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Geldentwertung der vergangenen Währungen

Allgemeine Diskussionen zu Silber, Gold und Edelmetallen, sowie die Entwicklung des Gold- und Silberkurs.

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Silbermann 1984
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Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Silbermann 1984 » 02.10.2019, 22:18

Ich sitze grade da und mache mir Gedanken über die ganzen Währungen die es in Deutschland schon so gab.

Dabei frage ich mich wie es dazu kommen konnte das die Reichsmark unter dem Kaiser und die im 3. Reich durch Inflation Wertlos wurden.

Die 1/2,1,2,3,5 RM Münzen waren doch aus Silber wie kann dann so eine Münze in einer Inflation wertlos werden? smilie_08

Hat da einer genaueres Wissen darüber?

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Devilfish
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Devilfish » 02.10.2019, 22:28

War doch damals so, das die Regierung die Druckmaschinen angeworfen hat, weil man sonst die Zahlungen an die Siegermächte nach dem ersten Weltkrieg nicht zahlen konnte. Dazu kam die Wirtschaftskrise und der Rest ist Geschichte. Google hilft :mrgreen:

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Silbermann 1984
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Silbermann 1984 » 02.10.2019, 22:31

Devilfish hat geschrieben:War doch damals so, das die Regierung die Druckmaschinen angeworfen hat, weil man sonst die Zahlungen an die Siegermächte nach dem ersten Weltkrieg nicht zahlen konnte. Dazu kam die Wirtschaftskrise und der Rest ist Geschichte. Google hilft :mrgreen:


Das weis ich alles ,das so ein Stück Papier seinen Wert verliert ist mir klar,aber was war mit den ganzen Münzen .

Die müssen doch an Kaufkraft gewonnen haben ,auf einmal müssten dann doch 5 RM 1000RM Papiergeld wert gewesen sein .

So leicht ist es dann doch nicht :wink:

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Devilfish
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Devilfish » 02.10.2019, 22:40

warum? wenn da 5 Mark drauf steht, das Silber einen Wert von....keine Ahnung.... 3 Mark hat, ein Brot aber 5 Million Mark kostet, was bringt dir dann der Silberwert?

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Siebenundvierzig900
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Siebenundvierzig900 » 02.10.2019, 22:59

Silbermann 1984 hat geschrieben:
Die 1/2,1,2,3,5 RM Münzen waren doch aus Silber wie kann dann so eine Münze in einer Inflation wertlos werden? smilie_08

Hat da einer genaueres Wissen darüber?


Inflationiert ist im Grunde lediglich das Nominal und nicht der intrinsische Materialwert.

Da die Münzen im Gegensatz zu den Noten einen verschwindend kleinen Anteil am Umlauf hatten spielten sie eine vergleichsweise Nebenrolle.
Insbesondere die Goldfüchse sind 1922-23 keineswegs auf ihr Nominal reduziert worden, sondern wurden als 7,16 Gramm Gold betrachtet.

Hier (1908) war noch lang keine Infla in Sicht:

https://www.ebay.de/itm/250-Stuck-100-M ... Swi~FdkmXd
Zuletzt geändert von Siebenundvierzig900 am 02.10.2019, 23:24, insgesamt 1-mal geändert.

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Silbermann 1984
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Silbermann 1984 » 02.10.2019, 23:00

Devilfish hat geschrieben:warum? wenn da 5 Mark drauf steht, das Silber einen Wert von....keine Ahnung.... 3 Mark hat, ein Brot aber 5 Million Mark kostet, was bringt dir dann der Silberwert?


Dann brauchen wir das Zeug ja gar nicht :wink: ,wenn ein Brot 5 Millionen € kostet der Silberwert aber nur 20€ ist bringt ne Unze Silber auch nichts smilie_11

Hagen
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Hagen » 03.10.2019, 00:19

Silbermann 1984 hat geschrieben:Ich sitze grade da und mache mir Gedanken über die ganzen Währungen die es in Deutschland schon so gab.

Dabei frage ich mich wie es dazu kommen konnte das die Reichsmark unter dem Kaiser und die im 3. Reich durch Inflation Wertlos wurden.

Die 1/2,1,2,3,5 RM Münzen waren doch aus Silber wie kann dann so eine Münze in einer Inflation wertlos werden? smilie_08

Hat da einer genaueres Wissen darüber?


Nein, ich behaupte nicht das ich da genaueres Wissen darüber habe.

Aber such mal nach "Greshamsches Gesetz" und nach "Gold gab ich für Eisen".

Die paar Silbermünzen waren schnell weg und durch Papiergeld (Druckerpresse!) ersetzt. Das Gold genauso, nach WK I ist es durch die Reperationsforderungen schnell verschwunden.

Vor dem Zusammenbruch war die Währung durch internationale wirtschaftliche Isolation und durch Kriegswirtschaft (Stichwort: totaler Krieg) geschwächt.

Wirtschafts- und Sozialpolitik im 3. Reich katastrophal auf Endsieg (lies: Banküberfall auf die Nachbarstaaten) ausgerichtet. Bekanntlich hat das nicht geklappt, daher völliger finanzieller Kollaps. Die Bombardierung der Industrie und der ständige Verlust von Industriegebieten war auch nicht hilfreich.

Bei der Gelegenheit kannst Du Dir auch noch ein paar Gedanken über den Niedergang der Ostmark machen (die Währung, nicht Österreich).

Hagen
Zuletzt geändert von Hagen am 03.10.2019, 00:25, insgesamt 1-mal geändert.

Silberregen
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Silberregen » 03.10.2019, 00:21

Ich zitiere mal Wiki (gekürzt):

"Ab dem 8. Mai 1923 konnte die Deutsche Reichsbank Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Platinmetalle) aus Privatbesitz für das Deutsche Reich proklamieren.Zum Höhepunkt der Inflation im November 1923 entsprachen 0,65 US-Dollar – der Preis für 1 Feinunze Silber – 2,73 Billionen Papiermark. Gegen Ende des Jahres 1924 wurden die meisten Devisennotverordnungen der Inflationszeit außer Kraft gesetzt. Am 6. März 1931 hob Reichspräsident Paul von Hindenburg auch die Verordnung über die Ablieferung ausländischer Vermögensgegenstände vom 25. August 1923 auf.[13] Damit war nach 8 Jahren Unterbrechung wieder der Privatbesitz von Gold und Silber erlaubt. "
Der ganze Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Silberpreis

Zugegeben sind diese Informationen natürlich etwas spärlich, aber vieleicht können andere Foristen weiterhelfen.

Hagen
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Hagen » 03.10.2019, 00:40

https://de.wikipedia.org/wiki/Goldverbot

Man lasse sich die Maßnahmen des dicken Reichsjägermeisters ab 1936 auf der Zunge zergehen. Der Deutsche wurde gezwungen seine Edelmetalle und Fremdwährungen an die Reichsbank billig zu vehökern und seine Besitztümer im Ausland "heim ins Reich" zu holen.

Damit war er dann der Banknotenpresse schutzlos ausgeliefert.

Immobilienbesitz im städtischen Raum ging dann so ab 1940 in Rauch auf. Die Folgen sieht man im europäischen Vergleich bis heute.

Über das Schicksal des Vermögens von jüdischen Mitbürgern muß man wohl nicht referieren. Letztenendlich wurde die Produktivität des Landes verheizt und alles was nicht gebrannt hat ist durch die Kriegskosten und nach dem militärischem Zusammenbruch verschwunden.

Umso erstaunlicher der Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder.

Hagen

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lubucoin
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon lubucoin » 03.10.2019, 00:47

Silbermann 1984 hat geschrieben:Die 1/2,1,2,3,5 RM Münzen waren doch aus Silber wie kann dann so eine Münze in einer Inflation wertlos werden? smilie_08



Es sind heute immerhin noch massig davon vorhanden.
Ich denke nicht, dass die den Besitzern damals völlig wertlos erschienen sind.


Wieviele tatsächlich geprägt wurden und wieviele davon etwa noch erhalten sind wäre aber durchaus interessant zu erfahren. Wo nehmen die Münzkataloge z.B. Ihre Auflagen Zahlen der Reichsmünzen her?
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon IrresDing » 03.10.2019, 09:24

Die Auflage ist immer die ursprünglich geprägte. Der Vernichtung zugeführte Münzen werden nicht geschätzt oder abgezogen. Nur im Preis findet das Berücksichtigung (siehe z.B. Schicksal des letzten Jahrgangs 20M Kaiserreich Preußen, Juliusturm). Wobei die Preise von Katalogen allgemein eher Händlerwunschpreise sind denn real erzielbare Preise.
Ich möchte den Weg des Forums nicht weiter mit beschreiten. Ich wünsche allen Mitgliedern viel Erfolg und danke für die schöne Zeit bis dahin. Bye bye

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Querulant
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Querulant » 06.10.2019, 09:29

Silbermann 1984 hat geschrieben:
Devilfish hat geschrieben:warum? wenn da 5 Mark drauf steht, das Silber einen Wert von....keine Ahnung.... 3 Mark hat, ein Brot aber 5 Million Mark kostet, was bringt dir dann der Silberwert?


Dann brauchen wir das Zeug ja gar nicht :wink: ,wenn ein Brot 5 Millionen € kostet der Silberwert aber nur 20€ ist bringt ne Unze Silber auch nichts smilie_11

Das bringt einem schon was - aber natürlich nicht während der Inflation/Krise, sondern erst einige Zeit danach.

Wer damals keine Aktionpapiere oder Geldscheine sondern EM hatte, der hatte in den Folgejahren sehr wohl was davon - bis in die heutige Zeit :)
Lieber arm dran als Bein ab :)

lifesgood

Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon lifesgood » 06.10.2019, 10:07

... ggf. auch in der Krise, denn es inflationiert ja nicht nur der Wert des Brotes, sondern auch der Wert des Silbers. Und wenn ein Brot 5 Mio kostet, wird der Wert des Silbers in einem 5-Mark-Stück dann auch bei 3 Mio oder mehr liegen.

lifesgood

Ylva
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Ylva » 06.10.2019, 11:06

Mein Großvater erzählte mir früher immer, dass er in seiner Jugend von seinem Vater schon zu Edelmetallen gedrängt wurde. Während der Hyperinflation und nach dem Ende des ersten WK sind sie mit den alten Gold- und Silbermünzen gut über die Runden gekommen. Dementsprechend hatte er selbst dann auch vorgesorgt und während er in Kriegsgefangenschaft war (2.WK) hat meine Großmutter mit alten 20ern beim Bauer bezahlt (und sich betuppen lassen - darüber hat er sich bis zum Schluß geärgert) und nicht gehungert.
Das Leben ist ein Spiel, doch nur wenige Menschen verstehen die Regeln.

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Querulant
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Re: Geldentwertung der vergangenen Währungen

Beitragvon Querulant » 07.10.2019, 00:42

@lifesgood
ja stimmt, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm :)

@Ylva
Ylva hat geschrieben:...und während er in Kriegsgefangenschaft war (2.WK) hat meine Großmutter mit alten 20ern beim Bauer bezahlt (und sich betuppen lassen - darüber hat er sich bis zum Schluß geärgert) und nicht gehungert.

Wo kommt dieser Ausdruck "betuppen" her bzw. wovon abgeleitet? (kenne dieses Wort nicht)
Vermute mal, das heißt "beschei... lassen"? :oops:
Lieber arm dran als Bein ab :)


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