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Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Allgemeine Diskussionen zu Silber, Gold und Edelmetallen, sowie die Entwicklung des Gold- und Silberkurs.

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$ilver $urfer
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon $ilver $urfer » 11.08.2017, 15:11

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Wie sollte Z an A verkaufen, wenn dieser auf der Verkäuferseite steht? Im 18. Jahrhundert bezeichnete man solche Konstrukte als "Wechselreiterei". Soll im ein oder anderen Fall auch am Galgen geendet haben.

Ein Jahr ist lang, da kann man sowohl kaufen als auch verkaufen. In der Realität passiert das sogar im Sekundentakt. Meine Frage ist durchaus ernst gemeint gewesen.

Ein echtes Silberdefizit gibt es selbstverständlich nicht, siehe was red schreibt.
Selbst der Silberjunge ist inzwischen soweit, dass er das als Quatsch abtut.
I smell pussy. Is that you Ja?

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Pfennigfuchser Maxi
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Pfennigfuchser Maxi » 11.08.2017, 16:06

$ilver $urfer hat geschrieben:Ein echtes Silberdefizit gibt es selbstverständlich nicht, siehe was red schreibt.
Selbst der Silberjunge ist inzwischen soweit, dass er das als Quatsch abtut.


Da jetzt die Expertenmeinung des Silberjungen herangezogen wird hier noch einige Aussagen des Herrn aus seinem Interview bei nTV am 27.04.2011. Wenn ich recht erinnere lag der Silberkurs damals bei ca. 45 Dollar je Unze und der Experte meinte an dem Abend :

Silber ist„WERTSPEICHER“
Silber ist für mich das „BESSERE GOLD“
„Silber führt ein SCHATTENDASEIN“, da kann ich nicht von einer „BLASE“ sprechen.
Ich sehe „100 DOLLAR als wahrscheinlich“ bis Ende 2012/13 an...

https://www.youtube.com/watch?v=hv1FTEWLodM

Hoffe mal, dass sich damals keiner zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.

CasaGrande hat geschrieben: Gemäß "World Silver Survey 2017“ wird zwar das vierte Jahr in Folge ein physisches Angebotsdefizit aufgewiesen, welches jedoch mit 20,7 Millionen Unzen relativ klein ausgefallen ist.
Irgendwo und irgendwann erinnere ich mich gelesen zu haben, das nach dem WW II. etwa 10 Milliarden Unzen Silber als Lagerbestände verfügbar waren. Diese werden mittlerweile sicherlich stark geschrumpft sein, aber die o.g. knapp 21 Millionen sollten noch "rausschauen".


Danke für den Hinweis, CasaGrande!

Zu den 10 Milliarden Silber Unzen habe ich auf Goldseitenshop.de etwas gefunden.

Demnach sollen in den 1950er-Jahren die weltweiten Lagerbestände noch bei 10 Mrd. Unzen Silber (ca. 300 Tsd. Tonnen) gelegen haben. Als Quelle wird dort Weinberg, E. (2005)," Silber: goldene Zeiten“ angegeben.

Diese Lagerbestände wurden wohl sukzessive zur Schließung von Angebotsdefiziten und zur Marktpflege abgebaut. Quelle: https://www.goldsilbershop.de/gold-silb ... aende.html

Hier noch einige Eindrücke zum technischen Fortschritt in Sachen China und Photovoltaic :

https://www.youtube.com/watch?v=qKpYH5SYUeo
http://www.silverinstitute.org/site/sil ... ar-energy/

Silbermann 1984
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 11.08.2017, 17:40

Es muss auf jeden Fall noch so viel da sein das die Unze keine 1000€ kostet wie beim Gold ,denn selbst Gold kann man ja noch ohne Probleme kaufen und auch gleich mehrere Kilo .
Also gibts beides noch zu genüge

Pfennigfuchser Maxi
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Pfennigfuchser Maxi » 11.08.2017, 18:23

Zweifelsohne und die Römer haben im Zeitraum 50 v. Chr. bis 500 nach Chr. „nur“ 12.800 Tonnen Silber, also nicht einmal die Hälfte der Fördermenge des Jahres 2016 zu Tage gefördert.
Quelle: http://edelmetallbuch.blogspot.de/2013/ ... anden.html

amabhuku
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon amabhuku » 11.08.2017, 18:48

Silbermann 1984 hat geschrieben:Es muss auf jeden Fall noch so viel da sein das die Unze keine 1000€ kostet wie beim Gold ,denn selbst Gold kann man ja noch ohne Probleme kaufen und auch gleich mehrere Kilo .
Also gibts beides noch zu genüge


So lange keine hoehere Nachfrage entsteht.
1979 standen die Menschen Schlange bei Degussa Frankfurt um ihr Silber/Silberbesteck an der Ankaufstelle zu veraeussern.
Trotzdem gab es schwierig Silber zu kaufen zu vernuenftigem Preis. Die Preise eilten dem Anstieg voraus. Jeder wollte am grossen Silberreibach teilnehmen.
Gold aehnlich.
Dann Absturz.
Rational muessen die Gruende fuer steigende Preise nicht sein. Damals waren es die Hunts, morgen vielleicht ein anderer Millardaer oder blitzartig ansteigender Bedarf bei z.B. Akkumulatorentechnologie (Silber-Zink Batterie). Nur ein Beispiel.
Optimismus ist ein Stueck naeher an der Realitaet als Pessimismus.
Meint ein Realist.
:mrgreen:

Outback 1403
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Outback 1403 » 11.08.2017, 18:59

1979? smilie_02

Da gab es nicht mal einen Eagle, Maple, geschweige denn Phili, Arche, Kangoo und die ganze neu dazu gekommene Schwemme von Anlagemünzen aus diesem Jahr. Ein " paar " Händler mehr sinds wohl auch geworden?

Wenn ich Statistik vom Silberinstitut höre, denke ich irgendwie an die Statistiken über Abgaswerte in der Automobilindustrie.

Silbermann 1984
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 11.08.2017, 19:08

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Zweifelsohne und die Römer haben im Zeitraum 50 v. Chr. bis 500 nach Chr. „nur“ 12.800 Tonnen Silber, also nicht einmal die Hälfte der Fördermenge des Jahres 2016 zu Tage gefördert.
Quelle: http://edelmetallbuch.blogspot.de/2013/ ... anden.html


Laut deinem Link soll sowohl Gold als auch Silber in etwa gleichen Mengen vorhanden sein ,wenn das stimmt dann sieht man das mit den Preisen was nicht stimmen könnte .
Denn entweder müsste Gold soviel kosten wie Silber,oder Silber soviel wie Gold smilie_11 .

Mich würde echt mal interessieren wie die Preisfindung passiert smilie_02 !

Nach dem Motto das Silberne muss billiger sein wie das Goldne?

Oder braucht in wirklichkeit kaum einer das Silberne deshalb ist es billig smilie_08

Pfennigfuchser Maxi
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Pfennigfuchser Maxi » 11.08.2017, 19:16

Silbermann 1984 hat geschrieben: Laut deinem Link soll sowohl Gold als auch Silber in etwa gleichen Mengen vorhanden sein ,wenn das stimmt dann sieht man das mit den Preisen was nicht stimmen könnte ....


Wie schon Deine Vorredner angemerkt haben muss die "Preisfindung" nicht immer mit rational nachvollziehbaren Gründen einher gehen. Die jährliche Menge des geförderten Goldes lag zuletzt um die 3,1 Tonnen. Silber wurde mit 27 Tonnen also ungefähr 9 mal so oft zu Tage gefördert. Dennoch liegt die "Gold Silberratio" mit aktuell 1 zu 75 von 1 zu 9 weit entfernt.

Womöglich kann man beim Silberpreis auf Grund des noch relativ hohen Förderaufkommens am " Rad der kurzfristigen Preisfindung " aktuell noch etwas leichter schrauben als bei der "Goldpreisfindung" ?

amabhuku
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon amabhuku » 11.08.2017, 19:23

Outback 1403 hat geschrieben:1979? smilie_02

Da gab es nicht mal einen Eagle, Maple, geschweige denn Phili, Arche, Kangoo und die ganze neu dazu gekommene Schwemme von Anlagemünzen aus diesem Jahr. Ein " paar " Händler mehr sinds wohl auch geworden?


Eben. Vor dem "Grossen Anstieg" war Silber nicht im Blickfeld der normalen Anleger.
Danach gab es Silberbarren selbst bei der Sparkasse zu ordern.
Das erstmalige Interesse Ende der 1970er, seit Silber seinen Geldstatus verloren hat, ist dem steigenden industriellen Bedarf und dem fallenden Angebot geschuldet. Die Hunt brothers waren nur der Ausloeser, wenn die nicht waeren es andere gewesen.....
Fuer die Silber-und Goldfoerderung muss immer mehr Energie eingesetzt und Aufwand betrieben werden fuer die gleiche Menge. Man sollte sich also nicht nur von den nackten Zahlen (in die Irre) fuehren lassen.
Bei Silber ist in tieferen Schichten der Erdkruste die Konzentration geringer, bei Gold hoeher. Aber bei 5000 m kommt man selbst bei Gold an technologische Grenzen.....
Mir ist ganz recht das es noch wenig Interesse des "Mobs" gibt.
:)

Die grossen Fragen sind nur; wird die Menschheit so lange ueberleben das sie noch riesige technologische Kaenguruhspruenge machen kann?
Oder wird die kuenstliche Intelligenz unser Erbe uebernehmen?
Solche abnormen humanitaeren und technischen Fehlentwicklungen wie das Merkel, den Atompilz oder das Konsum-Kastenbrot wird es dann nicht nochmals geben.
Und auch keine Diskussionen in Foren ueber Silber, wo doch klar sein sollte wo der Hase hinlaeuft.
Wie troestlich.
:mrgreen:

Outback 1403
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Outback 1403 » 11.08.2017, 19:38

Ich sehe das so: langfristig werden die Schwellenländer auch einen größeren Anteil vom Kuchen abhaben wollen. Edelmetalle mit niedrigsten Lohnkosten zu fördern, wird auf Dauer nicht funktionieren. Die ersten Anzeichen hat man vor ein paar Jahren beim Platin-Streik in SA gesehen. Umweltschutzauflagen, Energiekosten werden die Preise auch antreiben. Aber eben sehr langfristig, von heute auf morgen geht da nichts.

amabhuku
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon amabhuku » 11.08.2017, 19:42

Stimmt, aber was wissen wir schon genau.
Langfristig ist relativ, siehe das "Tausendjaehrige Reich"...

Outback 1403
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Outback 1403 » 11.08.2017, 19:49

amabhuku hat geschrieben:Stimmt, aber was wissen wir schon genau.
Langfristig ist relativ, siehe das "Tausendjaehrige Reich"...


Ja, das ist genau der Punkt. Wenn's erst in 40 Jahren steigt, war's für mich ein Griff ins.... du weißt schon.

Pfennigfuchser Maxi
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Pfennigfuchser Maxi » 11.08.2017, 20:12

Die 50 Dollar anno 2011 scheinen aus heutiger Sicht eine Art Sinnestäuschung gewesen zu sein. Am ehesten mit einer Oase in der ausgetrockneten Wüste vergleichbar. Sowol dem Dürstendem als auch dem Silberhorter helfen weder die Fatamorgana noch die Analysen und Prognosen der sogen. "Experten" wirklich weiter.

Also lasst uns ein Gebet zum Himmel richten, als dass auch noch im Jahre 2050 jeder Erdenbürger seine Unze Gold und Silber zu einem fairen Preis erhalten möge.

Grandmaster
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Grandmaster » 11.08.2017, 21:24

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Also lasst uns ein Gebet zum Himmel richten, als dass auch noch im Jahre 2050 jeder Erdenbürger seine Unze Gold und Silber zu einem fairen Preis erhalten möge.


Mein Gebet Richtung Himmel richtet sich eher danach aus, dass die Kaufkraft einer Unze Gold und Silber sich in 2050 wenigstens verdoppelt oder vielleicht sogar verdreifacht hat... smilie_06

Ric III
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Ric III » 11.08.2017, 23:11

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Zweifelsohne und die Römer haben im Zeitraum 50 v. Chr. bis 500 nach Chr. „nur“ 12.800 Tonnen Silber, also nicht einmal die Hälfte der Fördermenge des Jahres 2016 zu Tage gefördert.
Quelle: http://edelmetallbuch.blogspot.de/2013/ ... anden.html


Die Denarprägung in Ag begann etwa 212 v.Chr.

Ein Stempel EINER Emission müßte etwa die Größenordnung einer halben meterischen Tonne Ag gefordert haben.
Nun sind in der Regel eine ganze Reihe Stempel per Emission nachweisbar und pro Münzmeister meist mehrere Emissionen.
Allein VOR dem genannten Jahr 50 vor Chr.komme ich auf weit über 100 nachweisbare Münzmeister.

Nun ist es andererseits natürlich so daß auch der römische Ag-Umlauf sich nicht ausschließlich aus den Minen des Reichs speiste,sondern zum nicht geringen Teil auch aus "Recycling"(griechische oder keltische Münzen oder Schmuck/Tafelgeschirr)

Dennoch ,
die Zahl von 12800 Tonnen Minenförderung dürfte für die Phase von 50 vor bis 500 nach Chr. deutlich zu niedrig angesetzt sein.

http://www.bergbaumuseum.de/de/forschun ... -im-kosovo

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/ ... er?lang=de

Auch bereits vor obigem Erfassungszeitraum haben wir mit Marcus Licinius Crassus einen krassen "Stacker".
213 metrische Tonnen im Privatbesitz.

Größenordnung der Ag Zahlungen an Heer,Grenztruppen,Marine,Prätorianer etc. per Anno: 500+ metrische Tonnen (wobei das + eher 150-200 Tonnen darstellt als nur eine minimale Überschreitung des 500-Tonnen-Minimalansatzes)

Einzeldaten:
Nach der Niederlage der Daker führte Trajan allein im Jahr 107 gut 330 metrische Tonnen Ag aus dem heutigen Rumänien nach Rom.


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