Euro Kreditraten abtrage macht den Kohl nicht mehr Fett. Gut, ich muss noch Rücklagen bilden. Aber mal ehrlich, die sind es mir Wert für die gewonnene Lebensqualität, ein Haus mit kleinem Garten macht halt doch einen Unterschied als eine Wohnung. Davon ab sind die Zinsen für Jahr X Fest, die Mieten steigen und steigen und steigen. Wer genug Eigenkaital mit bringt und bei wem die Wohnungen unglaublig teuer sind, der sollte bauen. Grade in Bezug auf das Kind. Was gibt es schönes als es im eigenen Garten spielen zu sehen?! Ehe ich 400.000 Euro gespart habe, sind mögliche Kinder schon ausgezogen, da brauche ich das Haus auch nicht mehr.


"Spruch" klingt ganz schön abwertend ... ich meine das völlig ernst. Es geht nicht um die letzten 5 oder 10% des Hauses, die irgendwie zu finanzieren sind. Es geht darum, dass man sich auf 20 oder mehr Jahre bindet... und in 20 Jahren kann schon eine ganze Menge passieren. Als Mieter bleibt man flexibel: wenn man weniger Geld verdient oder andere Prioritäten setzt kann man in eine kleinere Wohnung umziehen. Als Eigentümer bleibt es immer eine Dauerbelastung und meistens ist sie sehr hoch. Ich kenne niemanden, der "unter" seinen Möglichkeiten gekauft hat, meistens - gerade aufgrund der verlockend niedrigen Zinsen - wurde ordentlich zugelangt, entsprechend sind die Raten. 1000 oder gerne auch 1500 oder 1800 Euro jeden Monat Tilgung und Zinsen, dazu kommen höhere Kosten für die Heizung (mehr Wohn- und noch mehr Außenfläche), mehr Strom, Grundsteuer.... Welcome to the machine.

Im Falle einer Trennung (Trennungsquote in D ca. 50%) geht das Haus dann unter den Hammer, denn keiner von beiden kann es noch bezahlen. Fazit: Stress gehabt, tolle Illusion gehabt, Kohle weg. Da kann ich auch schlicht auf rot setzen. Die Finanzierung geht auch an die Wand wenn der Hauptverdiener auch nur kurz arbeitslos wird und man dann ein oder zwei Monate nicht liquide ist- schnell verkauft dann auch die örtliche Sparkasse an einen Kredithai, übrigens völlig legal:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/re ... 88758.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 57715.html

Dann kann man zu super Konditionen umschulden. Viel Spaß dabei.

Ich stelle mir die Frage wieso sollte ich auf der einen Seite mein Geld in EM tauschen weil ich dem Geld- und Finanzsystem nicht traue und andererseit mein Haus auf Kredit finanzieren und mich von eben diesem Finanzsystem völlig abhängig machen? Erscheint nicht stringent. Dann lieber weniger auf "dicke Hose machen" (jetzt mal bewusst hart ausgedrückt) und sich nur das leisten, was man sich auch leisten kann.

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Beitragvon silberschatzimsee » 08.03.2014, 15:52

Ich geb vielen Vorpostern recht, wenn ich mir etwas nicht leisten kann dann kann ich es mir nicht leisten.

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eisendieter
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Beitragvon eisendieter » 08.03.2014, 16:26

ich würde empfehlen, Liquidität für mindestens sechs Monate Darlehensbedienung vorzuhalten und konsequent nicht für andere Zwecke anzutasten.

Einen Horizont von 15 Jahren für die Tilgung halte ich für zu lang. Bei meinen letzten Immobilienkäufen hatte ich mit der Bank variable Konditionen vereinbart, die aber jederzeit nach Bedarf und auf Wunsch 1, 2, 3 oder sonstwieviele Jahre festgeschrieben werden konnten. In einem Fall habe ich das z.B. mal in Anspruch genommen, in einem anderen Fall konnte ich aber so auf Grund eines unerwartet hohen Geldzuflusses eine Immobilie von heute auf morgen vollständig bezahlen. Sowas ist immer ein gutes Gefühl. :)

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Pik sieben
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Beitragvon Pik sieben » 08.03.2014, 17:23

Hallo zusammen,

auch ich hab mich mit dieser Thematik auseinander setzen müssen.
Klar ist doch: Wer durch Verkauf seines Edelmetall einen niedrigeren Kredit aufnehmen kann, dies aber
nicht tut, hat im Umkehrschluss Edelmetall auf Kredit Zuhause liegen.
Also ist die logische Konsequenz das Edelmetall zu verkaufen und den Erlös als Eigenkapital mitzubringen.

Ich hab mich persönlich dagegen entschieden.
Ich habe Edelmetall für:
Kriesenvorsorge,
Altersvorsorge,
im Falle eines Crash,
als aller letzten Notgroschen

also bleibt es da wo es ist.
P.S. Ich bin aber auch nicht so stark in Edelmetall investiert.


@Silberzug

Deine Einstellung: so zügig wie möglich den Kredit abzuzahlen (auch mit Sondertilgung) hatte ich auch mal.
Ich sehe das aber mittlerweile anders:
Für einen schönen Urlaub würde ich auch auf eine Sondertilgung verzichten.
Was bringt es, wenn das Haus schnellstmöglich abbezahlt ist, man aber nicht "gelebt" hat da auf jeden Luxus verzichtet wurde um 5 Jahre früher fertig zu sein.
Soll nicht heißen das ich Deine Meinung nicht akzeptiere, ich hab halt einfach eine andere. smilie_24

Grüße

Kajver
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Beitragvon Kajver » 08.03.2014, 17:30

Pik sieben hat geschrieben:@Silberzug

Deine Einstellung: so zügig wie möglich den Kredit abzuzahlen (auch mit Sondertilgung) hatte ich auch mal.
Ich sehe das aber mittlerweile anders:
Für einen schönen Urlaub würde ich auch auf eine Sondertilgung verzichten.
Was bringt es, wenn das Haus schnellstmöglich abbezahlt ist, man aber nicht "gelebt" hat da auf jeden Luxus verzichtet wurde um 5 Jahre früher fertig zu sein.
Soll nicht heißen das ich Deine Meinung nicht akzeptiere, ich hab halt einfach eine andere. smilie_24

Grüße


Vollste Zustimmung. Das sich beim Hauskauf die Prioritäten zugunsten der Immobilie verschieben ist verständlich. Nichts desto trotz lohnt es sich nicht, auf alles zu verzichten, darunter leided die Lebensqualität und unter Umständen der Haussegen. Ein gesundes Mittelmass ist, wie in so vielen Dingen, vorzuziehen.

Viele Grüße

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Beitragvon SilberZug » 08.03.2014, 18:22

Kajver hat geschrieben:
15 Jahre maximal? Warum? Ich kann auch 30 Jahre festschreiben, vorrausgesetzt ich will/muss so lange zahlen. Geht natürlich auf den Zinssatz, aber ich hätte Sicherheit. Finde ich nach 10 Jahren ein besseres Angebot, kann ich kündigen(6 Monate).

15 Jahre Festschrieben zu 3 % bei 3 % Tilgung und nach 15 Jahre Schuldenfrei? Hast du dir mal ausgerechnet was da an monatliche Belastung auf einen zu kommt? Unmöglich für einen Normalverdiener. Rechne es doch mal durch, 200.000 Euro Eigenkaital, 200.000 Euro Darlehnen.


Wie ich sagte, das ist pauschal ausgedrückt. Wer bei den Niedrigzinsen die Tilgung nicht hochsetzen kann, sollte es besser lassen. Dann ist der Kreditbetrag zu hoch. 6% Annuität errechnet sich auch, wenn du 5% Zinsen und 1% Tilgung hast und auch damit wurden Immobilien finanziert.

Rechne mal nach, was 3% Zinsen und 1% Tilgung für eine Laufzeit ausmachen und was die Banken damit verdienen.


Vollkommen richtig. Aber 3 % Tilgung bei 3 % Zinsen in 15 Jahren Tilgungsfrei bei 200.000 Euro ist überhaupt nicht möglich. Auch nicht "pauschal ausgedrückt." smilie_13 Aber wir kennen die Zahlen nicht, lassen wir das Thema, oder?

Kajver hat geschrieben:
Pik sieben hat geschrieben:@Silberzug

Deine Einstellung: so zügig wie möglich den Kredit abzuzahlen (auch mit Sondertilgung) hatte ich auch mal.
Ich sehe das aber mittlerweile anders:
Für einen schönen Urlaub würde ich auch auf eine Sondertilgung verzichten.
Was bringt es, wenn das Haus schnellstmöglich abbezahlt ist, man aber nicht "gelebt" hat da auf jeden Luxus verzichtet wurde um 5 Jahre früher fertig zu sein.
Soll nicht heißen das ich Deine Meinung nicht akzeptiere, ich hab halt einfach eine andere. smilie_24

Grüße


Vollste Zustimmung. Das sich beim Hauskauf die Prioritäten zugunsten der Immobilie verschieben ist verständlich. Nichts desto trotz lohnt es sich nicht, auf alles zu verzichten, darunter leided die Lebensqualität und unter Umständen der Haussegen. Ein gesundes Mittelmass ist, wie in so vielen Dingen, vorzuziehen.

Viele Grüße

Kajver


Mittelmaß, ja. Aber in Wirklichkeit sieht es so aus das die Leute Urlaube, Auto, Haus und auch alles andere auf ein mal wollen. Müßen dann 30 Jahre abbezahlen, dann fangen die Reparaturen am Haus erst richtig an. Wenn das Haus abbezahlt ist, das wäre in meinem Fall(wir haben noch keins gefunden, aber Finanzierung steht), in 20 Jahren, dann bin ich 50. Kann ich dann etwa nicht mehr leben? Kann ich dann nicht noch besser leben weil ich nur noch die Nebenkosten und Rücklagen bezahlen muss, aber keine Miete?! Ich have viel gesehen in 10 Jahren und habe viel Geld "rausgehauen". Und sei es nur mal ein Urlaub zu Zweit für 15.000 Euro auf einer kleinen Insel im Pazifik. Ich bereuhe es nicht das ich dadurch auch etwas weniger Eigenkapital habe. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen(Kinderwunsch und damit verbundener Hauswunsch) das ich für Haus und Familie arbeiten will, gerne 20 Jahre lang. Das ich in der Zeit auch mal in den Urlaub fahre ist natürlich klar. Aber er muss nicht mehr teuer sein. Es muss nicht mehr das beste Handy sein, es muss nicht mehr das Hemd für 50 Euro sein, es reicht auch eins für 30 Euro usw. Wir versuchen zu sparen, gleichzeitig uns so wenig wie Möglich einzuschränken(am Ende müssen wir uns für das Haus GAR NICHT einschränken, könnten leben wie bisher, ich will aber schnell Schuldenfrei sein). Ein Haushaltsbuch hat uns dabei sehr geholfen, da sieht man erst mal für was alles Geld ausgegeben wird, was man in Wirklichkeit gar nicht braucht oder wo es auch eine Version kleiner/günstiger hätte sein können. Ob ich das 20 jahre durch halte? Weiß ich nicht, noch habe ich ja gar kein Haus gefunden.

eisendieter hat geschrieben:ich würde empfehlen, Liquidität für mindestens sechs Monate Darlehensbedienung vorzuhalten und konsequent nicht für andere Zwecke anzutasten.

Einen Horizont von 15 Jahren für die Tilgung halte ich für zu lang. Bei meinen letzten Immobilienkäufen hatte ich mit der Bank variable Konditionen vereinbart, die aber jederzeit nach Bedarf und auf Wunsch 1, 2, 3 oder sonstwieviele Jahre festgeschrieben werden konnten. In einem Fall habe ich das z.B. mal in Anspruch genommen, in einem anderen Fall konnte ich aber so auf Grund eines unerwartet hohen Geldzuflusses eine Immobilie von heute auf morgen vollständig bezahlen. Sowas ist immer ein gutes Gefühl.


Ok, die Zinsen sind dann natürlich verdammt günstig. Aber wer es nicht schafft schnell sein Eigenheim abzubezahlen, der sollte sich schon die Zinsen sichern. Ob ich 1000 Euro Rate oder 2000 Euro zahlen muss, nur weil sich die Zinsen verdoppeln, macht einen gewaltigen Unterschied. 10-15 Jahre sind eigentlich normal. Aber warum nicht auch für 25 Jahre fest schreiben? Ich denke das kommt doch sehr auf den Einzelfall an.

Sapnovela hat geschrieben:
SilberZug hat geschrieben:
Sapnovela hat geschrieben:Immer bedenken: Der Kredit einer Bank für einen Hauskauf ist verbunden mit einer Enteignungsklausel. Diese bekommt die Bank dafür, dass sie freundlicherweise Geld aus dem Nichts für den Kreditnehmer schafft. Richtig lukrativ wird das Geschäft für die Bank, wenn sie noch den Makler stellt.

Wer sein Eigenheim und seine Familie vom Kredit einer Bank abhängig macht ist schlicht leichtsinnig. Besser ist es die eigenen Ansprüche an die eigene Vermögenssituation anzupassen. Wer nicht genug Geld für ein Haus hat, sollte sich keines kaufen. Wer nicht genug Geld für ein fettes Auto hat, sollte sich keines kaufen... und wer kein Geld für eine Weltreise hat...

Kredit kann im Geschäftsleben einen guten Hebel auf das eigene Kapital ermöglichen. Mietwohnungen im Mantel einer GmbH über Kredit zu kaufen kann sehr sinnvoll sein (abhängig vom Verhältnis Zinsen - Miete). Aber privat... ? Nein Danke.


Den Spruch kann man natürlich bringen. Aber ob ich 1000 Euro kalt für eine Wohnung zahle, oder 1000 Euro Kreditraten abtrage macht den Kohl nicht mehr Fett. Gut, ich muss noch Rücklagen bilden. Aber mal ehrlich, die sind es mir Wert für die gewonnene Lebensqualität, ein Haus mit kleinem Garten macht halt doch einen Unterschied als eine Wohnung. Davon ab sind die Zinsen für Jahr X Fest, die Mieten steigen und steigen und steigen. Wer genug Eigenkaital mit bringt und bei wem die Wohnungen unglaublig teuer sind, der sollte bauen. Grade in Bezug auf das Kind. Was gibt es schönes als es im eigenen Garten spielen zu sehen?! Ehe ich 400.000 Euro gespart habe, sind mögliche Kinder schon ausgezogen, da brauche ich das Haus auch nicht mehr.


"Spruch" klingt ganz schön abwertend ... ich meine das völlig ernst. Es geht nicht um die letzten 5 oder 10% des Hauses, die irgendwie zu finanzieren sind. Es geht darum, dass man sich auf 20 oder mehr Jahre bindet... und in 20 Jahren kann schon eine ganze Menge passieren. Als Mieter bleibt man flexibel: wenn man weniger Geld verdient oder andere Prioritäten setzt kann man in eine kleinere Wohnung umziehen. Als Eigentümer bleibt es immer eine Dauerbelastung und meistens ist sie sehr hoch. Ich kenne niemanden, der "unter" seinen Möglichkeiten gekauft hat, meistens - gerade aufgrund der verlockend niedrigen Zinsen - wurde ordentlich zugelangt, entsprechend sind die Raten. 1000 oder gerne auch 1500 oder 1800 Euro jeden Monat Tilgung und Zinsen, dazu kommen höhere Kosten für die Heizung (mehr Wohn- und noch mehr Außenfläche), mehr Strom, Grundsteuer.... Welcome to the machine.

Im Falle einer Trennung (Trennungsquote in D ca. 50%) geht das Haus dann unter den Hammer, denn keiner von beiden kann es noch bezahlen. Fazit: Stress gehabt, tolle Illusion gehabt, Kohle weg. Da kann ich auch schlicht auf rot setzen. Die Finanzierung geht auch an die Wand wenn der Hauptverdiener auch nur kurz arbeitslos wird und man dann ein oder zwei Monate nicht liquide ist- schnell verkauft dann auch die örtliche Sparkasse an einen Kredithai, übrigens völlig legal:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/re ... 88758.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 57715.html

Dann kann man zu super Konditionen umschulden. Viel Spaß dabei.

Ich stelle mir die Frage wieso sollte ich auf der einen Seite mein Geld in EM tauschen weil ich dem Geld- und Finanzsystem nicht traue und andererseit mein Haus auf Kredit finanzieren und mich von eben diesem Finanzsystem völlig abhängig machen? Erscheint nicht stringent. Dann lieber weniger auf "dicke Hose machen" (jetzt mal bewusst hart ausgedrückt) und sich nur das leisten, was man sich auch leisten kann.


Gut du sprichst da etwas an was bei einer Finanzierung eigentlich selbstverständlich ist, man muss es sich leisten könen. Wer grade so die Raten zahlen kann sollte lieber weiter zur Miete wohnen. Wer einen unsicheren Job hat sollte auch lieber weiter zur Miete wohnen. Bei uns ist es so das wir lebenslange Beschäftigungsgarantie haben, das Geld kann auch nicht weniger werden(außer bei Elternzeit/Teilzeit, die Rate ist dann aber immer noch zu tragen und haut uns nicht um), eher steigt das Gehalt jedes Jahr um ~3 % + alle 5 Jahre um 10 %.

Warum geht das Haus bei einer Trennung unter den Hammer? Also bei uns wäre es so das ich die Rate auch alleine tragen könnte, zur Not verkauft man selbst, teilt sich das Geld. Nach 10 Jahren am Kreditvertrag gebunden darf ich kündigen, also kein Problem, in Berlin wird man sein Haus schnell los. Geht die Ehe innerhalb von 10 Jahren kaputt nach Kreditbeginn muss ja schon vorher was schief gelaufen sein. Das passiert doch nicht von heute auf morgen.

Insgesamt gebe ich dir also in allen Punkten Recht, allerdings wurde ja vom Threadersteller geschrieben das alles dahingehend passt(Beruf, Eigenkapital, Familie usw. alles was du angesprochen hast), daher sehe ich da keine Probleme. Die gewonnene Lebensqualität ist durch nichts zu ersetzen, solange man es sich leisten kann. Daher gerne noch mal, wenn ich mir auch eine 1000 Euro kalt Wohnung leisten kann, kann ich auch für das Geld den Kredit bezahlen(natürlich mehr Nebenkosten hat man auch, Rücklagen muss man auch bilden, aber das sind doch nur noch Peanuts). Aber frage dazu, warum mehr Stromkosten? Meiner Meinung bleiben die gleich solange gerne weitere Person dazu kommt. Ich kann mich nur in einem Raum aufhalten, ich lasse ja nicht in jedem Zimmer das Licht brennen nur weil ich dann 2 Zimmer oder so mehr hätte.

Warum ich von EM in ein Haus schichten würde? Nun, mehr Lebensqualität für mögliche Kinder, Frau und letztendlich für mich(kann auch mal im Garten übernachten wenn es heiß her ging o.ä. smilie_11 ). Mit Silber komme ich da nicht so weit. Und wenn man dann noch eine Tube Bullion Silber in seinem Besitz hat, ist das doch mehr als der Bundesbürger Durchschnitt. Sollte langen. Und ab 50 kann ich mir sogar mehr Silber leisten als vorher, weil ja die Miete wegfällt und nur noch Rücklagen und Nebenkosten zu bezahlen sind. Nicht das das Haus jetzt Gewinn macht, nicht falsch verstehen. Durch die Zinsen zahle ich sogar mehr als in einer Mietwohnung, aber die gewonnene Lebensqualität ist durch nichts zu ersetzen und wenn man es sich leisten kann, warum nicht?


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