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Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Allgemeine Diskussionen zu Silber, Gold und Edelmetallen, sowie die Entwicklung des Gold- und Silberkurs.

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CasaGrande
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon CasaGrande » 11.08.2017, 10:04

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:...
Meine Frage ist also: Wie wird das angebliche „Defizit“ ausgeglichen?...

Mit "nicht erfassten überirdischen Reserven", also vermutlich Terminbörsen, Händler, Banken, Regierungen. Diese Silberbestände werden nicht offiziell erfasst und können nur geschätzt werden.

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lifesgood
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon lifesgood » 11.08.2017, 11:20

Diese Grafik erfaßt zwar die Silberförderung mit rund 890 Mio Unzen (was 27.590 to entspricht und sich damit mit anderweitigen Zahlen für 2016 in Höhe von 27.000 to deckt), berücksichtigt jedoch nicht das Recycling, das ja auch nochmal einige Tausend to pro Jahr generiert. Somit dürfte die Angebots- und Nachfrageseite relativ ausgeglichen sein.

Man liest zwar vielerort von einem Angebotsdefizit, aber das dürfte deutlich kleiner sein, als es die Grafik suggeriert.

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon lifesgood » 11.08.2017, 11:54

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Danke Lifesgood, aber die Solid GmbH hat die aus dem Recycling gewonnene Silbermenge in ihrer Sachverhaltsdarstellung ausdrücklich ausgenommen:


Dann haben die eben einen Fehler drin, oder arbeiten bewußt mit falschen Zahlen.

Wenn Du Dich über die reine Silberförderung (ohne Recycling) in 2016 informierst, wirst Du immer wieder auf roundabout 27.000 to stossen.

In der Grafik besteht zwischen Recycling und Förderung eine Lücke von rund 130 Mio Unzen, was wiederum rund 4.000 to entspricht. Ich finde keine akutellen Recyclingzahlen aber früher war das deutlich mehr als die 4.000 to. Wobei das Recycling aus der Fotoindustrie mittlerweile bedeutungslos geworden sein dürfte.

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Kolumboss » 11.08.2017, 11:57

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Silber-Recycling und Notenbankverkäufe scheiden als Begründung aus, wenn man den Äußerungen der Solid GmbH Glauben schenken mag.

Das ist nicht richtig. Nach deiner Grafik ist die „Gesamtförderung Global“ in 2015/2016 geringer als 900 Mio. oz.
Das sind aber nur die reinen Minenförderungen:
2015: 890,8 Mio. Unzen
2016: 885,8 Mio. Unzen

Förderung, Recycling, Regierungsverkäufe und De-Hedging zusammen waren es aber
2015: 1.039,7 Mio. Unzen
2016: 1.007,1 Mio. Unzen

Dann passt es wieder mit der Nachfrage.

Ist übrigens auch bei solit selber nachzulesen:
https://www.solit-kapital.de/silberangebot

CasaGrande
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon CasaGrande » 11.08.2017, 12:44

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:...Schließlich könnten sämtliche Händler der Welt gemeinsam kaum 200 Millionen Unzen Silber liefern. In dieser Größenordnung beläuft sich nämlich das eingangs in der Grafik abgebildete jährliche "strukturelle Silberdefizit."...


Gemäß "World Silver Survey 2017“ wird zwar das vierte Jahr in Folge ein physisches Angebotsdefizit aufgewiesen, welches jedoch mit 20,7 Millionen Unzen relativ klein ausgefallen ist.
Irgendwo und irgendwann erinnere ich mich gelesen zu haben, das nach dem WW II. etwa 10 Milliarden Unzen Silber als Lagerbestände verfügbar waren. Diese werden mittlerweile sicherlich stark geschrumpft sein, aber die o.g. knapp 21 Millionen sollten noch "rausschauen".

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon lifesgood » 11.08.2017, 13:19

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Nochmals Danke für Eure Hilfe. Vielleicht ist es doch besser, wenn ich die Finger von einem Investment in dieses gewiss edle, aber scheinbar doch nicht ganz so seltene Metall lasse?


Ein wesentliches, wenn nicht sogar das wesentlichste Kriterium bei einer Anlageentscheidung sollte sein, dass man von der Anlage überzeugt ist, nur so fühlt man sich wohl damit.

Wenn das bei Dir auf Silber nicht zutrifft, lass lieber die Finger davon. Denn gerade als Silberanleger braucht man mitunter auch starke Nerven und die hat man nur, wenn man überzeugt davon ist.

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon redtshirt » 11.08.2017, 13:31

es gibt kein Defizit. Der Preis regelt die Nachfrage. Aktuell wird kein Produkt weniger produziert wegen Silber. Wenn Silber zu teuer wird, dann werden die Produkte teurer oder es wird substituiert. Die "leicht" verfügbare Silbermenge steigt sogar jedes Jahr, da es recycelt wird und die Produktzyklen immer schneller werden. Ein Defizit gibt es bei Bildern von Leonardo Da Vinci. Die werden nicht mehr sondern eher weniger. Aber dieses Defizit am Markt hat auch der Preis abschließend für die meisten Erdenbewohner geregelt. Seit Jahren wird von einem Defizit gesprochen. Mittlerweile müsste das so groß sein, dass es jemand merken müsste. Aber seit 20 Jahren gehe ich zu meinem Händler und Kaufe das Zeug ohne Vorbestellung, irgendwelche Standard Unzen sind immer da. Es war immer verfügbar.

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon $ilver $urfer » 11.08.2017, 14:29

Was ist eigentlich wenn A an B eine Millionen Unzen verkauft, B diese an C weitergibt, C an D...Y an Z und Z wieder an A? Haben wir dann ein Defizit von 26 Millionen Unzen?
I smell pussy. Is that you Ja?

redtshirt
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon redtshirt » 11.08.2017, 14:36

Laut der Tabelle hat sich in den letzten 9 Jahren ein Defizit von ca. 1,2 Mrd Unzen (ca. 36.000 Tonnen) angehäuft. Es fehlt der Wirtschaft und den Anlegern eine ganze Jahresproduktion. Das würden wir wohl merken oder muss hier jemand 1 Jahr auf sein Silber warten? Wenn mehr Silber benötigt würde als Verfügbar ist, dann wäre der Preis ganz wo anders. Wenn es dieses Defizit gibt, an welcher Stelle merken wir das konkret? Kann das mal jemand sagen?

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon redtshirt » 11.08.2017, 15:02

Das beantwortet die Frage nach dem Defizit nicht. Wo existiert das? Wer bekommt auf Grund des Defizit kein Silber. Wenn dem Markt (Industrie und Anleger) 36.000 Tonnen fehlen, dann muss doch jemand wissen wo es fehlt oder irgendjemanden muss es fehlen. Irgendjemand muss doch seine Produktion deswegen drosseln. Für 17$ bekommt doch jeder so viel Silber wie er möchte. Würde mehr benötigt wäre der Preis doch höher.

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon $ilver $urfer » 11.08.2017, 15:11

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Wie sollte Z an A verkaufen, wenn dieser auf der Verkäuferseite steht? Im 18. Jahrhundert bezeichnete man solche Konstrukte als "Wechselreiterei". Soll im ein oder anderen Fall auch am Galgen geendet haben.

Ein Jahr ist lang, da kann man sowohl kaufen als auch verkaufen. In der Realität passiert das sogar im Sekundentakt. Meine Frage ist durchaus ernst gemeint gewesen.

Ein echtes Silberdefizit gibt es selbstverständlich nicht, siehe was red schreibt.
Selbst der Silberjunge ist inzwischen soweit, dass er das als Quatsch abtut.
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 11.08.2017, 17:40

Es muss auf jeden Fall noch so viel da sein das die Unze keine 1000€ kostet wie beim Gold ,denn selbst Gold kann man ja noch ohne Probleme kaufen und auch gleich mehrere Kilo .
Also gibts beides noch zu genüge

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amabhuku
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon amabhuku » 11.08.2017, 18:48

Silbermann 1984 hat geschrieben:Es muss auf jeden Fall noch so viel da sein das die Unze keine 1000€ kostet wie beim Gold ,denn selbst Gold kann man ja noch ohne Probleme kaufen und auch gleich mehrere Kilo .
Also gibts beides noch zu genüge


So lange keine hoehere Nachfrage entsteht.
1979 standen die Menschen Schlange bei Degussa Frankfurt um ihr Silber/Silberbesteck an der Ankaufstelle zu veraeussern.
Trotzdem gab es schwierig Silber zu kaufen zu vernuenftigem Preis. Die Preise eilten dem Anstieg voraus. Jeder wollte am grossen Silberreibach teilnehmen.
Gold aehnlich.
Dann Absturz.
Rational muessen die Gruende fuer steigende Preise nicht sein. Damals waren es die Hunts, morgen vielleicht ein anderer Millardaer oder blitzartig ansteigender Bedarf bei z.B. Akkumulatorentechnologie (Silber-Zink Batterie). Nur ein Beispiel.
Optimismus ist ein Stueck naeher an der Realitaet als Pessimismus.
Meint ein Realist.
:mrgreen:

Outback 1403
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Outback 1403 » 11.08.2017, 18:59

1979? smilie_02

Da gab es nicht mal einen Eagle, Maple, geschweige denn Phili, Arche, Kangoo und die ganze neu dazu gekommene Schwemme von Anlagemünzen aus diesem Jahr. Ein " paar " Händler mehr sinds wohl auch geworden?

Wenn ich Statistik vom Silberinstitut höre, denke ich irgendwie an die Statistiken über Abgaswerte in der Automobilindustrie.

Silbermann 1984
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Silbermann 1984 » 11.08.2017, 19:08

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:Zweifelsohne und die Römer haben im Zeitraum 50 v. Chr. bis 500 nach Chr. „nur“ 12.800 Tonnen Silber, also nicht einmal die Hälfte der Fördermenge des Jahres 2016 zu Tage gefördert.
Quelle: http://edelmetallbuch.blogspot.de/2013/ ... anden.html


Laut deinem Link soll sowohl Gold als auch Silber in etwa gleichen Mengen vorhanden sein ,wenn das stimmt dann sieht man das mit den Preisen was nicht stimmen könnte .
Denn entweder müsste Gold soviel kosten wie Silber,oder Silber soviel wie Gold smilie_11 .

Mich würde echt mal interessieren wie die Preisfindung passiert smilie_02 !

Nach dem Motto das Silberne muss billiger sein wie das Goldne?

Oder braucht in wirklichkeit kaum einer das Silberne deshalb ist es billig smilie_08


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