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Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Allgemeine Diskussionen zu Silber, Gold und Edelmetallen, sowie die Entwicklung des Gold- und Silberkurs.

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Bumerang » 12.08.2017, 08:13

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:
Wie sollte Z an A verkaufen, wenn dieser auf der Verkäuferseite steht? Im 18. Jahrhundert bezeichnete man solche Konstrukte als "Wechselreiterei". Soll im ein oder anderen Fall auch am Galgen geendet haben.


Bingo! Heute betreibt der Staat mit seinem Instrument Namens Finanzindustrie genau das!

Der Preis des Silbers wird durch die Investitionsnachfrage bestimmt! Sie ist hundertfach größer als die Industrienachfrage. Die Kunst ist, die Investitionsnachfrage mit Ersatzsilber (Papiersilber) zu befriedigen.

Wären die Papier-Anteile, wie bei Kupfer oder Weizen, unterhalb von 100%, könnte wir von Termingeschäfte sprechen. Bei Faktor 100 wird die physikalische Nachfrage fast bedeutungslos. Die Finanzindustrie zahlt regelmäßig drauf ( Fiat gibt es zu genüge), damit die Investoren mit Papiersilber eine bessere Rendite erzielen als mit dem Metall, das sie dann gerne der Branche überlassen.
Auch muss der Preis immer wieder steigen, damit sich die Massen von ihrem Metall trennen und so der Eindruck entstehen, es gibt genug Silber.

Solange Fiat einigermaßen Vertrauen genießt, ist der Preis ein Ergebnis dieser Manipulation. Er steigt aber in Schüben mit der Inflation auf andere Ebenen, wo er dann wieder schwankt.

Deshalb ist Silber, wie Gold auch, eine langfristige Angelegenheit. Mann kann auch kurzfristig gewinnen, sollte das aber als Glück abhaken.

Mann muss nicht 40 Jahre warten, wie hier suggeriert wird, aber 5 werden u. U. nicht reichen.

Als junger Mensch mit dem Hörten beginnen und mit 50 / 60 die Ernte einfahren. Das bedeutet Information und Disziplin. Leider fehlte die Information den Generationen davor. Heute ist Dank des Internets jeder in der Lage sich zu informieren. Ist man auch diszipliniert, wird das klappen.

Fiat hat nur eine Richtung! Wer das ignoriert, wird bluten!

Die Finanzindustrie versucht alles, um die Menschen vom Horten von (allen) Rohstoffen abzuhalten!

Dass sie knapp sind, und damit meine ich zu angemessenen Förderkosten, sollte jedem klar sein.

Wenn die Bergarbeiter für Fiat nicht mehr arbeiten, ist der Preis ganz woanders.


Bis dahin, wird man die zwei Lager, die Realisten und die Manipulierer, streiten hören.

Ist so ähnlich wie mit den Gläubigern und Atheisten. Wer einem was vormacht, sollte auch klar sein.
Gruß

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Silbermann 1984
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 12.08.2017, 09:49

Mal eine blöde Frage ,warum gibt es so viele Menschen die Silber kaufen und sich den "Kassenzettel" geben lassen aber dann ihre Ware nie abholen?
Sie es nur auf dem Papier besitzen?

Und was würde passieren wenn diese Menschen auf einmal alles das in den Händen halten wollen was sie gekauft haben?

Pfennigfuchser Maxi
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Pfennigfuchser Maxi » 12.08.2017, 10:05

Ric III hat geschrieben:...die Zahl von 12.800 Tonnen Minenförderung dürfte für die Phase von 50 vor bis 500 nach Chr. deutlich zu niedrig angesetzt sein.

http://www.bergbaumuseum.de/de/forschun ... -im-kosovo
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/ ... er?lang=de

Auch bereits vor obigem Erfassungszeitraum haben wir mit Marcus Licinius Crassus einen krassen "Stacker".213 metrische Tonnen im Privatbesitz. Größenordnung der Ag Zahlungen an Heer,Grenztruppen,Marine,Prätorianer etc. per Anno: 500+ metrische Tonnen (wobei das + eher 150-200 Tonnen darstellt als nur eine minimale Überschreitung des 500-Tonnen-Minimalansatzes)


Danke für den Hinweis, Ric III.

völlig zu Recht merkst Du an, dass die Zeit der römischen Republik in "meinem" Link zur Silber - Fördermenge der „alten Römer“ unberücksichtigt blieb.

Dabei haben die alten Griechen und Römern sich das Münzprägen ohnehin „nur“ beim Lyderkönig Krösus „abgekupfert.“ Schließlich war es der lydische König welcher als erster für den Gehalt seiner Löwenkopf Elektronmünzen garantierte.

Die Athener verpassten ihren Münzen später den Kopf der Athene und der „Stacker“ Crassus soll bei Plinius gesagt haben„ dass nur der wirklich reich sei, der mit seinem Jahreseinkommen eine Legion unterhalten kann“.

In den Bergwerken von Carthago Nova arbeiteten nach Polybios 40.000 Menschen.

Kämpfende Truppen gab es nie für lau.
War es nicht auch ein „Römer“, der meinte “whatever it takes!“ ?

Meine konkrete Aussage war, dass die Römer in der Zeit ihres Imperiums es nicht im Ansatz geschafft haben die Jahresproduktion Silber 2016 (27 Millionen Tonnen) zu fördern und wie Du zutreffend anmerkst, ist es den Römern sogar gelungen, das Silber ihrer Feinde zu „recyceln“. Heutzutage denken wir „modern“ und Silber wird von der „Industrie verbraucht“, landet in Smart Phones und wird so höchstwahrscheinlich für immer auf der staatlich kontrollierten Müllhalde verloren gehen.

Egal. Alexander der Große hatte eine 3.000 Mann starke Garde mit silbernen Schilden (Argyraspiden). Cäsar veranstaltete mit 320 Kämpfer, die silberne Rüstungen trugen, Gladiatorenkämpfe zu Ehren seines Vaters.

Heutzutage reibt sich der moderne „Held“ vom „Adrenalin“ seiner Warentermingeschäfte geschwängert die Hände bis dass der finale Trendkanal ihm aufzeigt, dass man Tulpenzwiebel nicht essen kann.

Bumerang hat geschrieben:
Bingo! Heute betreibt der Staat mit seinem Instrument Namens Finanzindustrie genau das!

Der Preis des Silbers wird durch die Investitionsnachfrage bestimmt! Sie ist hundertfach größer als die Industrienachfrage. Die Kunst ist, die Investitionsnachfrage mit Ersatzsilber (Papiersilber) zu befriedigen.

Wären die Papier-Anteile, wie bei Kupfer oder Weizen, unterhalb von 100%, könnte wir von Termingeschäfte sprechen. Bei Faktor 100 wird die physikalische Nachfrage fast bedeutungslos. Die Finanzindustrie zahlt regelmäßig drauf ( Fiat gibt es zu genüge), damit die Investoren mit Papiersilber eine bessere Rendite erzielen als mit dem Metall, das sie dann gerne der Branche überlassen...


@Bumerang smilie_01 smilie_09

Silbermann 1984
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 12.08.2017, 12:24

Hab noch was interesanntes gefunden http://www.goldseiten.de/artikel/339475 ... osten.html

Pfennigfuchser Maxi
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Pfennigfuchser Maxi » 12.08.2017, 17:03

Silbermann 1984 hat geschrieben: Und was würde passieren wenn diese Menschen auf einmal alles das in den Händen halten wollen was sie gekauft haben?


Die Paperboys kaufen Papiersilber weil sie das Ganze als Wette betachten und wohl ein relativ tief verwurzeltes Vertrauen in "ihr" Finanzsystem besitzen. Diese Papiertiger haben kein ernsthaftes Interesse am Erhalt / Empfang der "Ware" Silber. Würde ja nur Lagerkosten verursachen.

Es sind KEINE Investoren sondern SPEKULANTEN.

Historisch betrachtet fand der Terminhandel ursprünglich im Waren- und Rohstoffhandel außerbörslich statt. Es waren meist Vereinbarung zwischen Rohstoffverkäufer (Produzent) und Rohstoffkäufern. Diese "Terminkontrakte" entstanden ganz einfach aus der Überlegung, dass sich der Importeur bei Verschiffung von Waren oder Rohstoffen in Übersee die Schiffsladung so frühzeitig zu einem festen Preis sichern konnte.

Heutzutage können die Motive für Termingeschäfte bei

a) Hedging,
b) Arbitrage oder
c) Spekulation liegen.

a) Ein Beispiel für Hedging Geschäfte wären das bereits angesprochene „Producer Hedging“ der Minenbetreiber.

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben: "Net Producer Hedging - The early sale by mining companies of future production. Silver miners will "play" in the futures market in order to protect profit when they are concerned that the price of silver may go down. This selling of silver in the futures market acts as a hedge and is actually part of the silver supply. Selling less future production is actually de-hedging and is part of silver demand." Quelle: http://www.choosingsilver.com/silver-market.html

18,4 Million Unzen wurden von den Silberminen scheinbar in 2016 via Termingeschäfte "gehandelt" (im Report als negativer "Net Hedging Supply" ausgewiesen). Das entspricht wie es der Zufall so will ungefähr der Größenordnung des "strukturellen Defizites." Eigentlich nicht viel, wenn man diese Menge einmal der Gesamtmenge an Silbertermingeschäften - und sonstigen Derivaten gegenüberstellt.


Für die Arbitrage Händler als auch für das Producer Hedging bestehen meines Erachtens plausibel nachvollziehbare Interessen.

aa) Die Minengesellschaften haben fixe Kosten und ein berechtigtes Interesse sich die Preis auch über einen Monat hinaus „abzusicher

b) Ein Beispiel für ein Arbitragegeschäft wäre dabei Jemand, der in New York im Preis nach unten gedrücktes Silber „ günstig „ einkauft und dieses relativ zeitnah z. B. in China an der Shanghai Gold Exchange zu einem besseren, also höherem Preise verkauft. Die Preisdifferenz verbucht der Arbitrage Händler abzüglich Gebühren und Steuern als Gewinn.

bb) Es spricht auch Nichts dagegen, wenn Jemand Preisdifferenzen zwischen unterschiedlichen Handelsplätzen zu seinem Vorteil geschickt nutzt, da auf diesem Weg an den jeweiligen Handelsplätzen ein gewisser Preis - „ Anpassungsdruck “ entsteht, die Preise eben "nicht über Gebühr" zu manipulieren.

c) Auch Spekulationsgeschäfte sind gewiss legitim.

Allerdings hat Bumerang schon anklingen lassen, dass eine Preisfindung bei auf dem Papier gehandelter Ware, welche den tatsächlichen, also physischen Bestand dieser „Ware“ teilweise um das 100 -fache übertrifft, sich ein vernünftig denkender Mensch schon fragen lassen muss, ob bei "denen" etwas nicht stimmen könnte...

...aber die Antwort folgte hier bereits zutreffend korrekt auf dem Fuße, dass eben

Bumerang hat geschrieben:
... die Finanzindustrie alles versucht, um die Menschen vom Horten von (allen) Rohstoffen abzuhalten!



Silbermann 1984 hat geschrieben:Hab noch was interesanntes gefunden http://www.goldseiten.de/artikel/339475 ... osten.html


Der von Dir verlinkte auf Goldseiten veröffentlichte Artikel von GE Christenson suggeriert einmal mehr eine Paralle zwischen dem allgemeinem Verschuldungsgrad (Private Haushalte + Staatsschulden) und der damit einhergehenden gemutmaßten Wertentwicklung der Edelmetalle, insbesondere dem Silber.

Derlei Thesen sind allerdings - zumindest nach meinem Dafürhalten zum Verständnis der globalen Finanzmärkte - eher fragwürdig, da Silber zum Einen schon längst einer „Demonetisierung“ unterworfen wurde und es sich unter vernünftig Denkenden ohnehin von selbst verbieten sollte, zwischen „Bullshit wie Schulden“ und wahren Werten wie „Silber“ überhaupt irgendwelche wie auch immer gearteten Vergleiche oder gar Zusammenhänge abzuleiten.

Was die Anspielungen Christensons zum Zusammenhang des Silberpreises mit der Inflation anbelangt treffen diese m. E. allerdings voll ins Schwarze. Schließlich stand bereits vor über 30 Jahren, anno 1980 der Silberpreis bei round about 50$ und setzte damit seine Marke zum bislang noch immer gültigen "All Time High." Inflationsbereinigt wären das übrigens 2017

Bild
in Buchstaben: "Einhundertsiebenundfünfzig Dollar."
http://www.dollartimes.com/inflation/in ... &year=1980

Und ja, ich warte nicht auf dummdreiste Antworten wie z. B., dass damals als die Hunt Brothers als "böse Spekulanten" den Preis nach oben manipuliert hatten die USA zu Recht den Silberkauf kurzzeitig verboten haben und damit ein für allemal eine gerechte Preisfindung für (die Großbanken) in die Wege geleitet werden konnte.

Silbermann 1984
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 12.08.2017, 18:52

Was wär eigentlich ein angemessener preis heutzutage für eine Unze Silber?

Es heißt ja immer überbewertet oder unterbewertet

Pfennigfuchser Maxi
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Pfennigfuchser Maxi » 12.08.2017, 19:17

Nochmal ein herzliches vergelts Gott aus Bayern für Deine gute Nachfrage !

So mancher bezieht sich mit ähnlichen Fragen immer wieder gerne auch auf eher fragwürdige Begriffe
wie z. B., was wäre überhaupt der "faire" Silberpreis im Verhätnis zu den aktuell überirdisch verfügbaren Gold / Silbermenge(n) ... ?

Auch ich bin diesbezüglich ehrlich gesagt nicht allwissend .

Dehalb habe ich mich bei meinen Einkäufen einfach auch kurz oder lang auch an den Auflagenzahlen der renomierten Mints orientiert. So soll 1oz Gold Lunar II Jahr des Pferdes High Relief bei Silbertresor knapp unter 3.000 Euro kosten. https://www.silbertresor.de/product_inf ... d6b0606.de

Als ich 2006/07 noch 1oz Krugerrand für ca. 600 Euro erstehen konnte hätte ich derlei Preisgestatungen auch eher für aberwitzig gehalten.
Zuletzt geändert von Pfennigfuchser Maxi am 12.08.2017, 19:38, insgesamt 1-mal geändert.

Ric III
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Ric III » 12.08.2017, 19:35

Silbermann 1984 hat geschrieben:Was wär eigentlich ein angemessener preis heutzutage für eine Unze Silber?

Es heißt ja immer überbewertet oder unterbewertet



Wenn ich von Dir kaufe fände ich etwa 2,45 €/Oz superfair..... :D

Aber im Ernst, im Spannungsdreieck A= Fiat-B=Edelmetalle-C=sonstige Realwerte interessiert mich der Bezugspunkt der Punkte.B+C zu A ohnehin immer weniger.

Gewiß, gewiß...

sobald ich mein B aufstocken will komme ich nur äußestst selten am Umweg A vorbei und insofern kann man diese Relation nicht völlig außer 8 lassen.

Silbermann 1984
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 12.08.2017, 22:38

Ric III hat geschrieben:
Silbermann 1984 hat geschrieben:Was wär eigentlich ein angemessener preis heutzutage für eine Unze Silber?

Es heißt ja immer überbewertet oder unterbewertet



Wenn ich von Dir kaufe fände ich etwa 2,45 €/Oz superfair..... :D


Jaja das ist mir klar smilie_11 ,so wie manche hier kaufen haben sie Geld wie Heu ,sie könnten auch 50€ für eine Unze bezahlen ohne das es ihnen weh tut smilie_02 .

Nein mir kam der Gedanke,das Zeug muss ausgebuddelt und verarbeitet werden ,das alles kostet ,das prägen,der Vertrieb und jeder möchte ja auch ein wenig etwas dran verdienen.

Also wenn man diesen ganzen Spekulationskram jetzt mal weglassen würde,vom ausbuddeln bis zur fertigen Münze und jeder deckt seine Kosten und macht noch einen Gewinn das sein Unternehmen Wirtschaftlich gut arbeitet.

Diese Zahl würde mal sehr interessant sein :wink:

Denn mir kam die Frage was ist Silber wirklich wert?
Sind es 10€ ,100 oder gar 1000€ und ist Gold wirklich soviel wert wie dafür bezahlt wird.....warum kostet Gold mehr als Silber und nicht anders rum? Immerhin braucht man mehr Silber als Gold für alle möglichen Anwendungen in der Wirtschaft.....

Ric III
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Ric III » 12.08.2017, 23:12

Förderkosten?

Komplexes Thema.

Einerseits gibbet Minen wo AG quasi als Beifang aus Mutter Erde kommt ,während es am anderen Ende der Skala Minen/potentielle Minen gibt welche aktuell ruhen weil sie im momentanen Markt nicht kostendeckend produzieren können.

Silbermann 1984
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 12.08.2017, 23:19

Ric III hat geschrieben:Förderkosten?

Komplexes Thema.

Einerseits gibbet Minen wo AG quasi als Beifang aus Mutter Erde kommt ,während es am anderen Ende der Skala Minen/potentielle Minen gibt welche aktuell ruhen weil sie im momentanen Markt nicht kostendeckend produzieren können.


Ich kenn mich ja nicht wirklich aus ,denk mir aber wenn AG jetzt für den Preis verkauft wird wie eben dann muss es auf jeden Fall weniger wert sein smilie_11 ,denn wer buddelt den Kram aus ,macht sich die Mühe das auf mindestens .999 zu Raffinieren ,das ganze in Barren zu gießen oder Bleche zu walzen ,Münzen auszustanzen und zu prägen wenn er nur drauflegen würde :wink: .

Wobei der Endpreis einer Münze ja um ein weites höher ist als das der Mienenbesitzer für eine Unze bekommt,von daher muss eine Unze einen wert von wenigen € haben :wink: und alles andere müsste überbewertet sein.

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Bumerang » 13.08.2017, 08:11

Was bei der Förderung von Rohstoffen generell, insbesondere für Edelmetalle, vergessen wird, ist dass der Fiat Preis innerhalb einer (Hyper)Inflation sehr irreführend ist!

Viele gehen davon aus, dass der Fiat Preis einfach nur steigen müsse, dann wird man schon fördern können, auch in den Minen die momentan stillgelegt sind, weil nicht rentabel.

Der Denkfehler ist folgender:

Fiat ist DERZEIT ein Irrsiniger Wertspeicherversprechen!

Menschen gehen HEUTE dafür arbeiten und stecken ihre Überschüsse rein.

Gehen wir nun von einer Hyperinflation aus und schauen uns an was passiert.

Sagen wir der Stundenlohn eines Bergbauers ist heute eine OZ AG in der westlichen Welt. Er bekommt freilich Fiat, mit dem er einkaufen kann.

Was ist aber in der Hyperinflation? Wird er für Fiat aufstehen?? Wohl kaum. Man wird ihn mit Gold, Silber oder andere Rohstoffe bzw Waren bezahlen müssen!

Diese Waren wiederum wollen auch mit einem echten Wert bezahlt werden.

Woher sollen aber plötzlich diese Werte herkommen, um das Ganze Fiatgel zu ersetzen, das heute als Wert gilt?

Es wird zu einer so starken Knappheit von Gütern und Rohstoffen kommen, so dass man die Bergarbeiter nicht bezahlen kann. Sie werden eher für "Brot und Wasser" lieber arbeiten, nicht aber für mg von Silber.

Ja, der Silberpreis wird zwar sehr stark steigen im Wert. Die Förderung wird aber in Warengeld teurer sein, als der Silber den mann rausholt. Die Minen benötigen auch noch Öl und Strom! Also weitere Rohstoffe, die aber die Geldfunktion teilweise übernehmen und somit noch knapper werden. Ein Teufelskreis! Der Silberpreis kann aber im Wert maximal nur bis zu einem Gleichgewicht in Relation zu den anderen Waren steigen. Sagen wir für eine Oz nicht 6 Brote oder 7 Liter Benzin wie heute, sonder sagen wir 12 Brote und 15 Liter Benzin, vielleicht. Mehr Waren wird man aber nicht dafür geben können, weil man Sie dringender benötigt als den Silber.

Und jetzt kommts. Heute verdient ein Bergarbeiter sagen wir ein OZ die Stunde. Silber in der Förderung, sagen manche, kostet zwischen 1/4 und 3/4 Oz, also sagen wir 2 bis 6 Liter Benzin.

Wie sehen aber die Förderkosten aus, wenn ich dem Bergarbeiter kein Fiat geben kann, sonder nur den Silber den er noch gar nicht rausgebuddelt hat, oder Benzin der aber für die Maschinen benötigt wird? Oder Brot, Fleisch etc?

Die Förderkosten wären schlicht unbezahlbar!

Man versteht jetzt warum die Politik, UNABHÄNGIG ab Links oder Rechts, aus dem Dilemma, das selbst die Römer mit ihren Sklaven nicht lösen könnten, nicht herauskommt.

Mann kann den Wohlstand den man erreicht hat, nicht mehr bezahlen, wenn die Arbeiter echte Werte fordern!

Das Problem wird erst gelöst sein, wenn Energie nichts mehr kostet. Aber auch nur teilweise. Die endgültige Lösung ist, die STARKE Reduktion der Weltbevölkerung.
Gruß

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Pfennigfuchser Maxi » 13.08.2017, 08:22

Silbermann 1984 hat geschrieben:
Ric III hat geschrieben:Förderkosten?

Komplexes Thema.

Einerseits gibbet Minen wo AG quasi als Beifang aus Mutter Erde kommt ,während es am anderen Ende der Skala Minen/potentielle Minen gibt welche aktuell ruhen weil sie im momentanen Markt nicht kostendeckend produzieren können.


Ich kenn mich ja nicht wirklich aus ,denk mir aber wenn AG jetzt für den Preis verkauft wird wie eben dann muss es auf jeden Fall weniger wert sein smilie_11 ,denn wer buddelt den Kram aus ,macht sich die Mühe das auf mindestens .999 zu Raffinieren ,das ganze in Barren zu gießen oder Bleche zu walzen ,Münzen auszustanzen und zu prägen wenn er nur drauflegen würde :wink: .

Wobei der Endpreis einer Münze ja um ein weites höher ist als das der Mienenbesitzer für eine Unze bekommt,von daher muss eine Unze einen wert von wenigen € haben :wink: und alles andere müsste überbewertet sein.


Sehr guter Gedankengang, Silbermann 1984 !

Aber in Zeiten negativer Zinsen (Strafzinsen), also in einer PLANWIRTSCHAFT muss man keinen Gewinn machen. Woher ich das weis ? Ganz einfach. Die meisten glauben zwar immer noch, dass sie in einer Marktwirtschaft bzw. im "Kapitalismus" wirtschaften. Dabei sieht die WAHRHEIT doch ganz anders aus:

Das operative Ergebnis von Tesla lag 2010 bei 146,84 Millionen, 2011 bei 251,49 Millionen, 2012 bei 394,28 Millionen, 2013 bei 61,28 Millionen, 2014 bei 220,49 Millionen, 2015 bei 775,23 Millionen und 2016 bei 690,54 Millionen Dollar VERLUST !

Quelle: http://www.finanzen.net/bilanz_guv/Tesla

In einer Planwirtschaft geht es nicht um Gewinn oder Verlust, sondern um IDEOLOGIE !
Und zu der aktuellen Ideologie passt ein steigender Gold-oder Silberpreis einfach nicht, da dieser die Banken zu Fall bringen würde.

redtshirt
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon redtshirt » 13.08.2017, 13:31

Was für ein Schwachsinn. Wieder lauter Experten.
Öl und knapp? Was ist wenn der Bergarbeiter kein Fiat mehr will? Was passiert wenn keiner mehr Silber will? Die Frage hat das gleiche Level.
Wenn die Mehrheit Fiat will, dann wird es weiter funktionieren. Das Ende bestimmen wir nicht.
Minen fördern auch in der "Verlustzone". Ein Großteil der Förderung ist eh schon verkauft. Nennt man Terminmarkt. Produzenten sichern sich gegen fallende Kurse ab. Nennt man Terminmarkt. Auf mittlere Sicht ist es auch sinnvoll in einer Mine drauf zu zahlen. Oder glaubt hier jemand, dass ein Mine hoch und runter gefahren werden kann wie ein Computer. Nach dem Motto "Ey Dieter lass mal heute ist der Kurs scheiße" Das Hochfahren kostet Zeit und sehr viel Geld. Stilllegen ist einfach aber anders herum nicht. Denn das entscheidende Fachpersonal sitzt auch nicht auf Halde rum. Wenn man sich die Zahlen von PanAmericanSilver anschaut fördern die die Unze für knapp 10$ AIC. Aktuell sind Öl, Maschinen und Kredite billig wie nie. Das senkt Kosten. Andere Minen produzieren mit Verlust. Aber das ist besser als dicht zu machen. Wenn man dicht macht kann es Jahre dauern eine Mine wieder hoch zu fahren.
ABER EINE FRAGE HAT NOCH NIEMAND BEANTWORTET. WO IST DAS DEFIZIT UND WO WIRKT ES SICH AUS?

Ric III
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Ric III » 13.08.2017, 13:43

Die Einlassungen Anderer als "Schwachsinn" zu titulieren ist freilich grundsätzlich von derartiger Eloquenz daß man sich gerne eine Reaktion schenkt.

Gut daß ich nicht "man" bin.... :mrgreen:

Ob es im roten Hemdchen nun behagt oder nee....es gibt etliche ruhende Minen welche seitens der Prospektion im Auge behalten werden.Daß die nicht wie eine Herdplatte an und aus geschaltet werden können ist eine recht banale Erkenntnis.


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