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Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Allgemeine Diskussionen zu Silber, Gold und Edelmetallen, sowie die Entwicklung des Gold- und Silberkurs.

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Outback 1403
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Outback 1403 » 14.09.2017, 07:59

Es gibt kein strukturelles Silberdefizit. Wer das nicht schon alleine an der Ausgabenschwemme von neuen Münzen sieht, sollte sich mal mit den wachsenden Silberfördermengen der Minenbetreiber auseinandersetzen.

Fresnillo, N°1:

Operational highlights (1H17/1H16 comparisons)

· Silver production of 28.0 moz (including Silverstream), up 11.2%, and gold production of 446 koz, broadly in line

· Construction of San Julián (phase II) completed on time and on budget and commercial production began in mid-July

· The turnaround plan at the Fresnillo mine continues to show good signs as volume of ore processed increased for the fourth consecutive quarter.

· On track to achieve 2017 production target of 58-61 moz silver (including Silverstream) and 870-900 koz gold
http://otp.investis.com/clients/uk/fres ... sid=897427

Bei Gold sieht die Sache etwas anders aus. Dort kann man in der Mehrheit eher abnehmende oder stagnierende Förderdaten sehen. Werde daher zukünftig Gold stark übergewichten.

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Finerus
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Finerus » 14.09.2017, 10:41

Der Silbermarkt ist vielgestaltig, umso wichtiger bei Bilanzierungen genau auf die Bilanzierungsgrenze achtzugeben und auch die Begriffe nicht zu vermengen.

Stellt sich bei obiger Betrachtung nicht die Frage, was denn von besagten Kaufwilligen konkret nachgefragt wird? Sagen wir mal, es würden 3 Millionen silberne Krugerrand nachgefragt. Materialbedarf hierfür entsteht beim Hersteller der Münze. Das Material zu beschaffen, dürfte kein Problem darstellen, denn entsprechende Industriebarren sind jederzeit verfügbar. Gäben sich allerdings die Interessenten der Münze stattdessen auch mit 100'000 kg Industriebarren zufrieden? Die Antwort kennen wir: Nein.

So ein Nachfrageüberhang bei einer Münze sagt i.d.R. wenig aus über ein mögliches Materialdefizit, eher schon über Knappheit bei Ronden, Personalmangel, Planungsfehler, Ausgabepolitik und v.a. auch Unflexibiltät auf der Käuferseite. Würden alle Silberanleger in Barren à 15 kg investieren statt dem unüberschaubaren Sammelsurium von Einunzern&Co., wäre die Defizitbetrachtung auf einen Nenner gebracht. Ist sie aber nicht und deshalb hinkt sie.

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Hagakure
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Hagakure » 14.09.2017, 11:13

Pfennigfuchser Maxi hat geschrieben:
Einfacher gesagt: Wenn ich z. B. Mitte August im Vorverkauf 100 Stücke " 50 Francs Nautical Ounce Santa Maria Ruanda 1 oz Silber PP 2017 " geordert und bezahlt hätte und diese 100 Unzen Silber Mitte September noch immer nicht ausgeliefert wurden zeigt sich damit nichts anderes als ein gewisses "Silberdefizit" auf dem physischen Markt. Auf den silbernen Krugerrand 2017 zu Anlagepreisen warten Millionen von Interessenten noch immer vergebens. Eben mehr Nachfrage als Angebot!


Ich glaube nicht dass man aus einer verzögerten Auslieferung der Ruanda Nautical Ounce auf ein Silberdefizit schlussfolgern kann. Das wird vermutlich andere Ursachen haben. Wenn die Industriebetriebe, einschließlich der Mint's, das Silber als Rohmaterial nicht mehr in der ausreichenden Menge oder gar nicht mehr bekommen können, dann liegt aus meiner Sicht ein Defizit vor.

Die Grafik sagt aktuell auch nicht viel aus. Sie stammt von 2012, aus einem Artikel meines "Lieblingsanalysten" Steve St. Angelo der ja Gold auch schon bei 12.000 $ und Silber bei 360 $ gesehen hat und die Edelmetalle gern und ausdauernd pusht.

Vg,

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amabhuku
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon amabhuku » 14.09.2017, 11:20

Finerus hat geschrieben: Würden alle Silberanleger in Barren à 15 kg investieren statt dem unüberschaubaren Sammelsurium von Einunzern&Co., wäre die Defizitbetrachtung auf einen Nenner gebracht. Ist sie aber nicht und deshalb hinkt sie.


Das hier im Forum eher Kleinsammler von Muenzen und Barren sich zu Hause fuehlen ist doch logisch. Die werden weniger in 1000 oz. Standardbarren investieren.
Die Unternehmen jedoch, die auf Silber fuer die Produktion angewiesen sind, koennten praezisere Auskunft geben ueber Angebot und Lieferzeit.
Da ist ein Lagerbestand vonnoeten, der immer wieder aufgefuellt werden muss, ueblicherweise mit Granulat, Formsilber oder Standardbarren (Medizintechnik, Ruestungsfirmen, Solarindustrie, Elektronikbasisfirmen,...). Just in time ist da schwierig, schon wegen der Planungssicherheit.
Diese Hersteller werden wohl kaum mit in das Horn des Silbermangels blasen, gaebe es ihn, da dann die Preise sprunghaft steigen wuerden.
Also muessen wir wohl oder uebel auf den Tag des laengerwaehrenden Lieferausfalls für Kleinsilber warten, der ja nach Glauben Allwissender niemals kommen wird.
Waere gut, aber glauben ist nicht wissen.
Ich schreib mal nichts zu Visionen, weil ich dann zum Arzt gehen muesste.
:mrgreen:

P:S. Sehe gerade, Hagakure schreibt es aehnlich.....

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haehnchen03
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon haehnchen03 » 14.09.2017, 13:09

Für mich gibt es kein SIlberdefizit.
Ich habe schon mal geschrieben, das die Bigplayer den Silberpreis niemals solange unten halten können.
Daraufhin wurde mir entgegnet:" Auch an fallenden Preisen wird verdient".
Ja das stimmt so.
Aber wenn wir wirklich ein Defizit hätten, dann müsste irgendwann (zeitnah) der Silberpreis explodieren.
Warum gehen denn die Bigplayer solch ein hohes Risiko ein mit gedrückten Kursen????
Auch an steigenden Kursen kann verdient werden. Und die Gefahr auf explodierende Kurse ist doch demnach deutlich höher.
Eins weis ich sicher. Makler und Bigplayer scheuen das Risiko sehr.
Also warum nicht den sicheren weg gehen und dabei auch noch Geld verdienen.
Für mich gibt es im Moment kein Defizit.
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lifesgood

Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon lifesgood » 14.09.2017, 13:17

Natürlich kann auch an steigenden Kursen verdient werden und der nächste Hype wird kommen und höchstwahrscheinlich die alten Hochs übertreffen.

Ich denke JPMorgan hätte nicht massenhaft physisch Silber gekauft (die Lagerung kostet ja auch Geld), wenn sie nicht der Überzeugung wären, dass Silber knapp ist, oder in absehbarer Zeit knapp wird.

Wenn ein BigPlayer günstig kaufen will, kann er auch den Preis unten halten, bis er sein Zielvolumen zusammen hat.

Ist doch eigentlich genial, mit Silberdrücken Geld verdienen und dieses Geld dann in gedrücktes, also billiges physisches Silber investieren.

Die Hunts waren da nicht so clever die haben schon während ihrer Kaufphase den Preis befeuert.

Nur irgendwann muss es steigen, damit sich diese physische Investition auch rechnet.

lifesgood

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haehnchen03
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon haehnchen03 » 14.09.2017, 13:43

stimmt alles,
aber ich glaube das risikoverhältnis ist passent für ein Silberdefizit.
Klar wird es irgendwann oder demnächst steigen. Sonst würde ich in einem Blechspielzeugforum schreiben und lesen.
Naja die Hunts??????
1. die hatten damals nicht diese Produkte welche heute auf den Markt sind.
2. heute machen das Großbanken sehr effizienter.
Dennoch bin ich überzeugt von EM in physischer Form
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Bumerang » 18.09.2017, 13:10

haehnchen03 hat geschrieben:
Aber wenn wir wirklich ein Defizit hätten, dann müsste irgendwann (zeitnah) der Silberpreis explodieren.
Warum gehen denn die Bigplayer solch ein hohes Risiko ein mit gedrückten Kursen????
Auch an steigenden Kursen kann verdient werden.


Die Big Player gehen kein Risiko ein! Das ist eben der Denkfehler. Die Crimex kann "falsche" Positionen einfach liquidieren und die Auszahlung in Cash erzwingen, zu einem Kurs vor der Explosion, falls es überhaupt explodieren darf und der Handel nicht ausgesetzt wird.


Die Erklärung für die Manipulation lieferst Du selbst. Auch mit steigenden Kursen kann verdient werden. Warum wird also lieber gedrückt? Weil bei steigenden Kursen Papiersilber in physikalisches Silber getauscht wird, was dann zur Explosion führen und damit das Defizit sichtbar wird.
Gruß

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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Frank the tank » 12.12.2018, 08:27

Silberproduktion der USA im Juli 2018
12.12.2018 08:08 Uhr

https://www.goldseiten.de/artikel/39869 ... -2018.html

Aus dem Artikel:
Im Juli 2018 wurden täglich durchschnittlich 2.330 kg Silber produziert. Das ist 11% weniger als im Vormonat und eine Abnahme von 15% im Vergleich zu Juli 2017.
ENDE

libelle
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon libelle » 12.12.2018, 09:50

15% sehen auf den ersten Blick natürlich viel aus.

Wenn man aber bedenkt, dass die Gesamtförderleistung dieser Minen mit ca 1.000.000 kg pro Jahr auch gerade mal 5 % der Weltweiten Fördermengen ausmachen, dann relativiert sich das mit die 15 % doch ein wenig, finde ich.
Also keine Panik, die Kurse bleiben noch eine Weile unten. Hoffe ich zu mindestens :D

lifesgood

Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon lifesgood » 12.12.2018, 10:13

Interessant wird es, wenn Mexico als weltgrößtes Förderland mal weniger fördert.

Lange können die so nicht mehr weitermachen, denn bei der aktuellen Fördermenge reichen die bekannten Resourcen nur noch 6 Jahre.

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Die USA haben ja noch Resourcen für 25 Jahre

lifesgood

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Andre090904
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Andre090904 » 12.12.2018, 10:26

Selbst wenn es in Mexiko in den kommenden Jahren sich dem Ende neigt, wird eben in Peru oder anderswo zugelegt. Ich sehe da erstmal keine Engpässe.

Nebenbei: Silberreserven in Polen? Aber nicht als Bodenschätze nehme ich an.

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Tykon
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Tykon » 12.12.2018, 11:15

lifesgood hat geschrieben:Interessant wird es, wenn Mexico als weltgrößtes Förderland mal weniger fördert.

Lange können die so nicht mehr weitermachen, denn bei der aktuellen Fördermenge reichen die bekannten Resourcen nur noch 6 Jahre.

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Die USA haben ja noch Resourcen für 25 Jahre

lifesgood

Nachdem die weltweiten Ölreserven vor 30 Jahren schon nur noch 25 Jahre reichen sollten, sehe ich solche Angaben äußerst kritisch.

Klar ist eine Mine irgendwann ausgebeutet. Aber welche neuen bis dahin gefunden werden weiß auch niemand.
Ich kann die Floskel "bleibt Gesund" nicht mehr hören oder lesen. Es kotzt mich mittlerweile an. smilie_44

lifesgood

Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon lifesgood » 12.12.2018, 11:31

... ich gehe auch nicht davon aus, dass in 30 oder 50 Jahren kein Silber mehr gefördert wird.

Aber wenn es nicht mehr so leicht zu fördern ist kostet es eben mehr.

Daher müssen die Preise mittel- bis langfristig steigen, weil keine Mine dauerhaft unter den Selbstkosten verkaufen kann. Das wird auch unter großen Schwankungen erfolgen.

Gerade das von Dir angeführte Öl ist ein schönes Beispiel dafür.

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lifesgood

Outback 1403
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Re: Gibt es wirklich ein "Strukturelles Silberdefizit" ?

Beitragvon Outback 1403 » 16.12.2018, 15:28

Steht die industrielle Silbernachfrage vor einem Zusammenbruch?

"
Davon abgesehen wird die industrielle Silbernachfrage wahrscheinlich weiterhin schrumpfen, wenn die Erdölförderung die Spitze erreicht und zurückgeht. Selbst wenn wir den schwindenden Erdölvorrat und seinen Einfluss auf den Gesamtmarkt nicht berücksichtigen, berichtet eine neue Studie mit dem Titel "Die Rolle von Silber in der grünen Revolution" (für das Silver Institute), dass die Silbernachfrage aus der Photovoltaik-Industrie bis 2024 voraussichtlich um 40% abnehmen werde:

Nicht nur, dass die Silbernachfrage der Photovoltaikbranche dieses Jahr gegenüber den fast 90 Mio. Unzen 2017 sinken wird, sondern die Studie prognostiziert, dass sie bis 2024 auf ca. 50 Mio. Unzen fallen wird."

https://www.goldseiten.de/artikel/39843 ... ml?seite=2


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