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Peak-Silver

Allgemeine Diskussionen zu Silber, Gold und Edelmetallen, sowie die Entwicklung des Gold- und Silberkurs.

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Reblis
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Re: Peak-Silver

Beitragvon Reblis » 11.11.2020, 13:17

ultramarinus » 10.11.2020, 17:25 hat geschrieben:
Für (einfach förderbares) Öl liegt dieser Scheitelpunkt bereits in der Vergangenheit.
Für Silber ebenso.


Solange bis wieder große Vorkommen entdeckt werden.
Oder glaubt jemand das alle Vorkommen schon entdeckt worden sind.

Abgesehen von den Gebieten, die jetzt durch das Abtauen von Gletscher neu erschließbar werden, ist es aber unwahrscheinlich, dass ein einfach zu förderndes und wirklich großes Vorkommen bisher übersehen wurde.

Die Peak-Theorie berücksichtigt ja auch eben diese Tatsache, dass bei Rohstoffen die leicht zu fördernden und vor allem großen Vorkommen früher entdeckt werden und lange vor dem langsamen erschöpfem der bereits erschlossenen Quellen immer weniger, kleinere und teurer zu fördernde Vorkommen eines gewissen Rohstoffs neu entdeckt werden.
Ganz genau so ist es und nicht anders!

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WhiteWarrior
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Re: Peak-Silver

Beitragvon WhiteWarrior » 12.11.2020, 09:10

Es gibt keine einfach erreichbaren unbewohnten Gebiete mehr auf dieser Erde, mit ziemlich oberirdisch liegenden reichen Edelmetallvorkommen.

- Oft müssen Menschen / Stämme / Volksgruppen umgesiedelt werden.

- Oft muss in entlegenen Gebieten erst eine Infrastruktur aufgebaut werden. Eisenbahn, Strassen, Flughäfen, Stromversorgung. Auch benötigt jede Mine fast unvorstellbare Mengen an Süsswasser.

- Viele Staaten die noch grössere Mengen an Silber abbauen wie Russland oder auch China verkaufen nicht oder kaum auf dem Weltmarkt. Die "Silberernte" bleibt im Land, in den eigenen Industrien, Prägestätten und Lagern der Zentralbanken. Nicht nur JP Morgan hat einen physischen Silberschatz, auch der Staat Russland.

- Eine neue Mine zu errichten dauert heute - egal wo auf der Welt - ca. 10 Jahre. Genehmigungen, Bau der ersten Infrastruktur. In entlegenen Gebieten muss Personal hingebracht werden. Grosse Kosten für Security auch in relativ stabilen Ländern wie Mexiko. Investoren müssen Milliarden erst einmal vorschiessen, die Minenbetreiber müssen in vielen Ländern bereit sein, den dortigen Staat an - späteren - Gewinnen zu beteiligen.

- Bei uns in Europa wird Silber in nennenswertem Umfang nur noch in Polen abgebaut. In Europa gibt es auch keine neuen Minen. In Deutschland, Schweiz und Österreich ist alles soweit "ausgebeutet".

- Deshalb laufen aktuell viele Silberminen weiter, obwohl die keine guten Zahlen schreiben. Immer noch besser als eine neue Mine mit immensen Kosten neu aufzuziehen. Die Inhaber spekulieren - wie wir ja auch - auf einen deutlich steigenden Silberpreis.

- 50 % des jährlich neu geförderten Silbers ist lediglich Beifang, vor allem von Gold- und Kupferminen. Im Bereich Silberminen kam es - wie von Professor Bocker - genau so vorhergesagt zu einer dramatischen Konsolidierung und zu vielen Übernahmen von kleinen Silberminen durch grosse globale Konzerne. Dies gilt vor allem für Mexiko und Peru.

- In Südafrika gibt es aktuell massive Probleme in den Goldminen. Der Staat dort kann die Stromversorgung nicht mehr garantieren. Das gesamte Stromnetz ist marode und heruntergewirtschaftet. Man hat einfach nur 30 Jahre von der übernommenen Infrastruktur heruntergelebt. Eine Mine ohne Strom ist wie keine Mine. Auch innerhalb der Mine selbst hat natürlich jeder Betreiber immense Wartungskosten.

- Die Minen sind häufig - auch aus politischen und ideologischen Gründen - das Ziel von Angriffen. Die Kosten für bewaffnete Security erzeugen natürlich einen Overhead mit immensen Kosten. Eine Privatarmee ist nicht billig.

- Ob man je Silber aus Elektronik-Schrott wirtschaftlich heraustrennen kann weiss ich nicht. Auf den Müllhalden der Welt liegen aber so gesehen Millionen von Unzen Silber.

Fazit:

Es wird immer schwieriger noch Silber aus der Erde zu holen. Man muss wie beim Gold immer tiefer gehen. Man muss sich einfach nur mal klarmachen, was es kostet eine Mine 1 oder 2 Kilometer unter der Erde zu betreiben. Oder einen grossen Berg in einer Einöde zu zersprengen und dann zu zermalmen und das Silber herauszuarbeiten.

Schon aus diesen Gründen wird Silber nur steigen können. Langfristig.
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Straati
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Re: Peak-Silver

Beitragvon Straati » 12.11.2020, 09:35

WhiteWarrior » 12.11.2020, 09:10 hat geschrieben:
- Bei uns in Europa wird Silber in nennenswertem Umfang nur noch in Polen abgebaut. In Europa gibt es auch keine neuen Minen. In Deutschland, Schweiz und Österreich ist alles soweit "ausgebeutet".


Darf ich da kurz einen Einwand reinbringen. Die Firma Excellon Resources bohrt gerade in Sachsen nach einer vermuteten riesigen Silberlagerstätte.
Ich bin auf die Ergebnisse gespannt.

Projekt Silver City
http://www.excellonresources.com/projec ... /snapshot/
Dateianhänge
Saxony-map-5-sep23.jpg
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Re: Peak-Silver

Beitragvon WhiteWarrior » 12.11.2020, 16:21

Hallo Straati,

bis jetzt handelt es sich im Raum Freiberg um Probebohrungen zu "wissenschaftlichen Zwecken." Das Projekt hat keinerlei Genehmigungen für einen industriellen Minenabbau, bei dem man mehr als 200 m in die Tiefe müsste.

Teile der SPD, die Linken und die Grünen in Sachsen haben bereits klar gemacht, dass es keinen neuen Bergbau mehr in Sachsen geben wird.

Das kann sich natürlich ändern. Stand heute aber sehr unwahrscheinlich. Trotzdem danke für den interessanten Link.
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Re: Peak-Silver

Beitragvon 087paula7 » 12.11.2020, 16:57

WhiteWarrior » 12.11.2020, 16:21 hat geschrieben:Hallo Straati,

bis jetzt handelt es sich im Raum Freiberg um Probebohrungen zu "wissenschaftlichen Zwecken." Das Projekt hat keinerlei Genehmigungen für einen industriellen Minenabbau, bei dem man mehr als 200 m in die Tiefe müsste.

Teile der SPD, die Linken und die Grünen in Sachsen haben bereits klar gemacht, dass es keinen neuen Bergbau mehr in Sachsen geben wird.

Das kann sich natürlich ändern. Stand heute aber sehr unwahrscheinlich. Trotzdem danke für den interessanten Link.


Da ich aus dieser Region komme, kann ich das nur unterstreichen. Das ging zum EM Run 2011 los. Vom Erzgebirge bis zum Vogtland.
Viel gehört oder gelesen hat man davon nicht mehr.
Vorkommen und Fördern sind da so wieso 2 paar Schuhe. Selbst wenn dort grössere Kupfer und Silber Lagestätten wären! Mittlerweile alles grossteils besiedelt. Ja, sicher! Das Erzgebirge und Vogtland verfügt noch über sehr grosse Waldflächen. Aber gerade die Umgebung von Freiberg kann man wohl fördertechnisch ausschliessen. Im übrigen egal mit welcher Partei.
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Re: Peak-Silver

Beitragvon buntebank » 12.11.2020, 17:56

"eine Mine ist ein Loch auf dem ein Lügner sitzt"
war das erste was ich mir beim Lesen gedacht hatte...

die Nummer mit den Minen- & Explorer AGs in Nordamerika ist eher als "Sport" zu sehen.
klar kann man damit "auch mal Glück" haben und im Computer-Zahlen-Casino gewinnen -
im Prinzip sitzen da aber immer nur ein paar Anzug-Fuzzies 'rum,
welche hoffen, dass es genug Leichtgläubige gibt,
welche ihnen die Papiere für ein Vielfaches des realen Wertes wieder abkaufen...
gibt natürlich auch ein paar die alles umgraben -
aber mal ehrlich betrachtet isses eher ein Schindluder-Markt sry X )
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Re: Peak-Silver

Beitragvon Katz » 12.11.2020, 18:26

SILBERPRODUKTION IM ERZGEBIRGE
https://www.goldpreis.de/news/silberpro ... rzgebirge/

naja so einfach gehts bei uns nicht , da Taucht ein Moorhuhn auf und schon wird nach Huhn getanzt smilie_11
10Jahre ist schon her smilie_24
https://www.goldseiten-forum.com/thread ... /?pageNo=2
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Re: Peak-Silver

Beitragvon Siebenundvierzig900 » 12.11.2020, 18:53

Ein, möglicherweise auch zwo Jahre zuvor, w e s e n t l i c h weiter westlich, anderes Bundesland...

Prospektion in einem "alten Loch" (Langgedienten Numismatikern möglicherweise nicht unbekanntes "altes Loch").

Ergebnis sinngemäß:

Ist noch Kram im Berg.
Rechnet sich auf absehbare Zeit nicht den Kram zu entbergen.

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Re: Peak-Silver

Beitragvon Straati » 12.11.2020, 18:57

Die Aussage war das es in Deutschland keine nennenswerten Silbervorkommen mehr gibt. Daraufhin verwies ich auf das Bohrprogramm.

Das dort eine Mine steht oder jemals stehen wird hab ich nicht behauptet und mit der Kleiderordnung von Explorern hats auch nix zu tun.
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Re: Peak-Silver

Beitragvon buntebank » 12.11.2020, 19:45

is' ja kein Problem..behauptet doch niemand du hättest das geschrieben...

nur macht halt die Firma "Werbung" damit oder nich?
oben auf der Seite steht ein Aktienkurs -
und im Inhalt findet man exploration in saxony...
das jetz' "von uns" keiner wirklich daran glaubt das da jemals gebuddelt wird -
weiss der geneigte Aktien-Käufer nicht -
sondern denkt boah die exploren sogar in good old germany.

ist also nicht total gelogen - aber halt irgendwie trotzdem Marketing-Bullsh*t
oder etwa nicht??
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Re: Peak-Silver

Beitragvon Straati » 12.11.2020, 20:36

Ob in Sachsen jemals gebündelt wird weis keiner. Explorieren tun sie mit Unterstützung der TU Freiberg.
Ansonsten haben sie 2 produzierende minen.

Aber das ist ja hier nicht das Thema. Ich wollte vor allem darauf aufmerksam machen das es durchaus silbervorkommen gibt die noch nicht erschlossen wurden und die mitunter durch die heutige Technik in den Bereich der rentablen förderbarkeit kommen.
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Re: Peak-Silver

Beitragvon Katz » 19.11.2020, 17:46

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Reblis
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Re: Peak-Silver

Beitragvon Reblis » 29.11.2020, 12:44

Auf Wikipedia stehet nichts zu Peak-Silver, nur das da:

Die wichtigsten Silbervorkommen befinden sich in Nordamerika (Mexiko, den USA und Kanada) und in Südamerika (Peru, Bolivien). Mit knapp 20 % der globalen Förderung war Peru von 2003 bis 2009 der weltweit größte Silberproduzent und wurde 2010 von Mexiko überholt.[30] Im Jahr 2017 förderte Mexiko mit 6110 t weltweit das meiste Silber, gefolgt von Peru mit 4300 t.[31]

Das meiste Silber wird aus Silbererzen gewonnen, die oft zusammen mit Blei-, Kupfer- und Zinkerzen als Sulfide oder Oxide vorkommen. Wichtige Fundorte von Silber in gediegener Form waren: Freiberg im Erzgebirge; Schwaz (Tirol); Kongsberg/Norwegen (dort auch große Kristalle); Sankt Andreasberg im Harz; Keweenaw-Halbinsel/USA (dort mit ebenfalls gediegen vorkommendem Kupfer als „halfbreed“); Batopilas/Mexiko; Mansfelder Kupferschiefer-Revier (Eisleben, Sangerhausen; meist Silberbleche; auch als Versteinerungsmaterial von Fossilien).

Zwischen dem Beginn des 20. Jahrhunderts und dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat die jährlich geförderte Silbermenge zwar fluktuiert, ist aber im Mittel konstant geblieben. Vom Kriegsende bis heute hat sie sich mehr als verdoppelt.

Das polnische Unternehmen KGHM ist mit durchschnittlich 1.200 Tonnen Jahresförderung das bedeutendste Silberunternehmen der EU und das drittgrößte weltweit.

Laut einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe beträgt die weltweite Reichweite der Silberressourcen nur noch 29 Jahre. Somit ist mit einer Verknappung von Silber in den nächsten Jahrzehnten zu rechnen. Allerdings wird auch immer mehr Silber recycelt, wodurch die bekannten Vorkommen geschont werden.[32] Ausgehend von den Daten des U.S. Geological Survey vom Januar 2019[31] ergibt sich für Silber in Bezug auf das Jahr 2017 eine statische Reichweite von 21 Jahren.

Wie bei den anderen Edelmetallen spielt die Wiederaufarbeitung silberhaltiger Materialien im Rahmen des Recyclings, beispielsweise von Fotopapieren, Röntgenfilmen, Entwickler- und Fixierbädern, Elektronikschrott und Batterien eine wichtige Rolle.

https://de.wikipedia.org/wiki/Silber#Vo ... %B6rderung
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